Wo der Außenfühler der Wärmepumpe sitzen sollte
Damit der Außenfühler die Wärmepumpe richtig informiert, muss er am richtigen Ort sitzen. Diese Seite erklärt, warum der Außenfühler die echte Außentemperatur erfassen muss, was die Messung verfälschen kann, was einen guten Standort ausmacht und warum die Standortwahl Sache des Fachbetriebs ist.
Der Außenfühler soll die echte Außentemperatur erfassen#
Warum kommt es überhaupt darauf an, wo der Außenfühler sitzt? Die Antwort ergibt sich aus seiner Aufgabe: Der Außenfühler soll die echte Außentemperatur erfassen — die Temperatur, die für das Haus tatsächlich maßgeblich ist.
Wie die vorigen Q&A-Seiten in diesem Cluster gezeigt haben, ist der Außenfühler die Quelle der Außentemperatur, auf die sich die witterungsgeführte Regelung stützt. Heizkurve und Heizgrenze richten ihr Verhalten nach der Außentemperatur, die der Außenfühler meldet. Die Wärmepumpe vertraut dieser Meldung — sie nimmt den Wert des Außenfühlers als die Außentemperatur.
Daraus folgt eine wichtige Bedingung: Der Wert, den der Außenfühler meldet, muss stimmen. Er muss der tatsächlichen, für das Haus repräsentativen Außentemperatur entsprechen. Nur dann trifft die witterungsgeführte Regelung ihre Entscheidungen auf einer richtigen Grundlage.
Würde der Außenfühler einen Wert melden, der von der echten Außentemperatur abweicht, hätte das Folgen. Die Regelung würde mit einer falschen Information arbeiten — sie würde meinen, es sei wärmer oder kälter, als es tatsächlich ist, und ihr Heizverhalten entsprechend falsch ausrichten. Eine falsche Eingangsgröße führt die ganze witterungsgeführte Regelung in die Irre.
Genau hier kommt der Standort des Außenfühlers ins Spiel. Der Außenfühler misst die Temperatur an dem Ort, an dem er angebracht ist. Ob diese gemessene Temperatur der echten, für das Haus maßgeblichen Außentemperatur entspricht, hängt davon ab, wo der Außenfühler sitzt. An einem geeigneten Ort misst er einen repräsentativen, zutreffenden Wert. An einem ungeeigneten Ort kann der gemessene Wert von der echten Außentemperatur abweichen.
Deshalb ist der Standort des Außenfühlers keine Nebensächlichkeit. Er entscheidet darüber, ob der Außenfühler seine Aufgabe — die echte Außentemperatur zu erfassen — erfüllen kann. Was die Messung an einem ungeeigneten Standort verfälschen kann, zeigt der nächste Abschnitt.
Was die Messung verfälschen kann#
Wenn es darauf ankommt, dass der Außenfühler die echte Außentemperatur erfasst — was kann seine Messung verfälschen? Es lohnt sich, die typischen Einflüsse zu kennen, auch wenn die konkrete Standortwahl Sache des Fachbetriebs ist.
Der Grundgedanke ist einfach: Der Außenfühler misst die Temperatur unmittelbar an seinem Ort. Gibt es an diesem Ort einen Einfluss, der die Temperatur dort von der allgemeinen Außentemperatur abweichen lässt, dann misst der Außenfühler einen verfälschten Wert.
Ein solcher Einfluss ist die Sonne. An einer Stelle, auf die die Sonne scheint, kann es deutlich wärmer sein als in der allgemeinen Außenluft — die Sonneneinstrahlung erwärmt den Ort und damit den Außenfühler. Ein Außenfühler, der von der Sonne beschienen wird, würde dann einen zu hohen Wert melden: Er meldet warm, obwohl die eigentliche Außenluft kühl ist.
Ein anderer Einfluss sind Wärmequellen. Sitzt der Außenfühler in der Nähe von etwas, das Wärme abgibt oder warme Luft abströmen lässt, kann auch das die Temperatur an seinem Ort nach oben verfälschen. Der Außenfühler nimmt dann nicht die Außentemperatur wahr, sondern eine durch die Wärmequelle beeinflusste Temperatur.
Ein weiterer Einfluss sind geschützte Stellen. An einer windgeschützten, in einer Nische oder einem Winkel gelegenen Stelle kann das Temperaturempfinden ein anderes sein als an einer frei der Witterung ausgesetzten Stelle. Auch das kann dazu führen, dass der Außenfühler nicht die repräsentative Außentemperatur erfasst.
Allen diesen Einflüssen ist gemeinsam, dass sie die Temperatur am Ort des Außenfühlers von der allgemeinen, für das Haus maßgeblichen Außentemperatur abweichen lassen. Der Außenfühler misst dann zwar korrekt die Temperatur an seinem Ort — aber sein Ort gibt eben nicht die echte Außentemperatur wieder.
Das Verständnis dieser Einflüsse macht klar, worauf es bei einem guten Standort ankommt: Der Außenfühler sollte an einem Ort sitzen, an dem solche verfälschenden Einflüsse möglichst gering sind. Was das konkret bedeutet, beschreibt der nächste Abschnitt.
Ein guter Standort für den Außenfühler#
Aus den Einflüssen, die die Messung verfälschen können, lässt sich ableiten, was einen guten Standort für den Außenfühler ausmacht. Diese Seite beschreibt das im Grundsatz — die konkrete Wahl im Einzelfall bleibt, wie der nächste Abschnitt erläutert, dem Fachbetrieb vorbehalten.
Im Grundsatz gilt: Ein guter Standort ist einer, an dem der Außenfühler eine repräsentative, möglichst unverfälschte Außentemperatur erfasst. Das bedeutet, die im vorigen Abschnitt genannten verfälschenden Einflüsse zu vermeiden.
