Kosten & Wirtschaftlichkeit

Erdwärmepumpe Kosten: Was kostet die Bohrung 2025?

Erdwärmepumpe Kosten im Überblick: Was kostet die Tiefenbohrung, wie teuer ist die gesamte Erdwärme-Anlage und wann lohnt sich Erdwärme gegenüber Luft-WP?

7 Min. LesezeitXpora Redaktion
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Inhaltsverzeichnis


Erdwärme-Systeme im Überblick

Erdwärme nutzt die konstante Bodentemperatur (8–12 °C in 10–15 m Tiefe) als Wärmequelle:

System Prinzip Voraussetzung
Tiefenbohrung (Erdwärmesonde) Sonden in 80–150 m Tiefe Genehmigung, Bohrfirma
Erdkollektor (Flächig) Rohrnetz in 1–1,5 m Tiefe Große Grundstücksfläche
Körbekollektor Kompakte Körbe in 2–4 m Tiefe Mittelgroßes Grundstück
Grundwasser-WP Grundwasser als Quelle Wasserrecht-Genehmigung

Funktionsprinzip: Sole (Wasser-Glykol-Gemisch) zirkuliert im Rohrsystem, nimmt Erdwärme auf und gibt sie an den WP-Verdichter ab. JAZ: 4,0–5,5 (deutlich effizienter als Luft-WP).


Kosten Tiefenbohrung

Bohrkosten nach Region und Untergrund

Untergrund Kosten/Laufmeter (Netto)
Sand, Lehm (Norddeutschland) 55–75 €/m
Gemischter Untergrund 70–90 €/m
Fels, Granit (Bayern, Schwarzwald) 90–130 €/m
Grundwasserführende Schichten +15–25 €/m (Aufwand)

Bohrtiefe nach Heizlast

Heizlast Empfohlene Bohrtiefe (1 Sonde) Alternativ
6 kW 80–100 m 2 × 60 m
8 kW 100–120 m 2 × 70 m
10 kW 120–140 m 2 × 80 m
12 kW 140–160 m 2 × 90 m

Mehrfachbohrungen: Platzsparend, aber Abstand zwischen Bohrungen min. 6 m (Thermisches Einflussgebiet).

Gesamtkosten Tiefenbohrung (inkl. Sondenrohr, Verfüllung, Sole)

Bohrtiefe Gesamtkosten Bohrung
80 m 6.000–9.000 €
100 m 7.500–11.500 €
120 m 9.000–14.000 €
2 × 100 m 13.000–20.000 €

Inkl. Doppel-U-Rohr, Zementsuspension-Verfüllung, Anbindeleitung zum Haus, Sole-Befüllung


Kosten Erdkollektor (Flächenkollektor)

Flächenbedarf Erdkollektor

Faustregel: 30–40 m² Kollektorfläche pro kW Heizlast

Heizlast Grundstücksfläche Kollektor
6 kW 180–240 m²
8 kW 240–320 m²
10 kW 300–400 m²

Achtung: Über Kollektor kein Baum-Bewuchs, keine Versiegelung erlaubt. Regenwasser muss versickern können.

Kosten Erdkollektor

Position Kosten
Tiefbauarbeiten (Aushub) 3.000–7.000 €
PE-Rohre + Verlegung 3.000–6.000 €
Sole-Befüllung 500–1.000 €
Gesamt Kollektor 6.500–14.000 €

Vorteil vs. Bohrung: Günstiger, keine Genehmigung. Nachteil: Großer Grundstücksbedarf, Saisonale Schwankungen (oberflächennah).

Körbekollektor

Spiralförmige Körbe (2–3 m Ø, 3–4 m tief): Kompromiss zwischen Fläche und Bohrtiefe.

  • Kosten je Korb: 1.500–2.500 € (inkl. Einbau)
  • Für 8 kW: Typisch 3–4 Körbe → 5.000–10.000 € gesamt

Gesamtkosten Erdwärmeanlage

Vollständige Kostenaufstellung (10 kW Sole-Wasser-WP)

Position Kosten (Brutto)
Sole-Wasser-WP (10 kW) 8.000–12.000 €
Tiefenbohrung (2 × 100 m) 14.000–22.000 €
Inneninstallation (Hydraulik, Puffer, WW-Speicher) 5.000–8.000 €
Elektroanschluss 1.000–2.000 €
Genehmigung 300–600 €
Brutto-Gesamtkosten 28.000–44.600 €
Position Kosten (Brutto)
Sole-Wasser-WP (10 kW) 8.000–12.000 €
Erdkollektor (Flächenkollektor, 300 m²) 8.000–14.000 €
Inneninstallation 5.000–8.000 €
Elektroanschluss 1.000–2.000 €
Brutto-Gesamtkosten (Kollektor) 22.000–36.000 €

BAFA-Förderung für Erdwärme

Erdwärme-Anlagen sind nach BEG besonders gut gefördert:

SCOP-Anforderung: ≥ 3,5 (höher als Luft-WP mit 2,5) – fast alle Sole-WPs erfüllen das.

