Photovoltaik & Solar

Volleinspeisung vs. Eigenverbrauch: Was lohnt sich mehr?

PV-Strom vollständig einspeisen oder selbst nutzen? Vergleich Volleinspeisung vs. Eigenverbrauch: Rechenbeispiele, Strompreise, Einspeisevergütung und welche Strategie mehr Rendite bringt.

7 Min. LesezeitXpora Redaktion
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pv anlage

Zwei Strategien, ein Ziel: maximaler Nutzen aus PV

Wer eine PV-Anlage betreibt, hat grundsätzlich zwei Strategien: den erzeugten Strom möglichst viel selbst nutzen (Eigenverbrauch) oder ihn vollständig ins Netz einspeisen (Volleinspeisung). Beide Wege werden vom EEG unterschiedlich vergütet.

Eigenverbrauch (Überschusseinspeisung)

Wie es funktioniert: Der PV-Strom deckt zunächst den Eigenverbrauch. Was übrig bleibt, wird ins Netz eingespeist und mit der EEG-Vergütung (ca. 8 Ct/kWh) vergütet.

Wert des Eigenverbrauchs: Jede kWh selbst genutzter Solarstrom spart Netzstrom zum aktuellen Tarif (ca. 29 Ct/kWh). Der effektive „Wert" des Eigenverbrauchstroms ist also ca. 3,6-mal höher als die Einspeisevergütung.

Volleinspeisung

Wie es funktioniert: Gesamter PV-Strom wird ins Netz eingespeist. Höhere Vergütung (ca. 13 Ct/kWh für ≤10 kWp). Haushaltsstrom wird weiterhin aus dem Netz bezogen.

Sinnvoll, wenn: Kein oder kaum Eigenverbrauch möglich ist (Gewerbegebäude, Ferienhäuser, reine Investitionsobjekte).

Rechenvergleich

Szenario: 10 kWp, Jahresertrag 10.000 kWh, Haushalt mit 30 % Eigenverbrauch möglich.

Strategie Einnahmen
Eigenverbrauch (3.000 kWh × 0,29 €) 870 €
Einspeisung (7.000 kWh × 0,08 €) 560 €
Eigenverbrauch Gesamt 1.430 €/Jahr
Volleinspeisung (10.000 kWh × 0,13 €) 1.300 €/Jahr

→ Eigenverbrauch ist in diesem Beispiel vorteilhafter.

Bei geringem Eigenverbrauch (5 %):

Strategie Einnahmen
Eigenverbrauch (500 kWh × 0,29 €) 145 €
Einspeisung (9.500 kWh × 0,08 €) 760 €
Eigenverbrauch Gesamt 905 €/Jahr
Volleinspeisung (10.000 kWh × 0,13 €) 1.300 €/Jahr

→ Bei sehr geringem Eigenverbrauch ist Volleinspeisung vorteilhafter.

Break-even: Wann kehrt sich das Verhältnis um?

Eigenverbrauch ist besser als Volleinspeisung, solange: Eigenverbrauchswert (Netzstrompreis) > Volleinspeisung-Vergütung

Da Netzstrom aktuell ~29 Ct/kWh > Volleinspeisung-Vergütung 13 Ct/kWh: Eigenverbrauch ist für fast alle Haushalte vorteilhafter. Nur bei sehr niedrigem Eigenverbrauchsanteil (<10 %) kippt das Verhältnis.

Empfehlung

Für die meisten Einfamilienhäuser mit normalem Haushaltsbedarf ist Eigenverbrauch mit Überschusseinspeisung die wirtschaftlich bessere Strategie. Volleinspeisung ist eine Nischenlösung für spezielle Anwendungsfälle.

Häufige Fragen

Wann lohnt sich Volleinspeisung mehr als Eigenverbrauch?

Volleinspeisung lohnt sich, wenn die Volleinspeisung-Vergütung (ca. 13 Ct/kWh für <10 kWp) höher ist als der eingesparte Strompreis. Das ist selten: Bei 29 Ct/kWh Haushaltsstrom ist Eigenverbrauch dreimal wertvoller als Volleinspeisung.

Für wen ist Volleinspeisung sinnvoll?

Volleinspeisung ist sinnvoll für: Gebäude ohne Eigennutzung (Ferienhäuser, leerstehende Gewerbegebäude), gewerbliche Anlagen mit hoher Vergütung, oder wenn der Haushalt tagsüber leer ist und kein Speicher vorhanden ist.

Kann ich von Eigenverbrauch auf Volleinspeisung wechseln?

Nein – die Wahl zwischen Volleinspeisung und Eigenverbrauch wird bei der Inbetriebnahme getroffen und gilt für die gesamte EEG-Förderzeit (20 Jahre). Ausnahmen sind möglich, aber komplex und müssen mit dem Netzbetreiber abgestimmt werden.

Wie hoch ist die Volleinspeisung-Vergütung 2026?

Die Volleinspeisung-Vergütung für neue Anlagen bis 10 kWp liegt 2026 bei ca. 12,5–13,0 Ct/kWh. Für 10–40 kWp bei ca. 10,5 Ct/kWh. Aktuelle Werte: bundesnetzagentur.de

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