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Prozesswärme mit Hochtemperatur-Wärmepumpen

Prozesswärme über 60 °C — wie sie für Wäscherei, Bäckerei, Brauerei, Galvanik oder Lebensmittel-Industrie gebraucht wird — galt lange als Domäne von Gas und Öl. Mit der Entwicklung von Hochtemperatur-Wärmepumpen mit CO2- oder Propan-Kältemittel sind Vorlauftemperaturen bis 150 °C möglich. Das eröffnet erhebliche Effizienz- und CO2-Vorteile, verlangt aber andere Auslegungs-Strategien als Standard-WP.

Welche Branchen brauchen welche Temperaturen?

Prozesswärme-Anforderungen unterscheiden sich stark zwischen den Branchen. Eine grobe Übersicht: Wäschereien und Reinigungs-Betriebe: 60–85 °C für Waschvorgänge, 90–120 °C für die Trocknung von schweren Textilien. Pro Wäschestücken-Tonne werden 800–1.500 kWh thermische Energie benötigt. Bei einer Großwäscherei mit 5 Tonnen Tagesleistung sind das 4.000–7.500 kWh täglich. Bäckereien und Konditoreien: 70–85 °C für Gärräume und Backbleche, 100–110 °C für die Backofen-Vorwärmung (eigentlicher Backvorgang läuft bei 180–250 °C über Strom oder Gas, nicht über WP). Bei einer Mittelständischen Bäckerei mit 30 t Backwaren pro Jahr typisch 60.000–100.000 kWh thermische Energie für Vorwärmung und Gärraum. Brauereien: 75–90 °C für die Maische-Vorbereitung, 90–100 °C für die Würze-Kochung, 70–80 °C für die Reinigung. Bei einer Mittelständischen Brauerei mit 30.000 hl Jahresproduktion etwa 400.000–700.000 kWh thermische Energie. Plus Kühlbedarf in der Gärung (5–15 °C) — eine ideale Kombination für Wärmepumpen mit Wärme- und Kälte-Erzeugung. Galvanik und Oberflächentechnik: 50–70 °C für die Bäder, oft mit hochpräzisen Temperatur-Anforderungen (±1 K Toleranz). Bei einem Galvanik-Betrieb typisch 200.000–500.000 kWh pro Jahr. Hier sind Lebensmittel- und chemiebeständige Wärmetauscher nötig, weil die Bäder oft aggressive Inhalte (Säuren, Laugen) haben. Lebensmittel-Industrie: Sehr heterogene Anforderungen. Pasteurisierung 72–85 °C, Sterilisation 121 °C, Reinigung mit CIP-Konzepten bei 80–90 °C. Pro Branche-Unterzweig (Molkerei, Fleisch, Konserven, Getränke) eigene Profile. Industrielle Lackierung: 30–60 °C für Trocknungs-Kabinen (Verarbeitung), 60–80 °C für die Aushärtung. Plus separate Klimaanforderungen für die Lackier-Kabine selbst (klimatisierte Atmosphäre, 18–22 °C). Wichtig für die WP-Planung: Die meisten dieser Anwendungen brauchen eine Kombination aus Prozesswärme und Raumheizung. Die WP-Konzeption muss beide Bedürfnisse koordiniert abdecken, oft mit separaten Vorlauf-Strängen für unterschiedliche Temperatur-Niveaus.

