Photovoltaik & Solar

Photovoltaik im Neubau: Jetzt integrieren und langfristig sparen

PV-Anlage beim Neubau planen: Dachorientierung, Leerrohre vorlegen, Indachsysteme, Förderung und warum der Neubau der beste Zeitpunkt für PV ist.

8 Min. LesezeitXpora Redaktion
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Neubau als optimale Chance für PV

Ein Neubau bietet die perfekte Gelegenheit, eine PV-Anlage von Anfang an optimal in die Gebäudeplanung zu integrieren. Nachträgliche Installationen sind teurer und weniger gut an Gebäudegegebenheiten angepasst.

Dachorientierung und -neigung optimal wählen

Beim Entwurf des Hauses sollte die Dachform und -ausrichtung PV-Erfordernisse berücksichtigen:

  • Südausrichtung des Hauptdaches anstreben (Jahresertrag +15–20 % vs. Ost-West)
  • Dachneigung: 25–35° für maximalen Ertrag; flachere Neigung für Ost-West-Bestückung
  • Keine südliche Verschattung durch Gauben, Schornsteine, Nachbarbebauung
  • Ausreichende Dachfläche: Mindestens 30–40 m² nutzbar planen

GEG 2024 und PV-Pflicht

Das Gebäudeenergiegesetz 2024 verlangt, dass neue Wohngebäude einen erheblichen Anteil der Wärme und ggf. des Stroms aus erneuerbaren Energien decken. Wärmepumpe + PV ist die häufigste Kombinationslösung. Einige Bundesländer haben eigene PV-Pflichten erlassen (z.B. Baden-Württemberg: PV-Pflicht für Neubauten seit 2022).

Vorbereitungsmaßnahmen beim Neubau

Elektrisch

  • Leerrohre (DN 25–32 mm) von Dachfirst zu Keller: für DC-Kabel der PV-Module
  • Leerrohre für AC-Leitungen und Kommunikationskabel (LAN, RS485)
  • Zählerschrank vorverdrahten: Platz für Wechselrichter, Einspeisezähler, Speichereinbindung
  • Wallbox-Vorbereitung: 32-A-Leitung zur Garage oder Carport
  • Speicher-Vorbereitung: Stellfläche im Keller oder Technikraum

Baulich

  • Statik: Dachkonstruktion für PV-Last ausgelegt (Traglastreserven)
  • Kabelführungen: Rohrdurchführungen wasserdicht geplant
  • Dachgauben und Schornstein: Möglichst auf der Nordseite platzieren

Aufdach vs. Indach

Aufdachanlage: Module auf dem Dach aufgeständert. Günstiger, flexibler nachrüstbar, bessere Hinterlüftung (höherer Ertrag).

Indachanlage (BIPV): Module ersetzen die Dacheindeckung. Optisch ansprechender, besonders für Häuser mit Architekturpräzision (Denkmalschutz, Architektenhaus). Kosten ca. 20–40 % höher als Aufdach. Empfohlen, wenn das Dach ohnehin neu eingedeckt werden soll.

Kombination Neubau: PV + Wärmepumpe + Speicher

Das Dreamteam für Niedrigenergiehäuser und Passivhäuser:

  • PV liefert Strom für Wärmepumpe und Haushaltsverbrauch
  • Wärmepumpe als thermischer Pufferspeicher
  • Batteriespeicher für Abend- und Nacht-Eigenverbrauch
  • Wallbox für E-Auto

Gesamtinvestition: 40.000–70.000 € Amortisationszeit gesamt: 12–18 Jahre Jährliche Betriebskostenersparnis: 3.000–5.000 €

Fazit

Beim Neubau die PV-Integration von Anfang an mitzuplanen spart Geld und maximiert den Nutzen. Beauftragen Sie frühzeitig einen Energieberater für ein integriertes Energiekonzept.

Häufige Fragen

Wann sollte ich PV beim Neubau planen?

Frühestmöglich – idealerweise in der Entwurfsphase. Dachorientierung, Neigung, Statik und Elektroinstallation können dann optimal für PV ausgelegt werden. Leerrohre, Schaltschrank-Vorbereitung und Netzanschlussplanung sind günstiger, wenn von Anfang an mitgeplant.

Was ist eine Indachanlage?

Bei Indachanlagen ersetzen Solarmodule die normale Dacheindeckung. Sondermodule mit Dichtfunktion werden direkt in die Sparrenlage eingebaut. Vorteil: kein doppelter Dachaufbau, optisch elegant. Nachteil: teurer, Wartung komplexer.

Muss ein Neubau eine PV-Anlage haben?

In mehreren Bundesländern gibt es PV-Pflichten für Neubauten (z.B. Baden-Württemberg, Bayern, NRW für bestimmte Gebäudetypen). Der GEG 2024 verpflichtet Neubauten zur erneuerbaren Energieversorgung – PV ist die häufigste Lösung.

Welche Vorbereitungen sollte ich beim Neubau für PV treffen?

Empfehlenswert: Leerrohre von Dach zu Keller (für DC-Leitungen), Kabelschutzrohre im Dachboden, ausreichend dimensionierten Zählerschrank, Vorbereitung für Speicher und Wallbox-Anschluss.

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