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Strom & Tarife

Wärmepumpenstrom: Tarife, Sperrzeiten, Anbieter

Ein dedizierter Wärmepumpenstrom-Tarif ist meist 5–10 Cent pro kWh günstiger als Haushaltsstrom. Hier erfahren Sie die Bedingungen, Sperrzeiten und Anbieter-Vergleiche 2026.

Was ist ein Wärmepumpenstrom-Tarif?

Wärmepumpenstrom (WP-Strom, auch Heizstrom) ist ein dedizierter Stromtarif speziell für die Wärmepumpe, abgerechnet über einen separaten Zähler. Der Tarif ist günstiger als normaler Haushaltsstrom — typisch 25–32 Cent/kWh brutto in 2026 versus 36–40 Cent/kWh Haushaltsstrom. Der Preisvorteil entsteht historisch durch reduzierte Netzentgelte für unterbrechbare Verbrauchseinrichtungen (UVE): Der Energieversorger darf während Spitzenlasten die Wärmepumpe für maximal 6 Stunden pro Tag (in 2-Stunden-Blöcken) abschalten — sogenannte EVU-Sperrzeiten. Im Gegenzug niedrigere Tarife. Mit der Einführung von §14a EnWG ab 2024 gibt es ein neues Modell mit dynamischer Steuerung — alte Sperrzeit-Tarife laufen aber bei vielen Anbietern noch weiter.

Tarif-Strukturen 2026

Drei Haupt-Modelle bei Wärmepumpenstrom in 2026: (1) Klassischer EVU-Sperrzeit-Tarif: Pauschal-Sperrzeiten 3 × 2 h/Tag, fester Arbeitspreis 25–32 Cent/kWh, Grundpreis 8–14 Euro/Monat. (2) §14a-Modul 1 (pauschale Netzentgelt-Reduzierung): 190,55 Euro/Jahr Reduzierung bei Bestand, neue Anlagen ab 1.1.2024 müssen für Modul 2 oder 3 entscheiden. (3) §14a-Modul 2 (dynamische Steuerung): 60 % Netzentgelt-Reduzierung, dafür darf der Netzbetreiber die WP-Leistung jederzeit dynamisch reduzieren auf Mindest-4,2 kW oder 0 kW. Für Eigentümer mit hoher PV/Speicher-Eigennutzung ist Modul 2 oft günstiger. Konkrete Anbieter 2026 mit WP-Stromtarif: E.ON, EnBW, Vattenfall, EWE, Stadtwerke-Verbünde, Maingau Energie, NaturEnergie, ENTEGA.

Separater Zähler — Pflicht und Kosten

Für den WP-Stromtarif ist ein separater Zähler für die Wärmepumpe Pflicht. Bei Neuinstallation: Zählerschrank-Anpassung 400–800 Euro inkl. Montage, separater Zwischenzähler 80–150 Euro, Kabelweg zur WP 200–400 Euro. Gesamt-Investition 700–1.300 Euro einmalig. Bei Mehrfamilienhäusern ist der Mehraufwand geringer pro Wohnung, weil oft die Zählerschrank-Erweiterung gemeinsam stattfindet. Wichtig: Mit Smart-Meter-Pflicht ab 2026 für Neuanlagen mit § 14a wird der separate Zähler durch eine intelligente Messeinrichtung (iMSys) ersetzt, die bidirektional mit dem Netzbetreiber kommuniziert. Investition iMSys etwa 100–200 Euro pro Jahr Mietkosten — wird aber durch die Netzentgelt-Reduzierung mehr als kompensiert.

Tarif-Kosten konkret

Beispielrechnung EFH mit 5.000 kWh WP-Stromverbrauch: Mit Haushaltsstrom 38 Cent/kWh: 1.900 Euro/Jahr Mit WP-Sperrzeit-Tarif 28 Cent/kWh + 12 Euro/Mt Grundpreis: 1.544 Euro/Jahr → 356 Euro Ersparnis Mit §14a Modul 2 + dynamischem Tarif (Tibber, awattar): 26 Cent/kWh Mittel + Reduzierung 720 Euro: 580 Euro Ersparnis Über 20 Jahre Lebensdauer: 7.000–11.600 Euro Ersparnis durch Wärmepumpenstrom-Tarif. Investitionskosten Zähler: 700–1.300 Euro. ROI 2–4 Jahre. Bei Bestandsanlagen mit vorhandenem Zähler: ROI sofort.