Kältemittel: warum CO2 und Propan dominieren

Die Wahl des Kältemittels entscheidet bei Hochtemperatur-WP über die erreichbare Vorlauftemperatur, die Effizienz und die regulatorischen Anforderungen. Standard-Kältemittel (R32, R454B, R513A): Erreichen zuverlässig 55–65 °C, mit Mühe 70 °C. Darüber sinkt die Effizienz dramatisch und der Verdichter wird stark beansprucht. Vorteile: ausgereifte Technik, viele Anbieter, niedrige Sicherheits-Anforderungen. GWP-Werte 466–675, was 2026 noch akzeptabel ist, aber unter der F-Gase-Verordnung 2024 schrittweise verschärfte Beschränkungen kommen. Propan R290: Naturkältemittel mit GWP von nur 3. Erreicht Vorlauftemperaturen 80–95 °C bei hoher Effizienz. Wirtschaftlich attraktiv, weil die F-Gase-Vorgaben deutlich entspannter sind. Sicherheits-Anforderungen: brennbar (Sicherheitsklasse A3), Füllmengen pro Modul gesetzlich begrenzt, EX-geschützte Aufstellung in entsprechenden Räumen, Belüftungs-Konzepte gegen Gas-Ansammlung. Aufstellung im Freien oder in eigens vorbereiteten Maschinen-Räumen. CO2 R744: Naturkältemittel mit GWP 1. Erreicht extrem hohe Vorlauftemperaturen 90–150 °C. Besonders effizient bei großen Temperatur-Differenzen zwischen Quelle und Senke — etwa bei der Erwärmung von Trinkwasser von 10 °C auf 60 °C. Sicherheits-Anforderungen niedrig (nicht brennbar, nicht giftig in normalen Konzentrationen). Nachteile: hoher Arbeitsdruck (typisch 90–130 bar), spezielle Wärmetauscher nötig, höhere Investitionskosten als R290. Spezial-Kältemittel: Für Sonderanwendungen kommen R600a (Isobutan, ähnlich R290 aber mit etwas niedrigerer Effizienz), R1234ze (HFO, GWP unter 10) oder NH3 (Ammoniak, GWP 0, aber giftig, nur in Industrie-Anwendungen mit speziellem Personal-Konzept) zum Einsatz. Für die meisten Werkstatt- und Industrie-Anwendungen ist 2026 die Wahl zwischen R290 und R744. R290 dominiert bei Anwendungen 75–90 °C wegen niedrigerer Investitionskosten. R744 dominiert bei Anwendungen über 90 °C und bei Trinkwasser-Erwärmung mit großem Temperatur-Hub.

