Wärmepumpe einbauen: Ablauf von Planung bis Inbetriebnahme
Schritt-für-Schritt: So läuft der Einbau einer Wärmepumpe ab – von der ersten Planung über die BAFA-Anmeldung bis zur Inbetriebnahme. Zeitplan und Checkliste.
Inhaltsverzeichnis
- Überblick: Die 7 Phasen des Einbaus
- Phase 1: Planung und Bedarfsermittlung
- Phase 2: BAFA-Antrag (vor Auftragserteilung!)
- Phase 3: Fachbetrieb beauftragen
- Phase 4: Vorbereitung und Materiallieferung
- Phase 5: Installation vor Ort
- Phase 6: Inbetriebnahme und Einweisung
- Phase 7: BAFA-Auszahlung und Dokumentation
- Zeitplan und Checkliste
Überblick: Die 7 Phasen des Einbaus
| Phase | Dauer | Wer macht was? |
|---|---|---|
| 1. Planung | 2–4 Wochen | Energieberater, Eigentümer |
| 2. BAFA-Antrag | 1–2 Wochen | Energieberater + Eigentümer |
| 3. Beauftragung Fachbetrieb | 2–6 Wochen | Angebote einholen |
| 4. Lieferzeit/Vorbereitung | 4–12 Wochen | Fachbetrieb, Lieferant |
| 5. Installation | 2–5 Tage | Heizungsbauer, ggf. Elektriker |
| 6. Inbetriebnahme | 1 Tag | Fachbetrieb |
| 7. BAFA-Auszahlung | 6–12 Wochen nach Antrag | BAFA |
Gesamtdauer: 3–6 Monate (Luft-Wasser-WP), 4–8 Monate (Erdwärme mit Bohrung).
Phase 1: Planung und Bedarfsermittlung
Heizlastberechnung (DIN EN 12831)
Die Heizlastberechnung ist die Grundlage jeder WP-Planung:
- Wozu: WP zu klein → Heizstab muss oft einspringen (hohe Betriebskosten). WP zu groß → schlechtes Taktverhalten, niedrige JAZ.
- Durchgeführt von: Energieberater oder Fachbetrieb (Pflicht bei BAFA-Förderung)
- Ergebnis: Normheizlast in kW → WP-Größe bestimmt
Faustregel vorab (kein Ersatz für Berechnung!):
- Unsaniertes EFH 150 m²: ca. 10–14 kW Heizlast
- Saniertes EFH 150 m²: ca. 6–9 kW Heizlast
- KfW-55-Neubau 150 m²: ca. 4–7 kW Heizlast
Wärmequelle wählen
| Quelle | Vorplanung nötig | Besonderheit |
|---|---|---|
| Luft (außen) | Aufstellort, Schallschutz | Am einfachsten, keine Genehmigung |
| Sole-Erdkollektor | Grundstücksfläche (30–40 m² pro kW) | Günstig, wenn Fläche vorhanden |
| Erdbohrung (Sonde) | Wasserrechtliche Genehmigung | 4–12 Wochen Genehmigungszeit |
| Grundwasser | Wasserrechtliche Genehmigung | Brunnen nötig |
Heizflächen prüfen
Welche Heizflächen passen zur Wärmepumpe? Diese Frage muss vor dem Einbau geklärt werden:
- FBH vorhanden → ideal, kein Handlungsbedarf
- Alte Heizkörper → Selbst-Test: Vorlauf auf 55 °C drosseln, alle Räume warm?
- Nötigenfalls: Einzelne Heizkörper tauschen oder FBH nachrüsten (erhöht Kosten und Vorlaufzeit)
Phase 2: BAFA-Antrag (vor Auftragserteilung!)
Das wichtigste vorab: Der BAFA-Antrag muss vor der Auftragserteilung gestellt werden.
Das bedeutet: Vor der Unterschrift des Installationsvertrags muss die Förderung beantragt sein. Diese Regel gilt ohne Ausnahme.
Ablauf BAFA-Antrag
- Energieberater beauftragen (muss auf BAFA-Expertenliste stehen)
- Energieberater-Bestätigung: Fachunternehmer-Bestätigung wird für Antrag benötigt
- Antrag stellen: im BAFA-Förderportal (mein.bafa.de)
- Auftrag erteilen: Erst nach Antragstellung → Installationsvertrag unterschreiben
- Frist: Antrag gilt 12 Monate, Installation muss in dieser Zeit abgeschlossen werden
Förderhöhe berechnen
| Bonus | Voraussetzung | Betrag |
|---|---|---|
| Basisförderung | Immer | 30 % |
| Klimabonus | Alte Öl-/Gasheizung (20+ Jahre oder Havarie) | +20 % |
| iSFP-Bonus | Individueller Sanierungsfahrplan vorhanden | +5 % |
| Einkommensbonus | Haushaltseinkommen ≤ 40.000 €/Jahr | +30 % |
| Maximum | 70 % |
Mehr Details: Wärmepumpe Förderung 2025: BAFA komplett erklärt
Phase 3: Fachbetrieb beauftragen
Mindestens 3 Angebote einholen
Preisspanne ist groß: Bei identischer WP-Größe können Angebote um 3.000–8.000 € auseinanderliegen.
