Warum die Luftzirkulation des Außengeräts nicht behindert werden darf
Die Luftzirkulation ist die entscheidende Bedingung jeder Einhausung. Diese Seite erklärt, warum: wie viel Luft das Außengerät braucht, was passiert, wenn der Luftstrom behindert wird, was eine Kurzschlussströmung ist und warum die Luftzirkulation Vorrang vor allem anderen hat.
Das Außengerät braucht große Mengen Luft#
Um zu verstehen, warum die Luftzirkulation bei der Einhausung so entscheidend ist, muss man sich klarmachen, wie viel Luft ein Außengerät tatsächlich braucht. Die Antwort lautet: sehr viel.
Eine Luft-Wärmepumpe gewinnt ihre Wärme aus der Außenluft. Sie entzieht der Luft Wärme — und weil Luft pro Volumen nur eine begrenzte Menge Wärme enthält, muss das Außengerät große Mengen Luft bewegen, um genug Wärme zu gewinnen. Ein Außengerät saugt im Betrieb fortlaufend Außenluft an, führt sie über seinen Wärmetauscher, entzieht ihr Wärme und gibt die abgekühlte Luft wieder ab. Dieser Luftdurchsatz ist beträchtlich.
Man kann sich das Außengerät als ein Gerät vorstellen, das ständig atmet — es nimmt große Mengen Luft auf und gibt sie wieder ab. Dieses Atmen ist nicht ein Nebeneffekt, sondern der Kern seiner Arbeit. Die Luft ist für das Außengerät das, was der Brennstoff für eine Verbrennungsheizung ist: das, woraus es die Wärme bezieht.
Damit dieses Atmen funktioniert, braucht das Außengerät zweierlei. Es braucht auf der Ansaugseite einen ungehinderten Zustrom von frischer Außenluft. Und es braucht auf der Ausblasseite einen ungehinderten Weg, die abgekühlte Luft wieder abzugeben.
Genau das ist der Grund, warum jedes Außengerät einen Aufstellort mit freier Luftzirkulation braucht — und warum dieser Punkt bei jeder Einhausung im Mittelpunkt steht. Eine Einhausung steht zwangsläufig im Weg des Luftstroms. Ob sie schadet oder nicht, hängt davon ab, ob sie diesen Luftstrom — den Zustrom frischer Luft und den Abtransport der abgekühlten Luft — bewahrt oder behindert.
Wer die Größenordnung kennt — das Außengerät bewegt große Luftmengen, ständig —, versteht, warum man es nicht einfach in eine Kiste stellen kann. Es würde dort gewissermaßen ersticken.
Was passiert, wenn die Luft nicht frei strömen kann#
Was geschieht konkret, wenn eine Einhausung den Luftstrom des Außengeräts behindert? Es lohnt sich, die Folgen im Einzelnen zu kennen — sie zeigen, warum die Luftzirkulation kein Detail, sondern ein Kernpunkt ist.
Die erste Folge ist ein Verlust an Effizienz. Wenn das Außengerät nicht genug frische Luft bekommt, kann es der Luft weniger Wärme entziehen, als es sollte. Die Wärmepumpe muss dann mehr arbeiten, um dieselbe Wärme bereitzustellen — sie verbraucht mehr Strom. Eine behinderte Luftzirkulation schlägt sich also direkt in höheren Betriebskosten nieder, und zwar dauerhaft, solange die Behinderung besteht.
Die zweite Folge betrifft die Vereisung. Eine Luft-Wärmepumpe vereist im Winter ohnehin — das ist, wie ein eigener Q&A-Cluster zeigt, ein normaler Vorgang. Eine behinderte Luftzirkulation kann diese Vereisung aber verstärken. Wenn die Luft nicht frei strömt, können die Bedingungen am Wärmetauscher ungünstiger werden, und das Gerät vereist stärker, als es müsste.
Die dritte Folge ist die Kurzschlussströmung — ein so wichtiger Effekt, dass ihm der nächste Abschnitt gewidmet ist.
Die vierte Folge ist eine allgemeine Belastung des Geräts. Ein Außengerät, das ständig gegen eine behinderte Luftzirkulation arbeiten muss, läuft nicht unter den Bedingungen, für die es gebaut ist. Es arbeitet schlechter, und im ungünstigsten Fall kommt es nicht mehr richtig zurecht.
Die Summe dieser Folgen ist ernst. Eine behinderte Luftzirkulation ist kein kleiner Schönheitsfehler, sondern ein dauerhaftes Problem: höhere Stromkosten, verstärkte Vereisung, ein Gerät, das nicht so arbeiten kann, wie es soll. Und all das ist unsichtbar — eine hübsche Einhausung sieht von außen gut aus, während die Wärmepumpe dahinter still leidet. Genau das macht den Fehler so tückisch: Man sieht ihn der Verkleidung nicht an.
Die Kurzschlussströmung — wenn das Gerät seine Abluft ansaugt#
Unter den Folgen einer behinderten Luftzirkulation verdient eine besondere Beachtung: die Kurzschlussströmung. Sie ist ein Effekt, den man kennen sollte, weil er anschaulich macht, warum die Führung der Luft so wichtig ist.
