Wie die Wärmepumpe zwischen Sommer- und Winterbetrieb umschaltet
Im Lauf des Jahres wechselt die Wärmepumpe zwischen Winterbetrieb und Sommerbetrieb. Diese Seite erklärt, was die beiden Zustände bedeuten, wie die Umschaltung automatisch über die Heizgrenze geschieht, was im Sommerbetrieb mit dem Warmwasser ist und warum es in der Übergangszeit hin und her gehen kann.
Sommerbetrieb und Winterbetrieb — zwei Zustände#
Eine Wärmepumpe kennt im Lauf des Jahres, was die Raumheizung betrifft, zwei grundsätzliche Zustände: den Winterbetrieb und den Sommerbetrieb. Diese beiden Begriffe sind nicht wörtlich an die Kalenderjahreszeiten gebunden, sondern beschreiben, ob die Wärmepumpe das Haus heizt oder nicht.
Im Winterbetrieb ist die Raumheizung aktiv. Die Wärmepumpe heizt das Haus, weil es draußen kühl genug ist, dass das Gebäude Heizwärme braucht. Das ist der Zustand, den man von der Heizung in der kalten Jahreszeit kennt: Die Wärmepumpe sorgt dafür, dass es im Haus warm ist.
Im Sommerbetrieb ruht die Raumheizung. Die Wärmepumpe heizt das Haus nicht, weil es draußen mild genug ist, dass das Gebäude keine Heizwärme braucht. Das ist der Zustand der warmen Jahreshälfte, in der schlicht nicht geheizt werden muss.
Wichtig ist, dass mit Sommerbetrieb hier ausdrücklich das Ruhen der Raumheizung gemeint ist — nicht die Frage, ob die Wärmepumpe im Sommer kühlen kann. Manche Wärmepumpen können im Sommer auch kühlen; das ist ein eigenes Thema, dem ein eigener Q&A-Cluster dieses Portals gewidmet ist. In diesem Cluster geht es um die Heizgrenze und damit um das Heizen: Der Sommerbetrieb meint hier den Zustand, in dem die Raumheizung eingestellt ist.
Die beiden Zustände — Heizung an, Heizung aus — sind das eine. Das andere ist die Frage, wie die Wärmepumpe zwischen ihnen wechselt. Es wäre umständlich, wenn man im Frühjahr selbst einen Schalter umlegen müsste, um die Heizung abzuschalten, und im Herbst wieder einen, um sie einzuschalten. Genau hier kommt die Heizgrenze ins Spiel — sie sorgt dafür, dass die Umschaltung zwischen den beiden Zuständen von selbst geschieht. Wie das funktioniert, erklärt der nächste Abschnitt.
Die Umschaltung geschieht automatisch über die Heizgrenze#
Der Wechsel zwischen Winterbetrieb und Sommerbetrieb ist nichts, worum sich der Verbraucher von Hand kümmern muss. Die Umschaltung geschieht automatisch — und das Kriterium dafür ist die Heizgrenze.
Wie eine andere Q&A-Seite in diesem Cluster erklärt, ist die Heizgrenze die Außentemperatur-Schwelle, an der sich entscheidet, ob geheizt wird. Genau diese Schwelle steuert auch die Umschaltung zwischen den beiden Betriebszuständen. Die Regelung der Wärmepumpe vergleicht fortlaufend die Außenbedingungen mit der Heizgrenze und schaltet entsprechend um.
Im Herbst, wenn es allmählich kühler wird, unterschreiten die Außenbedingungen irgendwann die Heizgrenze. Das ist der Moment, in dem die Wärmepumpe von selbst vom Sommerbetrieb in den Winterbetrieb wechselt: Sie nimmt die Raumheizung auf. Im Frühjahr, wenn es allmählich milder wird, überschreiten die Außenbedingungen die Heizgrenze wieder. Dann wechselt die Wärmepumpe von selbst vom Winterbetrieb in den Sommerbetrieb: Sie stellt die Raumheizung ein.
Dieser ganze Vorgang läuft selbsttätig ab. Der Verbraucher muss nicht im Kalender nachsehen, keinen Schalter umlegen und keine Jahreszeit einstellen. Die Wärmepumpe erkennt anhand der Außenbedingungen und der Heizgrenze selbst, welcher Betrieb gerade angebracht ist, und schaltet entsprechend um. Das ist ein Komfortmerkmal: Die Heizung passt sich dem Lauf des Jahres von allein an.
Für den Verbraucher hat das eine beruhigende Konsequenz. Wenn die Wärmepumpe im Frühjahr aufhört zu heizen, hat niemand etwas falsch gemacht und nichts ist kaputt — die Wärmepumpe hat schlicht die Heizgrenze überschritten und ist in den Sommerbetrieb gewechselt. Und wenn sie im Herbst von selbst wieder zu heizen beginnt, ist das ebenso die automatische Umschaltung. Man kann sich darauf verlassen, dass die Wärmepumpe diesen Wechsel selbst vornimmt.
Eine Voraussetzung dafür, dass dieser Automatismus gut funktioniert, ist allerdings, dass die Heizgrenze sinnvoll eingestellt ist — denn die automatische Umschaltung ist nur so gut wie die Schwelle, nach der sie sich richtet. Damit befasst sich eine eigene Q&A-Seite in diesem Cluster.
Was im Sommerbetrieb weiterläuft — das Warmwasser#
Wenn die Wärmepumpe in den Sommerbetrieb wechselt und die Raumheizung ruht — heißt das, dass die Wärmepumpe dann gar nichts mehr tut? Nein. Ein wichtiger Teil ihrer Aufgabe läuft weiter: die Warmwasserbereitung.
