Wie unterscheiden sich Wärmepumpe und Pelletheizung?
Wärmepumpe und Pelletheizung führen beide zum warmen Haus — aber auf grundverschiedene Weise. Diese Seite zeigt, worin sich die beiden Systeme unterscheiden und was daraus folgt.
Der grundlegende Unterschied: Verbrennung oder nicht#
Der wichtigste Unterschied zwischen Wärmepumpe und Pelletheizung liegt in der Art, wie sie Wärme erzeugen. Und dieser eine Unterschied erklärt fast alles, was danach folgt.
Eine Pelletheizung erzeugt Wärme durch Verbrennung. In ihrem Kessel werden Holzpellets verbrannt, und die dabei entstehende Wärme wird zum Heizen genutzt. Vom Grundprinzip her arbeitet eine Pelletheizung damit ähnlich wie die Öl- oder Gasheizung, die sie ersetzt: Ein Brennstoff wird verbrannt, Wärme entsteht. Nur ist der Brennstoff ein anderer — Holzpellets statt Öl oder Gas.
Eine Wärmepumpe erzeugt Wärme nicht durch Verbrennung. Sie verbrennt überhaupt nichts. Stattdessen entzieht sie der Umgebung — der Luft, dem Erdreich, dem Grundwasser — Wärme, die dort ohnehin vorhanden ist, und bringt diese Wärme mit Hilfe von Strom auf ein nutzbares Temperaturniveau. Der Strom ist dabei nicht der Brennstoff, sondern die Antriebsenergie, mit der die kostenlose Umweltwärme nutzbar gemacht wird.
Dieser Gegensatz — Verbrennung auf der einen, kein Verbrennen auf der anderen Seite — ist der Schlüssel zum Verständnis aller weiteren Unterschiede. Denn aus der Verbrennung folgt eine ganze Reihe von Konsequenzen: Wer verbrennt, braucht einen Brennstoff, muss ihn lagern, muss ihn nachliefern lassen, braucht einen Schornstein für die Abgase, hat es mit Asche zu tun. Wer nicht verbrennt, hat von all dem nichts — braucht aber Strom und eine Anlage, die die Umweltwärme erschließt.
Die folgenden Abschnitte gehen diese Konsequenzen durch. Wichtig ist, sie nicht als Wertung zu lesen — weder die Verbrennung noch der Verzicht darauf ist für sich genommen besser. Es sind zwei verschiedene Funktionsweisen, und jede bringt ihre eigenen Eigenschaften mit. Wer die Funktionsweisen verstanden hat, kann beurteilen, welche besser zum eigenen Haus und Alltag passt.
Was aus der Pelletheizung folgt: Brennstoff und Logistik#
Aus dem Umstand, dass eine Pelletheizung einen Brennstoff verbrennt, folgt eine Reihe von Eigenschaften, die ihren Alltag und ihre Anforderungen prägen.
Die Pelletheizung braucht einen Brennstoffvorrat. Holzpellets müssen gelagert werden — dafür braucht es einen geeigneten Lagerraum oder Lagerbehälter im oder am Haus. Dieser Lagerplatz nimmt Raum ein, der anderweitig nicht zur Verfügung steht. Das ist eine Anforderung an das Haus, die eine Wärmepumpe so nicht stellt.
Die Pelletheizung braucht Nachschub. Der Pelletvorrat wird mit der Zeit verbraucht und muss nachgefüllt werden. Das bedeutet, dass in gewissen Abständen Pellets geliefert werden — eine Logistik, um die man sich kümmern muss: bestellen, liefern lassen, einlagern. Auch das kennt eine Wärmepumpe nicht; sie bezieht ihre Antriebsenergie als Strom über den vorhandenen Anschluss, ohne dass etwas geliefert und gelagert werden müsste.
Die Pelletheizung braucht einen Schornstein. Wo verbrannt wird, entstehen Abgase, und die müssen abgeführt werden. Eine Pelletheizung benötigt deshalb einen geeigneten Schornstein. In einem Haus, das vorher mit Öl oder Gas geheizt hat, ist oft ein Schornstein vorhanden, der genutzt oder angepasst werden kann — aber er bleibt ein Teil der Anlage. Eine Wärmepumpe braucht keinen Schornstein, weil sie keine Abgase erzeugt.
Die Pelletheizung erzeugt Asche. Bei der Verbrennung von Holz bleibt Asche zurück, die in gewissen Abständen entfernt werden muss. Das ist eine wiederkehrende kleine Tätigkeit, die zur Pelletheizung dazugehört.
