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Long-Tail-Q&A — Brauchwasserwärmepumpe

Lohnt sich eine Brauchwasserwärmepumpe?

Ob sich eine Brauchwasserwärmepumpe lohnt, hängt vor allem davon ab, wie das Warmwasser bisher bereitet wird. Diese Seite erklärt, wann sich die Brauchwasserwärmepumpe rechnet, welcher Effizienzgewinn gegenüber einer direktelektrischen Warmwasserbereitung entsteht, welche Nebenwirkung im Aufstellraum zu bedenken ist und wann sie nicht die richtige Wahl ist.

Wann sich die Brauchwasserwärmepumpe lohnt

Die Brauchwasserwärmepumpe lohnt sich am deutlichsten in einer bestimmten Ausgangslage: Wenn das warme Wasser bisher direktelektrisch bereitet wird. In vielen Häusern und Wohnungen erledigt ein elektrischer Warmwasserspeicher — ein Elektroboiler — die Warmwasserbereitung. Er wandelt Strom unmittelbar in Wärme um. Das funktioniert zuverlässig, ist aber teuer, weil jede Kilowattstunde Wärme eine volle Kilowattstunde Strom kostet. Genau hier setzt die Brauchwasserwärmepumpe an. Sie erledigt dieselbe Aufgabe — die Bereitstellung von warmem Wasser — mit deutlich weniger Strom, weil sie den größten Teil der Wärme aus der Raumluft bezieht. Wer also einen Elektroboiler durch eine Brauchwasserwärmepumpe ersetzt, senkt seine Stromkosten für das Warmwasser spürbar. Über die Lebensdauer des Geräts kann diese Ersparnis die Mehrkosten der Anschaffung ausgleichen. Besonders günstig ist die Konstellation, wenn ohnehin ein geeigneter Aufstellraum vorhanden ist — ein Keller- oder Technikraum mit ausreichend Raumluft. Dann fällt die Voraussetzung für den effizienten Betrieb mit dem typischen Aufstellort zusammen. Die Brauchwasserwärmepumpe lohnt sich also dann, wenn sie eine ineffiziente, direktelektrische Lösung ablöst — das ist ihr stärkster Anwendungsfall.

Der Effizienzgewinn gegenüber direkter Elektro-Warmwasserbereitung

Der Kern der Wirtschaftlichkeit einer Brauchwasserwärmepumpe ist ihr Effizienzvorsprung gegenüber der direktelektrischen Warmwasserbereitung. Es lohnt sich, diesen Vorsprung zu verstehen. Ein Elektroboiler arbeitet mit der Leistungszahl eins: Aus einer Kilowattstunde Strom wird genau eine Kilowattstunde Warmwasserwärme. Es gibt keinen Hebel, keine Umweltwärme — der Strom wird unmittelbar zu Wärme. Eine Brauchwasserwärmepumpe arbeitet wie jede Wärmepumpe mit einem Hebel: Sie bezieht den größten Teil der Wärme aus der Raumluft und braucht den Strom nur, um den Wärmepumpen-Prozess anzutreiben. Aus einer Kilowattstunde Strom wird so ein Mehrfaches an Warmwasserwärme. Die genaue Leistungszahl hängt von den Betriebsbedingungen ab — sie liegt typischerweise unter der einer gut ausgelegten Heizungs-Wärmepumpe, aber deutlich über der eins eines Elektroboilers. Für die Stromrechnung bedeutet das: Eine Brauchwasserwärmepumpe braucht für dieselbe Menge warmes Wasser nur einen Bruchteil des Stroms, den ein Elektroboiler verbraucht. Über ein Jahr und erst recht über die Lebensdauer des Geräts summiert sich dieser Unterschied. Wichtig für die ehrliche Einordnung: Der große Effizienzgewinn entsteht im Vergleich zur direktelektrischen Bereitung. Gegenüber einer Warmwasserbereitung, die bereits von einer effizienten Heizungs-Wärmepumpe übernommen wird, gibt es diesen Gewinn nicht — dann ist die Brauchwasserwärmepumpe schlicht überflüssig.

Die Nebenwirkung im Aufstellraum

Ein Punkt gehört in jede ehrliche Bewertung der Brauchwasserwärmepumpe: ihre Nebenwirkung auf den Aufstellraum. Weil die Brauchwasserwärmepumpe der Raumluft Wärme entzieht, kühlt sie den Aufstellraum ab — und weil kühlere Luft weniger Feuchtigkeit hält, entzieht sie dem Raum tendenziell auch etwas Feuchte. Ein Keller, in dem eine Brauchwasserwärmepumpe läuft, wird also etwas kühler und etwas trockener. Je nach Situation ist das ein Vorteil oder ein Nachteil. In einem Keller, der ohnehin zu feucht ist, kann die leichte Entfeuchtung willkommen sein — die Brauchwasserwärmepumpe wirkt dann nebenbei wie eine sanfte Kellerentfeuchtung. In einem Keller, der bereits trocken und eher kühl ist, ist die zusätzliche Abkühlung dagegen unerwünscht, und der genutzte Raum sollte nicht zu klein sein, damit das Gerät nicht die ohnehin knappe Raumwärme komplett aufzehrt. Problematisch wird es, wenn der Aufstellraum als beheizter Wohnraum genutzt wird. Dann würde die Brauchwasserwärmepumpe der Heizung Wärme entziehen, die diese mühsam erzeugt hat — das ergibt energetisch keinen Sinn. Die Nebenwirkung ist deshalb kein Detail, sondern ein echtes Auswahlkriterium. Sie entscheidet mit darüber, ob ein Raum als Aufstellort taugt — und sie gehört in die Überlegung, ob sich die Brauchwasserwärmepumpe im konkreten Fall lohnt.

