Förderung & Anträge

Förderprogramme 2026: Aktueller Überblick für Wärmepumpen

Alle aktuellen Förderprogramme für Wärmepumpen 2026: BAFA BEG, KfW, Landesförderprogramme Hessen und Rheinland-Pfalz sowie kommunale Zuschüsse.

10 Min. LesezeitXpora Redaktion
FörderungBAFAKfWBEG2026

Inhaltsverzeichnis


Überblick: Wer fördert was?

Das deutsche Fördersystem für Wärmepumpen ist mehrstufig aufgebaut:

Ebene Programm Typ
Bund BAFA BEG EM Zuschuss
Bund KfW BEG EM (261) Kredit
Hessen IKEK, RiSKLIMa Zuschuss
Rheinland-Pfalz Klimaschutzprogramm Zuschuss
Kommunal Diverse Zuschuss

Die Kombinationsmöglichkeiten sind komplex. Dieser Artikel gibt Ihnen den aktuellen Stand für 2026.


Bundesförderung: BAFA BEG EM

Das Kernprogramm

Die Bundesförderung für effiziente Gebäude – Einzelmaßnahmen (BEG EM), abgewickelt durch das BAFA, ist das wichtigste Förderprogramm für Wärmepumpen in Deutschland.

Aktuell gültige Fördersätze (Stand 2025/2026)

Basisförderung: 30 % der förderfähigen Kosten für alle BAFA-zugelassenen Wärmepumpen

Klimageschwindigkeitsbonus (+20 %): Für Eigentümer, die eine funktionstüchtige fossile Heizung (Gas, Öl, Kohle) gegen eine WP tauschen. Gültig noch bis Ende 2028.

Einkommensbonus (+30 %): Für Haushalte mit einem zu versteuernden Einkommen unter 40.000 €/Jahr

iSFP-Bonus (+5 %): Mit gültigem individuellem Sanierungsfahrplan

Maximale Förderung

  • Mit allen Boni: 70 % der förderfähigen Kosten
  • Förderfähige Kosten je Wohneinheit: max. 30.000 € für Einfamilienhäuser
  • Maximaler Zuschuss: 21.000 € pro Wohneinheit (bei 70 %)

Förderfähige Anlagen

  • Luft-Wasser-Wärmepumpen
  • Sole-Wasser-Wärmepumpen (Erdwärme)
  • Wasser-Wasser-Wärmepumpen
  • Brauchwasser-Wärmepumpen (mit Einschränkungen)

Technische Mindestanforderungen

  • Jahresarbeitszahl (JAZ) muss bestimmte Mindestwerte erreichen
  • SG-Ready-Schnittstelle empfohlen (teils Pflicht)
  • Hydraulischer Abgleich Pflicht
  • Wärmemengenzähler Pflicht

KfW-Förderung: Kredit und Zuschuss

KfW-Kredit 261 (BEG EM)

Der KfW-Energieeffizienz-Kredit für Einzelmaßnahmen (261) bietet:

  • Zinsgünstiger Kredit bis 60.000 € pro Wohneinheit
  • Verwendbar für Wärmepumpen und zugehörige Arbeiten
  • Kombinierbar mit BAFA-Zuschuss (BAFA reduziert förderfähige Kosten)
  • Antrag vor Beginn der Maßnahme (vor Vertragsabschluss)

Tilgungszuschuss für Wohngebäude

Bei umfassender Sanierung auf Effizienzgebäude-Standard bietet die KfW (BEG WG) erhebliche Tilgungszuschüsse (10–45 % der Kreditsumme). Diese sind für umfassende Sanierungen interessant, bei denen die Wärmepumpe Teil eines größeren Pakets ist.


iSFP-Bonus: Der 5 %-Vorteil

Der individuelle Sanierungsfahrplan (iSFP) ist ein Energiebericht, den ein zugelassener Energieberater erstellt:

  • Enthält eine priorisierte Reihenfolge aller sinnvollen Sanierungsmaßnahmen
  • Schätzt Kosten und Effizienzgewinne jeder Maßnahme
  • Gilt als Grundlage für geförderte Maßnahmen über mehrere Jahre

Der Bonus

Wenn Sie Maßnahmen aus dem iSFP umsetzen, erhalten Sie +5 % auf die BAFA-Basisförderung.

Wie der iSFP erstellt wird

  • Zugelassener Energieberater (BfEE-Liste) erstellt den Plan
  • Hausbegehung und Datenaufnahme (ca. 2–4 Stunden)
  • Erstellungsdauer: typisch 3–6 Wochen
  • Kosten: 1.000–2.500 € brutto
  • BAFA fördert 80 % der Beratungskosten (Energieberatung BEG)

Hessen: Landesförderung

RiSKLIMa – Richtlinie zur Förderung von Klimaschutzmaßnahmen

Das Land Hessen bietet über das Umweltministerium Förderprogramme für Klimaschutzmaßnahmen:

  • Förderschwerpunkte variieren nach Haushaltsjahr
  • Informationen über die HA Hessen Agentur

IKEK – Integriertes kommunales Entwicklungskonzept

Kommunen in Hessen können mit IKEK-Förderung lokale Klimaschutzmaßnahmen kofinanzieren. Das schafft in einigen Gemeinden zusätzliche kommunale Zuschüsse.

Besonderheit: Kommunale Wärmeplanung

Das Hessische Klimaschutzgesetz verpflichtet Kommunen zur kommunalen Wärmeplanung. In Gemeinden mit Fernwärmenetz oder geplanter Fernwärme kann sich der optimale Zeitpunkt für eine Wärmepumpeninstallation verschieben – prüfen Sie, ob Ihre Gemeinde eine Wärmeplanung erstellt hat.