Viele Wärmepumpen erfüllen zwei Aufgaben. Sie heizen das Haus, und sie bereiten das Warmwasser — also das warme Wasser für Dusche, Bad und Küche. Diese beiden Aufgaben sind voneinander unabhängig. Die Heizgrenze und die Umschaltung zwischen Sommer- und Winterbetrieb betreffen nur die erste Aufgabe, die Raumheizung. Die Warmwasserbereitung ist davon nicht betroffen.
Der Grund liegt auf der Hand: Warmwasser wird das ganze Jahr über gebraucht. Auch im Hochsommer möchte man warm duschen. Während die Raumheizung an einen jahreszeitlichen Bedarf gebunden ist — geheizt wird nur, wenn es kühl ist —, gibt es für das Warmwasser keinen solchen saisonalen Wechsel. Der Bedarf an warmem Wasser besteht im Sommer wie im Winter.
Deshalb gilt: Im Sommerbetrieb ruht die Raumheizung, aber die Warmwasserbereitung läuft weiter. Die Wärmepumpe stellt also nicht etwa ihren Betrieb ein, wenn sie in den Sommerbetrieb wechselt — sie stellt nur das Heizen des Hauses ein und kümmert sich weiterhin um das Warmwasser.
Für den Verbraucher erklärt das eine Beobachtung, die sonst verwirren könnte: Auch im Sommer, wenn längst nicht mehr geheizt wird, ist die Wärmepumpe von Zeit zu Zeit in Betrieb. Das ist kein Widerspruch zum Sommerbetrieb und kein Zeichen, dass die Heizgrenze nicht funktioniert. Es ist die Warmwasserbereitung, die unabhängig von der Heizgrenze weiterläuft.
Wer also im Sommer bemerkt, dass die Wärmepumpe arbeitet, obwohl doch Sommerbetrieb ist und nicht geheizt wird, muss sich nicht wundern: Die Wärmepumpe sorgt dann für das Warmwasser. Wie sich die Wärmepumpe im Sommer insgesamt verhält, auch in Bezug auf das Warmwasser, behandelt ergänzend ein eigener Q&A-Cluster dieses Portals zum Sommerbetrieb.
Die Übergangszeit — wenn es hin und her geht#
Der Wechsel zwischen Winterbetrieb und Sommerbetrieb ist nicht immer ein einmaliger, sauberer Umschaltpunkt. Besonders in der Übergangszeit — im Frühjahr und im Herbst — kann es vorkommen, dass die Wärmepumpe zwischen den beiden Zuständen hin und her wechselt. Auch das ist normal und erklärbar.
Die Übergangszeit ist gerade dadurch gekennzeichnet, dass das Wetter unbeständig ist. Im Frühjahr folgt auf eine milde Phase noch einmal ein Kälteeinbruch; im Herbst kann nach den ersten kühlen Tagen noch einmal eine warme Phase kommen. Das Wetter bewegt sich in dieser Zeit gerade im Bereich rund um die Heizgrenze — mal darüber, mal darunter.
Die Folge ist nachvollziehbar: Wenn die Außenbedingungen mal über und mal unter der Heizgrenze liegen, dann wechselt auch die Wärmepumpe entsprechend. Sie nimmt während einer kühlen Phase die Raumheizung wieder auf und stellt sie ein, wenn es wieder milder wird. In der Übergangszeit kann es deshalb durchaus sein, dass die Heizung mehrfach wechselt — sie war schon aus und ist noch einmal angegangen, oder umgekehrt.
Das ist kein Fehlverhalten der Wärmepumpe. Im Gegenteil: Es zeigt, dass die automatische Umschaltung funktioniert. Die Wärmepumpe folgt mit ihrem Verhalten dem wechselhaften Wetter — sie heizt, wenn ein Kälteeinbruch es nötig macht, und ruht, wenn es wieder mild wird. Genau das soll die Heizgrenze leisten.
Dass die Regelung dabei, wie eine andere Q&A-Seite in diesem Cluster erklärt, in der Regel den Temperaturverlauf über einen Zeitraum betrachtet und nicht nur die Momentan-Temperatur, sorgt dafür, dass dieses Hin und Her nicht ins Hektische kippt. Die Wärmepumpe reagiert auf echte Wetterphasen, nicht auf jede kurzfristige Schwankung.
Für den Verbraucher ist die Botschaft: Wenn die Wärmepumpe in der Übergangszeit zwischen Heizen und Nicht-Heizen wechselt, ist das normal und richtig. Man sollte sich davon nicht beunruhigen lassen und auch nicht versucht sein, ständig manuell einzugreifen. Die Wärmepumpe handhabt die wechselhafte Übergangszeit über die Heizgrenze selbst — sie tut genau das, wofür der Mechanismus gedacht ist.
⚠ Praxis-Hinweis
Wenn die Wärmepumpe im Sommer von Zeit zu Zeit läuft, obwohl sie nicht heizt, ist das kein Widerspruch — sie bereitet das Warmwasser, das unabhängig von der Heizgrenze das ganze Jahr gebraucht wird.
Häufige Fragen — Wie die Wärmepumpe zwischen Sommer- und Winterbetrieb umschaltet
Was bedeuten Sommerbetrieb und Winterbetrieb?▾
Muss ich die Umschaltung selbst vornehmen?▾
Heizt die Wärmepumpe im Sommerbetrieb gar nicht mehr?▾
Warum wechselt die Heizung in der Übergangszeit hin und her?▾
Ist das Hin und Her in der Übergangszeit ein Fehler?▾
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