Heizkosten mit einer Wärmepumpe in der Mietwohnung
Wenn die Mietwohnung künftig mit einer Wärmepumpe beheizt wird, fragen sich Mieter vor allem eines: Was wird aus meinen Heizkosten? Diese Seite erklärt, wie sich die Heizkosten ändern, wie sie abgerechnet werden, ob es eher teurer oder günstiger wird und was der Mieter selbst beeinflussen kann.
Strom statt Gas — die Heizkosten ändern ihren Charakter#
Wenn eine Mietwohnung von einer alten Heizung auf eine Wärmepumpe umgestellt wird, ändert sich etwas Grundlegendes an den Heizkosten: ihr Charakter.
Eine alte Heizung verbrennt einen Brennstoff — meist Gas oder Öl. Die Heizkosten der Wohnung bestehen dann im Kern aus den Kosten für diesen Brennstoff. Eine Wärmepumpe verbrennt nichts; sie wird mit Strom betrieben. Damit bestehen die Heizkosten künftig im Kern aus den Kosten für den Strom, den die Wärmepumpe verbraucht.
Dieser Wechsel von Brennstoff zu Strom ist mehr als ein Detail. Strom und Gas haben unterschiedliche Preise je Einheit, und sie entwickeln sich unterschiedlich. Auch wirken auf beide unterschiedliche Faktoren ein — etwa die CO2-Bepreisung, die auf fossile Brennstoffe wirkt. Die Heizkosten der Wohnung hängen nach der Umstellung an einer anderen Energieform als zuvor.
Entscheidend für das Verständnis ist ein Punkt: Eine Wärmepumpe verbraucht nicht einfach so viel Strom, wie eine alte Heizung Brennstoff verbraucht hat. Die Wärmepumpe macht aus einer Einheit Strom ein Vielfaches an Wärme — das ist ihr Grundprinzip. Man kann die Kosten also nicht abschätzen, indem man einfach den bisherigen Verbrauch nimmt und mit dem Strompreis multipliziert. Die Effizienz der Wärmepumpe steht dazwischen.
Genau diese Effizienz ist der Schlüssel zur Frage, ob die Heizkosten am Ende höher oder niedriger ausfallen — dazu ein eigener Abschnitt. Zunächst aber lohnt der Blick darauf, wie die Heizkosten in der Mietwohnung überhaupt abgerechnet werden, denn auch das ist für den Mieter relevant.
Wie die Heizkosten abgerechnet werden#
In einer Mietwohnung zahlt der Mieter die Heizkosten in aller Regel nicht direkt an einen Energieversorger, sondern über die Betriebskostenabrechnung des Vermieters. Das gilt auch, wenn die Wohnung mit einer Wärmepumpe beheizt wird.
Der übliche Ablauf: Der Mieter zahlt monatlich eine Vorauszahlung auf die Heizkosten. Einmal im Jahr erstellt der Vermieter eine Heizkostenabrechnung. Darin werden die tatsächlichen Heizkosten des Gebäudes erfasst und auf die Wohnungen verteilt. Aus dem Vergleich mit den geleisteten Vorauszahlungen ergibt sich eine Nachzahlung oder eine Erstattung.
Für die Verteilung der Heizkosten auf die einzelnen Wohnungen gibt es Regeln. Ein Teil der Kosten wird üblicherweise nach dem erfassten Verbrauch der einzelnen Wohnung abgerechnet, ein Teil nach einem anderen Maßstab wie der Wohnfläche. Der verbrauchsabhängige Anteil sorgt dafür, dass es sich für den einzelnen Mieter lohnt, sparsam zu heizen.
Bei einer Wärmepumpe ist die abzurechnende Energie der Strom, den die Wärmepumpe verbraucht. Wie dieser Verbrauch erfasst und verteilt wird, ist Sache des Vermieters und der mit der Abrechnung beauftragten Stellen. Für den Mieter ist wichtig zu wissen: Das Prinzip bleibt dasselbe wie bei einer Gasheizung — Vorauszahlung, jährliche Abrechnung, Verteilung nach Verbrauch und weiteren Maßstäben. Nur die zugrunde liegende Energie ist eine andere.
Ein praktischer Hinweis: Der Mieter sollte seine Heizkostenabrechnung — wie schon vor der Umstellung — aufmerksam lesen. Eine Abrechnung muss nachvollziehbar sein. Bei Unklarheiten hat der Mieter ein Recht, nachzufragen und Belege einzusehen. Wirkt eine Abrechnung unplausibel, kann man sie prüfen lassen, etwa bei einem Mieterverein.
Werden die Heizkosten höher oder niedriger?#
Die Frage, die Mieter am meisten beschäftigt, lautet: Werden meine Heizkosten mit der Wärmepumpe höher oder niedriger? Eine ehrliche Antwort muss zugeben: Pauschal lässt sich das nicht sagen — es hängt von mehreren Faktoren ab.
