Warum vereist das Außengerät der Wärmepumpe?
Wer im Winter Eis oder Reif am Außengerät seiner Wärmepumpe entdeckt, ist oft beunruhigt. Diese Seite erklärt verständlich, warum das Außengerät vereist: wie es der Luft Wärme entzieht, warum sich dabei Eis bildet, wann die Vereisung besonders auftritt und warum sie zunächst ein völlig normaler Vorgang ist.
Das Außengerät entzieht der Luft Wärme#
Um zu verstehen, warum das Außengerät einer Wärmepumpe vereist, muss man wissen, was es tut. Das Außengerät ist der Teil einer Luft-Wärmepumpe, der die Wärmequelle erschließt — und diese Wärmequelle ist die Außenluft.
Auch kalte Luft enthält noch nutzbare Wärme. Eine Luft-Wärmepumpe macht sich das zunutze: Ihr Außengerät zieht Außenluft an, führt sie über einen Wärmetauscher und entzieht ihr dabei einen Teil ihrer Wärme. Diese Wärme wird in den Kältekreis der Wärmepumpe übertragen und dort auf ein nutzbares Niveau gehoben. Die Luft, die das Außengerät wieder verlässt, ist entsprechend kühler als die angesaugte.
Der Wärmetauscher des Außengeräts ist also das Bauteil, an dem die Wärme aus der Luft aufgenommen wird. Damit er der Luft Wärme entziehen kann, ist seine Oberfläche kälter als die vorbeiströmende Luft. Genau diese Tatsache — eine kalte Oberfläche, an der feuchte Luft vorbeiströmt — ist der Schlüssel zum Verständnis der Vereisung.
Dieser Vorgang läuft, solange die Wärmepumpe heizt. Im Winter, wenn am meisten geheizt wird, ist das Außengerät ständig dabei, der kalten Außenluft Wärme zu entziehen. Und gerade unter winterlichen Bedingungen tritt der Effekt auf, um den es auf dieser Seite geht: Es bildet sich Eis am Wärmetauscher.
Wichtig ist die Grundeinordnung: Die Vereisung ist keine Fehlfunktion und kein Anzeichen, dass etwas kaputt wäre. Sie ist eine Folge dessen, was das Außengerät tut — der Luft Wärme zu entziehen. Warum genau dabei Eis entsteht, erklärt der nächste Abschnitt.
Warum sich dabei Eis bildet#
Dass sich am Außengerät Eis bildet, hat einen einfachen physikalischen Grund — es ist derselbe Effekt, den jeder aus dem Alltag kennt.
Luft enthält immer eine gewisse Menge Feuchtigkeit, unsichtbar als Wasserdampf. Wenn diese feuchte Luft auf eine kalte Oberfläche trifft, schlägt sich die Feuchtigkeit dort nieder — sie kondensiert. Das ist derselbe Effekt, der eine kühle Fensterscheibe oder ein kaltes Getränkeglas beschlagen lässt.
Am Außengerät der Wärmepumpe geschieht genau das. Der Wärmetauscher ist, wie der vorige Abschnitt beschrieben hat, eine kalte Oberfläche. Die feuchte Außenluft strömt an ihm vorbei, und ihre Feuchtigkeit schlägt sich darauf nieder.
Der entscheidende Punkt kommt nun durch die Temperatur hinzu. Im Winter ist der Wärmetauscher nicht nur kühl, sondern oft kalt — seine Oberfläche kann unter dem Gefrierpunkt liegen. Schlägt sich die Feuchtigkeit auf einer Oberfläche unter dem Gefrierpunkt nieder, dann bleibt sie nicht flüssig, sondern gefriert. Aus dem Kondenswasser wird Reif und Eis.
So entsteht die Reifschicht am Außengerät: Feuchtigkeit aus der Luft setzt sich auf dem kalten Wärmetauscher ab und gefriert dort. Mit der Zeit kann sich daraus eine sichtbare Schicht aus Reif oder Eis aufbauen.
Dieser Vorgang ist reine Physik. Er ist nicht zu vermeiden und auch nicht zu verhindern — er ergibt sich zwangsläufig daraus, dass feuchte Luft an einer kalten Oberfläche vorbeiströmt. Jede Luft-Wärmepumpe, die im Winter arbeitet, ist diesem Effekt ausgesetzt. Genau deshalb ist die Wärmepumpe von vornherein darauf ausgelegt, mit der Vereisung umzugehen — durch den Abtauvorgang, dem eine eigene Q&A-Seite in diesem Cluster gewidmet ist.
Wann Vereisung besonders auftritt#
Die Vereisung des Außengeräts tritt nicht zu jeder Zeit gleich stark auf. Sie hängt von den Wetterbedingungen ab — und es lohnt sich zu wissen, wann sie besonders ausgeprägt ist.
