Der CO2-Preis und die Wärmepumpe
Wie verhält sich die Wärmepumpe zum CO2-Preis? Diese Seite erklärt, warum die Wärmepumpe keinen fossilen Brennstoff verbrennt, warum sie der CO2-Preis auf fossile Heizbrennstoffe deshalb anders betrifft, was das im Vergleich bedeutet und wie man diesen Befund nüchtern und ehrlich einordnet.
Die Wärmepumpe verbrennt keinen Brennstoff#
Um das Verhältnis der Wärmepumpe zum CO2-Preis zu verstehen, muss man bei einer grundlegenden Eigenschaft der Wärmepumpe beginnen: Eine Wärmepumpe verbrennt keinen Brennstoff.
Eine fossile Heizung — Gas- oder Ölheizung — erzeugt ihre Wärme durch Verbrennung. Sie verbrennt einen fossilen Brennstoff, und aus dieser Verbrennung gewinnt sie die Wärme. Das Verbrennen ist ihr Funktionsprinzip.
Eine Wärmepumpe funktioniert grundlegend anders. Sie erzeugt ihre Wärme nicht durch Verbrennung. Sie nutzt vielmehr Strom, um Umweltwärme — Wärme aus der Luft, dem Erdreich oder dem Grundwasser — auf ein nutzbares Niveau zu heben. In einer Wärmepumpe wird nichts verbrannt. Es gibt keinen Brennstoff, der in ihr in Flammen aufginge, und keine Verbrennung, die Wärme erzeugte. Die Wärmepumpe arbeitet ohne Verbrennung.
Daraus folgt unmittelbar: In einer Wärmepumpe entsteht vor Ort kein CO2 aus einer Verbrennung. Weil nichts verbrannt wird, gibt es auch nicht das CO2, das beim Verbrennen fossiler Brennstoffe zwangsläufig entsteht. Die Wärmepumpe im Betrieb verbrennt keinen Brennstoff und verursacht damit am Ort des Heizens nicht das Verbrennungs-CO2, das eine Gas- oder Ölheizung verursacht.
Das ist der entscheidende Unterschied für das Thema CO2-Preis. Der CO2-Preis knüpft, wie die anderen Q&A-Seiten in diesem Cluster erklären, an das CO2 aus dem Verbrennen fossiler Brennstoffe an. Eine fossile Heizung tut genau das — sie verbrennt fossilen Brennstoff — und fällt deshalb unter den CO2-Preis. Eine Wärmepumpe tut das nicht. Sie verbrennt keinen fossilen Brennstoff, und damit fehlt bei ihr genau der Vorgang, an den der CO2-Preis anknüpft.
Hier liegt die Grundlage dafür, dass der CO2-Preis die Wärmepumpe anders betrifft als eine fossile Heizung. Warum genau und in welcher Weise das so ist, vertieft der nächste Abschnitt. Festzuhalten ist zunächst der Kern: Die Wärmepumpe verbrennt keinen Brennstoff — und damit fehlt ihr der Anknüpfungspunkt, über den der CO2-Preis das fossile Heizen erfasst.
Warum die Wärmepumpe vom CO2-Preis anders betroffen ist#
Die Wärmepumpe verbrennt keinen fossilen Brennstoff — und damit fehlt der Anknüpfungspunkt des CO2-Preises. Was bedeutet das genau für das Verhältnis der Wärmepumpe zum CO2-Preis?
Der CO2-Preis, um den es in diesem Cluster geht, ist der Preis auf das CO2 aus dem Verbrennen fossiler Heizbrennstoffe. Er verteuert, wie eine andere Q&A-Seite zeigt, das fossile Heizen, indem er sich im Preis von Gas und Öl niederschlägt. Dieser Mechanismus setzt voraus, dass ein fossiler Brennstoff verbrannt wird.
