Kosten & Wirtschaftlichkeit

iSFP Sanierungsfahrplan 2025: Kosten, Förderung & warum er sich lohnt

Der individuelle Sanierungsfahrplan (iSFP) bringt 5% Bonus auf BAFA-Förderung und spart langfristig viel Geld. Was er kostet, wer ihn erstellt und wie Sie ihn beantragen.

7 Min. LesezeitXpora Redaktion
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Inhaltsverzeichnis


Was ist der individuelle Sanierungsfahrplan?

Der individuelle Sanierungsfahrplan (iSFP) ist ein persönlicher Energiesanierungsfahrplan für Ihr Gebäude. Er wird von einem qualifizierten Energieberater auf Basis einer Vor-Ort-Begehung Ihrer Immobilie erstellt und beschreibt, welche Sanierungsmaßnahmen in welcher Reihenfolge sinnvoll sind, um das Gebäude schrittweise auf einen hohen energetischen Standard zu bringen.

Der iSFP ist keine allgemeine Empfehlungsliste, sondern ein maßgeschneidertes Dokument für Ihr spezifisches Gebäude. Er berücksichtigt den aktuellen Zustand der Gebäudehülle, das Heizsystem, die Warmwasserbereitung und die Nutzungssituation.

Warum ist der iSFP wichtig? Weil er nicht nur eine Orientierung gibt, sondern auch wirtschaftliche Vorteile bringt: Wer seine BAFA-Maßnahmen auf Basis eines iSFP durchführt, erhält einen zusätzlichen Förderbonus von fünf Prozentpunkten auf alle Fördersätze — das kann bei einer teuren Wärmepumpeninstallation eine spürbare Summe ausmachen.


Was enthält ein iSFP?

Ein vollständiger individueller Sanierungsfahrplan umfasst typischerweise:

Gebäudeaufnahme und Ist-Zustand:

  • Baubeschreibung und Baujahr
  • Bewertung der aktuellen Dämmung (Wände, Dach, Keller)
  • Bewertung von Fenstern und Türen
  • Beschreibung und Zustandsbewertung der Heizungsanlage und Warmwasserbereitung
  • Ermittlung des aktuellen Energiebedarfs

Sanierungsmaßnahmen und Priorisierung:

  • Empfohlene Maßnahmen in priorisierter Reihenfolge (z.B.: Dach zuerst, dann Wärmepumpe, dann Fassade)
  • Begründung der Reihenfolge (Synergieeffekte, wirtschaftliche Optimalität)
  • Grobe Kostenschätzungen für jede Maßnahme
  • Erwartete Energieeinsparung nach jeder Maßnahmenstufe

Finanzierung und Förderung:

  • Übersicht der anwendbaren Förderprogramme für jede Maßnahme (BAFA, KfW, Landesförderungen)
  • Hinweise auf Antragsprozesse und zeitliche Abfolge

Fahrplan und Zeitplanung:

  • Empfohlener Zeitplan über mehrere Jahre
  • Flexibilität: Einzelne Maßnahmen können je nach Budget und Lebensereignissen zeitlich variiert werden

Das Ergebnis ist ein Dokument, das Sie über Jahre begleitet — auch wenn Sie nicht alle Maßnahmen sofort umsetzen können oder wollen.


Kosten für einen iSFP

Die Marktpreise für einen qualifizierten iSFP bewegen sich für ein Einfamilienhaus typischerweise im niedrigen vierstelligen Eurobereich. Die genauen Kosten hängen ab von:

  • Größe und Komplexität des Gebäudes: Ein kleines Reihenhaus ist günstiger als ein großes Mehrfamilienhaus
  • Region und Marktlage: In Ballungsräumen sind Berater manchmal ausgebucht und teurer
  • Umfang des Berichts: Manche Berater bieten umfangreichere Dokumentation an
  • Anfahrtskosten: Berater im ländlichen Raum rechnen manchmal Fahrtkosten gesondert ab

Empfehlung: Holen Sie mindestens zwei Angebote ein und achten Sie darauf, dass der Berater auf der dena-Expertenliste gelistet ist. Das Angebot sollte explizit den „individuellen Sanierungsfahrplan (iSFP)" gemäß der BAFA-Richtlinie nennen.