Förderung:

Bonus Förderung
Basisförderung 30 %
Klimabonus +20 %
iSFP-Bonus +5 %
Einkommensbonus +30 %
Maximum 70 %

Förderfähige Kosten: Bis 30.000 € (EFH). Bohrkosten sind förderfähig!

Beispiel: 35.000 € Gesamtkosten, BAFA 40 %: 14.000 € Förderung → Eigenanteil 21.000 €.

Details: Wärmepumpe Förderung 2025: BAFA komplett erklärt


Erdwärme vs. Luft-WP: Wirtschaftlichkeitsvergleich

Kriterium Erdwärme (Sole-WP) Luft-Wasser-WP
Anschaffungskosten 22.000–40.000 € 18.000–30.000 €
JAZ (EFH, saniert) 4,0–5,2 3,0–4,0
Betriebskosten/Jahr (15.000 kWh WB) 820–940 € 1.050–1.250 €
Mehrinvestition Erdwärme +5.000–15.000 € Referenz
JAZ-Vorteil Betriebskosten 200–400 €/Jahr weniger
Payback Mehrinvestition 15–40 Jahre

Fazit: Rein finanziell lohnt Erdwärme selten durch JAZ-Vorteil allein. Erdwärme lohnt sich wenn:

  • Schallschutz wichtig (Denkmalschutz, enge Bebauung)
  • Kliamregion sehr kalt (Luft-WP < –10 °C stark eingeschränkt)
  • Langfristige Eigennutzung (> 25 Jahre)
  • Grundstück vorhanden für Kollektor (günstigere Gesamtkosten)

Genehmigungen für Erdbohrung

Wasserrechtliche Erlaubnis (Pflicht)

Rechtsgrundlage: Wasserhaushaltsgesetz § 8, Landeswassergesetze

Zuständige Behörde:

  • Bayern: Kreisverwaltungsreferat (KVR) oder Landratsamt
  • NRW: Untere Umweltschutzbehörde (Kreis/Stadt)
  • BW: Landratsamt, Umweltschutzamt
  • Berlin: Senatsverwaltung für Umwelt
  • Alle anderen: Untere Wasserbehörde des Landkreises

Benötigte Unterlagen:

  • Antragsformular (Behörde)
  • Lageplan des Grundstücks mit Bohrstandort
  • Hydrogeologisches Gutachten (i. d. R. durch Bohrfirma erstellt)
  • Technische Beschreibung der Anlage

Bearbeitungsdauer: 4–12 Wochen

Kosten: 200–600 € (Behördengebühren)

Tipp: Bohrfirma übernimmt oft den Genehmigungsantrag (Pauschalpreis inkl.). Timing: Genehmigung zuerst, dann BAFA-Antrag, dann Auftragserteilung.


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Häufige Fragen

Was kostet eine Erdwärmepumpe mit Tiefenbohrung komplett?

Gesamtkosten Erdwärmeanlage (Sole-Wasser-WP mit Tiefenbohrung): 20.000–40.000 € brutto. Aufschlüsselung: Tiefenbohrung 80–120 m: 8.000–15.000 €, Sole-Wasser-WP (8–12 kW): 8.000–14.000 €, Installation/Hydraulik: 4.000–8.000 €. Nach BAFA 40 %: 12.000–24.000 € Eigenanteil.

Wann lohnt sich Erdwärme gegenüber Luft-Wasser-WP?

Erdwärme lohnt sich wenn: 1) Hoher Wärmebedarf (> 15.000 kWh/Jahr) – höhere Effizienz amortisiert Mehrkosten. 2) Kaltes Klima (München, Berlin) – Sole-WP bleibt bei –14 °C stabil, Luft-WP verliert Effizienz. 3) Langfristige Planung (20+ Jahre). 4) Schallschutz-Anforderungen (kein Außengerät). Nicht lohnenswert: Gut saniertes Haus mit geringem Wärmebedarf und mildem Klima.

Welche Genehmigungen brauche ich für eine Erdbohrung?

Tiefenbohrung benötigt wasserrechtliche Erlaubnis (Wasserhaushaltsgesetz § 8). Zuständig: Untere Wasserbehörde (Landratsamt oder Kreisbehörde). Dokumente: Antrag + Lageplan + Hydrogeologisches Gutachten (oft durch Bohrfirma). Dauer: 4–12 Wochen. In Bayern: Kreisverwaltungsreferat. In NRW: Untere Umweltschutzbehörde. Kosten Genehmigung: 200–500 €.

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