Eine Wärmepumpe verbrennt keinen fossilen Heizbrennstoff. Sie kauft kein Gas und kein Öl, das sie verbrennt. Damit greift bei ihr der Mechanismus nicht, über den der CO2-Preis das fossile Heizen verteuert: Es gibt keinen fossilen Heizbrennstoff, in dessen Preis sich ein CO2-Preis niederschlagen könnte. Der CO2-Preis auf fossile Heizbrennstoffe betrifft die Wärmepumpe nicht in derselben Weise, wie er eine Gas- oder Ölheizung betrifft.
Das ist der Kern dessen, was anders betroffen bedeutet. Bei einer fossilen Heizung wirkt der CO2-Preis unmittelbar über den Brennstoff, mit dem geheizt wird. Bei einer Wärmepumpe gibt es diesen fossilen Heizbrennstoff nicht — und damit auch nicht den Weg, über den der CO2-Preis das fossile Heizen verteuert.
Man muss hier sorgfältig formulieren, um nicht zu viel zu behaupten. Die zutreffende, vorsichtige Aussage lautet: Der CO2-Preis auf fossile Heizbrennstoffe betrifft die Wärmepumpe nicht in der gleichen direkten Weise wie eine fossile Heizung, weil die Wärmepumpe eben keinen solchen fossilen Heizbrennstoff verbrennt. Das ist ein realer, struktureller Unterschied.
Was das im Vergleich der beiden Heizweisen bedeutet und wo zugleich die Grenzen dieser Aussage liegen — denn die Wärmepumpe lebt von Strom, und Strom hat seine eigene Kosten- und Preisdynamik —, das behandeln die nächsten beiden Abschnitte. Festzuhalten ist hier der strukturelle Punkt: Weil die Wärmepumpe keinen fossilen Brennstoff verbrennt, fehlt ihr der direkte Angriffspunkt, über den der CO2-Preis das fossile Heizen erfasst.
Was das im Vergleich bedeutet#
Die Wärmepumpe ist vom CO2-Preis auf fossile Heizbrennstoffe nicht in derselben Weise betroffen wie eine fossile Heizung. Was bedeutet das, wenn man die beiden Heizweisen nebeneinanderstellt?
Betrachten wir das fossile Heizen. Es steht, wie dieser Cluster gezeigt hat, unter dem CO2-Preis: Der CO2-Preis verteuert den fossilen Brennstoff, und er ist auf einen Anstieg über die Zeit angelegt. Das fossile Heizen hat damit einen Kostenfaktor, der nach oben gerichtet ist.
Betrachten wir die Wärmepumpe. Bei ihr greift dieser Mechanismus nicht, weil sie keinen fossilen Heizbrennstoff verbrennt. Der CO2-Preis auf fossile Heizbrennstoffe, der das fossile Heizen verteuert und tendenziell weiter verteuert, hat bei der Wärmepumpe keinen direkten Angriffspunkt.
Im Vergleich ergibt sich daraus eine Verschiebung. Während beim fossilen Heizen der CO2-Preis als ein nach oben gerichteter Kostenfaktor wirkt, fehlt dieser spezifische Faktor bei der Wärmepumpe. Über die Zeit, in der der CO2-Preis steigt, entwickeln sich die beiden Heizweisen in Bezug auf genau diesen Faktor also unterschiedlich: Das fossile Heizen trägt einen wachsenden CO2-Preis-Anteil, die Wärmepumpe trägt ihn in dieser Form nicht.
Das ist eine relative Aussage, und genau so sollte man sie verstehen. Sie besagt nicht, dass die Wärmepumpe in einem absoluten Sinne immer und automatisch günstiger wäre — das wäre eine Überdehnung, und der nächste Abschnitt grenzt das ausdrücklich ein. Sie besagt: In Bezug auf den einen Faktor CO2-Preis stehen die beiden Heizweisen unterschiedlich da. Der CO2-Preis ist ein Faktor, der das fossile Heizen belastet und die Wärmepumpe in dieser Form nicht.
