Wie viel Strom verbraucht eine Wärmepumpe?
Eine Wärmepumpe heizt mit Strom — die naheliegende Frage ist: wie viel? Diese Seite erklärt, warum es darauf keine eine Zahl gibt, wie der Stromverbrauch zustande kommt und worum es in diesem Q&A-Cluster geht.
Die Frage, die jeden interessiert#
Wer über eine Wärmepumpe nachdenkt oder bereits eine hat, stellt sich früher oder später eine sehr praktische Frage: Wie viel Strom verbraucht das Gerät eigentlich? Es ist eine der häufigsten Fragen rund um die Wärmepumpe — und eine sehr berechtigte. Denn eine Wärmepumpe heizt mit Strom, und der Stromverbrauch ist das, was am Ende auf der Stromrechnung sichtbar wird.
Die Antwort, die viele suchen, ist eine Zahl: so und so viele Kilowattstunden im Jahr. Diese eine Zahl gibt es aber nicht — jedenfalls nicht als allgemeingültige Antwort. Und das ist keine Ausflucht, sondern eine ehrliche Auskunft, die dieser Cluster gleich zu Beginn klarstellt: Der Stromverbrauch einer Wärmepumpe lässt sich nicht pauschal beziffern, weil er von Haus zu Haus, von Anlage zu Anlage und von Haushalt zu Haushalt verschieden ist.
Dieser Cluster nennt deshalb bewusst keine konkreten Kilowattstundenzahlen. Eine Zahl, die für das eine Haus stimmt, wäre für das nächste falsch — und eine falsche Zahl ist schlechter als gar keine. Was dieser Cluster stattdessen tut, ist nützlicher: Er erklärt, wie der Stromverbrauch zustande kommt, wovon er abhängt, wie man ihn für den eigenen Fall einschätzen kann und wie man ihn niedrig hält.
Eine Abgrenzung gehört an den Anfang, denn rund um den Stromverbrauch gibt es mehrere verwandte Themen, die eigene Q&A-Cluster dieses Portals behandeln. Die Jahresarbeitszahl — die Kennzahl für die Effizienz einer Wärmepumpe — ist ein eigener Cluster. Der Stromtarif — der Preis, den man pro Kilowattstunde zahlt — ist ein eigener Cluster. Die Kosten der Wärmepumpe insgesamt, in Euro, sind ein eigener Cluster. Und die Heizleistung der Wärmepumpe, gemessen in Kilowatt, behandelt wiederum ein anderer Cluster. Dieser Cluster hier behandelt allein eine Größe: die verbrauchte Strommenge — wie viel Strom die Wärmepumpe verbraucht.
Diese erste Seite klärt, warum es die eine Zahl nicht gibt und wie der Verbrauch grundsätzlich entsteht. Die folgenden Seiten machen daraus eine praktische Orientierung.
Wie der Stromverbrauch zustande kommt#
Um den Stromverbrauch einer Wärmepumpe zu verstehen, hilft ein Blick darauf, wofür eine Wärmepumpe Strom überhaupt braucht — und das ist der entscheidende Punkt, an dem sich die Wärmepumpe von anderen Heizungen unterscheidet.
Eine Wärmepumpe verbrennt keinen Brennstoff. Sie macht stattdessen Wärme nutzbar, die in der Umgebung ohnehin vorhanden ist — in der Luft, im Erdreich, im Grundwasser. Diese Umweltwärme ist kostenlos da, aber sie hat eine zu niedrige Temperatur, um damit direkt zu heizen. Die Aufgabe der Wärmepumpe ist es, diese Wärme auf ein nutzbares Temperaturniveau zu bringen. Genau dafür braucht sie Strom.
Der Strom ist also nicht der Brennstoff der Wärmepumpe — er ist die Antriebsenergie, mit der die Wärmepumpe die kostenlose Umweltwärme nutzbar macht. Und das ist der Grund, warum eine Wärmepumpe als sparsam gilt: Sie gibt mehr Heizwärme ab, als sie Strom aufnimmt. Der Strom ist gewissermaßen der Hebel, mit dem ein größerer Anteil kostenloser Umweltwärme bewegt wird. Aus einem Teil Strom wird ein Mehrfaches an Heizwärme. Wie groß dieser Hebel ist — also das Verhältnis von gewonnener Wärme zu eingesetztem Strom —, beschreibt die Jahresarbeitszahl, die einen eigenen Cluster dieses Portals hat.
Für die Frage des Stromverbrauchs folgt daraus eine einfache, aber wichtige Logik. Der Stromverbrauch der Wärmepumpe ergibt sich aus zwei Dingen: erstens daraus, wie viel Heizwärme das Haus überhaupt braucht — der Wärmebedarf —, und zweitens daraus, wie effizient die Wärmepumpe diese Wärme bereitstellt — die Effizienz, der Hebel. Vereinfacht gesagt: Je mehr Wärme das Haus braucht und je weniger effizient sie bereitgestellt wird, desto mehr Strom verbraucht die Wärmepumpe. Je weniger Wärme das Haus braucht und je effizienter die Anlage arbeitet, desto weniger Strom.
