Startseite/Ratgeber/Thermografie der Gebäudehülle — Wärmebrücken finden
Diagnose-Werkzeug

Thermografie — Wärmebrücken sichtbar machen

Mit Infrarot-Wärmebildern werden Schwachstellen der Gebäudehülle direkt sichtbar — Wärmebrücken, undichte Stellen, fehlende Dämmung. Hier verstehen Sie, wann sich die Thermografie wirklich lohnt und was die Bilder aussagen.

2 Min. Lesezeit4 Abschnitte·Xpora-Redaktion · geprüft 2026

Wie funktioniert Thermografie?#

Thermografie nutzt eine Infrarot-Kamera, die die Oberflächentemperatur eines Objekts berührungslos misst und in einem Falschfarben-Bild darstellt. Wärmere Bereiche erscheinen rot/gelb, kältere blau. Bei der Gebäudethermografie wird das Gebäude bei kalten Außentemperaturen (idealerweise unter 5 °C) und beheiztem Innenraum aufgenommen. Wärme, die durch die Hülle entweicht, erwärmt die Außenwand-Oberfläche und ist als heller Bereich im Bild sichtbar. Wärmebrücken (z.B. ungedämmte Balken, Fensterleibungen, Heizkörper-Nischen) erscheinen als deutlich hellere Bereiche.

Optimale Bedingungen#

Für aussagekräftige Wärmebilder müssen Bedingungen stimmen: Temperatur-Differenz innen/außen mindestens 15 °C (idealerweise 20+ °C). Außentemperatur unter 5 °C, optimal unter 0 °C. Keine direkte Sonneneinstrahlung in den letzten 12 Stunden (Sonne erwärmt Außenwände unabhängig von Innen-Wärme). Trockenes Wetter (Niederschlag und hohe Luftfeuchtigkeit verfälschen Messung). Innenraum auf Standard-Temperatur (20-22 °C) eingeregelt. Konsequenz: Thermografie geht nur an Wintertagen mit kaltem, klarem Wetter — typisch November-Februar früh morgens vor Sonnenaufgang. Außerhalb dieser Saison nicht durchführbar.

Wann lohnt sich Thermografie?#

Sinnvoll bei: Verdacht auf konkrete Wärmebrücken (z.B. Schimmelbildung in einer Raumecke, ungewöhnlich hohe Heizkosten), umfassende Sanierungs-Planung mit iSFP, Suche nach Bauschäden bei Bestandskauf. Nicht sinnvoll bei: Standard-Sanierungs-Planung ohne konkreten Verdacht (Bedarfsausweis-Berechnung nutzt ohnehin die Bauteil-Daten), gut gedämmten Neubauten, sehr kleinem Sanierungs-Umfang. Kosten: 200-500 € für ein Standard-EFH inklusive Bilder und kurzem Bericht. Bei iSFP-Erstellung optional dazu buchbar.

Was die Bilder aussagen — und was nicht#

Aussagekräftig: Wärmebrücken (ungedämmte Bauteile, undichte Stellen) sind als helle Bereiche eindeutig erkennbar. Verifizierung von Dämm-Effekten (vor/nach Sanierung). Identifizierung von Feuchte-Problemen (durchnasste Wandbereiche zeigen verändertes thermisches Verhalten). Aussagekraft begrenzt: Quantitative U-Werte können nicht direkt aus Wärmebildern abgeleitet werden — die Kamera misst Oberflächentemperatur, nicht Bauteil-Wärmedurchlässigkeit. Für U-Werte bleibt die DIN-Berechnung notwendig. Trotzdem: Wärmebilder sind ein wirkungsvolles Visualisierungs-Werkzeug, das Eigentümer überzeugt — was theoretische Berechnungen nicht erreichen.

Häufige Fragen — Thermografie der Gebäudehülle — Wärmebrücken finden

Kann ich Thermografie im Sommer machen?
Nein. Im Sommer fehlt die nötige Temperatur-Differenz innen/außen. Thermografie ist eine Winter-Saison-Maßnahme.
Reicht eine Smartphone-Wärmebildkamera?
Für grobe Orientierung ja, für aussagekräftige Energieberatung nein. Profi-Geräte haben deutlich höhere Auflösung und Genauigkeit. Energieberater-Kameras kosten 5.000-15.000 €.
Ersetzt Thermografie den Bedarfsausweis?
Nein. Thermografie ist ein Diagnose-Werkzeug, kein Berechnungs-Werkzeug. Für den Bedarfsausweis ist die DIN-Berechnung nach Bauteil-Daten zwingend.

Energieberater anfragen

Ein BAFA-zugelassener Energieberater begleitet Sie durch alle Praxis-Schritte.