Wann sie nicht die richtige Wahl ist

So sinnvoll die Brauchwasserwärmepumpe in ihrem Anwendungsfall ist — es gibt Situationen, in denen sie nicht die richtige Wahl ist. Die wichtigste: Wenn ohnehin eine Heizungs-Wärmepumpe geplant ist oder vorhanden ist. Eine Luft-Wasser- oder Sole-Wärmepumpe für die Hausheizung übernimmt in der Regel auch die Warmwasserbereitung — und das effizient. Eine zusätzliche Brauchwasserwärmepumpe wäre dann eine doppelte Investition für eine Aufgabe, die schon erledigt ist. Wer das ganze Haus auf eine Wärmepumpe umstellt, braucht keine separate Brauchwasserwärmepumpe. Weniger geeignet ist sie auch, wenn kein passender Aufstellraum vorhanden ist. Ohne einen ausreichend großen, nicht beheizten Raum mit nutzbarer Raumluft fehlt die Voraussetzung für den effizienten Betrieb. Und zu bedenken ist die Förderlage: Die staatliche Förderkulisse ist auf den Heizungstausch zugeschnitten. Eine reine Brauchwasserwärmepumpe wird nicht ohne Weiteres wie eine Heizungs-Wärmepumpe gefördert — wer mit Förderung rechnet, sollte das nicht voraussetzen, sondern den konkreten Fall mit dem Fachbetrieb und der Förderstelle klären. Die ehrliche Antwort lautet damit: Die Brauchwasserwärmepumpe lohnt sich dort, wo sie eine direktelektrische Warmwasserbereitung ablöst und ein geeigneter Raum vorhanden ist. Wo eine Heizungs-Wärmepumpe das Warmwasser ohnehin mitmacht, lohnt sie sich nicht.

⚠ Praxis-Hinweis

Keine Brauchwasserwärmepumpe planen, wenn ohnehin eine Heizungs-Wärmepumpe kommt. Diese übernimmt das Warmwasser meist mit — eine zusätzliche Brauchwasserwärmepumpe wäre dann eine überflüssige Doppelinvestition.

Häufige Fragen — Lohnt sich eine Brauchwasserwärmepumpe?

Wann lohnt sich eine Brauchwasserwärmepumpe am meisten?
Wenn sie eine direktelektrische Warmwasserbereitung ablöst — einen Elektroboiler, der Strom unmittelbar in Wärme umwandelt. Die Brauchwasserwärmepumpe erledigt dieselbe Aufgabe mit deutlich weniger Strom und senkt damit die Warmwasserkosten spürbar. Günstig ist es, wenn ohnehin ein geeigneter Aufstellraum vorhanden ist.
Wie viel effizienter ist sie als ein Elektroboiler?
Ein Elektroboiler arbeitet mit der Leistungszahl eins — eine Kilowattstunde Strom ergibt eine Kilowattstunde Wärme. Eine Brauchwasserwärmepumpe macht aus einer Kilowattstunde Strom ein Mehrfaches an Wärme, weil sie den Großteil aus der Raumluft bezieht. Sie braucht für dieselbe Warmwassermenge nur einen Bruchteil des Stroms.
Welche Nebenwirkung hat der Betrieb auf den Aufstellraum?
Die Brauchwasserwärmepumpe kühlt den Aufstellraum ab und entzieht ihm tendenziell etwas Feuchte. In einem zu feuchten Keller kann diese leichte Entfeuchtung willkommen sein, in einem trockenen, kühlen Keller ist die Abkühlung eher unerwünscht. In einem beheizten Wohnraum ergibt sie keinen Sinn.
Lohnt sich die Brauchwasserwärmepumpe zusätzlich zur Heizungs-Wärmepumpe?
Nein. Eine Heizungs-Wärmepumpe übernimmt in der Regel auch die Warmwasserbereitung, und das effizient. Eine zusätzliche Brauchwasserwärmepumpe wäre dann eine doppelte Investition für eine bereits erledigte Aufgabe. Wer das ganze Haus auf eine Wärmepumpe umstellt, braucht keine separate Brauchwasserwärmepumpe.
Wird eine Brauchwasserwärmepumpe gefördert?
Das ist nicht selbstverständlich. Die staatliche Förderkulisse ist auf den Heizungstausch zugeschnitten; eine reine Brauchwasserwärmepumpe wird nicht ohne Weiteres wie eine Heizungs-Wärmepumpe gefördert. Wer mit Förderung rechnet, sollte den konkreten Fall mit dem Fachbetrieb und der Förderstelle klären, statt sie vorauszusetzen.

Warmwasser-Lösung mit dem Fachbetrieb klären

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