Wärmepumpe Grundlagen

Wärmepumpe einbauen: Ablauf von Planung bis Inbetriebnahme

Schritt-für-Schritt: So läuft der Einbau einer Wärmepumpe ab – von der ersten Planung über die BAFA-Anmeldung bis zur Inbetriebnahme. Zeitplan und Checkliste.

8 Min. LesezeitXpora Redaktion
EinbauInstallationAblaufPlanungBAFAWärmepumpe

Inhaltsverzeichnis


Überblick: Die 7 Phasen des Einbaus

Phase Dauer Wer macht was?
1. Planung 2–4 Wochen Energieberater, Eigentümer
2. BAFA-Antrag 1–2 Wochen Energieberater + Eigentümer
3. Beauftragung Fachbetrieb 2–6 Wochen Angebote einholen
4. Lieferzeit/Vorbereitung 4–12 Wochen Fachbetrieb, Lieferant
5. Installation 2–5 Tage Heizungsbauer, ggf. Elektriker
6. Inbetriebnahme 1 Tag Fachbetrieb
7. BAFA-Auszahlung 6–12 Wochen nach Antrag BAFA

Gesamtdauer: 3–6 Monate (Luft-Wasser-WP), 4–8 Monate (Erdwärme mit Bohrung).


Phase 1: Planung und Bedarfsermittlung

Heizlastberechnung (DIN EN 12831)

Die Heizlastberechnung ist die Grundlage jeder WP-Planung:

  • Wozu: WP zu klein → Heizstab muss oft einspringen (hohe Betriebskosten). WP zu groß → schlechtes Taktverhalten, niedrige JAZ.
  • Durchgeführt von: Energieberater oder Fachbetrieb (Pflicht bei BAFA-Förderung)
  • Ergebnis: Normheizlast in kW → WP-Größe bestimmt

Faustregel vorab (kein Ersatz für Berechnung!):

  • Unsaniertes EFH 150 m²: ca. 10–14 kW Heizlast
  • Saniertes EFH 150 m²: ca. 6–9 kW Heizlast
  • KfW-55-Neubau 150 m²: ca. 4–7 kW Heizlast

Wärmequelle wählen

Quelle Vorplanung nötig Besonderheit
Luft (außen) Aufstellort, Schallschutz Am einfachsten, keine Genehmigung
Sole-Erdkollektor Grundstücksfläche (30–40 m² pro kW) Günstig, wenn Fläche vorhanden
Erdbohrung (Sonde) Wasserrechtliche Genehmigung 4–12 Wochen Genehmigungszeit
Grundwasser Wasserrechtliche Genehmigung Brunnen nötig

Heizflächen prüfen

Welche Heizflächen passen zur Wärmepumpe? Diese Frage muss vor dem Einbau geklärt werden:

  • FBH vorhanden → ideal, kein Handlungsbedarf
  • Alte Heizkörper → Selbst-Test: Vorlauf auf 55 °C drosseln, alle Räume warm?
  • Nötigenfalls: Einzelne Heizkörper tauschen oder FBH nachrüsten (erhöht Kosten und Vorlaufzeit)

Phase 2: BAFA-Antrag (vor Auftragserteilung!)

Das wichtigste vorab: Der BAFA-Antrag muss vor der Auftragserteilung gestellt werden.

Das bedeutet: Vor der Unterschrift des Installationsvertrags muss die Förderung beantragt sein. Diese Regel gilt ohne Ausnahme.

Ablauf BAFA-Antrag

  1. Energieberater beauftragen (muss auf BAFA-Expertenliste stehen)
  2. Energieberater-Bestätigung: Fachunternehmer-Bestätigung wird für Antrag benötigt
  3. Antrag stellen: im BAFA-Förderportal (mein.bafa.de)
  4. Auftrag erteilen: Erst nach Antragstellung → Installationsvertrag unterschreiben
  5. Frist: Antrag gilt 12 Monate, Installation muss in dieser Zeit abgeschlossen werden

Förderhöhe berechnen

Bonus Voraussetzung Betrag
Basisförderung Immer 30 %
Klimabonus Alte Öl-/Gasheizung (20+ Jahre oder Havarie) +20 %
iSFP-Bonus Individueller Sanierungsfahrplan vorhanden +5 %
Einkommensbonus Haushaltseinkommen ≤ 40.000 €/Jahr +30 %
Maximum 70 %

Mehr Details: Wärmepumpe Förderung 2025: BAFA komplett erklärt


Phase 3: Fachbetrieb beauftragen

Mindestens 3 Angebote einholen

Preisspanne ist groß: Bei identischer WP-Größe können Angebote um 3.000–8.000 € auseinanderliegen.

