Wärmepumpe Grundlagen

Wärmepumpe vs. Gasheizung: Direkter Kostenvergleich 2025

Wärmepumpe oder Gasheizung: Vollständiger Kostenvergleich – Anschaffung, Betrieb, Förderung und CO₂-Bilanz über 20 Jahre mit konkreten Zahlen.

7 Min. LesezeitXpora Redaktion
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Inhaltsverzeichnis


Anschaffungskosten im Vergleich

Neue Gasheizung (Brennwertkessel)

Leistungsklasse Gerät Installation Gesamt
12 kW (EFH) 2.000–4.000 € 2.000–4.000 € 4.000–8.000 €
20 kW (EFH groß) 3.000–6.000 € 2.500–5.000 € 5.500–11.000 €
Kombitherme (+ WW) 3.000–7.000 € 2.500–5.000 € 5.500–12.000 €

Keine BAFA-Förderung: Neue Gasheizungen werden seit 2024 nicht mehr gefördert.

Luft-Wasser-Wärmepumpe (mit BAFA 40 %)

WP-Größe Bruttokosten BAFA 40 % Eigenanteil
8 kW 16.000–22.000 € 6.400–8.800 € 9.600–13.200 €
12 kW 20.000–28.000 € 8.000–11.200 € 12.000–16.800 €

Ergebnis Anschaffung: Gasheizung günstiger (4.000–12.000 € vs. 9.600–16.800 €).


Betriebskosten: Rechenbeispiele

Annahmen:

  • EFH 150 m², Baujahr 1985, teilsaniert
  • Jahreswärmebedarf: 22.000 kWh
  • Gasbrennwertkessel: 95 % Jahresnutzungsgrad
  • WP: JAZ 3,0–3,8 (je nach Auslegung)
  • Gaspreise: 12 ct/kWh (aktuell, 2025)
  • Strompreis WP-Tarif: 24 ct/kWh

Gasheizung Betriebskosten

Gasbedarf = 22.000 kWh ÷ 0,95 = 23.158 kWh Gas/Jahr
Gaskosten  = 23.158 × 0,12 €  = 2.779 €/Jahr
Wartung    = 400 €/Jahr
Gesamt Gas = 3.179 €/Jahr

WP Betriebskosten (3 Szenarien)

JAZ Strom kWh/Jahr Kosten (24 ct) Wartung Gesamt
2,8 7.857 1.886 € 300 € 2.186 €
3,2 6.875 1.650 € 300 € 1.950 €
3,8 5.789 1.390 € 300 € 1.690 €

Ersparnis WP vs. Gas:

  • Bei JAZ 2,8: 3.179 – 2.186 = 993 €/Jahr
  • Bei JAZ 3,2: 3.179 – 1.950 = 1.229 €/Jahr
  • Bei JAZ 3,8: 3.179 – 1.690 = 1.489 €/Jahr

20-Jahres-Gesamtkosten-Vergleich

Gesamtkosten über 20 Jahre (Anschaffung + Betrieb, reale Preissteigerung vernachlässigt):

System Anschaffung Betrieb 20 J. Gesamt 20 J.
Gas-Brennwert 8.000 € 63.580 € 71.580 €
WP (JAZ 3,2) 13.500 € 39.000 € 52.500 €
WP (JAZ 3,8) 13.500 € 33.800 € 47.300 €

WP spart über 20 Jahre:

  • vs. Gas bei JAZ 3,2: 71.580 – 52.500 = 19.080 € gespart
  • vs. Gas bei JAZ 3,8: 71.580 – 47.300 = 24.280 € gespart

Amortisation WP-Mehrkosten (Anschaffung 13.500 € vs. Gas 8.000 € = 5.500 € mehr):

  • Bei 1.229 €/Jahr Betriebskostenersparnis: 4,5 Jahre

Klimabilanz: CO₂ im Vergleich

CO₂-Emissionen Gasheizung (23.158 kWh Gas/Jahr):

  • Emissionsfaktor Gas: 202 g CO₂/kWh
  • Jährlich: 23.158 × 0,202 = 4.678 kg CO₂/Jahr

CO₂-Emissionen WP (6.875 kWh Strom/Jahr, JAZ 3,2):

  • Emissionsfaktor Strom DE 2024: ca. 380 g CO₂/kWh
  • Jährlich: 6.875 × 0,38 = 2.613 kg CO₂/Jahr
  • Reduktion ggü. Gas: –44 %

Mit PV und Ökostrom: CO₂-Faktor sinkt auf 50–150 g/kWh → WP fast klimaneutral.