Damit ist auch klar, warum es die eine allgemeingültige Verbrauchszahl nicht geben kann: Sowohl der Wärmebedarf des Hauses als auch die Effizienz der Anlage sind von Fall zu Fall verschieden. Ein gut gedämmtes Haus mit einer gut geplanten Anlage verbraucht deutlich weniger Strom als ein schlecht gedämmtes Haus mit einer ungünstig arbeitenden Anlage — und beides nennt man eine Wärmepumpe. Wovon der Verbrauch im Einzelnen abhängt, zeigt die nächste Seite dieses Clusters.
Warum die richtige Frage nicht ist, ob, sondern wie viel#
Beim Thema Stromverbrauch der Wärmepumpe lohnt es sich, eine verbreitete Verunsicherung geradezurücken. Manchmal hört man die Sorge, eine Wärmepumpe sei ein heimlicher Stromfresser — als würde sie unbemerkt große Mengen Strom ziehen. Diese Sorge beruht auf einem Missverständnis.
Dass eine Wärmepumpe Strom verbraucht, ist kein Mangel und kein verstecktes Problem, sondern ihr Funktionsprinzip. Eine Wärmepumpe heizt mit Strom — das ist bekannt, das ist gewollt, das ist kein Geheimnis. Die richtige Frage ist deshalb nicht, ob eine Wärmepumpe Strom verbraucht (das tut sie selbstverständlich), sondern wie viel — und ob diese Menge angemessen ist.
Und hier ist die Einordnung wichtig. Der Stromverbrauch einer Wärmepumpe ist nicht mit dem Stromverbrauch zu verwechseln, den eine Stromdirektheizung hätte. Eine Wärmepumpe macht, wie der vorige Abschnitt erklärt hat, kostenlose Umweltwärme nutzbar und braucht den Strom nur als Hebel. Sie verbraucht deshalb für dieselbe Heizaufgabe deutlich weniger Strom, als wenn man die Wärme unmittelbar aus Strom erzeugen würde. Der Stromverbrauch einer ordentlich geplanten Wärmepumpe ist ein eingeplanter, sinnvoller Verbrauch — kein Ausreißer.
Daraus folgt die richtige Haltung zum Thema. Man sollte den Stromverbrauch der Wärmepumpe weder verharmlosen noch dramatisieren. Nicht verharmlosen: Der Verbrauch ist real, er ist auf der Stromrechnung sichtbar, und es lohnt sich, ihn im Blick zu haben und niedrig zu halten — dazu sagen die folgenden Seiten mehr. Nicht dramatisieren: Der Verbrauch ist kein heimlicher Stromfresser-Effekt, sondern eine eingeplante, durch das Funktionsprinzip erklärbare Größe.
Genau deshalb ist es nützlich, sich mit dem Stromverbrauch sachlich zu beschäftigen, statt ihn entweder zu fürchten oder zu ignorieren. Wer versteht, wovon der Verbrauch abhängt, kann ihn einschätzen, bevor er sich für eine Wärmepumpe entscheidet — und kann ihn beeinflussen, wenn er bereits eine hat. Beides ist möglich, und beides erklären die nächsten Seiten. Die Seite zu den Einflussfaktoren zeigt, wovon der Verbrauch abhängt; die Seite zum Einschätzen zeigt, wie man eine Vorstellung von der eigenen Größenordnung bekommt; die Seite zum Senken zeigt, mit welchen Hebeln man den Verbrauch niedrig hält. Zusammen machen sie aus der unbeantwortbaren Frage nach der einen Zahl eine beantwortbare Frage nach dem eigenen, konkreten Fall.
⚠ Praxis-Hinweis
Es gibt keine allgemeingültige Verbrauchszahl für eine Wärmepumpe. Der Stromverbrauch hängt vom Wärmebedarf des Hauses und von der Effizienz der Anlage ab — sinnvoll ist die Frage nach dem eigenen, konkreten Fall.
Häufige Fragen — Wie viel Strom verbraucht eine Wärmepumpe?
Wie viel Strom verbraucht eine Wärmepumpe?▾
Warum gibt es keine eine Verbrauchszahl?▾
Wofür braucht eine Wärmepumpe Strom?▾
Ist eine Wärmepumpe ein Stromfresser?▾
Behandelt dieser Cluster auch Strompreis und Kosten?▾
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Wir vermitteln Heizungsbauer- und Energieberater-Partner, die die Wärmepumpe auf niedrigen Stromverbrauch auslegen.
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