Frankfurt, Darmstadt, Wiesbaden: Städtische Programme

Größere hessische Städte haben eigene Klimaschutzfonds und Förderprogramme:

  • Frankfurt: Klimaaktiv-Programm (wechselnde Konditionen)
  • Darmstadt: Klimaschutzprogramm der Wissenschaftsstadt
  • Wiesbaden: Kommunale Klimaschutzmittel

Rheinland-Pfalz: Klimaschutzförderung

Für Eigentümer in Mainz, Bingen, Ingelheim und anderen rheinland-pfälzischen Gemeinden im Rhein-Main-Gebiet:

ISB Investitions- und Strukturbank Rheinland-Pfalz

Die ISB RLP bietet zinsgünstige Darlehen für Klimaschutzmaßnahmen:

  • Wärmepumpen als förderfähige Maßnahme
  • Kombinierbar mit BAFA-Bundeszuschuss
  • Informationen: isb.rlp.de

Kommunale Programme in RLP

  • Mainz: Klimaschutz-Sonderprogramm
  • Landkreise Mainz-Bingen, Alzey-Worms: Prüfen Sie bei der Kreisverwaltung

Kommunale Förderprogramme

Viele Kommunen bieten zusätzliche eigene Förderprogramme:

  • Frankfurt: Klimaschutz-Investitionsprogramm (jährlich wechselnde Schwerpunkte)
  • Darmstadt: Klimaschutz Einzelmaßnahmen
  • Offenbach: Klimaschutzfonds
  • Wiesbaden: Stadtwerke-Energieeffizienzprogramm
  • Kassel: Klimaschutz und Energieeffizienz-Programm

Tipp: Prüfen Sie immer beim Umweltamt oder Stadtwerke Ihrer Gemeinde, ob lokale Förderprogramme bestehen. Diese sind oft nicht bundesweit bekannt.


Kombinationsmöglichkeiten

Was kann kombiniert werden?

Programm A Programm B Kombinierbar?
BAFA BEG EM KfW-Kredit 261 Ja
BAFA BEG EM Landesprogramm Ja (meist)
BAFA BEG EM Kommunales Programm Ja (meist)
BAFA BEG EM §35c EStG Nein
KfW BEG WG BAFA BEG EM Nein (verschiedene Programme)

Optimale Kombination

Für die meisten Hauseigentümer:

  1. BAFA BEG EM (maximaler Zuschuss mit allen Boni)
  2. KfW-Kredit 261 für den Eigenanteil (günstige Finanzierung)
  3. Kommunales Programm (falls verfügbar)
  4. iSFP erstellen lassen (für +5 % Bonus und Planungssicherheit)

Antragsreihenfolge und Fristen

Kritische Reihenfolge

  1. BAFA-Antrag stellen (vor Vertragsabschluss mit Installateur!)
  2. Bewilligungsbescheid abwarten
  3. Installateur beauftragen
  4. Installation durchführen
  5. Verwendungsnachweis einreichen (innerhalb der Bescheid-Frist, meist 36 Monate)
  6. Auszahlung durch BAFA

WARNUNG: Ein vor BAFA-Antrag unterschriebener Installateurvertrag schließt die Förderung aus.

Fristen

  • Verwendungsnachweis: Typisch 36 Monate nach Bewilligung
  • KfW-Kredit: Antrag vor Beginn der Maßnahme
  • iSFP-Bonus: iSFP muss vor BAFA-Antrag vorliegen oder beim Antrag angekündigt sein

Für eine vollständige Beratung zu Fördermöglichkeiten in Ihrer Region empfehlen wir einen zugelassenen Energieberater. Qualifizierte Installateure finden Sie über unsere Installateursuche. Weitere regionale Informationen finden Sie auf unseren Regionseiten.

Häufige Fragen

Hat die GEG-Reform 2024 die BAFA-Förderung abgeschafft?

Nein. Das Gebäudeenergiegesetz (GEG) und die BAFA-Förderung (BEG) sind zwei verschiedene Regelwerke. Die GEG-Reform hat Pflichtanforderungen für neue Heizungen eingeführt (65 % Erneuerbare), aber die BAFA-Förderung für Wärmepumpen wurde nicht abgeschafft. Sie besteht fort und ist für 2025/2026 bestätigt.

Was ist der iSFP-Bonus und wie hoch ist er?

Der individuelle Sanierungsfahrplan (iSFP) ist ein von einem zugelassenen Energieberater erstellter Sanierungsplan. Wenn Sie Maßnahmen im iSFP umsetzen, erhalten Sie einen Bonus von 5 Prozentpunkten auf alle BAFA-Einzelmaßnahmen. Beispiel: Basisförderung 30 % + alle anderen Boni + 5 % iSFP = mehr Gesamtförderung.

Kann ich BAFA-Förderung und einen KfW-Kredit kombinieren?

Ja. Der BAFA-Zuschuss (BEG EM) und ein KfW-Kredit für Einzelmaßnahmen (261) können kombiniert werden. Der Zuschuss reduziert die Basis für den Kredit. Dies ermöglicht: Sofortige Reduktion des Eigenanteils durch BAFA, Restfinanzierung über zinsgünstigen KfW-Kredit.

Gibt es Förderprogramme speziell für Hessen?

Ja. Das Land Hessen hat eigene Klimaschutzprogramme, die in einigen Kommunen ergänzende Förderung bieten. Die RiSKLIMa (Richtlinie zur Förderung von Klimaschutzmaßnahmen in Hessen) umfasst Investitionszuschüsse. Viele Kommunen in Hessen bieten darüber hinaus eigene Förderprogramme. Erkundigen Sie sich beim Bürgeramt oder Umweltamt Ihrer Gemeinde.

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