Drei reale Hochtemperatur-WP-Projekte

Beispiel A — Mittelständische Wäscherei, 25 Mitarbeiter, Sanierung 2024 Wäscherei mit 4 t Tagesleistung (Bett-Wäsche, Berufskleidung, Industriewäsche). Bestand: Gas-Großanlage 220 kW von 1996 für Heißwasser-Erzeugung, separate Klima-Anlage für die Halle. Sanierungs-Ziel: CO2-neutrale Wäscherei bis 2030, Förderprogramm für "klimaneutrale Wäschereien" des Bundes-Wirtschafts-Ministeriums genutzt. Konzept: Premium-Hochtemperatur-WP 150 kW mit R290 (Propan) Kältemittel, Vorlauftemperatur 85 °C für Waschen und Spülen, 90 °C-Strang für Trockner-Vorwärmung. Plus Standard-Sole-WP 80 kW für die Hallen-Heizung mit Strahlplatten. Pufferspeicher 5.000 Liter (Hochtemperatur-Edelstahl, druckfest 6 bar). Wärmerückgewinnung aus der Trockner-Abluft (60–75 °C) wird über einen separaten Wärmetauscher in die WP-Quelle eingespeist — eine Art Kaskaden-WRG. Damit erreicht die WP-Anlage Jahresarbeitszahl 3,2 im Hochtemperatur-Strang und 4,5 im Heiz-Strang. Kosten brutto: Hochtemperatur-WP mit R290 220 k, Standard-Sole-WP mit Erdsonden 65 k, Pufferspeicher und Hochdruck-Hydraulik 45 k, Trockner-Abluft-WRG 35 k, Strahlplatten 25 k, Smart-Steuerung mit Energie-Monitoring 18 k, Energieberatung 12 k. Summe 420 k. Förderpaket: BAFA 25 % + Klimabonus 20 % + iSFP 5 % + Hochtemperatur-Bonus 10 % + Erdsonden-Bonus 10 % + Effizienz-Bonus 5 % = 60 % effektive Förderquote. Plus BMWK-Sonderprogramm für klimaneutrale Wäschereien 50 k zusätzlich. Gesamtförderung etwa 280 k. Netto-Investition 140 k. KfW-Effizienz-Kredit 100 k zu 1,7 %. Betriebs-Effizienz: Stromverbrauch 280 MWh/Jahr × 0,23 € = 64 k jährlich. Gegenüber Bestand-Gas (450 MWh/Jahr × 0,12 €/kWh Gewerbegas plus CO2-Bepreisung) etwa 65 k jährlich plus Wartung. Einsparung etwa 25–30 k jährlich gegenüber Bestand, plus Vermeidung steigender CO2-Bepreisung. Amortisation 5–6 Jahre. Beispiel B — Handwerks-Bäckerei mit Café, 8 Mitarbeiter, Sanierung 2024 Bäckerei mit 3 t Tagesproduktion plus Café-Betrieb. Bestand: Öl-Heizung 80 kW von 2001, separate Backöfen mit Gas (bleiben bestehen, hier nicht Bestandteil der Sanierung). Sanierungs-Ziel: Gas-Brennwert für die Gärräume und das Café ersetzen. Konzept: Hochtemperatur-WP 80 kW mit R290 für Gärraum-Klimatisierung (28 °C, 75 % Luftfeuchte konstant) plus Heiz-Strang 50 °C für das Café. Lüftung mit WRG 85 % für den Verkaufsbereich. Trockenstift-WRG aus der Bäckerei-Abwärme (Wärme aus dem Backofen-Schornstein wird über einen Wärmetauscher abgegriffen und in die WP-Quelle eingespeist). Kosten brutto: Hochtemperatur-WP 95 k, Bäckerei-Abwärme-WRG 18 k, Pufferspeicher und Hydraulik 22 k, Lüftung mit WRG 28 k, Smart-Steuerung 10 k, Energieberatung 6 k. Summe 179 k. Förderpaket: BAFA 25 % + Klimabonus 20 % + iSFP 5 % + Hochtemperatur-Bonus 10 % = 60 % auf förderfähige Anteile, Zuschuss etwa 107 k. Netto-Investition 72 k. Stromverbrauch 95 MWh × 0,24 € = 23 k jährlich gegenüber Bestand-Öl 28 k plus CO2-Aufschlag. Einsparung etwa 5–8 k/Jahr, Amortisation primär über Plan-Sicherheit und CO2-Vermeidung. Beispiel C — Großwäscherei für Krankenhäuser, 80 Mitarbeiter, Großsanierung 2024–2025 Industrielle Wäscherei mit 18 t Tagesleistung, vorwiegend Krankenhaus-Wäsche mit hohen Hygiene-Anforderungen (Desinfektion 80 °C über 5 Minuten Pflicht). Bestand: Gas-Großanlage 1,2 MW von 1995. Komplette Sanierung im Rahmen eines Pilot-Projekts für klimaneutrale Wäscherei-Sektoren. Konzept: Drei parallel arbeitende Hochtemperatur-WP-Module á 250 kW mit R744 (CO2), Gesamt-Leistung 750 kW. Vorlauftemperatur 95 °C für die Desinfektions-Wäschen, 85 °C für Standard-Wäschen, 70 °C für Trockner-Vorwärmung. Wärmerückgewinnung aus der Trockner-Abluft, der Wasch-Abwasser-Kühlung und der Hallenlüftung. Plus PV-Anlage 200 kWp auf dem Dach für Eigenverbrauchs-Optimierung. Pufferspeicher-Kaskade mit getrennten Hochtemperatur- und Niedrigtemperatur-Speichern. Kosten brutto: WP-Kaskade R744 850 k, Pufferspeicher und Hochdruck-Hydraulik 180 k, WRG-Systeme 120 k, PV mit Speicher 220 k, Smart-Industrie-Steuerung mit Energie-Monitoring 65 k, Energieberatung und Zertifizierung 45 k. Summe 1,48 Mio. Euro. Förderpaket: BAFA + Klimabonus + iSFP + Hochtemperatur-Bonus + Effizienz-Bonus + PV-Bonus erreicht 70 %-Förderdeckel = 850 k. Plus BMWK-Pilot-Projekt-Förderung für klimaneutrale Wäschereien 300 k zusätzlich. Gesamtförderung 1,15 Mio. Euro. Netto-Investition 330 k Eigenmittel plus KfW-Kredit 400 k zu 1,4 %. Betriebs-Effizienz: Stromverbrauch 1.200 MWh/Jahr × 0,21 € (durch PV-Eigenverbrauchs-Optimierung effektiv niedrigerer Strompreis) = 252 k jährlich. Gegenüber Bestand-Gas (2.400 MWh × 0,11 € plus CO2-Bepreisung) etwa 320 k plus 80 k Wartung = 400 k. Einsparung etwa 150 k/Jahr. CO2-Reduktion über 800 t/Jahr.