Ein guter Standort ist deshalb tendenziell ein Ort, der nicht der Sonne ausgesetzt ist. Eine Stelle, die im Schatten liegt und nicht von der Sonne beschienen wird, gibt die echte Außentemperatur besser wieder als eine sonnenbeschienene Stelle. Aus diesem Grund wird der Außenfühler oft an einer Hausseite angebracht, die nicht der Sonne zugewandt ist.
Ein guter Standort ist außerdem ein Ort, der von Wärmequellen entfernt ist. Der Außenfühler sollte nicht in der Nähe von etwas sitzen, das Wärme oder warme Luft abgibt, damit seine Messung nicht durch eine solche Quelle nach oben verfälscht wird.
Und ein guter Standort ist ein Ort, an dem der Außenfühler der Witterung in normaler, repräsentativer Weise ausgesetzt ist — also weder in einer besonders geschützten Nische noch an einer sonst auffälligen Stelle, sondern an einem Ort, der die allgemeine Außenluft gut wiedergibt.
Man kann es zusammenfassen: Ein guter Standort für den Außenfühler ist ein schattiger, von Wärmequellen freier, der Witterung repräsentativ ausgesetzter Ort. An einem solchen Standort kann der Außenfühler seine Aufgabe erfüllen — die echte Außentemperatur erfassen.
Diese Beschreibung bleibt bewusst im Grundsätzlichen. Welcher Ort an einem konkreten Haus diese Anforderungen am besten erfüllt, lässt sich nicht pauschal sagen — das hängt vom jeweiligen Gebäude, seiner Lage und seinen Gegebenheiten ab. Diese Seite nennt deshalb keine starre Regel, sondern die Gesichtspunkte, auf die es ankommt. Die konkrete Standortwahl ist eine fachliche Aufgabe, und genau darum geht es im letzten Abschnitt.
Der Standort wird vom Fachbetrieb gewählt#
Wo der Außenfühler am konkreten Haus sitzen sollte, ist eine Frage, die der Fachbetrieb beantwortet. Die Wahl des Standorts ist Teil der fachgerechten Installation der Wärmepumpe.
Der Grund liegt darin, dass die Standortwahl, so einleuchtend ihre Grundsätze sind, im Einzelfall eine fachliche Beurteilung verlangt. Der Fachbetrieb, der die Wärmepumpe installiert, kennt die Anforderungen an einen guten Außenfühler-Standort und beurteilt, welcher Ort am konkreten Gebäude diese Anforderungen am besten erfüllt. Er berücksichtigt dabei die Gegebenheiten des Hauses — seine Ausrichtung, seine baulichen Besonderheiten, mögliche verfälschende Einflüsse — und bringt den Außenfühler an einem geeigneten Ort an.
Für den Verbraucher ist das eine entlastende Klarstellung. Man muss als Hausbesitzer den Standort des Außenfühlers nicht selbst bestimmen und auch nicht beurteilen, ob der gewählte Ort der beste ist. Das ist die Aufgabe des Fachbetriebs, und sie gehört zur fachgerechten Installation dazu. In aller Regel wird der Außenfühler bei einer fachgerecht installierten Wärmepumpe an einem geeigneten Ort sitzen.
Was der Verbraucher tun kann, ist überschaubar, aber nicht wertlos: Er kann das Thema kennen. Wer weiß, dass es den Außenfühler gibt, dass sein Standort eine Rolle spielt und worauf es dabei ankommt, der versteht seine Wärmepumpe ein Stück besser. Und er kann das Thema bei Gelegenheit ansprechen — etwa bei der Installation oder bei einer Wartung danach fragen, wo der Außenfühler sitzt und ob der Standort gut gewählt ist.
Besonders sinnvoll ist es, den Außenfühler im Hinterkopf zu behalten, falls die Wärmepumpe einmal ein Heizverhalten zeigt, das nicht zur Witterung zu passen scheint. Ein ungünstig sitzender Außenfühler kann, wie die nächste Q&A-Seite in diesem Cluster zeigt, zu solchem Verhalten beitragen. Wer den Außenfühler und die Bedeutung seines Standorts kennt, hat in einem solchen Fall überhaupt das Bauteil auf dem Schirm, das man fachlich prüfen lassen könnte.
Für diese Seite ist die Quintessenz: Wo der Außenfühler sitzen sollte, lässt sich im Grundsatz beschreiben — schattig, frei von Wärmequellen, der Witterung repräsentativ ausgesetzt —, aber die konkrete Wahl am eigenen Haus ist Sache des Fachbetriebs. Der Verbraucher muss den Standort nicht selbst wählen; es genügt, das Thema zu kennen.
⚠ Praxis-Hinweis
Ein Außenfühler, der von der Sonne beschienen wird oder nahe einer Wärmequelle sitzt, meldet einen zu hohen Wert — die witterungsgeführte Regelung arbeitet dann mit einer falschen Außentemperatur. Die Standortwahl gehört deshalb in die Hand des Fachbetriebs.
Häufige Fragen — Wo der Außenfühler der Wärmepumpe sitzen sollte
Warum ist der Standort des Außenfühlers wichtig?▾
Was kann die Messung des Außenfühlers verfälschen?▾
Was macht einen guten Standort für den Außenfühler aus?▾
Muss ich den Standort des Außenfühlers selbst bestimmen?▾
Was kann ich als Verbraucher tun?▾
Wärmepumpe fachgerecht einrichten lassen
Wir vermitteln Heizungsbauer-Partner, die die Wärmepumpe fachgerecht installieren und einrichten — vom Außenfühler bis zur Regelung.
Verwandte Themen auf xpora.de
Hier sind weitere Themen rund um die Wärmepumpe, die zu diesem Beitrag passen.