Altbau-Sanierungspfad mit Wärmepumpe
Altbauten aus den 1960er-1990er Jahren sind die häufigste Sanierungs-Konstellation in Deutschland — mit Sanierungsstau, dimensional knappen Heizkörpern und oft schlecht gedämmten Hüllen. Wie eine Wärmepumpen-Lösung trotzdem wirtschaftlich umgesetzt wird, erklärt dieser Pillar.
Typische Altbau-Konstellation
Altbauten der 1960er-1990er Jahre haben typische Charakteristika: Vorlauftemperaturen 60-75 °C bei Heizkörpern, Wärmedurchgangskoeffizienten der Wände 0,8-1,5 W/m²K (im Vergleich Neubau-Standard 0,2 W/m²K), oft Einzelraum-Heizung statt Flächenheizung, alte Öl- oder Gasheizung mit hohem Verbrauch (meist > 150 kWh/m²/Jahr Endenergie). Die Frage 'lohnt sich eine Wärmepumpe?' wird oft mit 'Nein' beantwortet — falsch. Mit der richtigen Strategie ist Wärmepumpe auch hier sinnvoll, nur anders als bei einem Neubau.
Drei Strategien für den Altbau
Strategie 1 — Hochtemperatur-WP: Direktes Ersetzen der alten Heizung durch eine Hochtemperatur-Wärmepumpe (Vaillant aroTHERM perform, Stiebel Eltron HPA, Daikin Altherma 3 H HT). Vorlauftemperaturen bis 70-75 °C möglich, Heizkörper bleiben bestehen. JAZ niedriger als bei Niedrigtemperatur-WP (typisch 2,5-3,2), aber Sofort-Lösung ohne große Eingriffe. Strategie 2 — Schrittweise Sanierung: Zuerst Hülle dämmen (Dach, Fassade, Fenster), dann erst WP installieren. Vorlauftemperatur sinkt durch verbesserte Dämmung auf 50-55 °C, Niedrigtemperatur-WP mit JAZ 3,5-4,0 möglich. Strategie 3 — Komplettsanierung KfW 261: Alle Maßnahmen in einem Paket, Effizienzhaus-Standard erreichen. Höchste Förderung, aber teuer und aufwändig.
Heizflächen-Anpassung
Bei Strategie 2 (Schrittweise Sanierung) ist oft eine Heizkörper-Anpassung nötig: Größere Heizkörper mit geringerer Vorlauftemperatur, oder Plattenheizkörper mit besserem Wärmeübergang, oder Wand-/Deckenheizung in einzelnen Räumen. Kostenrahmen für Heizkörper-Tausch in einem 6-Zimmer-EFH: 4.000-8.000 €. Diese Maßnahme ist über BAFA als Heizungs-Optimierung mit Grundförderung 30 % förderfähig. Wichtig: Vor Wärmepumpen-Auswahl die zukünftige Heizflächen-Konstellation festlegen — die WP wird auf die finale Vorlauftemperatur dimensioniert.
Förderpfad mit iSFP
Für Altbau-Sanierungen ist der individuelle Sanierungsfahrplan (iSFP) durch einen BAFA-zugelassenen Energieberater fast immer die richtige Wahl. Vorteile: 1) iSFP-Bonus +5 % auf alle umgesetzten Maßnahmen — bei einer 80.000 €-Gesamtsanierung mit Wärmepumpe + Hülle = 4.000 € zusätzlich. 2) iSFP-Erstellung ist zu 80 % BAFA-gefördert (max. 1.300 € Eigenanteil). 3) iSFP gilt 15 Jahre — ermöglicht schrittweise Umsetzung mit jeweiliger Förderung. 4) Strukturierte Reihenfolge der Maßnahmen vermeidet teure Doppel-Sanierungen. Die meisten Altbau-Eigentümer rechnen mit 3-5 Jahren Sanierungs-Phase, in der iSFP-Bonus auf jede einzelne Maßnahme greift.
Häufige Fragen — Altbau-Sanierungspfad — Wärmepumpe in alten Häusern
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