Die Vereisung braucht zwei Zutaten: Feuchtigkeit in der Luft und Temperaturen, bei denen diese Feuchtigkeit am Wärmetauscher gefriert. Wo beide zusammenkommen, ist die Vereisung am stärksten.
Besonders ausgeprägt ist die Vereisung deshalb bei feuchter Kälte rund um den Gefrierpunkt. Wenn die Außenluft viel Feuchtigkeit enthält und die Temperatur in einem Bereich liegt, in dem diese Feuchtigkeit am kalten Wärmetauscher gefriert, entsteht besonders viel Reif. Das sind typischerweise nasskalte Wintertage, neblige Bedingungen, Tage mit hoher Luftfeuchtigkeit bei Temperaturen um null Grad.
Weniger ausgeprägt ist die Vereisung bei sehr trockener Luft — denn dann fehlt die Feuchtigkeit, die gefrieren könnte. Auch bei sehr großer Kälte mit sehr trockener Luft kann die Vereisung geringer ausfallen als bei feuchter Kälte um den Gefrierpunkt.
Wichtig für das Verständnis: Es ist gerade nicht so, dass die Vereisung umso schlimmer wird, je kälter es ist. Entscheidend ist die Kombination aus Feuchtigkeit und Temperatur. Eine feuchte Witterung um den Gefrierpunkt führt oft zu stärkerer Vereisung als eine sehr kalte, aber trockene Witterung.
Für den Wärmepumpen-Besitzer bedeutet das: Wer an einem nasskalten, nebligen Wintertag Reif oder Eis am Außengerät bemerkt, sieht ein ganz normales, witterungsbedingtes Verhalten. Die Vereisung schwankt mit dem Wetter — das ist erwartbar und kein Anlass zur Sorge.
Vereisung ist zunächst ein normaler Vorgang#
Die wichtigste Botschaft dieser Seite lautet: Die Vereisung des Außengeräts ist zunächst ein völlig normaler Vorgang. Wer Reif oder eine Eisschicht am Außengerät entdeckt, hat keinen Grund zur Beunruhigung.
Wie die vorigen Abschnitte gezeigt haben, ist die Vereisung reine Physik. Sie ergibt sich zwangsläufig daraus, dass das Außengerät der feuchten Luft Wärme entzieht und sein Wärmetauscher dabei kalt ist. Jede Luft-Wärmepumpe, die im Winter arbeitet, vereist in gewissem Maß. Das ist kein Mangel, keine Fehlfunktion und kein Zeichen, dass die Anlage etwas falsch macht.
Noch wichtiger: Die Wärmepumpe ist von vornherein darauf ausgelegt, mit der Vereisung umzugehen. Die Hersteller wissen, dass eine Luft-Wärmepumpe im Winter vereist — und sie haben die Anlage genau dafür gebaut. Die Wärmepumpe erkennt die Vereisung und entfernt sie selbsttätig durch den Abtauvorgang. Vereisung und Abtauen gehören zum bestimmungsgemäßen Winterbetrieb einer Luft-Wärmepumpe dazu, so wie zu einem Auto das Bremsen gehört.
Deshalb gilt: Reif oder eine Eisschicht am Außengerät an einem Wintertag ist normal. Es ist kein Grund, den Fachbetrieb zu rufen, kein Grund, selbst einzugreifen, kein Grund zur Sorge.
Es gibt allerdings eine Einschränkung — und sie ist wichtig genug, dass ihr eine eigene Q&A-Seite in diesem Cluster gewidmet ist. Es ist zu unterscheiden zwischen normaler Vereisung, die zum Winterbetrieb dazugehört, und übermäßiger Vereisung — einem dauerhaften, dicken Eisblock, der nicht mehr verschwindet. Normale Vereisung ist unbedenklich; übermäßige Vereisung ist ein Hinweis darauf, dass etwas nicht stimmt.
Für diese Seite genügt die beruhigende Erkenntnis: Dass das Außengerät vereist, ist erst einmal genau das, was eine Luft-Wärmepumpe im Winter tut. Wie sie die Vereisung wieder loswird, zeigt die nächste Q&A-Seite.
⚠ Praxis-Hinweis
Reif oder Eis am Außengerät an einem Wintertag ist normal — die Vereisung ist reine Physik, und die Wärmepumpe ist darauf ausgelegt. Ein Grund zum Hinsehen ist erst die übermäßige Vereisung: ein dauerhafter, dicker Eisblock, der nicht mehr verschwindet.
Häufige Fragen — Warum vereist das Außengerät der Wärmepumpe?
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