Photovoltaik & Solar

PV-Ertrag berechnen: Jahresertrag Ihrer Solaranlage ermitteln

So berechnen Sie den Jahresertrag Ihrer PV-Anlage: Standortfaktoren, Ausrichtung, Neigung, Verschattung und Online-Tools zur Ertragsberechnung erklärt.

8 Min. LesezeitXpora Redaktion
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Warum ist die Ertragsberechnung wichtig?

Bevor Sie in eine PV-Anlage investieren, sollten Sie wissen, wie viel Strom sie tatsächlich erzeugen wird. Die Ertragsberechnung ist Grundlage der Wirtschaftlichkeitsrechnung und hilft, die richtige Anlagengröße zu wählen.

Einflussfaktoren auf den PV-Ertrag

1. Solare Einstrahlung am Standort

Die wichtigste Größe ist die Globalstrahlung in kWh/m²/Jahr. In Deutschland schwankt sie zwischen ca. 900 kWh/m² (Norddeutschland) und 1.300 kWh/m² (Südbayern). Das Rhein-Main-Gebiet liegt bei ca. 1.100–1.150 kWh/m²/Jahr.

2. Ausrichtung und Neigung

Ausrichtung Ertrag relativ
Süd, 30–35° 100 % (Optimum)
Süd, 20° oder 45° 95–98 %
Ost oder West, 30° 80–85 %
Ost-West (flach) 85–90 %
Nord 55–65 %

3. Verschattung

Selbst geringe Verschattung (Schornstein, Antenne, Baum) kann den Ertrag erheblich mindern. Moderne Leistungsoptimierer oder Mikrowechselrichter begrenzen Verschattungsverluste auf betroffene Module.

4. Performance Ratio (PR)

Der PR-Faktor berücksichtigt alle Systemverluste: Kabelwiderstände, Wechselrichter-Wirkungsgrad, Temperaturverluste, Moduldegradation. Typisch: PR = 0,78–0,85 (Qualitätsanlage).

5. Temperaturbeeinflussung

Solarmodule verlieren bei hohen Temperaturen an Effizienz. Der Temperaturkoeffizient liegt bei Standardmodulen bei ca. −0,35 %/°C. Im Sommer kann der Ertrag am Mittag daher trotz maximaler Strahlung leicht sinken.

Rechenbeispiel

Anlage: 10 kWp, Ausrichtung Süd, 30°, Rhein-MainSpezifischer Jahresertrag: 1.050 kWh/kWp (Standort)Performance Ratio: 0,82Jahresertrag = 10 × 1.050 × 0,82 = 8.610 kWh/Jahr

Bei 30 % Eigenverbrauch (2.583 kWh × 0,29 €/kWh = 749 €) und 70 % Einspeisung (6.027 kWh × 0,08 €/kWh = 482 €) ergibt sich ein jährlicher Ertrag von ca. 1.231 €.

Kostenlose Online-Tools

  • PVGIS (ec.europa.eu/jrc/en/pvgis): EU-Tool, sehr präzise, kostenlos
  • SolarEdge Designer: Profitool, auch für Laien zugänglich
  • Sunbeam / Meteotest: Bezahltool für professionelle Planung

Professionelle Ertragsberechnung

Für Anlagen über 15 kWp oder bei komplexen Dachgeometrien empfiehlt sich eine professionelle Ertragsberechnung. Diese berücksichtigt 3D-Verschattungsanalyse, genaue Wetterdaten und spezifische Moduleigenschaften. Ein qualifizierter PV-Planer erstellt ein Ertragsgutachten, das auch für Bankfinanzierungen benötigt wird.

Häufige Fragen

Wie viel Strom erzeugt 1 kWp PV?

In Deutschland erzeugt 1 kWp PV-Leistung im Schnitt 900–1.100 kWh/Jahr. Im Süden (Bayern, Baden-Württemberg) bis zu 1.200 kWh. Im Rhein-Main-Gebiet sind ca. 1.000–1.100 kWh realistisch.

Wie berechne ich den Jahresertrag meiner PV-Anlage?

Formel: Jahresertrag (kWh) = Installierte Leistung (kWp) × Standortfaktor × PR-Faktor. Beispiel: 10 kWp × 1.050 kWh/kWp × 0,82 = ca. 8.600 kWh. Online-Tools wie PVGIS der EU liefern standortgenaue Daten.

Welche Ausrichtung ist optimal für PV?

Optimal ist Südausrichtung mit 30–35° Dachneigung. Ost-West-Anlagen erzeugen ca. 15–20 % weniger, haben aber einen ausgeglicheneren Tagesverlauf (mehr Eigenverbrauch). Norddächer sind wirtschaftlich kaum sinnvoll.

Welche Online-Tools gibt es zur PV-Ertragsberechnung?

PVGIS (EU Joint Research Centre) ist kostenlos und standortgenau. Auch Meteonorm, PVsol und die Angebote von Herstellern (SMA Sunny Portal) bieten Ertragsberechnungen. Für eine professionelle Planung empfiehlt sich PVsol Premium.

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