BAFA-Förderung der Beratungskosten

Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) fördert die Energieberatung für Wohngebäude im Rahmen des Programms „Bundesförderung für Energieberatung für Wohngebäude" (BEW):

Fördersatz: Die BAFA erstattet 80 Prozent der Beratungskosten (netto, ohne Mehrwertsteuer).

Maximale Fördersumme:

  • Einfamilienhaus oder Zweifamilienhaus: Maximal 1.300 Euro Förderung
  • Wohngebäude mit 3 bis 6 Wohneinheiten: Maximal 1.700 Euro Förderung

Netto-Eigenanteil: Bei einem typischen Beratungspreis im niedrigen vierstelligen Bereich und 80% Förderung verbleibt dem Eigentümer ein Restbetrag von typischerweise einigen Hundert Euro — ein sehr günstiges Verhältnis für das, was man bekommt.

Wie die Förderung beantragt wird:

  1. Berater auf der dena-Expertenliste finden
  2. Beratung durchführen lassen und Rechnung erhalten
  3. Antrag bei der BAFA stellen (online über das BAFA-Portal)
  4. Nachweis (Beratungsbericht und Rechnung) einreichen
  5. Förderung wird ausgezahlt

Wichtig: Im Gegensatz zu den BAFA-Investitionsmaßnahmen (Wärmepumpe etc.) kann die Beratungsförderung im Nachhinein beantragt werden — Sie müssen nicht vor der Beratung einen Antrag stellen.


Der wertvolle 5%-Bonus

Der größte wirtschaftliche Hebel des iSFP ist der iSFP-Bonus: Wenn eine BAFA-geförderte Maßnahme auf Basis eines vorliegenden iSFP durchgeführt wird, erhöht sich der Fördersatz um 5 Prozentpunkte.

Konkret für eine Wärmepumpe:

Ohne iSFP: 30% Basisförderung + 20% Klimabonus = 50% Fördersatz

Mit iSFP: 30% Basisförderung + 20% Klimabonus + 5% iSFP-Bonus = 55% Fördersatz

Bei einer förderungsfähigen Investitionssumme von 25.000 Euro ergibt der iSFP-Bonus: 25.000 × 5% = 1.250 Euro mehr Förderung. Das übertrifft den Eigenanteil der Beratungskosten in der Regel erheblich.

Bei höheren Investitionssummen (z.B. teurere Erdwärmepumpe mit Erschließung) ist der Bonus noch größer. Der iSFP amortisiert sich fast immer, wenn eine BAFA-geförderte Maßnahme folgt.

Voraussetzung für den Bonus: Der iSFP muss vor dem BAFA-Antrag für die Maßnahme vorliegen. Die Antragsnummer des iSFP wird im BAFA-Antrag angegeben.


Wer darf einen iSFP erstellen?

Einen iSFP dürfen nur Energieberater erstellen, die auf der Energieeffizienz-Expertenliste der Deutschen Energie-Agentur (dena) eingetragen sind — und zwar mit der Qualifikation für „Bundesförderung für effiziente Gebäude (Wohngebäude)".

Wo finden Sie qualifizierte Berater?

  • energieeffizienz-experten.de: Die offizielle dena-Expertenliste mit Suchfunktion nach PLZ
  • bafa.de: BAFA-Beraterbörse für Energieberatung Wohngebäude
  • Verbraucherzentrale Energie: Vor-Ort-Beratungsangebote durch geschulte Berater

Wer gehört typischerweise zur Gruppe der qualifizierten Berater?

  • Architekten mit Zusatzqualifikation Energieberatung
  • Bauingenieure mit Energieberatungszertifikat
  • Handwerksmeister mit weiterführender Energieberater-Ausbildung
  • Spezialisierte unabhängige Energieberater

Wichtig: Berater, die gleichzeitig Handwerk oder Produkte verkaufen, können interessengeleitet sein. Wählen Sie im Zweifelsfall einen unabhängigen Berater, der kein Handwerksunternehmen betreibt.


Der iSFP im Prozess: Schritt für Schritt

Schritt 1: Berater finden und anfragen Suchen Sie auf energieeffizienz-experten.de nach einem qualifizierten Berater in Ihrer Region. Holen Sie ein Angebot ein, das explizit den iSFP nennt.

