Wärmepumpe Grundlagen

Handwerker-Checkliste für die Wärmepumpe: Was gehört ins Angebot?

Vollständige Checkliste für ein korrektes Wärmepumpen-Angebot: Planung, Equipment, Installation, Inbetriebnahme, Dokumentation und Wartung.

8 Min. LesezeitXpora Redaktion
ChecklisteAngebotHandwerkerWärmepumpeInstallation

Inhaltsverzeichnis


Warum eine vollständige Checkliste wichtig ist

Bei der Installation einer Wärmepumpe gibt es zahlreiche Leistungen, die zum Gesamtpaket gehören – aber nicht immer automatisch im Angebot enthalten sind. Wer nur den Anlagenpreis vergleicht und wichtige Positionen übersieht, erlebt böse Überraschungen: fehlende BAFA-Dokumente, kein hydraulischer Abgleich, mangelhafte Einweisung.

Diese Checkliste gibt Ihnen einen vollständigen Überblick über alle Leistungen, die eine Wärmepumpeninstallation umfassen sollte.


Teil 1: Planung & Systemauslegung

Gute Installation beginnt mit guter Planung. Folgende Leistungen gehören zur Planungsphase:

Heizlastberechnung

  • Heizlastberechnung nach DIN EN 12831 durchgeführt
  • Raumweise Heizlastberechnung (für hydraulischen Abgleich nötig)
  • Auslegungstemperatur dokumentiert (z. B. -12 °C für Rhein-Main-Gebiet)
  • Solargewinne und interne Lasten berücksichtigt

Systemplanung

  • Wärmepumpentyp festgelegt (LW / SW / WW)
  • Vorlauftemperatur analysiert und optimiert
  • Pufferspeicher dimensioniert
  • Warmwasserbereitung geplant (Legionellenschutz beachtet)
  • Schallschutz-Analyse für Außeneinheit
  • Aufstellort der Außeneinheit genehmigt (Abstandsregeln)

Teil 2: Equipment & Geräte

Alle Geräte müssen im Angebot namentlich spezifiziert sein:

Wärmepumpe

  • Hersteller: _______________
  • Modell: _______________
  • Nennwärmeleistung: ___ kW
  • SCOP (A2/W35): ___
  • Kältemittel: _______________
  • SG-Ready-fähig: Ja / Nein
  • Noise level dB(A): ___

Hydraulische Komponenten

  • Pufferspeicher: ___ Liter
  • Warmwasserspeicher: ___ Liter (bei Kombi-Speicher oder separatem Boiler)
  • Umwälzpumpen (effiziente EC-Klasse)
  • Wärmemengenzähler (geeicht, BAFA-zertifiziert)
  • Ausdehnungsgefäß (neu/geprüft)
  • Sicherheitsventil
  • Druckmessgerät
  • Rückflussverhinderer

Steuerung und Elektro

  • Steuerungseinheit (Hersteller, Modell)
  • Smart-Grid-Schnittstelle (SG-Ready)
  • Kommunikationsschnittstelle (Modbus, Wifi, proprietär)
  • Raumthermostat oder -fühler
  • Schaltschrank / Unterverteiler (falls nötig)

Teil 3: Installationsarbeiten

Außeneinheit

  • Aufstellung auf Anti-Vibrations-Pads oder Konsole
  • Befestigung bei Wandmontage (statische Berechnung)
  • Rohrdurchführung durch Außenwand (gedämmt, abgedichtet)
  • Mindestabstände zu Nachbargrundstücken eingehalten
  • Kondensatwasserableitung gesichert

Inneneinheit und Hydraulik

  • Montage der Inneneinheit (Wandhalterung oder freistehend)
  • Anschluss an Heizkreis (Vorlauf/Rücklauf)
  • Anschluss Pufferspeicher
  • Anschluss Warmwasserspeicher
  • Entleerungsventile und Absperrhähne
  • Dämmung der Rohrleitungen (Wärmeschutznorm)

Elektrische Arbeiten

  • Eigenständiger Stromkreis für WP (Absicherung ___ A)
  • Notstromanschluss / Überbrückung (falls gewünscht)
  • Potenzialausgleich
  • Anschluss Steuerung und Sensoren
  • Messung und Protokoll der elektrischen Anlage

Hydraulischer Abgleich

  • Methode B (berechnet nach VdZ)
  • Raumweise Einstellung der Thermostatventile
  • Voreinstellwerte dokumentiert
  • Protokoll des hydraulischen Abgleichs ausgehändigt

Demontage der Altanlage

  • Demontage der alten Heizung
  • Fachgerechte Entsorgung (inkl. Kältemittel laut F-Gas-VO)
  • Gasleitung stillgelegt und abgedichtet (falls Gasbetrieb vorher)