Zur Erinnerung: Ein Außengerät saugt frische Außenluft an und gibt abgekühlte Luft wieder ab. Die angesaugte Luft ist warm — sie ist die Wärmequelle. Die abgegebene Luft ist kühler — ihr wurde die Wärme entzogen.
Die Kurzschlussströmung beschreibt, was passiert, wenn die abgekühlte Abluft nicht weggeführt wird, sondern in der Nähe des Geräts bleibt — und das Außengerät diese eigene, schon abgekühlte Abluft wieder ansaugt. Statt frische, warme Außenluft anzusaugen, bekommt das Gerät dann seine eigene kalte Abluft zurück.
Das ist für die Wärmepumpe ein Teufelskreis. Sie soll der Luft Wärme entziehen — aber wenn sie ihre eigene, schon entwärmte Abluft ansaugt, ist in dieser Luft kaum noch Wärme zu holen. Das Gerät kreist gewissermaßen in seiner eigenen Kälte. Die Folge ist ein deutlicher Effizienzverlust und eine verstärkte Vereisung — die Wärmepumpe arbeitet unter Bedingungen, die schlechter sind als die der eigentlichen Außenluft.
Genau diese Kurzschlussströmung droht, wenn eine Einhausung die Luft falsch führt. Eine Einhausung, die das Außengerät umschließt, ohne dafür zu sorgen, dass die abgekühlte Abluft weggeleitet wird, lädt die Kurzschlussströmung geradezu ein. Die Abluft sammelt sich im umschlossenen Raum, und das Gerät atmet sie wieder ein.
Deshalb ist eine der wichtigsten Regeln bei der Einhausung: Die Ansaugseite und die Ausblasseite müssen frei sein, und die abgekühlte Abluft muss vom Gerät wegströmen können, ohne wieder angesaugt zu werden. Wer das beachtet, vermeidet die Kurzschlussströmung. Wer das übersieht, kann sie selbst dann verursachen, wenn die Einhausung auf den ersten Blick luftig wirkt.
Die Luftzirkulation hat Vorrang#
Aus allem Bisherigen folgt ein klarer Grundsatz, der bei jeder Einhausung gelten muss: Die Luftzirkulation hat Vorrang — vor der Optik, vor der Gestaltung, vor allem anderen.
Dieser Grundsatz ergibt sich zwingend aus der Funktion der Wärmepumpe. Die Luft ist für eine Luft-Wärmepumpe die Wärmequelle. Ohne freie Luftzirkulation kann sie nicht richtig arbeiten — mit allen Folgen, die die vorigen Abschnitte beschrieben haben: Effizienzverlust, verstärkte Vereisung, Kurzschlussströmung, ein dauerhaft belasteter Betrieb. Diese Folgen sind nicht verhandelbar; sie ergeben sich aus der Physik des Geräts.
Deshalb ist die Luftzirkulation bei der Einhausung kein Kriterium unter mehreren, sondern das vorrangige Kriterium. Bei einer Einhausung geht es nicht darum, einen Kompromiss zwischen Optik und Luftzufuhr zu finden, bei dem beide Seiten gleich viel nachgeben. Es geht darum, die Luftzufuhr sicherzustellen — und die Optik in dem Rahmen zu gestalten, den die gesicherte Luftzufuhr lässt.
Das klingt streng, ist aber keine schlechte Nachricht. Denn der Rahmen, den die Luftzirkulation lässt, ist groß genug für ansprechende Lösungen. Es ist sehr wohl möglich, ein Außengerät optisch ansprechend einzubinden und ihm zugleich die Luft zu lassen, die es braucht. Welche Möglichkeiten es dafür gibt, zeigt eine eigene Q&A-Seite in diesem Cluster. Der Vorrang der Luftzirkulation schließt eine gute Optik nicht aus — er ordnet sie nur richtig ein.
Für den Hausbesitzer bedeutet der Grundsatz konkret: Wer eine Einhausung plant, sollte zuerst klären, wie viel Luft das Außengerät braucht und auf welchen Wegen — und erst dann die Verkleidung gestalten. Diese Information liefert der Fachbetrieb, der die Wärmepumpe kennt. Eine Einhausung, die mit der Luftzirkulation beginnt und die Optik darin einfügt, ist eine gelungene Einhausung. Eine Einhausung, die mit der Optik beginnt und die Luftzirkulation hineinzuquetschen versucht, ist ein Risiko. Die Reihenfolge entscheidet — und die Luftzirkulation steht an erster Stelle.
⚠ Praxis-Hinweis
Eine behinderte Luftzirkulation ist von außen nicht sichtbar — eine hübsche Einhausung kann gut aussehen, während die Wärmepumpe dahinter still unter Effizienzverlust und verstärkter Vereisung leidet. Besonders die abgekühlte Abluft muss frei wegströmen können, sonst droht eine Kurzschlussströmung.
Häufige Fragen — Warum die Luftzirkulation des Außengeräts nicht behindert werden darf
Warum braucht das Außengerät so viel Luft?▾
Was passiert, wenn die Luftzirkulation behindert wird?▾
Was ist eine Kurzschlussströmung?▾
Sieht man einer Einhausung an, ob sie schadet?▾
Hat die Optik oder die Luftzirkulation Vorrang?▾
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Wir vermitteln Heizungsbauer-Partner, die den Aufstellort des Außengeräts und eine mögliche Einhausung von Anfang an mitplanen.
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