Photovoltaik & Solar

PV-Anlage auf dem Flachdach: Planung, Aufständerung und Ertrag

Photovoltaik auf dem Flachdach: Aufständerungssysteme, optimale Neigung, Verschattungsanalyse, statische Anforderungen und was sich vom Schrägdach unterscheidet.

8 Min. LesezeitXpora Redaktion
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Flachdach vs. Schrägdach: Die Unterschiede

Flachdächer bieten maximale Flexibilität bei der Modulausrichtung – Module können nach Belieben nach Süden oder in Ost-West-Richtung ausgerichtet werden. Das Hauptproblem: Ohne Aufständerung liegt der Ertrag deutlich unter dem Optimum.

Aufständerungssysteme

1. Ballastsystem (häufigste Lösung)

Ohne Dachdurchdringung: Die Aufständerungsrahmen werden mit Betonplatten oder Kies beschwert. Das Dach bleibt dicht. Vorteil: keine Garantieverluste auf das Dach, einfache Installation. Nachteil: Gewicht (ca. 20–50 kg/m²) muss von der Statik getragen werden.

2. Klebesystem

Module werden auf Spezialkleber direkt auf die Dachabdichtung geklebt (z.B. Sarnafil, Sika). Flacher Einbauwinkel (5–10°), geringe Windlast, optisch unauffällig. Für Leichtbaudächer geeignet. Erfordert Kompatibilität mit dem Dachsystem.

3. Verschraubtes System (mit Dachdurchdringung)

Für Kies- oder Betondächer mit ausreichend tragfähiger Unterkonstruktion. Höhere Fixierungssicherheit, aber Dachabdichtung muss fachgerecht erfolgen.

Ost-West vs. Süd-Ausrichtung

Parameter Süd (30°) Ost-West (15°)
Jahresertrag 100 % 80–85 %
Tagesertrag Gleichmäßigkeit Spitze mittags Gleichmäßiger verteilt
Eigenverbrauchsanteil Gut Sehr gut (morgens + abends)
Flächenausnutzung Geringer (Reihenverschattung) Besser (engere Reihen)

Fazit: Ost-West ist auf Flachdächern oft vorzuziehen, weil mehr Module auf gleicher Fläche installiert werden können und der Ertrag besser zum Tagesverbrauch passt.

Statische Anforderungen

Die Tragfähigkeit des Flachdachs muss geprüft werden. Statische Lasten:

  • Eigengewicht Module + Montagesystem: 15–25 kg/m²
  • Ballastierung: 10–30 kg/m²
  • Schneelast (nach Schneelastzone)
  • Windlast (aerodynamisch berechnet)

Ein Tragwerksplaner oder Statiker muss die Zulässigkeit prüfen – besonders bei älteren Gebäuden.

Dachabdichtung und PV

Die Dachabdichtung sollte vor der PV-Installation kontrolliert werden. Reparaturen sind nach der Anlageinstallation aufwendiger. Bei Ballastsystemen ist keine Dachdurchdringung nötig; dennoch sollte die Dachfläche wartbar bleiben.

Ertragsberechnung Flachdach

Beispiel: 10 kWp, Ost-West, 15° Neigung, Flachdach Rhein-Main

  • Spezifischer Ertrag: ca. 870 kWh/kWp (statt 1.050 kWh/kWp bei Süd)
  • Jahresertrag: 8.700 kWh
  • Eigenverbrauchsanteil (gleichmäßigeres Profil): 35 % = 3.045 kWh × 0,29 €/kWh = 883 €

Fazit

PV auf dem Flachdach ist wirtschaftlich und technisch sinnvoll, erfordert aber sorgfältige Planung: Statik prüfen, Aufständerungssystem wählen, Ausrichtung optimieren. Ein Fachbetrieb erstellt eine standortspezifische Planung.

Häufige Fragen

Welche Neigung ist optimal für PV auf dem Flachdach?

Auf Flachdächern werden die Module aufgeständert. Optimal sind 15–35° Neigung in Richtung Süden. Bei Ost-West-Aufständerung (beidseitige Bestückung) werden flachere Winkel (10–15°) gewählt, um Selbstverschattung zu minimieren.

Brauche ich eine Baugenehmigung für PV auf dem Flachdach?

In den meisten Bundesländern sind Flachdach-PV-Anlagen genehmigungsfrei, wenn sie eine bestimmte Größe nicht überschreiten und keine Grenzabstände verletzen. Prüfen Sie die Landesbauordnung Ihres Bundeslandes.

Wie wird eine Flachdach-PV-Anlage befestigt?

Häufig werden Ballast-Systeme (Beschwert mit Kies oder Betonplatten) eingesetzt, die keine Dachdurchdringung erfordern. Alternativ gibt es Klebesysteme oder verschraubte Systeme für Leichtbaudächer. Die Statik muss geprüft werden.

Was kostet eine PV-Anlage auf dem Flachdach?

Flachdach-Anlagen sind ca. 10–20 % teurer als Schrägdachanlagen, da Aufständerungssysteme und ggf. Statikgutachten zusätzliche Kosten verursachen. Für eine 10-kWp-Anlage rechnen Sie mit 13.000–20.000 €.

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