Der wichtigste Faktor ist die Effizienz der Wärmepumpe im konkreten Gebäude. Eine Wärmepumpe, die effizient arbeitet — die also aus wenig Strom viel Wärme gewinnt —, kann die Heizkosten in einen günstigen Bereich bringen. Eine Wärmepumpe, die in einem ungünstigen Gebäude mit hoher Vorlauftemperatur arbeitet oder schlecht eingestellt ist, arbeitet weniger effizient und verbraucht mehr Strom. Die Effizienz entscheidet maßgeblich mit.
Ein zweiter Faktor sind die Preise von Strom und dem zuvor genutzten Brennstoff — und ihre Entwicklung. Diese Preise sind nicht festgelegt und können sich ändern. Auch die CO2-Bepreisung, die auf fossile Brennstoffe wirkt, spielt in den Vergleich hinein.
Ein dritter Faktor ist das Gebäude selbst — sein Dämmzustand, sein Wärmebedarf. Ein sparsames Gebäude hat unabhängig von der Heizungsart niedrigere Heizkosten.
Weil so viele Faktoren zusammenwirken, ist jede pauschale Aussage wie mit einer Wärmepumpe wird es immer billiger oder immer teurer unseriös. Was sich seriös sagen lässt: Eine gut geplante, effizient laufende Wärmepumpe in einem geeigneten Gebäude hat gute Voraussetzungen für vertretbare, oft günstige Heizkosten. Eine schlecht laufende Wärmepumpe kann dagegen teuer werden.
Für den Mieter ist das eine wichtige, wenn auch unbequeme Erkenntnis: Die Höhe der künftigen Heizkosten hängt stark davon ab, wie gut die Wärmepumpe geplant und betrieben wird — und genau darauf hat der Mieter nur begrenzten Einfluss.
Was der Mieter selbst beeinflussen kann#
Wenn die Höhe der Heizkosten stark von Planung und Betrieb der Wärmepumpe abhängt — was kann der Mieter dann überhaupt selbst tun? Mehr, als man denkt, wenn auch nicht alles.
Der Mieter hat keinen Einfluss auf die großen Stellschrauben. Er entscheidet nicht über die Wärmepumpe, ihre Auslegung, ihre Einstellung. Das ist Sache des Vermieters und des Fachbetriebs. Was der Mieter aber sehr wohl beeinflussen kann, ist sein eigenes Heizverhalten — und das wirkt sich auf den verbrauchsabhängigen Teil seiner Heizkosten aus.
Ein erster Punkt ist die Raumtemperatur. Jedes Grad weniger spart Heizenergie. Wer bewusst und nicht übermäßig heizt, senkt seinen Verbrauch — das gilt bei der Wärmepumpe wie bei jeder Heizung.
Ein zweiter Punkt ist das richtige Heizen mit einer Wärmepumpe. Eine Wärmepumpe arbeitet am effizientesten im ruhigen, gleichmäßigen Betrieb. Ständiges starkes Hoch- und Runterregeln der Thermostate, das Beheizen einzelner Räume in extremen Sprüngen oder weit geöffnete Fenster über lange Zeit passen nicht gut zu ihrer Arbeitsweise. Ein gleichmäßiges, maßvolles Heizen und richtiges Stoßlüften statt Dauerkippen helfen.
Ein dritter Punkt ist die Aufmerksamkeit. Der Mieter ist täglich in der Wohnung. Fällt ihm etwas auf — die Wohnung wird nicht richtig warm, die Heizung verhält sich auffällig, der Verbrauch wirkt unplausibel —, sollte er das dem Vermieter melden. Eine schlecht laufende Wärmepumpe zu erkennen und zu melden, hilft, dass sie korrigiert wird.
Ein vierter Punkt ist das Nachfragen und Prüfen. Der Mieter kann sich für seine Heizkostenabrechnung interessieren, sie auf Plausibilität prüfen und bei Unklarheiten nachhaken — bei Bedarf mit Unterstützung eines Mietervereins.
Die ehrliche Gesamteinordnung: Der Mieter steuert die Wärmepumpe nicht, aber er ist ihr auch nicht hilflos ausgeliefert. Über sein Heizverhalten beeinflusst er den verbrauchsabhängigen Teil seiner Kosten, und über Aufmerksamkeit und Nachfragen trägt er dazu bei, dass eine schlecht laufende Anlage nicht unbemerkt teuer bleibt.
⚠ Praxis-Hinweis
Vorsicht bei pauschalen Aussagen, mit einer Wärmepumpe werde es immer billiger oder immer teurer. Die Heizkosten hängen von der Effizienz im konkreten Gebäude, den Energiepreisen und dem Gebäude selbst ab — eine schlecht laufende Wärmepumpe kann teuer sein, eine gut geplante günstig.
Häufige Fragen — Heizkosten mit einer Wärmepumpe in der Mietwohnung
Wie ändern sich meine Heizkosten mit einer Wärmepumpe?▾
Wie werden die Heizkosten in der Mietwohnung abgerechnet?▾
Wird Heizen mit der Wärmepumpe teurer oder billiger?▾
Kann ich als Mieter die Heizkosten beeinflussen?▾
Was tue ich, wenn die Heizkosten unplausibel wirken?▾
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