Angebot muss enthalten:

  • WP-Modell mit technischen Daten (COP, JAZ-Schätzung)
  • Hydraulikplan
  • Elektroanschluss und Zähler (Sondertarif-Zähler nötig?)
  • Demontage alte Heizung
  • Pufferspeicher (wenn nötig)
  • Warmwasserspeicher
  • Rohrleitungsarbeiten
  • Inbetriebnahme und Einweisung
  • Wartungsvertrag-Angebot

Qualifikation prüfen:

  • Eingetragenes SHK-Unternehmen
  • Kältemittelzertifikat (F-Gas-Schein) für Kältemittelarbeiten
  • WP-Hersteller-Schulung (nicht zwingend, aber gut)

Sole-Wasser-WP: Zusätzlich Bohrfirma

Für Erdwärmepumpen müssen Bohrfirma und Heizungsbauer koordiniert werden. Manche Generalunternehmer übernehmen beides, bei anderen muss der Eigentümer zwei Gewerke koordinieren.


Phase 4: Vorbereitung und Materiallieferung

Lieferzeiten WP 2025

WP-Typ Lieferzeit
Luft-Wasser-WP (Standard) 4–10 Wochen
Sole-Wasser-WP 8–14 Wochen
Kompaktwärmepumpe 6–12 Wochen

Tipp: Lieferzeiten variieren stark je nach Modell und Jahreszeit. Im Winter (Heizperiode) oft länger.

Vorarbeiten vor Installation

Was der Fachbetrieb vor dem Installationstag erledigt oder koordiniert:

  • Elektriker: Verstärkung Hausanschluss (wenn nötig), Sondertarif-Anmeldung beim Netzbetreiber, Unterverteilung
  • Aufstellort: Fundament für Außeneinheit (ggf. Betonplatte), Durchbruch Außenwand
  • Heizraum: Platzbedarf für Inneneinheit, Pufferspeicher, Warmwasserspeicher planen
  • Erdbohrung (Sole-WP): Bohrfirma koordinieren, wasserrechtliche Genehmigung einholen

Umstellung Gasanschluss

Bei Wechsel von Gas auf WP: Abmeldung beim Gasversorger und ggf. Stilllegung Gasanschluss. Timing: Erst nach erfolgreicher WP-Inbetriebnahme! Gasheizung muss als Rückfallebene bereitstehen, bis WP sicher läuft.


Phase 5: Installation vor Ort

Tagesablauf einer Luft-Wasser-WP-Installation (2–5 Tage)

Tag 1: Demontage und Rohbauarbeiten

  • Alte Heizung demontieren (Öl: Öltank-Entsorgung 500–1.500 €)
  • Wanddurchbruch für Kältemittelleitungen (Außen → Innen)
  • Außeneinheit positionieren und verankern

Tag 2: Inneneinheit und Leitungen

  • Inneneinheit (Hydraulikmodul/Speicher) montieren
  • Kältemittelleitungen verlegen und verbinden
  • Pufferspeicher und WW-Speicher anschließen

Tag 3: Rohrleitungen und Hydraulik

  • Heizungsrohre anschließen (Heizkreisverteiler, Pumpen)
  • Druckprüfung Heizungsanlage
  • Hydraulischen Abgleich vorbereiten

Tag 4: Elektroanschluss

  • Elektriker: WP anschließen, Sondertarif-Zähler einbauen
  • Steuerung verkabeln, Fühler installieren

Tag 5: Kältemittel und Inbetriebnahme

  • Kältemittelanlage vakuumieren und befüllen (nur F-Gas-zertifizierter Techniker)
  • Erste Inbetriebnahme und Grundeinstellung

Sole-Wasser-WP: Zusätzliche Schritte

Vor der Inneninstallation: Erdbohrung (1–3 Tage für 100-m-Bohrung), Solekreislauf verlegen, Spülen und Befüllen mit Sole-Gemisch. Gesamtdauer: 5–10 Tage.


Phase 6: Inbetriebnahme und Einweisung

Was bei der Inbetriebnahme passiert

  1. Heizkurve einstellen: Abhängig von Gebäude und Heizflächen (Startpunkt, Endpunkt)
  2. Betriebsmodi konfigurieren: Heizung, Warmwasser, ggf. Kühlung
  3. Zeitprogramme: Warmwasser-Aufheizzeiten, Nachtabsenkung
  4. SG-Ready: Falls PV-Anlage vorhanden → Verbindung konfigurieren
  5. Drücke kontrollieren: Kältemittelkreis und Heizungskreis auf Sollwerte
  6. Probelauf: WP im Heizbetrieb, Temperaturen an allen Heizflächen prüfen

Einweisung des Eigentümers

Der Fachbetrieb muss Sie einweisen in:

  • Bedienung der Steuerung
  • Heizkurve anpassen (Wichtig! Viele Eigentümer kennen das nicht)
  • Fehlermeldungen interpretieren
  • Was im Störfall zu tun ist
  • Wartungsintervalle

Dokumentation: Inbetriebnahme-Protokoll, Kältemittel-Dokument (F-Gas-Pflicht), Hydraulikschema.