Angebot muss enthalten:
- WP-Modell mit technischen Daten (COP, JAZ-Schätzung)
- Hydraulikplan
- Elektroanschluss und Zähler (Sondertarif-Zähler nötig?)
- Demontage alte Heizung
- Pufferspeicher (wenn nötig)
- Warmwasserspeicher
- Rohrleitungsarbeiten
- Inbetriebnahme und Einweisung
- Wartungsvertrag-Angebot
Qualifikation prüfen:
- Eingetragenes SHK-Unternehmen
- Kältemittelzertifikat (F-Gas-Schein) für Kältemittelarbeiten
- WP-Hersteller-Schulung (nicht zwingend, aber gut)
Sole-Wasser-WP: Zusätzlich Bohrfirma
Für Erdwärmepumpen müssen Bohrfirma und Heizungsbauer koordiniert werden. Manche Generalunternehmer übernehmen beides, bei anderen muss der Eigentümer zwei Gewerke koordinieren.
Phase 4: Vorbereitung und Materiallieferung
Lieferzeiten WP 2025
| WP-Typ | Lieferzeit |
|---|---|
| Luft-Wasser-WP (Standard) | 4–10 Wochen |
| Sole-Wasser-WP | 8–14 Wochen |
| Kompaktwärmepumpe | 6–12 Wochen |
Tipp: Lieferzeiten variieren stark je nach Modell und Jahreszeit. Im Winter (Heizperiode) oft länger.
Vorarbeiten vor Installation
Was der Fachbetrieb vor dem Installationstag erledigt oder koordiniert:
- Elektriker: Verstärkung Hausanschluss (wenn nötig), Sondertarif-Anmeldung beim Netzbetreiber, Unterverteilung
- Aufstellort: Fundament für Außeneinheit (ggf. Betonplatte), Durchbruch Außenwand
- Heizraum: Platzbedarf für Inneneinheit, Pufferspeicher, Warmwasserspeicher planen
- Erdbohrung (Sole-WP): Bohrfirma koordinieren, wasserrechtliche Genehmigung einholen
Umstellung Gasanschluss
Bei Wechsel von Gas auf WP: Abmeldung beim Gasversorger und ggf. Stilllegung Gasanschluss. Timing: Erst nach erfolgreicher WP-Inbetriebnahme! Gasheizung muss als Rückfallebene bereitstehen, bis WP sicher läuft.
Phase 5: Installation vor Ort
Tagesablauf einer Luft-Wasser-WP-Installation (2–5 Tage)
Tag 1: Demontage und Rohbauarbeiten
- Alte Heizung demontieren (Öl: Öltank-Entsorgung 500–1.500 €)
- Wanddurchbruch für Kältemittelleitungen (Außen → Innen)
- Außeneinheit positionieren und verankern
Tag 2: Inneneinheit und Leitungen
- Inneneinheit (Hydraulikmodul/Speicher) montieren
- Kältemittelleitungen verlegen und verbinden
- Pufferspeicher und WW-Speicher anschließen
Tag 3: Rohrleitungen und Hydraulik
- Heizungsrohre anschließen (Heizkreisverteiler, Pumpen)
- Druckprüfung Heizungsanlage
- Hydraulischen Abgleich vorbereiten
Tag 4: Elektroanschluss
- Elektriker: WP anschließen, Sondertarif-Zähler einbauen
- Steuerung verkabeln, Fühler installieren
Tag 5: Kältemittel und Inbetriebnahme
- Kältemittelanlage vakuumieren und befüllen (nur F-Gas-zertifizierter Techniker)
- Erste Inbetriebnahme und Grundeinstellung
Sole-Wasser-WP: Zusätzliche Schritte
Vor der Inneninstallation: Erdbohrung (1–3 Tage für 100-m-Bohrung), Solekreislauf verlegen, Spülen und Befüllen mit Sole-Gemisch. Gesamtdauer: 5–10 Tage.