Sperrzeit-Auslegung und Pufferspeicher

Bei klassischen EVU-Sperrzeit-Tarifen muss die Wärmepumpe die Sperrzeit überbrücken — typisch 3 × 2 h/Tag, also bis zu 6 h. Während der Sperrzeit liefert ein Pufferspeicher die Heizleistung. Auslegung: Pufferspeicher-Volumen [Liter] = Heizleistung [W] × Sperrzeit [h] × 0,86 / Spreizung [K]. Beispiel 8 kW Heizlast bei -10 °C, 2 h Sperrzeit, 5 K Spreizung: 8000 × 2 × 0,86 / 5 = 2.752 Liter — also Pufferspeicher 800–1.000 Liter (mit 5–7 K nutzbarer Spreizung). Diese großen Pufferspeicher sind teuer (1.500–2.500 Euro) und verursachen Stand-by-Verluste 200–400 kWh/Jahr. In der Praxis wählt man oft kleinere Puffer 500 Liter und akzeptiert leichte Komfort-Einbußen während Sperrzeiten.

Tarif-Wechsel und Auswahl

Bei der Tarif-Auswahl 2026 zu prüfen: (1) Vertragslaufzeit (12 vs. 24 Monate, mit Kündigungsfristen). (2) Preisgarantie-Dauer (12 oder 24 Monate). (3) Bonus-Strukturen (Wechsel-Bonus, Neukunden-Bonus). (4) Sperrzeit-Modell (klassisch vs. §14a Modul 2/3). (5) Ökostrom-Zertifikat (TÜV, Grüner Strom Label). (6) Kompatibilität mit dynamischem Tarif für PV-/Speicher-Optimierung. Empfehlung: Vergleich über Verivox-WP-Stromfilter oder Check24-Heizstrom — etwa 30–60 % Preis-Streuung zwischen Anbietern. Wechsel-Aufwand 30 Minuten online, neue Anbieter übernimmt Kündigung. Praxis-Tipp: alle 12 Monate Tarif neu vergleichen — Treue lohnt sich bei Strom selten.

Häufige Fragen — Wärmepumpenstrom-Tarif: Bedingungen & Anbieter 2026

Wie viel günstiger ist Wärmepumpenstrom?
5–10 Cent/kWh günstiger als Haushaltsstrom. Bei 5.000 kWh Jahresverbrauch sind das 250–500 Euro Ersparnis. Über 20 Jahre Lebensdauer 5.000–10.000 Euro.
Brauche ich einen separaten Zähler?
Ja, für den WP-Stromtarif Pflicht. Investition 700–1.300 Euro einmalig. Mit §14a ab 2026 wird der Zähler durch ein intelligentes Messsystem (iMSys) ersetzt.
Wie lange darf die Wärmepumpe gesperrt werden?
Klassisch 3 × 2 h/Tag, also bis zu 6 h. Mit §14a Modul 2 dynamisch — der Netzbetreiber kann die WP-Leistung auf 4,2 kW oder 0 kW reduzieren, jederzeit, im Mittel aber nur kurz.
Welche §14a-Variante ist die richtige?
Modul 1 (pauschal 190,55 Euro) bei Bestandsanlagen ohne Smart-Meter. Modul 2 (60 % Netzentgelt-Reduzierung, dynamische Steuerung) bei PV/Speicher und intelligentem Energiemanagement. Modul 3 (zeitvariables Netzentgelt) bei Anlagen mit hohem Smart-Anteil.
Welche Anbieter haben Wärmepumpenstrom?
E.ON, EnBW, Vattenfall, EWE, Stadtwerke-Verbünde, Maingau Energie, NaturEnergie, ENTEGA. Vergleich über Verivox/Check24, Preis-Streuung 30–60 % zwischen Anbietern.

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