Hydraulischer Abgleich

Beim Einbau muss der hydraulische Abgleich durchgeführt werden (Pflicht bei BAFA-Förderung, Verfahren B nach VDI 2521). Kosten: 300–800 € (oft im Angebot enthalten).


Phase 7: BAFA-Auszahlung und Dokumentation

Nach der Installation: Verwendungsnachweis

Nach Abschluss der Installation muss der Verwendungsnachweis beim BAFA eingereicht werden:

  • Frist: Innerhalb von 6 Monaten nach Fertigstellung
  • Dokumente:
    • Rechnungen des Fachbetriebs
    • Fachunternehmer-Bestätigung (ausgefüllt vom Installateur)
    • Hydraulischer Abgleich (Nachweis)
    • Inbetriebnahme-Protokoll

BAFA-Auszahlungsdauer

Nach Einreichung des vollständigen Verwendungsnachweises: 6–12 Wochen bis zur Überweisung.

Tipp: Prüfen Sie alle Dokumente vor Einreichung sorgfältig. Fehlende Dokumente verzögern die Auszahlung um weitere Wochen.


Zeitplan und Checkliste

Zeitplan (Luft-Wasser-WP, typisch)

Monat 1: Energieberater beauftragen, Heizlastberechnung
Monat 2: BAFA-Antrag stellen, Angebote einholen, Fachbetrieb beauftragen
Monat 3–4: Lieferzeit WP, Elektriker-Vorarbeit
Monat 4–5: Installation (5 Arbeitstage)
Monat 5: Inbetriebnahme, Einweisung, Abnahme
Monat 5–6: Verwendungsnachweis BAFA einreichen
Monat 7–8: BAFA-Auszahlung

Checkliste Einbau Wärmepumpe

Vor der Planung:

  • Heizlastberechnung beauftragen
  • Heizflächen prüfen (55 °C-Selbst-Test)
  • Aufstellort Außeneinheit prüfen (Schallschutz, Abstand)

Vor Auftragserteilung:

  • Energieberater auf BAFA-Expertenliste beauftragen
  • BAFA-Antrag gestellt (vor Vertragsunterschrift!)
  • Mindestens 3 Angebote eingeholt und verglichen

Während Installation:

  • Koordination Elektriker und Heizungsbauer sichergestellt
  • Hydraulischer Abgleich im Angebot enthalten
  • Alte Heizung erst nach Erfolg deaktivieren

Nach Installation:

  • Einweisung vollständig erhalten
  • Alle Dokumente für BAFA gesammelt
  • Verwendungsnachweis eingereicht (innerhalb 6 Monate)
  • Gasanschluss abgemeldet (falls WP die Gas-Heizung ersetzt)

Qualifizierte Fachbetriebe für Ihren WP-Einbau: Wärmepumpen-Installateur anfragen.


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Verwandte Ratgeber:

Häufige Fragen

Wie lange dauert der Einbau einer Wärmepumpe?

Die eigentliche Installation einer Luft-Wasser-WP dauert 2–5 Werktage. Mit Vorlaufzeit (Planung, BAFA-Antrag, Lieferzeit) sind es insgesamt 3–6 Monate. Sole-Wasser-WP mit Erdbohrung: 4–8 Monate (Genehmigung Erdbohrung 4–12 Wochen). BAFA-Antrag MUSS vor Auftragserteilung gestellt werden!

Was muss ich vor dem Einbau erledigen?

Pflicht vor Auftragserteilung: 1) Energieberater beauftragen (für iSFP und BAFA-Antrag), 2) BAFA-Antrag stellen und Förderung beantragen (vor Vertragsunterschrift beim Installateur!), 3) Heizlastberechnung durchführen (DIN EN 12831). Optional aber empfohlen: hydraulischer Abgleich planen, Heizflächen-Check (Heizkörper oder FBH?).

Wann muss ich den BAFA-Antrag stellen?

VOR der Auftragserteilung an den Installateur. Das bedeutet: Vor der Unterschrift des Installationsvertrags muss der BAFA-Antrag im Förderportal gestellt worden sein. Wer danach erst beantragt, verliert die Förderung. Der Energieberater unterstützt bei diesem Schritt.

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