Für die wirtschaftliche Betrachtung von Heizweisen ist das ein relevanter Punkt. Wer fossiles Heizen und eine Wärmepumpe vergleicht, sollte wissen, dass der CO2-Preis ein Faktor ist, der ungleich auf die beiden wirkt — er belastet die eine Seite, die andere in dieser Form nicht. Das ist ein Baustein im Gesamtbild des Vergleichs. Wie man diesen Baustein in eine ehrliche Gesamtbetrachtung einordnet, ohne ihn zu überdehnen, ist Gegenstand des letzten Abschnitts.
Eine vorsichtige, ehrliche Einordnung#
Der CO2-Preis betrifft die Wärmepumpe anders als eine fossile Heizung — das hat dieser Q&A-Beitrag gezeigt. Damit dieser Befund nicht zu einer zu starken Behauptung gerät, gehört zum Abschluss eine vorsichtige, ehrliche Einordnung.
Die ehrliche Einordnung beginnt mit dem, was man sicher sagen kann. Sicher ist der strukturelle Punkt: Die Wärmepumpe verbrennt keinen fossilen Heizbrennstoff, und der CO2-Preis auf fossile Heizbrennstoffe hat bei ihr deshalb keinen direkten Angriffspunkt. In Bezug auf genau diesen Faktor steht die Wärmepumpe anders da als das fossile Heizen. Das ist eine belastbare Aussage.
Ebenso ehrlich gehört dazu, was man nicht behaupten sollte. Man sollte aus dem CO2-Preis allein nicht ableiten, die Wärmepumpe sei dadurch in jedem Fall und automatisch die günstigere Heizung. Das wäre eine Überdehnung. Der Grund: Eine Wärmepumpe wird mit Strom betrieben, und der Strom hat seine eigene Kosten- und Preisdynamik, die von vielen Einflüssen abhängt. Der Wegfall des einen Faktors — des CO2-Preises auf fossile Heizbrennstoffe — bedeutet nicht, dass die Wärmepumpe damit von allen Kostenfragen befreit wäre. Sie hat ihre eigene Kostenseite.
Die redliche Aussage ist deshalb eine relative, keine absolute. Sie lautet: Der CO2-Preis ist ein Faktor, der das fossile Heizen belastet und über die Zeit zunehmend belastet, während er die Wärmepumpe in dieser Form nicht belastet. Das verschiebt das Verhältnis der beiden Heizweisen in Bezug auf diesen einen Faktor — zugunsten der Wärmepumpe. Es ist ein Argument, das in der Gesamtbetrachtung auf der Seite der Wärmepumpe steht.
Mehr, aber auch nicht weniger, sollte man aus dem CO2-Preis ableiten. Er ist ein realer, relevanter Faktor zugunsten der Wärmepumpe — aber er ist ein Faktor unter mehreren, und die Gesamtrechnung einer Heizungsentscheidung umfasst noch andere Größen.
Für den Verbraucher ist das die Botschaft dieser Seite: Der CO2-Preis und die Wärmepumpe — der Zusammenhang ist real und spricht für die Wärmepumpe, aber er ist nüchtern und als ein Faktor unter mehreren zu betrachten. Wie der CO2-Preis konkret in die Heizungsentscheidung eingeht, ist Gegenstand der abschließenden Q&A-Seite dieses Clusters.
⚠ Praxis-Hinweis
Aus dem CO2-Preis allein lässt sich nicht ableiten, die Wärmepumpe sei automatisch die günstigere Heizung — sie wird mit Strom betrieben, der eine eigene Preisdynamik hat. Der CO2-Preis ist ein reales Argument zugunsten der Wärmepumpe, aber ein Faktor unter mehreren.
Häufige Fragen — Der CO2-Preis und die Wärmepumpe
Verbrennt eine Wärmepumpe einen Brennstoff?▾
Betrifft der CO2-Preis die Wärmepumpe?▾
Was bedeutet das im Vergleich zum fossilen Heizen?▾
Ist die Wärmepumpe dadurch automatisch günstiger?▾
Wie sollte man den CO2-Preis bei der Wärmepumpe einordnen?▾
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