Phase 6: Inbetriebnahme und Einweisung
Was bei der Inbetriebnahme passiert
- Heizkurve einstellen: Abhängig von Gebäude und Heizflächen (Startpunkt, Endpunkt)
- Betriebsmodi konfigurieren: Heizung, Warmwasser, ggf. Kühlung
- Zeitprogramme: Warmwasser-Aufheizzeiten, Nachtabsenkung
- SG-Ready: Falls PV-Anlage vorhanden → Verbindung konfigurieren
- Drücke kontrollieren: Kältemittelkreis und Heizungskreis auf Sollwerte
- Probelauf: WP im Heizbetrieb, Temperaturen an allen Heizflächen prüfen
Einweisung des Eigentümers
Der Fachbetrieb muss Sie einweisen in:
- Bedienung der Steuerung
- Heizkurve anpassen (Wichtig! Viele Eigentümer kennen das nicht)
- Fehlermeldungen interpretieren
- Was im Störfall zu tun ist
- Wartungsintervalle
Dokumentation: Inbetriebnahme-Protokoll, Kältemittel-Dokument (F-Gas-Pflicht), Hydraulikschema.
Hydraulischer Abgleich
Beim Einbau muss der hydraulische Abgleich durchgeführt werden (Pflicht bei BAFA-Förderung, Verfahren B nach VDI 2521). Kosten: 300–800 € (oft im Angebot enthalten).
Phase 7: BAFA-Auszahlung und Dokumentation
Nach der Installation: Verwendungsnachweis
Nach Abschluss der Installation muss der Verwendungsnachweis beim BAFA eingereicht werden:
- Frist: Innerhalb von 6 Monaten nach Fertigstellung
- Dokumente:
- Rechnungen des Fachbetriebs
- Fachunternehmer-Bestätigung (ausgefüllt vom Installateur)
- Hydraulischer Abgleich (Nachweis)
- Inbetriebnahme-Protokoll
BAFA-Auszahlungsdauer
Nach Einreichung des vollständigen Verwendungsnachweises: 6–12 Wochen bis zur Überweisung.
Tipp: Prüfen Sie alle Dokumente vor Einreichung sorgfältig. Fehlende Dokumente verzögern die Auszahlung um weitere Wochen.
Zeitplan und Checkliste
Zeitplan (Luft-Wasser-WP, typisch)
Monat 1: Energieberater beauftragen, Heizlastberechnung
Monat 2: BAFA-Antrag stellen, Angebote einholen, Fachbetrieb beauftragen
Monat 3–4: Lieferzeit WP, Elektriker-Vorarbeit
Monat 4–5: Installation (5 Arbeitstage)
Monat 5: Inbetriebnahme, Einweisung, Abnahme
Monat 5–6: Verwendungsnachweis BAFA einreichen
Monat 7–8: BAFA-Auszahlung
Checkliste Einbau Wärmepumpe
Vor der Planung:
- Heizlastberechnung beauftragen
- Heizflächen prüfen (55 °C-Selbst-Test)
- Aufstellort Außeneinheit prüfen (Schallschutz, Abstand)
Vor Auftragserteilung:
- Energieberater auf BAFA-Expertenliste beauftragen
- BAFA-Antrag gestellt (vor Vertragsunterschrift!)
- Mindestens 3 Angebote eingeholt und verglichen
Während Installation:
- Koordination Elektriker und Heizungsbauer sichergestellt
- Hydraulischer Abgleich im Angebot enthalten
- Alte Heizung erst nach Erfolg deaktivieren
Nach Installation:
- Einweisung vollständig erhalten
- Alle Dokumente für BAFA gesammelt
- Verwendungsnachweis eingereicht (innerhalb 6 Monate)
- Gasanschluss abgemeldet (falls WP die Gas-Heizung ersetzt)
Qualifizierte Fachbetriebe für Ihren WP-Einbau: Wärmepumpen-Installateur anfragen.
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Häufige Fragen
Wie lange dauert der Einbau einer Wärmepumpe?
Die eigentliche Installation einer Luft-Wasser-WP dauert 2–5 Werktage. Mit Vorlaufzeit (Planung, BAFA-Antrag, Lieferzeit) sind es insgesamt 3–6 Monate. Sole-Wasser-WP mit Erdbohrung: 4–8 Monate (Genehmigung Erdbohrung 4–12 Wochen). BAFA-Antrag MUSS vor Auftragserteilung gestellt werden!
Was muss ich vor dem Einbau erledigen?
Pflicht vor Auftragserteilung: 1) Energieberater beauftragen (für iSFP und BAFA-Antrag), 2) BAFA-Antrag stellen und Förderung beantragen (vor Vertragsunterschrift beim Installateur!), 3) Heizlastberechnung durchführen (DIN EN 12831). Optional aber empfohlen: hydraulischer Abgleich planen, Heizflächen-Check (Heizkörper oder FBH?).
Wann muss ich den BAFA-Antrag stellen?
VOR der Auftragserteilung an den Installateur. Das bedeutet: Vor der Unterschrift des Installationsvertrags muss der BAFA-Antrag im Förderportal gestellt worden sein. Wer danach erst beantragt, verliert die Förderung. Der Energieberater unterstützt bei diesem Schritt.
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