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Long-Tail-Q&A — Solarthermie

Wärmepumpe und Solarthermie — wie funktioniert die Kombination?

Wer Wärmepumpe und Solarthermie zusammen betreiben will, sollte verstehen, wie die beiden Systeme zusammenarbeiten. Diese Seite erklärt: über welches Bauteil die Kombination läuft, welche Rolle der Speicher und die Regelung spielen, wie sich die Arbeit über das Jahr verteilt und worauf bei der gemeinsamen Planung zu achten ist.

Der Speicher als gemeinsamer Treffpunkt

Das Verständnis der Kombination beginnt mit einer einfachen Frage: Wo treffen Wärmepumpe und Solarthermie eigentlich aufeinander? Die Antwort ist der Speicher. Wärmepumpe und Solarthermie sind zwei getrennte Wärmeerzeuger. Die Wärmepumpe hebt Umweltwärme auf ein nutzbares Niveau. Die Solarthermie-Kollektoren auf dem Dach erwärmen eine Flüssigkeit. Beide müssen ihre Wärme irgendwo zusammenführen — und das geschieht in einem Speicher: einem Pufferspeicher für das Heizwasser, einem Warmwasserspeicher für das Trinkwarmwasser oder einem Kombispeicher, der beides vereint. Ein Speicher, der von beiden Quellen gespeist werden soll, ist entsprechend ausgestattet. Er hat in der Regel zwei Wärmetauscher beziehungsweise zwei Anschlussebenen: einen Bereich, über den die Solarthermie ihre Wärme einbringt — typischerweise im unteren, kühleren Teil des Speichers, wo die Solaranlage auch bei mäßigem Ertrag noch etwas beitragen kann —, und einen Bereich für die Wärmepumpe. Solche Speicher heißen oft bivalente Speicher, weil sie für zwei Wärmequellen ausgelegt sind. Das ist der zentrale Punkt für die Planung: Die Kombination aus Wärmepumpe und Solarthermie funktioniert nur mit einem passend ausgelegten Speicher. Ein einfacher Standardspeicher, der nur für die Wärmepumpe gedacht ist, kann die Solarwärme nicht aufnehmen. Wer beide Systeme will, muss den Speicher von Anfang an dafür auslegen — nachträglich ist das ungleich aufwendiger.

Die Regelung entscheidet über das Zusammenspiel

Ein Speicher allein macht noch kein funktionierendes Zusammenspiel. Damit Wärmepumpe und Solarthermie wirklich gut zusammenarbeiten, braucht es eine Regelung, die beide Systeme aufeinander abstimmt. Die Grundidee der Regelung lautet: Solarwärme hat Vorrang. Die Wärme aus den Kollektoren ist im Betrieb praktisch kostenlos — sobald die Sonne ausreichend scheint, soll diese Wärme genutzt werden, bevor die Wärmepumpe Strom verbraucht. Eine sinnvolle Regelung sorgt also dafür, dass die Wärmepumpe sich zurückhält, solange die Solaranlage liefert, und erst dann einspringt, wenn die Solarwärme nicht reicht. Genau hier liegt aber auch eine Schwierigkeit. Es gibt nicht eine Regelung, sondern oft zwei: die Regelung der Wärmepumpe und die Regelung der Solaranlage. Wenn diese beiden nicht aufeinander abgestimmt sind, können sie gegeneinander arbeiten — etwa wenn die Wärmepumpe den Speicher schon aufheizt, obwohl gleich Solarwärme zur Verfügung stünde. Das Ergebnis wäre ein Betrieb, der schlechter ist als jedes System für sich. Deshalb gilt: Eine saubere, abgestimmte Regelung ist das Herzstück der Kombination. Idealerweise spricht ein System mit dem anderen, oder eine übergeordnete Regelung koordiniert beide. Diese Abstimmung herzustellen ist anspruchsvoller, als ein einzelnes System einzuregeln — und einer der Gründe, warum die Kombination einen erfahrenen Fachbetrieb verlangt.

Wie sich die Arbeit über das Jahr verteilt

Um die Kombination richtig einzuschätzen, hilft ein Blick darauf, wie sich die Arbeit von Wärmepumpe und Solarthermie über das Jahr verteilt — denn beide Systeme haben sehr unterschiedliche Jahresprofile. Im Sommer ist die Solarthermie in ihrem Element. Die Sonne steht hoch, die Kollektoren liefern viel Wärme — oft mehr, als für das Warmwasser gebraucht wird. In dieser Zeit kann die Solarthermie die Warmwasserbereitung weitgehend übernehmen, und die Wärmepumpe muss für das Warmwasser kaum oder gar nicht anspringen. Geheizt wird im Sommer ohnehin nicht. In der Übergangszeit — Frühling und Herbst — teilen sich beide Systeme die Arbeit. Die Solarthermie liefert an sonnigen Tagen einen Beitrag, die Wärmepumpe ergänzt, was fehlt. Im Winter dreht sich das Bild. Genau dann, wenn der Wärmebedarf am höchsten ist — für die Heizung und für das Warmwasser —, liefert die Solarthermie am wenigsten. Die Sonne steht tief, die Tage sind kurz, die Erträge sind gering. In dieser Zeit trägt die Wärmepumpe praktisch die gesamte Last. Daraus folgt die ehrliche Einordnung der Kombination: Solarthermie entlastet die Wärmepumpe vor allem im Sommerhalbjahr und vor allem beim Warmwasser. Im Winter, wenn es darauf ankäme, kann sie wenig beitragen. Wer die Kombination plant, sollte diese Erwartung haben — Solarthermie ist eine sommerliche Entlastung, kein winterlicher Ersatz für die Wärmepumpe.

