PV-Anlage Wirtschaftlichkeit: Amortisation und Rendite berechnen
So berechnen Sie die Wirtschaftlichkeit Ihrer PV-Anlage: Amortisationsdauer, interne Verzinsung, Break-even-Analyse und wie Strompreisentwicklung die Rendite beeinflusst.

Wirtschaftlichkeit einer PV-Anlage: Die Grundlage
Eine PV-Anlage ist eine Kapitalanlage. Wie bei jeder Investition stellen sich Fragen: Wann amortisiert sie sich? Welche Rendite erzieles ich? Was passiert bei steigenden Strompreisen?
Die wichtigsten Ertragstreiber
- Eigenverbrauchseinsparung: Selbst genutzter PV-Strom ersetzt teuren Netzstrom (29 Ct/kWh)
- Einspeisevergütung: Überschussstrom vergütet mit ca. 8 Ct/kWh (20 Jahre garantiert)
- Steuerliche Vorteile: 0 % MwSt. beim Kauf, 0 % Einkommensteuer auf Erträge
Berechnungsbeispiel (10 kWp, Rhein-Main)
Investition: 13.000 € (inkl. Installation, ohne Speicher) Jahresertrag: 10.000 kWh Eigenverbrauch (30 %): 3.000 kWh × 0,29 €/kWh = 870 € Einspeisung (70 %): 7.000 kWh × 0,08 €/kWh = 560 € Laufende Kosten: Versicherung 150 €, Wartung 100 € = 250 €/Jahr
Jährlicher Netto-Cashflow: 870 + 560 − 250 = 1.180 €
Amortisationszeit: 13.000 / 1.180 = 11 Jahre
Restlaufzeit nach Amortisation: 14 Jahre (25 Jahre gesamt) Gesamteinnahmen 25 Jahre: 1.180 × 25 = 29.500 € (ohne Degradation und Preissteigerung) Nettogewinn: 29.500 − 13.000 = 16.500 €
Interne Verzinsung (IRR)
Mit einem Tabellenkalkulationsprogramm oder einem Finanzrechner ergibt sich bei diesem Beispiel eine IRR von ca. 6–7 % p.a.. Das entspricht einer attraktiven, risikoarmen Rendite.
Sensitivitätsanalyse
| Szenario | Jahresertrag | Amortisation |
|---|---|---|
| Pessimistisch (hohe Kosten, niedriger Strompreis 25 Ct) | 900 € | 14 Jahre |
| Basis | 1.180 € | 11 Jahre |
| Optimistisch (30 % Eigenverbrauch mehr, Strom 35 Ct) | 1.600 € | 8 Jahre |
Einfluss steigender Strompreise
Historisch stiegen Strompreise in Deutschland um 3–5 %/Jahr. Wenn sich dieser Trend fortsetzt, steigt der Eigenverbrauchswert entsprechend:
- 2026: 29 Ct/kWh
- 2030: ca. 33–34 Ct/kWh (3 %/Jahr)
- 2035: ca. 38–40 Ct/kWh
Das verbessert die Wirtschaftlichkeit jeder PV-Anlage erheblich.
Wirtschaftlichkeit mit Speicher
Speicher erhöhen den Eigenverbrauchsanteil von 30 % auf 60–70 %. Die Mehreinnahmen aus Eigenverbrauch (ca. 600 €/Jahr mehr) stehen aber Speicherkosten von 7.000–10.000 € gegenüber. Amortisation des Speichers allein: 12–18 Jahre. Als Gesamtpaket (PV + Speicher) verbessert sich die Wirtschaftlichkeit durch steigende Strompreise.
Fazit
PV-Anlagen sind wirtschaftlich attraktiv – besonders als langfristige, inflationsgeschützte Kapitalanlage. Lassen Sie sich ein individuelles Angebot mit Wirtschaftlichkeitsberechnung erstellen.
Häufige Fragen
Wie lange dauert die Amortisation einer PV-Anlage?
Typisch 8–13 Jahre für eine Standard-Aufdachanlage (ohne Speicher). Mit Speicher 12–18 Jahre. Die Amortisationszeit hängt stark vom Strompreis, Eigenverbrauchsanteil und den Investitionskosten ab.
Welche Rendite bringt eine PV-Anlage?
PV-Anlagen erzielen interne Verzinsungen (IRR) von typisch 4–8 % p.a. über die 25-jährige Laufzeit. Das ist deutlich besser als viele festverzinsliche Anlagen und inflationsgeschützt.
Wie beeinflusst der Strompreis die PV-Wirtschaftlichkeit?
Der Strompreis ist der wichtigste Faktor: Jede Steigerung um 1 Ct/kWh erhöht den Eigenverbrauchswert der Anlage erheblich. Wer mit steigenden Strompreisen rechnet (historisch: 3–5 %/Jahr), verbessert die Wirtschaftlichkeit der PV erheblich.
Lohnt sich PV auch ohne Förderung?
Ja, PV rechnet sich in Deutschland seit mehreren Jahren auch ohne direkte Subventionen (außer EEG-Vergütung). Der Nullsteuersatz senkt die Investitionskosten, der Eigenverbrauch von selbst erzeugtem Strom ist der Hauptertragstreiber.
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