Sicherheits-Aspekte und Aufstell-Konzepte

Hochtemperatur-WP mit R290 oder R744 haben spezielle Sicherheits-Anforderungen, die bei der Planung berücksichtigt werden müssen. R290 Propan — Sicherheits-Konzept: Brennbares Kältemittel der Sicherheitsklasse A3. Pro Modul gesetzlich begrenzte Füllmenge (typisch 1,5–3 kg). Bei Aufstellung in geschlossenen Räumen Belüftungs-Konzepte gegen Gas-Ansammlung notwendig — typisch 4-facher Luftwechsel pro Stunde plus Gas-Sensoren mit automatischer Alarmierung. EX-Schutz-Zonen-Konzept nach BetrSichV. Bei größeren Anlagen oft Außen-Aufstellung oder eigens vorbereiteter Maschinen-Raum mit ATEX-Geräten. Investitions-Aufpreis für die Sicherheits-Maßnahmen 8–25 k pro Modul. R744 CO2 — Sicherheits-Konzept: Nicht brennbar, nicht giftig in normalen Konzentrationen. Sicherheits-Anforderungen niedriger als bei R290. Aber: hoher Arbeitsdruck (typisch 90–130 bar im Hochdruck-Kreis), Material-Anforderungen Edelstahl plus druckfeste Wärmetauscher. Bei Leckagen Erstickungs-Gefahr in geschlossenen Räumen — Sauerstoff-Sensoren mit Alarm-Auslösung erforderlich. Investitions-Aufpreis für die druckfeste Bauweise 15–30 % gegenüber R290-Anlagen. DIN EN 378 als Rahmen: Die europäische Norm für Sicherheits-Anforderungen in Kälte-Anlagen gibt detaillierte Vorgaben für Aufstellung, Belüftung, Sicherheits-Einrichtungen, Personal-Qualifikation. Pflicht-Bestandteil jeder Hochtemperatur-WP-Planung. Bei Verstößen drohen Auflagen oder Stilllegung. F-Gase-Verordnung-Compliance: Bei R290 und R744 sind die F-Gase-Vorgaben deutlich entspannter als bei R32 oder R454B. Trotzdem Personal-Zertifizierung nach §5 ChemKlimaschutzV für Personen, die mit den Anlagen arbeiten. Wartungsbetriebe brauchen entsprechende Zulassungen. Wasserrechtliche Anforderungen bei Trinkwasser-Berührung: Wenn die WP Trinkwasser direkt erwärmt (häufig bei Wäschereien), gelten DVGW-Anforderungen mit getrennten Wärmetauschern (kein direkter Kontakt zwischen Kältemittel-Kreis und Trinkwasser). Plus Materialien, die in der DVGW-Liste der zugelassenen Werkstoffe stehen. Für gewerbliche Bauherren ist die Erkenntnis aus diesen Punkten: Hochtemperatur-WP-Projekte sind keine Standard-Installationen mit Tagesausführung. Sie erfordern Planung durch Profis mit Hochtemperatur-Spezialisierung, vor allem in der Wärmequellen- und Sicherheits-Auslegung. Die Investitions-Mehrkosten von 25–40 % gegenüber Standard-WP-Lösungen sind durch Effizienz-Vorteile bei den hohen Temperaturen oft schon nach 5–8 Jahren amortisiert.

⚠ Praxis-Hinweis

Hochtemperatur-WP gehören in Profi-Hände mit Spezialisierung — Sicherheits-Anforderungen nach DIN EN 378, F-Gase-Vorgaben, Druckanforderungen unterscheiden sich von Standard-WP. R290 und R744 sind 2026 die dominanten Kältemittel mit niedrigem GWP. Wärmerückgewinnung aus Prozess-Abluft als Standard-Baustein einplanen.

