Photovoltaik & Solar

Agri-Photovoltaik: Landwirtschaft und Solarstrom auf einer Fläche

Agri-PV erklärt: Wie Landwirtschaft und Photovoltaik auf einer Fläche kombiniert werden. Vorteile, Förderung, Genehmigung und Ertragserwartungen für Landwirte.

8 Min. LesezeitXpora Redaktion
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Agri-PV: Doppelnutzung als Zukunftsmodell

In Zeiten begrenzter Landflächen bietet Agri-Photovoltaik eine zukunftsweisende Lösung: Ein- und dieselbe Fläche wird gleichzeitig für Nahrungsmittelproduktion und Stromerzeugung genutzt. Diese Doppelnutzung reduziert Flächenkonflikte und steigert die Wertschöpfung je Hektar erheblich.

Varianten von Agri-PV

1. Überdachende Agri-PV

Module werden hoch über dem Boden (3–6 m) montiert. Darunter können Ackerkulturen, Gemüse oder Obstbäume angebaut werden. Spezielle Unterkonstruktionen mit Fundamenten sind nötig – kostspielig, aber ermöglicht Vollmechanisierung.

2. Vertikale Bifazial-PV (Vertikale Solaranlage)

Bifaziale Module werden senkrecht in Ost-West-Richtung aufgestellt (als „Solarzaun"). Erzeugen Strom von beiden Seiten. Zwischen den Reihen kann weiterhin Ackerbau betrieben werden. Kostengünstiger als überdachende Systeme.

3. Gewächshaus-PV

Photovoltaik-Module in der Dachfläche eines Gewächshauses – teildurchlässig (15–30 % Lichtdurchlass) oder opak. Innere Temperatur und Lichtbedingungen werden durch Modulanordnung gesteuert.

Agrarische Vorteile

  • Verschattung: Kulturen unter Modulen (Salat, Beeren, Kräuter) profitieren von Halbschatten – weniger Wasserbedarf, Schutz vor Sonnenbrand
  • Hagelschutz: Module schützen Kulturen unter sich
  • Verdunstungsreduktion: Mikroklimatische Kühlung → mehr Ertrag bei Trockenheit
  • Einnahmediversifizierung: Landwirte erzielen Strom-Zusatzeinkommen

Rechtliche Rahmenbedingungen

Agri-PV muss der DIN SPEC 91434 entsprechen, um als Agri-PV i.e.S. anerkannt zu werden. Wichtigste Anforderung: mindestens 66 % Flächennutzungsgrad (Fläche, die tatsächlich landwirtschaftlich genutzt werden kann).

Planungsrecht: Agri-PV auf Ackerland ist im Außenbereich planungsrechtlich privilegiert (§ 35 BauGB), wenn die Anlage die EEG-Anforderungen erfüllt. Genehmigungsverfahren beim zuständigen Landratsamt.

EEG-Förderung für Agri-PV

Im EEG 2023 wurde eine eigene Ausschreibungskategorie für Agri-PV eingeführt. Anlagen über 750 kWp nehmen an Ausschreibungen teil; kleinere Anlagen bis 750 kWp können feste Vergütung erhalten, sofern sie die EEG-Anforderungen erfüllen.

Wirtschaftlichkeit für Landwirte

Eine 1-MW-Agri-PV-Anlage auf 2 ha erzeugt ca. 1.000 MWh/Jahr. Bei Direktvermarktung zu 7 Ct/kWh: 70.000 €/Jahr Einnahmen. Kosten: ca. 1,2–1,8 Mio. € Investition → Amortisation 12–18 Jahre. Plus Pachteinnahmen für die Fläche.

Fazit

Agri-PV ist eine zukunftsweisende Technologie für Landwirte, die Flächen doppelt nutzen und von der Energiewende profitieren möchten. Lassen Sie sich von einem PV-Projektierer und einem Agrarbetrieb gemeinsam beraten.

Häufige Fragen

Was ist Agri-Photovoltaik?

Agri-PV bezeichnet die gleichzeitige Nutzung von Flächen für Landwirtschaft und Photovoltaik. PV-Module werden in größerer Höhe über dem Boden montiert (3–5 m), sodass darunter Ackerbau, Obstanbau oder Tierhaltung weiterhin möglich ist.

Welche Vorteile hat Agri-PV für Landwirte?

Landwirte erzielen zusätzliche Einnahmen durch Stromerzeugung (Eigenverbrauch oder Einspeisung), während die landwirtschaftliche Nutzung fortbesteht. Zudem können Kulturen unter den Modulen von Verschattung profitieren (Schutz vor Hitze, Hagel, Verdunstungsreduktion).

Wie wird Agri-PV gefördert?

Agri-PV kann an EEG-Ausschreibungen teilnehmen, wenn bestimmte DIN-SPEC-Anforderungen erfüllt sind. Die Flächeneffizienz muss nachgewiesen werden (mind. 66 % Flächennutzungsgrad für Landwirtschaft). Einige Bundesländer haben eigene Förderprogramme.

Was kostet eine Agri-PV-Anlage?

Agri-PV-Anlagen sind teurer als Standard-Freiflächenanlagen: ca. 1.200–1.800 €/kWp statt 700–1.000 €/kWp. Die erhöhten Kosten entstehen durch höhere Montagesysteme und spezielle Gründungen. Trotzdem ist Agri-PV für Landwirte wirtschaftlich attraktiv.

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