Teil 4: Inbetriebnahme & Einweisung

Technische Inbetriebnahme

  • Erstbefüllung und Entlüftung des Heizkreises
  • Drucktest (Protokoll)
  • Kältemittel-Füllmenge geprüft und protokolliert (F-Gas-VO!)
  • Funktionstest aller Betriebsmodi (Heizen, WW, Kühlen falls vorhanden)
  • Heizkurve eingestellt und dokumentiert
  • Warmwasser-Legionellenprogramm programmiert
  • SG-Ready-Schnittstelle getestet (falls vorhanden)

Kundeneinweisung

  • Bedienung der Steuerungseinheit erklärt
  • Wichtige Anzeigen und Fehlercodes erklärt
  • Warmwasser-Einstellungen und Legionellenschutz erklärt
  • Betriebsdruck-Kontrolle gezeigt
  • Verhalten bei Störung erklärt (Notfall-Kontakt)
  • Wartungsintervalle und -pflichten erläutert

Teil 5: Dokumentation & Förderung

Anlagenbuch

  • Technische Datenblätter aller Komponenten
  • Hydraulischen Abgleich-Protokoll
  • Elektrischen Schaltplan
  • Inbetriebnahmeprotokoll
  • Kältemittel-Füllprotokoll (F-Gas)

BAFA-Unterlagen

  • Fachunternehmerbestätigung (nach BEG-Muster)
  • Datenblatt der Wärmepumpe (SCOP-Nachweis)
  • Wärmemengenzähler-Nachweis
  • Anlagen-Datenblatt nach Inbetriebnahme
  • Nachweis hydraulischer Abgleich

Garantie und Gewährleistung

  • Garantiekarten aller Hersteller ausgefüllt
  • Geräteregistrierung beim Hersteller veranlasst
  • Gewährleistungsbedingungen übergeben

Teil 6: Jährliche Wartung

Bei der Jahreswartung durch einen Fachbetrieb sollte folgendes geprüft werden:

  • Betriebsdruck im Heizkreis
  • Kältemittelkreis: Druck und Dichtigkeitsprüfung
  • Filtersystem reinigen/wechseln
  • Funktionstest aller Sicherheitseinrichtungen
  • Leistungsmessung (JAZ-Überprüfung)
  • Elektrische Verbindungen prüfen
  • Außeneinheit: Sauberkeit, Freiraum, Kondensatwasserablauf
  • Steuerungsparameter auf Aktualität prüfen
  • Anlagenbuch fortschreiben

Vollständige Checkliste zum Ausdrucken

Tipp: Drucken Sie diese Checkliste aus und gehen Sie sie mit jedem potenziellen Installateur durch. Fragen Sie bei fehlenden Positionen explizit: "Ist das im Angebotspreis enthalten? Wenn nein, was kostet es extra?"

Nutzen Sie unsere Installateursuche, um geprüfte Fachbetriebe in Ihrer Region zu finden. Mehr über die Auswahl des richtigen Betriebs erfahren Sie in Heizungsbauer auswählen: 10 Kriterien.

Häufige Fragen

Was ist ein Anlagenbuch und wer muss es erstellen?

Das Anlagenbuch ist die technische Dokumentation der Heizungsanlage. Es enthält Gerätedaten, Schaltpläne, Inbetriebnahmeprotokoll, Wartungsnachweise und Messwerte. Der Installateur erstellt das Anlagenbuch und übergibt es dem Eigentümer bei Inbetriebnahme. Der Eigentümer führt es bei jeder Wartung fort.

Muss ein Wärmemengenzähler eingebaut werden?

Für die BAFA-Förderung ist ein geeichter Wärmemengenzähler Pflicht. Er misst die tatsächlich erzeugte Wärme und ist Voraussetzung für den Verwendungsnachweis. Auch für die laufende Effizienzüberwachung (JAZ-Berechnung) ist er unverzichtbar.

Was versteht man unter hydraulischem Abgleich Methode B?

Beim hydraulischen Abgleich Methode B wird der Heizbedarf jedes Raumes berechnet und die Durchflussmenge am Thermostatventil entsprechend eingestellt. Im Gegensatz zu Methode A (vereinfacht, ohne Berechnung) ist Methode B präziser und für BAFA-Förderung bevorzugt. Sie erfordert mehr Aufwand, führt aber zu optimaler Energieeffizienz.

Was sollte in der Kundeneinweisung enthalten sein?

Eine gute Einweisung erklärt: Bedienung der Steuerungseinheit, Bedeutung der wichtigsten Anzeigen und Fehlercodes, Soll-Temperaturen und wann diese angepasst werden, Warmwasser-Programm und Legionellenschutz, was im Störungsfall zu tun ist, wie man den Betriebsdruck prüft, wann professionelle Wartung nötig ist.

Jetzt kostenlose Beratung anfordern

Finden Sie qualifizierte Energieberater und Wärmepumpeninstallateure in Ihrer Region.