Lohnt sich der Umstieg von Gas auf Wärmepumpe?
Viele Hausbesitzer mit einer funktionierenden Gasheizung stellen sich dieselbe Frage: Lohnt sich der Wechsel zur Wärmepumpe überhaupt — oder zahlt man am Ende drauf? Eine pauschale Antwort gibt es nicht, weil zu viele Faktoren mitspielen. Diese Seite erklärt, was auf der Kostenseite zusammenkommt, wann sich der Umstieg besonders rechnet und wie man die Frage für das eigene Haus seriös durchrechnet.
Die Ausgangsfrage: Lohnt sich der Umstieg?
Ob sich der Umstieg von Gas auf Wärmepumpe lohnt, ist keine reine Geschmacksfrage, sondern eine Rechenaufgabe mit mehreren Unbekannten. Auf der einen Seite stehen die Investitionskosten für die neue Anlage, abzüglich Förderung. Auf der anderen Seite stehen die laufenden Kosten — und hier entscheidet sich, ob die Rechnung aufgeht. Eine Gasheizung verursacht jedes Jahr Brennstoffkosten, die vom Gaspreis und vom CO2-Preis abhängen. Der CO2-Preis auf fossile Brennstoffe steigt in den kommenden Jahren planmäßig weiter — das verteuert Gas-Heizen schrittweise, unabhängig vom Marktpreis. Eine Wärmepumpe verursacht stattdessen Stromkosten. Aus einer Kilowattstunde Strom macht eine gut ausgelegte Wärmepumpe drei bis vier Kilowattstunden Wärme. Dieser Hebel — die Jahresarbeitszahl — ist der Grund, warum die laufenden Kosten trotz des höheren Strompreises pro Kilowattstunde oft niedriger ausfallen als beim Gas. Der Umstieg lohnt sich finanziell dann, wenn die jährliche Ersparnis bei den Heizkosten über die Lebensdauer der Anlage die Mehrkosten der Investition ausgleicht. Wie schnell das passiert, hängt vom Haus ab.
Was beim Umstieg auf der Kostenseite zusammenkommt
Auf der Investitionsseite zählen mehrere Posten: das Wärmepumpen-Gerät selbst, die Installation, gegebenenfalls Anpassungen an Heizkörpern oder am Pufferspeicher, der hydraulische Abgleich und Elektroarbeiten. Bei einer Luft-Wärmepumpe im Bestandsgebäude bewegt sich die Gesamtsumme erfahrungsgemäß im mittleren fünfstelligen Bereich, bevor die Förderung gegengerechnet wird. Genau hier setzt die staatliche Förderung an. Beim Heizungstausch wird ein erheblicher Anteil der förderfähigen Kosten übernommen: eine Grundförderung, dazu mögliche Boni für einen schnellen Austausch der alten fossilen Heizung und für Haushalte mit geringerem Einkommen. In Summe kann die Förderquote bis zu einem gesetzlich gedeckelten Höchstsatz reichen. Die Förderung verändert die Wirtschaftlichkeitsrechnung deutlich — ohne sie sieht der Umstieg anders aus als mit ihr. Auf der laufenden Seite steht der Vergleich Gaskosten gegen Stromkosten. Wer die alte Gasrechnung kennt, kann grob abschätzen: Bei einer ordentlichen Jahresarbeitszahl liegt der Strombedarf der Wärmepumpe bei rund einem Viertel bis einem Drittel der bisherigen Gas-Kilowattstunden. Ein vergünstigter Wärmepumpentarif senkt die Stromkosten zusätzlich.
Wann der Umstieg sich besonders lohnt — und wann er schwieriger wird
Besonders deutlich rechnet sich der Umstieg, wenn die Gasheizung ohnehin am Ende ihrer Lebensdauer steht. Dann fällt ohnehin eine Investition an — entweder in eine neue Gasheizung oder in eine Wärmepumpe. In diesem Fall vergleicht man nicht Wärmepumpe gegen Nichts, sondern Wärmepumpe gegen neue Gasheizung, und der Abstand schrumpft auf die Differenz zwischen beiden Optionen. Günstig sind außerdem Häuser mit niedriger benötigter Vorlauftemperatur: gut gedämmte Gebäude, Häuser mit Fußbodenheizung oder mit ausreichend großen Heizkörpern. Je niedriger die Vorlauftemperatur, desto höher die Jahresarbeitszahl und desto niedriger die Stromkosten. Schwieriger wird die Rechnung in einem ungedämmten Altbau mit kleinen Heizkörpern und hoher benötigter Vorlauftemperatur. Dort arbeitet die Wärmepumpe mit niedrigerer Effizienz, die Stromkosten steigen, und es kann sinnvoll sein, zuerst einzelne Heizkörper zu tauschen oder die Dämmung zu verbessern. Unmöglich ist der Umstieg auch dann nicht — er will nur besser geplant sein.
So lässt sich die Wirtschaftlichkeit für das eigene Haus prüfen
Eine belastbare Antwort liefert nur eine Rechnung mit den eigenen Zahlen. Dafür braucht es drei Bausteine: den aktuellen Wärmebedarf des Hauses, eine realistische Schätzung der erreichbaren Jahresarbeitszahl und die voraussichtlichen Investitionskosten abzüglich Förderung. Den Wärmebedarf kann man aus den Gasabrechnungen der letzten Jahre ableiten. Die erreichbare Jahresarbeitszahl hängt von der benötigten Vorlauftemperatur ab — und die ermittelt ein Fachbetrieb oder Energieberater über eine Heizlastberechnung. Erst damit lässt sich seriös sagen, wie hoch die Stromkosten ausfallen werden. Ein Energieberater aus der Förder-Experten-Liste kann diese Rechnung aufstellen und zugleich prüfen, welche Förderbausteine im konkreten Fall greifen. Der Aufwand lohnt sich: Der Unterschied zwischen einer Anlage, die mit guter Jahresarbeitszahl läuft, und einer schlecht ausgelegten Anlage entscheidet über Jahre hinweg über mehrere hundert Euro pro Jahr.
⚠ Praxis-Hinweis
Den Förderantrag immer vor der Auftragsvergabe stellen. Wer den Vertrag mit dem Heizungsbauer unterschreibt, bevor der Antrag bewilligt ist, riskiert den Förderanspruch — der häufigste und teuerste Fehler beim Heizungstausch.
Häufige Fragen — Lohnt sich der Umstieg von Gas auf Wärmepumpe?
Lohnt sich der Umstieg, wenn meine Gasheizung noch funktioniert?▾
Wie viel kann ich an Heizkosten sparen?▾
Rechnet sich der Umstieg in einem schlecht gedämmten Altbau?▾
Muss ich die Förderung in die Rechnung einbeziehen?▾
Wie finde ich heraus, ob es sich für mein Haus konkret lohnt?▾
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