Differenzdruck-Regelung: Δp-c, Δp-v, Auslegung
Die Heizkreis-Pumpe einer Wärmepumpe sollte druckgeregelt arbeiten. Falsche Einstellung kostet 50–150 Euro Hilfsenergie pro Jahr. Hier die Praxis der Δp-Regelung.
Δp-c (constant) vs. Δp-v (variable)#
Hocheffizienz-Heizungspumpen können in zwei Druck-Regelmodi laufen: Δp-c (constant pressure) hält den Druck konstant unabhängig vom Volumenstrom — geeignet für Anlagen mit Heizflächen ohne Thermostatventile (reine Fußbodenheizung mit Mengenregler-Verteiler). Δp-v (variable pressure) reduziert den Druck mit fallendem Volumenstrom linear bis auf 50 % bei Nullvolumenstrom — geeignet für Anlagen mit Thermostatventilen, weil dort beim Schließen einzelner Ventile der Volumenstrom sinkt und gleichzeitig der Druckbedarf des Restkreises sinkt. Praxis-Empfehlung 2026: Bei Wärmepumpen-Anlagen mit FBH ohne Raumthermostate Δp-c, mit Raumthermostaten oder Heizkörper-Anlagen Δp-v. Falsche Einstellung verursacht 30–60 % Mehr-Hilfsenergie.
Auslegung der Förderhöhe#
Die nötige Förderhöhe der Heizkreis-Pumpe ergibt sich aus dem Druckverlust des Heizkreises bei maximalem Volumenstrom. Faustformel für EFH 120 m² mit FBH: 0,2 + 0,01 × Heizkreis-Anzahl × Stockwerk-Anzahl, in Metern Wassersäule. Beispiel 8 Heizkreise auf 2 Etagen: 0,2 + 0,01 × 8 × 2 = 0,36 m, gerundet 0,4 m. Bei Heizkörper-Anlagen typischerweise 0,5–0,7 m wegen kleinerer Rohrleitungs-Querschnitte. Bei Großanlagen oder MFH 1,0–1,5 m. Die Auslegung muss die längste Strecke vom Heizkreisverteiler zum entferntesten Heizkörper/Heizkreis-Ende abdecken. Eine Pumpe mit Hub-Höhe 1 m bei einer Anlage mit Bedarf 0,4 m läuft 60 % Überschuss — zieht etwa 30–40 % mehr Strom als eine richtig dimensionierte Pumpe.
Hocheffizienz-Pumpen-Auswahl#
Klassen-A-Hocheffizienzpumpen für Wärmepumpen-Heizkreise haben EEI-Wert ≤ 0,23. Marktübliche Modelle: Wilo Yonos PICO 25/1-6 (1–6 m Förderhöhe, 7–60 W), Grundfos ALPHA2 25-40N (1–4 m, 5–25 W), Halm HEP 25/1-7 (1–7 m, 6–55 W). Für EFH-Anlagen reicht meist die kleinste Variante mit 1–4 m. Die elektronische Druck-Regelung modulieren die Drehzahl in Echtzeit anhand des Differenzdrucks zwischen Pumpen-Eingang und Ausgang. Stromaufnahme bei typischen FBH-Bedingungen 7–12 W. Bei 5.000 Heiz-Stunden im Jahr ergibt das 35–60 kWh = 12–22 Euro. Eine alte Konstantdrehzahl-Pumpe würde dagegen 60–80 W ziehen = 300–400 kWh und 105–145 Euro pro Jahr — Mehrkosten 100 Euro/Jahr.
Druckregler vs. Mengenregler#
Im Heizkreis-Verteiler werden zwei verschiedene Bauteile oft verwechselt: Druckregler (Differenzdruck-Regler, DRV) regeln den Druck zwischen Sammler und Verteiler konstant — typisch 0,1–0,3 bar. Sie kompensieren Druckschwankungen der Heizkreispumpe und schützen die Thermostatventile vor Geräuschen. Mengenregler (Volumenstrom-Begrenzer, Tacho-Setter) begrenzen den maximalen Volumenstrom pro Heizkreis auf den abgeglichenen Soll-Wert. In modernen Hocheffizienz-Anlagen ist der Druckregler oft überflüssig, weil die Pumpe Δp-geregelt ist und keinen variierenden Druck erzeugt. Der Mengenregler bleibt aber Pflicht für den hydraulischen Abgleich. Investition: Druckregler 80–150 Euro pro Strang, Mengenregler 15–35 Euro pro Heizkreis.
Praxis-Einstellung am Beispiel#
Beispiel: EFH 130 m², 8 kW Wärmepumpe, FBH mit 8 Heizkreisen ohne Raumthermostate, Auslegungs-Volumenstrom 1.380 l/h, gemessener Druckverlust 0,4 m. Pumpen-Auswahl: Wilo Yonos PICO 25/1-4 (passt). Einstellung: Δp-c-Modus, Sollwert 4 m (höchster Wert) als Maximum, dann schrittweise auf 3, 2, 1,5 reduzieren und beobachten ob alle Räume warm werden. Wenn 1,5 m noch ausreichend ist → fix einstellen, Stromaufnahme bei 1,5 m und 1.380 l/h: 8 W. Mit Δp-v-Modus bei Anlagen mit Thermostatventilen: gleicher Auslegungspunkt, aber Pumpe reduziert bei Schließen von Ventilen automatisch — typisch 2–4 W bei Teillast. Inbetriebnahme dauert 30–60 Minuten und sollte vom Heizungsbauer protokolliert werden.
Häufige Druckregelungs-Fehler#
Top-Fehler: (1) Pumpe auf maximaler Stufe gefahren — das ist die Werks-Standardeinstellung, aber für Wärmepumpen ungeeignet. Folge: 30–60 % Mehrstrom für die Pumpe, plus erhöhte Geräusche an Thermostatventilen. (2) Δp-c statt Δp-v gewählt bei Heizkörper-Anlagen mit Thermostatventilen. Folge: Pumpe läuft gegen geschlossene Ventile mit konstantem Druck. (3) Differenzdruck-Regler fehl-eingestellt → Heizkreis-Druck zu hoch → Geräusche. (4) Hocheffizienzpumpe der falschen Größe: zu groß führt zu schlechterem Modulationsbereich, zu klein zu Mindest-Volumenstrom-Unterschreitung. Praxis-Tipp: Pumpen-Einstellung als Teil der Inbetriebnahme protokollieren, nach 1 Woche Heizbetrieb prüfen und ggf. nachjustieren.
Häufige Fragen — Differenzdruck und Druckregelung bei der Wärmepumpe
Δp-c oder Δp-v — was ist richtig?▾
Welche Förderhöhe braucht die Heizkreis-Pumpe?▾
Wie viel Strom verbraucht eine Heizungspumpe?▾
Was ist der Unterschied zwischen Druck- und Mengenregler?▾
Wie stelle ich die Pumpe richtig ein?▾
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