Thermografie — Wärmebrücken sichtbar machen
Mit Infrarot-Wärmebildern werden Schwachstellen der Gebäudehülle direkt sichtbar — Wärmebrücken, undichte Stellen, fehlende Dämmung. Hier verstehen Sie, wann sich die Thermografie wirklich lohnt und was die Bilder aussagen.
Wie funktioniert Thermografie?#
Thermografie nutzt eine Infrarot-Kamera, die die Oberflächentemperatur eines Objekts berührungslos misst und in einem Falschfarben-Bild darstellt. Wärmere Bereiche erscheinen rot/gelb, kältere blau. Bei der Gebäudethermografie wird das Gebäude bei kalten Außentemperaturen (idealerweise unter 5 °C) und beheiztem Innenraum aufgenommen. Wärme, die durch die Hülle entweicht, erwärmt die Außenwand-Oberfläche und ist als heller Bereich im Bild sichtbar. Wärmebrücken (z.B. ungedämmte Balken, Fensterleibungen, Heizkörper-Nischen) erscheinen als deutlich hellere Bereiche.
Optimale Bedingungen#
Für aussagekräftige Wärmebilder müssen Bedingungen stimmen: Temperatur-Differenz innen/außen mindestens 15 °C (idealerweise 20+ °C). Außentemperatur unter 5 °C, optimal unter 0 °C. Keine direkte Sonneneinstrahlung in den letzten 12 Stunden (Sonne erwärmt Außenwände unabhängig von Innen-Wärme). Trockenes Wetter (Niederschlag und hohe Luftfeuchtigkeit verfälschen Messung). Innenraum auf Standard-Temperatur (20-22 °C) eingeregelt. Konsequenz: Thermografie geht nur an Wintertagen mit kaltem, klarem Wetter — typisch November-Februar früh morgens vor Sonnenaufgang. Außerhalb dieser Saison nicht durchführbar.
Wann lohnt sich Thermografie?#
Sinnvoll bei: Verdacht auf konkrete Wärmebrücken (z.B. Schimmelbildung in einer Raumecke, ungewöhnlich hohe Heizkosten), umfassende Sanierungs-Planung mit iSFP, Suche nach Bauschäden bei Bestandskauf. Nicht sinnvoll bei: Standard-Sanierungs-Planung ohne konkreten Verdacht (Bedarfsausweis-Berechnung nutzt ohnehin die Bauteil-Daten), gut gedämmten Neubauten, sehr kleinem Sanierungs-Umfang. Kosten: 200-500 € für ein Standard-EFH inklusive Bilder und kurzem Bericht. Bei iSFP-Erstellung optional dazu buchbar.
Was die Bilder aussagen — und was nicht#
Aussagekräftig: Wärmebrücken (ungedämmte Bauteile, undichte Stellen) sind als helle Bereiche eindeutig erkennbar. Verifizierung von Dämm-Effekten (vor/nach Sanierung). Identifizierung von Feuchte-Problemen (durchnasste Wandbereiche zeigen verändertes thermisches Verhalten). Aussagekraft begrenzt: Quantitative U-Werte können nicht direkt aus Wärmebildern abgeleitet werden — die Kamera misst Oberflächentemperatur, nicht Bauteil-Wärmedurchlässigkeit. Für U-Werte bleibt die DIN-Berechnung notwendig. Trotzdem: Wärmebilder sind ein wirkungsvolles Visualisierungs-Werkzeug, das Eigentümer überzeugt — was theoretische Berechnungen nicht erreichen.
Häufige Fragen — Thermografie der Gebäudehülle — Wärmebrücken finden
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