Photovoltaik & Solar

Photovoltaik + Wärmepumpe: Das perfekte Duo für Eigenverbrauch

PV-Anlage und Wärmepumpe kombinieren: Wie viel spart die Kombination? Welche Systemgröße ist optimal? SG-Ready, Eigenverbrauch und Wirtschaftlichkeit erklärt.

9 Min. LesezeitXpora Redaktion
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Synergie: PV und Wärmepumpe

Die Kombination aus Photovoltaikanlage und Wärmepumpe ist die effektivste Maßnahme für ein weitgehend unabhängiges, CO₂-armes Einfamilienhaus. Beide Technologien ergänzen sich perfekt: Die PV-Anlage liefert kostenlosen Strom, die Wärmepumpe nutzt ihn für Heizung und Warmwasser.

Warum diese Kombination besonders effizient ist

Zeitliche Übereinstimmung: PV erzeugt am meisten Strom in den Übergangsmonaten (März–Mai, September–Oktober) – genau wenn die Wärmepumpe noch läuft, die Heizlast aber nicht mehr maximal ist. In diesen Monaten kann die WP vollständig mit PV-Strom betrieben werden.

Skalierung des Eigenverbrauchs: Die Wärmepumpe kann als „steuerbarer Verbraucher" eingesetzt werden. Bei PV-Überschuss läuft sie im Hochleistungsmodus, bei Netzstrom reduziert sie sich – gesteuert über SG-Ready oder Energiemanagementsystem.

SG Ready: Die Schnittstelle

Die SG-Ready-Schnittstelle an der Wärmepumpe hat vier Betriebsmodi:

  1. Modus 1: Sperrbetrieb (z.B. für Netzsperrstunden)
  2. Modus 2: Normalbetrieb
  3. Modus 3: Einschaltempfehlung (günstiger PV-Strom vorhanden)
  4. Modus 4: Zwangseinschaltung (Überschuss-Laden)

Bei PV-Überschuss aktiviert das EMS Modus 3 oder 4 – die WP heizt den Pufferspeicher auf und nutzt dabei kostenlosen Solarstrom.

Empfohlene Systemkombinationen

Haushalt PV-Größe Speicher WP-Typ
EFH, 4 Pers., WP 10–12 kWp 10 kWh Batterie + 500 L Puffer Luft-Wasser
EFH, 4 Pers., WP + E-Auto 14–18 kWp 15 kWh Batterie + Wallbox Luft-Wasser
EFH, 2 Pers., WP 7–10 kWp 7 kWh Batterie + 300 L Puffer Luft-Wasser

Wirtschaftlichkeitsberechnung (Beispiel)

Anlage: EFH, 4 Personen, Wärmepumpe (COP 3,5, Heizwärmebedarf 12.000 kWh/Jahr → WP-Strom 3.430 kWh), Haushaltsverbrauch 4.000 kWh. PV 12 kWp → Ertrag ~12.000 kWh/Jahr.

Eigenverbrauch ohne Speicher: ca. 35 % = 4.200 kWh × 0,29 €/kWh = 1.218 € Einspeisung: 7.800 kWh × 0,08 €/kWh = 624 € Gesamt PV-Nutzen: ~1.842 €/Jahr

Mit 12-kWh-Speicher steigt der Eigenverbrauch auf ~60 %, was den PV-Nutzen auf ca. 2.400 €/Jahr erhöht.

Förderung der Kombination

BAFA BEG fördert Wärmepumpen mit bis zu 70 % Zuschuss. KfW 270 finanziert PV. Manche Bundesländer fördern die PV+WP-Kombination gesondert. Lassen Sie sich von einem Energieberater über das optimale Förderpaket beraten.

Fazit

PV + Wärmepumpe ist die Kombination mit der besten Gesamtwirtschaftlichkeit für Eigenheimbesitzer. Planen Sie beide Systeme gemeinsam – ein integriertes Energiekonzept durch einen Energieberater ist der beste Einstieg.

Häufige Fragen

Warum passen Photovoltaik und Wärmepumpe so gut zusammen?

Die Wärmepumpe ist der größte Stromverbraucher im Haus (4.000–8.000 kWh/Jahr). PV erzeugt genau dann am meisten Strom, wenn Wärme gebraucht wird (Frühjahr/Herbst, Mittagsspitzen). Die Kombination maximiert den Eigenverbrauch und senkt Heizkosten.

Wie groß sollte die PV-Anlage für eine Wärmepumpe sein?

Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe für ein Einfamilienhaus benötigt 4.000–6.000 kWh/Jahr. Empfehlenswert: 6–10 kWp PV-Leistung zusätzlich zum Haushaltsverbrauch. Mit Speicher kann der PV-Anteil am Wärmepumpenstrom auf 30–60 % steigen.

Was ist SG Ready und wie hilft es beim PV-Betrieb?

SG Ready (Smart Grid Ready) ist eine Schnittstelle an Wärmepumpen, die es ermöglicht, die Pumpe bei Stromüberschuss (z.B. aus PV) intensiver zu betreiben. Im SG-Ready-Modus 3 oder 4 heizt die WP verstärkt auf, wenn billiger PV-Strom verfügbar ist.

Brauche ich einen Speicher, wenn ich PV und Wärmepumpe kombiniere?

Ein thermischer Speicher (Pufferspeicher) ist oft ausreichend: Die Wärmepumpe heizt mit PV-Überschuss vor, das gespeicherte Warmwasser wird über den Tag verteilt genutzt. Ein elektrischer Batteriespeicher ist eine Ergänzung, die den Eigenverbrauch weiter steigert.

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