All das zusammen ergibt das, was man die Brennstoff-Logistik der Pelletheizung nennen kann: lagern, liefern lassen, einen Schornstein haben, Asche beseitigen. Es ist nichts davon ein Drama — viele Haushalte leben gut damit. Aber es ist ein realer Teil des Alltags mit einer Pelletheizung, und es will in die Entscheidung einbezogen werden. Manche Menschen stört diese Logistik nicht oder sie schätzen sogar die Beschäftigung mit der Heizung; andere wünschen sich genau das nicht. Beides ist legitim.
Was aus der Wärmepumpe folgt — und worin sie sich beim Heizen unterscheidet#
Auch aus der Funktionsweise der Wärmepumpe folgen Eigenschaften — andere als bei der Pelletheizung.
Die Wärmepumpe braucht keine Brennstoff-Logistik. Kein Lagerraum, keine Lieferungen, kein Schornstein, keine Asche. Sie bezieht ihre Antriebsenergie als Strom. Das macht ihren Alltag in dieser Hinsicht unaufwendig: Die Heizung läuft, ohne dass man sich um Brennstoff kümmern müsste.
Dafür braucht die Wärmepumpe Strom und eine Anlage, die die Umweltwärme erschließt. Bei einer Luft-Wärmepumpe gehört dazu in aller Regel ein Außengerät, das einen Platz am Haus braucht. Bei Erd- oder Grundwasser-Wärmepumpen gehört eine Erschließung der Wärmequelle im Boden dazu. Die Wärmepumpe stellt also andere Anforderungen an das Haus als die Pelletheizung — nicht einen Lagerraum, aber etwa einen Platz fürs Außengerät.
Ein besonders wichtiger Unterschied betrifft die Temperatur, mit der geheizt wird. Eine Pelletheizung kann, ähnlich wie die Öl- oder Gasheizung, problemlos hohe Vorlauftemperaturen liefern. Eine Wärmepumpe arbeitet dagegen umso effizienter, je niedriger die Vorlauftemperatur ist — sie ist auf ein Heizsystem mit eher niedrigen Temperaturen angewiesen, um ihre Stärken auszuspielen. Das ist einer der Gründe, warum die Frage, mit welcher Temperatur ein Haus beheizt werden muss, bei der Entscheidung eine so große Rolle spielt. In Häusern, in denen niedrige Vorlauftemperaturen gut möglich sind, spielt die Wärmepumpe ihre Effizienz aus. In Häusern, die sehr hohe Temperaturen verlangen und bei denen sich das schwer ändern lässt, ist das ein Punkt, der zugunsten der Pelletheizung sprechen kann — mehr dazu auf der nächsten Seite dieses Clusters.
Ein weiterer Unterschied betrifft den Betrieb. Eine Luft-Wärmepumpe hat ein Außengerät, das im Betrieb Geräusche erzeugt — dazu gibt es einen eigenen Cluster dieses Portals. Eine Pelletheizung hat kein Außengerät, dafür aber den Brennstoff-Aspekt. Es sind, wieder einmal, zwei verschiedene Profile.
Die Summe der drei Abschnitte: Wärmepumpe und Pelletheizung unterscheiden sich grundlegend — Verbrennung gegen Umweltwärme, Brennstoff-Logistik gegen Strombezug, hohe Temperaturen problemlos gegen Vorliebe für niedrige Temperaturen. Keiner dieser Unterschiede macht eine der beiden pauschal besser. Sie machen die beiden nur unterschiedlich — und damit unterschiedlich gut passend für unterschiedliche Häuser und Haushalte.
⚠ Praxis-Hinweis
Der Unterschied Verbrennung gegen Umweltwärme erklärt alles Weitere: Pellet bedeutet Brennstoff-Logistik und verträgt hohe Temperaturen, die Wärmepumpe braucht Strom und niedrige Vorlauftemperaturen. Zwei Profile, kein pauschaler Sieger.
Häufige Fragen — Wie unterscheiden sich Wärmepumpe und Pelletheizung?
Was ist der grundlegende Unterschied zwischen Wärmepumpe und Pelletheizung?▾
Was bringt die Verbrennung bei der Pelletheizung mit sich?▾
Was braucht die Wärmepumpe stattdessen?▾
Spielt die Heiztemperatur eine Rolle?▾
Macht einer dieser Unterschiede eine Heizung besser?▾
Wärmepumpe fachlich prüfen lassen
Wir vermitteln Heizungsbauer- und Energieberater-Partner, die einschätzen, ob die Wärmepumpe zu Ihrem Haus passt.
Verwandte Themen auf xpora.de
Hier sind weitere Themen rund um die Wärmepumpe, die zu diesem Beitrag passen.