Photovoltaik & Solar

PV Ost-West-Anlage: Vorteile, Ertrag und Vergleich mit Süd-Ausrichtung

PV-Anlage Ost-West oder Süd? Vorteile der Ost-West-Ausrichtung für den Eigenverbrauch, Ertragsvergleich und wann Ost-West die bessere Wahl ist.

7 Min. LesezeitXpora Redaktion
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Wann ist Ost-West sinnvoll?

Viele Häuser haben Satteldächer, die nach Ost und West ausgerichtet sind – eine Südfläche steht gar nicht zur Verfügung. Andere Dächer haben zwar eine Südfläche, aber zu wenig Platz. In diesen Fällen ist eine Ost-West-PV-Anlage nicht nur möglich, sondern kann wirtschaftlich vorteilhaft sein.

Ertragsvergleich

Ausrichtung Neigung Relativer Jahresertrag
Süd 30° 100 %
Süd-West 30° 95 %
West 30° 82 %
Ost 30° 80 %
Ost-West (kombiniert) 30° 84–88 %

Eine 10-kWp-Ost-West-Anlage erzeugt also ca. 8.400–8.800 kWh/Jahr statt 10.000 kWh bei Südausrichtung.

Vorteile der Ost-West-Ausrichtung

1. Gleichmäßigerer Tagesverlauf

Während eine Südanlage einen ausgeprägten Mittagspeak hat, erzeugt Ost-West morgens (Ost) und nachmittags (West) Strom. Das passt besser zum Verbrauchsprofil vieler Haushalte.

2. Höherer Eigenverbrauchsanteil

Der gleichmäßigere Verlauf erhöht den Eigenverbrauchsanteil: Morgenspitze (Kaffee, Toaster) wird von Ost abgedeckt; Abendspitze (Kochen, TV) von West. Eigenverbrauchsanteil kann 5–10 % höher sein als bei Südanlage.

3. Mehr Leistung auf gleichem Dach

Auf einem Satteldach mit Ost- und Westseite können beide Dachflächen bestückt werden. Statt 5 kWp (nur Süd) sind so 10 kWp möglich – auch wenn der spezifische Ertrag geringer ist.

4. Flachdach: Engere Modulreihen

Bei flacherer Neigung (15° statt 30°) ist die Verschattung durch Nachbarreihen geringer. Module können enger gestellt werden – mehr kWp auf gleicher Fläche.

Technische Umsetzung

Wechselrichter mit zwei MPP-Trackern: Ost- und West-Strings werden getrennt an je einen MPPT-Eingang angeschlossen. Jeder String arbeitet am eigenen Maximum Power Point.

Verkabelung: Ost-Module → MPPT 1, West-Module → MPPT 2. Die Stringplanung muss beide Seiten separat optimieren.

Speicher und Ost-West: Ein Batteriespeicher ergänzt Ost-West besonders gut – Überschüsse aus beiden Seiten werden gepuffert und abends genutzt.

Wirtschaftlichkeit

Trotz 15–20 % weniger Ertrag pro kWp kann eine Ost-West-Anlage wirtschaftlich gleichwertig oder besser sein, wenn:

  • Mehr Module installiert werden können (Gesamtertrag steigt)
  • Der höhere Eigenverbrauchsanteil die geringere Einspeisung ausgleicht

Fazit

Ost-West ist keine Notlösung, sondern eine durchdachte Alternative. Auf Satteldächern ohne Südfläche und auf Flachdächern ist Ost-West häufig die optimale Wahl – planen Sie Ihre Anlage mit einem Fachbetrieb.

Häufige Fragen

Wie viel weniger Ertrag hat eine Ost-West-PV-Anlage?

Eine Ost-West-Anlage erzeugt ca. 15–20 % weniger Jahresstrom als eine optimal nach Süden ausgerichtete Anlage. Dafür ist der Tagesverlauf gleichmäßiger, was den Eigenverbrauchsanteil erhöht.

Lohnt sich eine Ost-West-PV-Anlage trotz weniger Ertrag?

Ja, in vielen Fällen. Wenn das Dach nur Ost- und Westseiten hat, ist Ost-West die einzige Option. Auf Flachdächern ermöglicht Ost-West mehr installierte Leistung und besseren Eigenverbrauch. Der geringere Ertrag wird durch mehr installierte kWp ausgeglichen.

Brauche ich für Ost-West zwei separate Wechselrichter?

Nein, aber der Wechselrichter muss zwei MPP-Tracker haben (für Ost- und West-String getrennt). Alternativ eignen sich Hybridwechselrichter oder Wechselrichter mit mehreren MPPT-Eingängen.

Wie plane ich eine Ost-West-Anlage optimal?

Module auf der Ost- und Westseite werden je an einen eigenen MPP-Tracker angeschlossen. Die Leistung beider Tracker wird aufeinander abgestimmt. Idealerweise hilft ein PV-Planungstool (PVsol, PVGIS) bei der Optimierung.

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