Schritt 2: Vor-Ort-Begehung Der Berater besichtigt Ihr Gebäude und nimmt alle relevanten Daten auf. Planen Sie 2 bis 4 Stunden für diesen Termin ein. Halten Sie alle Unterlagen bereit (Bauzeichnungen, Rechnungen, Handbücher der Heizungsanlage).

Schritt 3: Erstellung des iSFP Nach der Begehung erstellt der Berater den Bericht — das dauert typischerweise 2 bis 6 Wochen. Am Ende erhalten Sie ein Dokument plus eine standardisierte Übersicht (für den BAFA-Antrag als Nachweis).

Schritt 4: Besprechung der Ergebnisse Ein guter Berater bespricht den Plan mit Ihnen, klärt Fragen und hilft Ihnen, Prioritäten zu setzen.

Schritt 5: Nutzung des iSFP Bei der nächsten BAFA-Maßnahme geben Sie die iSFP-Referenznummer im Antrag an, um den 5%-Bonus zu erhalten.


Häufige Fragen zur Gültigkeit

Verliert der iSFP nach einer Maßnahme seine Gültigkeit? Nein. Der iSFP bleibt für alle zukünftigen Maßnahmen gültig, solange das Gebäude nicht wesentlich verändert wurde. Sie können denselben iSFP für mehrere aufeinanderfolgende BAFA-Maßnahmen nutzen — z.B. Wärmepumpe heute, Fassadendämmung in drei Jahren.

Was, wenn sich Förderkonditionen ändern? Der iSFP beschreibt technische Maßnahmen — er muss nicht aktualisiert werden, wenn sich Fördersätze ändern. Die aktuellen Förderkonditionen gelten immer zum Zeitpunkt des BAFA-Antrags, unabhängig vom Erstellungsdatum des iSFP.

Für alle Fragen rund um die Finanzierung und Förderung der Wärmepumpe empfiehlt sich auch ein Blick in den BAFA-Förderratgeber. Qualifizierte Heizungsfachbetriebe in Ihrer Region können oft auch Empfehlungen für lokale Energieberater geben.

Häufige Fragen

Ist ein iSFP für die BAFA-Wärmepumpenförderung zwingend notwendig?

Nein, der iSFP ist keine Pflichtvoraussetzung für die BAFA-Förderung einer Wärmepumpe. Sie können eine Wärmepumpe auch ohne iSFP über die BAFA fördern lassen. Der iSFP ist jedoch wertvoll, weil er einen zusätzlichen Bonus von 5 Prozent auf die Förderung bringt. Bei einer Investitionssumme von z.B. 25.000 Euro sind das 1.250 Euro mehr Förderung – deutlich mehr als die Eigenkosten für den iSFP selbst.

Wie finde ich einen qualifizierten Energieberater für den iSFP?

Der iSFP muss von einem auf der Energieeffizienz-Expertenliste der Deutschen Energie-Agentur (dena) gelisteten Berater erstellt werden. Diese Liste finden Sie unter energieeffizienz-experten.de. Alternativ können Sie die Energieberater-Suche auf der BAFA-Website nutzen. Achten Sie darauf, dass der Berater explizit für 'Bundesförderung für effiziente Gebäude' qualifiziert ist.

Wie lange ist ein iSFP gültig?

Es gibt keine gesetzlich festgelegte Gültigkeitsdauer. Der iSFP bleibt relevant, solange sich das Gebäude nicht wesentlich verändert hat. In der Praxis wird empfohlen, den iSFP nach größeren baulichen Veränderungen oder nach mehr als fünf bis zehn Jahren zu aktualisieren, da sich Energiepreise, Förderkonditionen und technische Möglichkeiten ändern. Für die Beantragung des iSFP-Bonus bei einer BAFA-Maßnahme muss der iSFP vor der Antragstellung vorliegen.

Kann ich einen iSFP selbst erstellen?

Nein. Der iSFP muss von einem auf der dena-Energieeffizienz-Expertenliste gelisteten Fachberater erstellt werden. Nur dann sind der iSFP-Bonus bei BAFA-Maßnahmen und die BAFA-Förderung der Beratungskosten selbst möglich. Laien-Eigenberechnungen oder Berechnungen durch nicht gelistete Berater werden nicht anerkannt.

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