Startseite/Förderung/KfW-Ergänzungskredit 358 / 359 für Wärmepumpen
Ergänzungskredit

KfW 358 / 359 — der Kredit für die BAFA-Differenz

Der KfW-Ergänzungskredit ist das passende Finanzierungsinstrument zur BAFA-BEG-EM-Förderung: Er deckt zinsverbilligt die Differenz zwischen BAFA-Zuschuss und Gesamtinvestition. Bis 120.000 Euro pro Wohneinheit, Antrag über die Hausbank. Hier verstehen Sie die Konditionen und Antragsmechanik.

Was ist der KfW-Ergänzungskredit?

Der KfW-Ergänzungskredit (Programmnummer 358 für selbstnutzende Eigentümer ohne Tilgungszuschuss, 359 für selbstnutzende Eigentümer mit Tilgungszuschuss bei Einkommensbonus) ist ein zinsverbilligtes Förderdarlehen der bundeseigenen KfW Bankengruppe. Er wurde 2024 zusammen mit der BAFA-BEG-EM-Reform eingeführt, um Eigentümern die Restfinanzierung der Wärmepumpen-Investition zu erleichtern. Während die BAFA den Zuschuss zahlt, finanziert die KfW die Differenz zwischen Zuschuss und Gesamtinvestition zu vergünstigten Zinsen — typisch 0,5 bis 2 Prozentpunkte unter dem Marktzins. Bei einer 30.000-Euro-Wärmepumpe mit 50 % BAFA-Förderung (15.000 Euro Zuschuss) bleibt eine Differenz von 15.000 Euro, die über den KfW-Kredit zinsgünstig finanzierbar ist.

Konditionen und Maximalbeträge

Der maximale Kreditbetrag liegt bei 120.000 Euro pro Wohneinheit (kombiniert mit BAFA-Förderung). Laufzeiten zwischen 4 und 35 Jahren, Zinsbindung bis 10 Jahre. Tilgungsbeginn nach 1 bis 5 Jahren tilgungsfreier Anlaufzeit (sondertilgungsfähig ohne Vorfälligkeitsentschädigung). Die genauen Konditionen schwanken mit dem Kapitalmarktzins; Stand 2025 lagen die Effektivzinsen typisch zwischen 2,5 und 4,5 % pro Jahr — deutlich günstiger als marktübliche Modernisierungskredite. Bei der Variante 359 (mit Tilgungszuschuss) gibt es zusätzlich einen Erlass von 5–10 % auf den Kreditbetrag, der nicht zurückgezahlt werden muss — gilt aber nur bei Erfüllung des Einkommensbonus-Kriteriums (Haushaltseinkommen unter 40.000 Euro).

Antrag über die Hausbank

Anders als die BAFA, bei der der Antrag direkt online gestellt wird, läuft der KfW-Antrag über die Hausbank. Schritt 1: BAFA-Bewilligungsbescheid abwarten — der Bescheid ist Voraussetzung für den KfW-Antrag, weil dort die Restfinanzierungssumme ausgewiesen ist. Schritt 2: Termin bei der Hausbank vereinbaren (Sparkasse, Volksbank, oder Privatbank — jede Bank kann KfW-Anträge stellen). Schritt 3: Hausbank prüft Bonität und Bonitäts-Voraussetzungen wie bei jedem anderen Kredit. Schritt 4: Hausbank reicht den Antrag bei der KfW ein (in der Regel binnen weniger Tage). Schritt 5: KfW prüft und bewilligt; Hausbank zahlt das Geld aus, sobald die Wärmepumpe in Betrieb genommen wird.

Bonitäts-Voraussetzungen

Der KfW-Ergänzungskredit ist KEIN Förderkredit ohne Bonitätsprüfung. Die Hausbank prüft Ihre Bonität wie bei jedem normalen Modernisierungskredit: Einkommen, Schufa-Auskunft, vorhandene Kreditverpflichtungen, Eigentumsverhältnisse, ggf. Grundbuchauszug. Bei wirtschaftlich angespannter Situation kann die Bank den Antrag ablehnen, auch wenn die BAFA-Förderung bereits bewilligt ist. Tipp: Vor BAFA-Antragstellung mit der Hausbank über die Realisierbarkeit des KfW-Anteils sprechen — sonst entsteht eine Lücke zwischen bewilligtem BAFA-Zuschuss und nicht finanzierter Restsumme.

Kombination mit BAFA und Land-Programmen

Die wichtigste Kombination: BAFA-Zuschuss plus KfW-Ergänzungskredit. Hier ist die Reihenfolge zwingend BAFA zuerst (Zuschuss-Bewilligung) und dann KfW (Kredit-Bewilligung über Hausbank). Zusätzlich kombinierbar sind Land-Programme: Hessischer Energie-Effizienz-Bonus, Bayerns 10.000-Häuser-Programm, NRW-progres etc. Diese Land-Anträge laufen unabhängig vom KfW-Kredit, müssen aber teilweise vor Auftragsvergabe gestellt werden. Eine professionelle Energieberater-Begleitung ist hier wertvoll — er koordiniert Reihenfolge und Fristen aller Förderbausteine. Nicht kombinierbar ist der Ergänzungskredit mit dem KfW 261 (Wohngebäude-Kredit Effizienzhaus) — dort ist die Heizungsförderung bereits enthalten.

Wichtig: BAFA-Bewilligung muss vorliegen, bevor der KfW-Antrag bei der Hausbank gestellt werden kann. Plane mindestens 4–8 Wochen für BAFA + 2–4 Wochen für KfW-Bearbeitung ein.

Häufige Fragen — KfW-Ergänzungskredit 358 / 359 für Wärmepumpen

Bekomme ich den KfW-Kredit ohne BAFA-Antrag?
Nein. Der KfW-Ergänzungskredit ist explizit als Komplement zur BAFA-Förderung konzipiert. Ohne BAFA-Bewilligung gibt es keinen Ergänzungskredit. Wer keinen BAFA-Antrag stellt, muss alternative Modernisierungskredite über die Hausbank zu Marktzinsen finanzieren.
Was ist der Unterschied zwischen KfW 358 und 359?
KfW 358 ist der reine Ergänzungskredit ohne Tilgungszuschuss. KfW 359 hat zusätzlich einen Tilgungszuschuss von 5–10 %, gilt aber nur bei Einkommensbonus-Voraussetzung (Haushaltseinkommen unter 40.000 Euro).
Kann ich den Kredit auch ohne Tilgung bedienen?
Ja, die KfW gewährt 1–5 Jahre tilgungsfreie Anlaufzeit. In dieser Zeit zahlen Sie nur Zinsen. Sondertilgungen sind jederzeit ohne Vorfälligkeitsentschädigung möglich.
Was ist, wenn die Hausbank den Kredit ablehnt?
Dann gibt es keinen KfW-Kredit. Sie müssen die Restfinanzierung anders sichern (eigene Mittel, anderer Modernisierungskredit, ggf. Hypothek auf das Haus). Tipp: Vor BAFA-Antragstellung mit zwei Hausbanken über die Realisierbarkeit sprechen.

Förderung mit Energieberater sichern

Ein BAFA-zugelassener Energieberater plant die Förderung, koordiniert BAFA + KfW und reicht den Verwendungsnachweis ein.