Worauf bei der gemeinsamen Planung zu achten ist

Wer Wärmepumpe und Solarthermie zusammen betreiben will, sollte einige Punkte beachten, damit aus zwei Systemen ein gut funktionierendes Gesamtsystem wird. Erstens: von Anfang an gemeinsam planen. Die Kombination ist keine Sache, die man nacheinander erledigt. Speicher, Hydraulik und Regelung müssen für beide Quellen zugleich ausgelegt sein. Wer zuerst die Wärmepumpe einbaut und später Solarthermie ergänzen will, stößt oft auf einen Speicher, der dafür nicht vorbereitet ist. Zweitens: den richtigen Speicher wählen. Der Speicher ist das verbindende Element. Er muss bivalent ausgelegt sein, also beide Quellen aufnehmen können, und groß genug, um die schwankende Solarwärme sinnvoll zu puffern. Eine zu kleine Speicherung verschenkt Solarertrag. Drittens: die Regelung ernst nehmen. Die abgestimmte Regelung entscheidet darüber, ob die Systeme zusammen- oder gegeneinander arbeiten. Dieser Punkt sollte im Gespräch mit dem Fachbetrieb ausdrücklich angesprochen werden. Viertens: einen erfahrenen Fachbetrieb wählen. Die Kombination aus zwei Wärmeerzeugern ist anspruchsvoller als eine einzelne Wärmepumpe. Sie verlangt einen Betrieb, der mit beiden Techniken vertraut ist. Ein Energieberater kann zudem im Vorfeld klären, ob die Kombination für das konkrete Haus überhaupt der richtige Weg ist. Fünftens: die Wartung mitdenken. Zwei Systeme bedeuten zwei Anlagen, die gepflegt werden müssen — die Solaranlage hat eigene Wartungspunkte, etwa die Solarflüssigkeit. Das gehört in die ehrliche Gesamtrechnung.

⚠ Praxis-Hinweis

Die Kombination steht und fällt mit Speicher und Regelung. Beide Systeme von Anfang an gemeinsam planen und einen Fachbetrieb wählen, der mit beiden Techniken vertraut ist — eine nicht abgestimmte Regelung lässt die Systeme gegeneinander arbeiten.

Häufige Fragen — Wärmepumpe und Solarthermie — wie funktioniert die Kombination?

Über welches Bauteil arbeiten Wärmepumpe und Solarthermie zusammen?
Über den Speicher. Beide sind getrennte Wärmeerzeuger und führen ihre Wärme in einem gemeinsamen Speicher zusammen — meist einem bivalenten Speicher mit zwei Wärmetauschern beziehungsweise Anschlussebenen, einer für die Solarthermie, einer für die Wärmepumpe.
Brauche ich einen besonderen Speicher?
Ja. Ein Standardspeicher nur für die Wärmepumpe kann die Solarwärme nicht aufnehmen. Für die Kombination braucht es einen bivalenten Speicher, der für beide Quellen ausgelegt und groß genug ist. Das muss von Anfang an eingeplant werden.
Warum ist die Regelung so wichtig?
Die Regelung sorgt dafür, dass Solarwärme Vorrang hat und die Wärmepumpe erst einspringt, wenn die Sonne nicht reicht. Sind die Regelungen von Wärmepumpe und Solaranlage nicht abgestimmt, können die Systeme gegeneinander arbeiten — das Ergebnis wäre schlechter als jedes System für sich.
Wann entlastet Solarthermie die Wärmepumpe?
Vor allem im Sommerhalbjahr und beim Warmwasser. Im Sommer kann die Solarthermie die Warmwasserbereitung weitgehend übernehmen. Im Winter, wenn der Wärmebedarf am höchsten ist, liefert sie wenig — dann trägt die Wärmepumpe praktisch die gesamte Last.
Kann ich Solarthermie später nachrüsten?
Möglich ja, aber aufwendig. Speicher, Hydraulik und Regelung müssen für beide Quellen ausgelegt sein. Wurde die Wärmepumpe ohne diese Vorbereitung eingebaut, ist eine spätere Ergänzung deutlich teurer. Besser ist es, die Kombination von Anfang an gemeinsam zu planen.

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