Häufige Fragen — Prozesswärme in Werkstatt und Industrie mit Hochtemperatur-WP

Bis welche Temperatur schaffen Hochtemperatur-WP?
R290 (Propan) zuverlässig bis 80–90 °C, in Sonderausführungen bis 95 °C. R744 (CO2) bis 95 °C im Standard, in transcritical-Konfiguration bis 120–150 °C. Spezial-Kältemittel wie R600a oder R1234ze ergänzen den Markt. Über 150 °C wird es technisch sehr aufwendig — hier konkurrieren WP mit klassischen Gas-Brennern oder elektrischen Direktheizungen.
Was kostet eine Hochtemperatur-WP gegenüber Standard?
Aufpreis gegenüber Standard-WP gleicher Leistung typisch 30–50 %. Eine 80-kW-Standard-WP kostet brutto 35–50 k, eine 80-kW-Hochtemperatur-WP mit R290 50–75 k, mit R744 65–90 k. Plus Mehrkosten für die druckfeste Hydraulik (Pufferspeicher mit 6+ bar Druckfestigkeit, spezielle Wärmetauscher) 15–30 k. Plus ggf. Aufstell-Konzept (EX-Schutz bei R290) 5–15 k.
Welche JAZ erreicht eine Hochtemperatur-WP?
Bei 80 °C Vorlauf und 0 °C Quelltemperatur (Luft im Winter) typisch SCOP 2,8–3,2. Bei 60 °C Vorlauf und 10 °C Quelltemperatur (Sole) SCOP 3,5–4,2. Bei 95 °C Vorlauf SCOP 2,2–2,8. Die JAZ ist immer niedriger als bei Standard-WP mit 35 °C Vorlauf — aber im Vergleich zu Gas (Wirkungsgrad 90–95 %) immer noch sehr effizient.
R290 oder R744 — wann was?
R290 (Propan) bei Anwendungen 75–95 °C Vorlauftemperatur und mittleren Leistungs-Bereichen 50–500 kW pro Modul. Niedrigere Investitionskosten, einfachere Hydraulik. R744 (CO2) bei sehr hohen Vorlauftemperaturen 90–150 °C oder bei großem Temperatur-Hub von Trinkwasser-Erwärmung (10 → 60 °C). Höhere Investition, dafür extrem hohe Effizienz bei großen Temperatur-Differenzen.
Sicherheits-Aufpreis für R290 — wie hoch?
Pro Modul typisch 8–25 k zusätzlich für Belüftungs-Konzept, Gas-Sensoren, ATEX-Aufstellung (falls in geschlossenem Raum nötig), EX-geschützte Komponenten. Bei Außen-Aufstellung im Hof oder auf dem Dach reduzieren sich die Sicherheits-Anforderungen erheblich — oft ist die Außen-Aufstellung wirtschaftlich attraktiver als die Innen-Variante mit Sicherheits-Aufpreis.
Wärmerückgewinnung aus Prozess-Abluft — sinnvoll?
Bei großen Wärmeströmen aus Trocknern, Abwasser oder Abluft fast immer. Bei einer Wäscherei mit 4 t Tagesleistung enthält die Trockner-Abluft 1.500–2.500 kWh täglich an thermischer Energie auf 60–80 °C-Niveau. Ein einfacher Plattenwärmetauscher kann davon 70–85 % zurückgewinnen und in die WP-Quelle einspeisen — was die Effizienz der WP deutlich erhöht. Investition 15–35 k einschließlich Wärmetauscher und Hydraulik. Amortisation 2–3 Jahre.
Brauerei mit gleichzeitigem Kühlbedarf — ideal für WP?
Ja, geradezu ideal. Eine Brauerei hat sowohl Wärmebedarf (Maische-Vorbereitung, Würze-Kochung) als auch Kältebedarf (Gärtemperatur 8–15 °C). Eine Wärmepumpe kann beides gleichzeitig liefern — die Wärme aus der Kühlung der Gärtanks wird auf höhere Temperaturen transformiert und für die Wärmebedarfsprozesse genutzt. Effizienz-Gewinn gegenüber separater Wärme- und Kälte-Erzeugung 30–60 %. Bei größeren Brauereien fast immer wirtschaftlich attraktiv.
Hochtemperatur-WP-Förderung über BAFA?
Ja, mit speziellem Hochtemperatur-Bonus 10 % zusätzlich zur Grundförderung 25 %. Plus Klimabonus 20 %, iSFP 5 %, Erdsonden-Bonus 10 %, Effizienz-Bonus 5 % bei besonders effizienten Anlagen. Erreichbare Förderquoten bei Hochtemperatur-WP-Projekten 55–70 % auf förderfähige Anteile. Bei Großprojekten kommen ergänzend BMWK-Sonderprogramme (Bundes-Wirtschafts-Ministerium) für klimaneutrale Industrie-Sektoren in Frage, oft mit weiteren 10–25 % zusätzlicher Förderung.

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