Trend: Strommix wird durch Energiewende grüner → WP-CO₂-Fußabdruck sinkt jährlich. Gas-CO₂-Fußabdruck bleibt konstant.


GEG: Gesetzlicher Druck zugunsten WP

Gebäudeenergiegesetz 2024 (GEG):

  • Ab 2024 gilt: Neue Heizungen müssen zu mindestens 65 % mit erneuerbaren Energien betrieben werden (§ 71 GEG)
  • Reine Gasheizungen erfüllen diese Anforderung NICHT
  • Ausnahme: Bestehende Heizungen dürfen weiter laufen, aber beim Austausch gilt die 65-%-Pflicht

Konsequenz: Neue Gasheizungen sind zukünftig nur noch als Hybridanlage (mit WP) oder mit Biomethan möglich. Reiner Gaskessel-Tausch wie bisher möglich, aber nicht förderfähig.

CO₂-Preis: Gas wird durch steigende CO₂-Abgabe (geplant bis 100+ €/Tonne 2030) teurer. Die Schere zwischen Gas und Strom (für WP) schließt sich weiter.


Wann Gasheizung noch sinnvoll ist

Gasheizung kann noch sinnvoll sein bei:

  1. Mietobjekte mit ungünstiger Kostenstruktur für WP (Vermieter trägt WP-Investition, Mieter trägt Heizkosten)
  2. Kurze Eigentumsperspektive (< 5 Jahre bis Verkauf – Amortisation nicht gesichert)
  3. Sehr niedriger Wärmebedarf (gut saniertes kleines Haus) bei dem WP-Investition unverhältnismäßig hoch ist
  4. Technische Unmöglichkeit WP (kein Außenaufstellort, kein Stromanschluss-Upgrade möglich)
  5. Fernwärme als Alternative vorhanden und günstiger

Hybridlösung: WP + Gas als Übergangsweg akzeptabel (aber GEG-Konformität prüfen).


Fazit: Wer gewinnt den Vergleich?

Kriterium Gasheizung Wärmepumpe
Anschaffungskosten ✓ Günstiger Teurer (aber Förderung!)
Betriebskosten Teurer ✓ Günstiger
20-Jahres-Gesamtkosten Teurer ✓ Günstiger
CO₂-Bilanz Schlechter ✓ Besser
Zukunftssicherheit Risiko (CO₂-Preis) ✓ Stabiler
GEG-Konformität ✗ (beim Tausch) ✓ Ja
Unabhängigkeit Gasnetz-abhängig ✓ Strommix
Komfort Gut Gut
Förderfähig ✗ Nein ✓ Ja (BAFA bis 70 %)

Klares Ergebnis: Die Wärmepumpe ist langfristig wirtschaftlich vorteilhafter und zukunftssicher. Einzig die höheren Anschaffungskosten verlangsamen die Amortisation – die durch BAFA-Förderung auf 4–6 Jahre verkürzt wird.


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Häufige Fragen

Was ist günstiger: Wärmepumpe oder Gasheizung?

Anschaffungskosten: Gasheizung 5.000–12.000 €, WP (nach Förderung) 10.000–18.000 €. Betriebskosten: WP günstiger wenn JAZ gut (2,5+). 20-Jahres-Gesamtkosten: Bei aktuellem Gas (12 ct/kWh) und Strom (28 ct/kWh): WP ab JAZ 3,0 günstiger. Bei Gas 15 ct/kWh oder Strom 24 ct/kWh: WP klar günstiger. Gas ist teurer geworden – WP gewinnt im Langzeitvergleich.

Was kostet eine Gasheizung im Betrieb pro Jahr?

Gasheizung: 28.000 kWh Gasbedarf (EFH 150 m², unsaniert) × 0,12 €/kWh = 3.360 €/Jahr. WP bei JAZ 3,2: 28.000 ÷ 3,2 = 8.750 kWh Strom × 0,28 €/kWh = 2.450 €/Jahr. Ersparnis WP: 910 €/Jahr. Diese Rechnung ändert sich mit Gas- und Strompreisentwicklung.

Verliert die Gasheizung durch den CO2-Preis noch mehr an Wirtschaftlichkeit?

Ja – der CO₂-Preis steigt bis 2026 auf 55 €/Tonne (nEHS). Bei 28.000 kWh Gas/Jahr (5.600 kg CO₂): +308 €/Jahr CO₂-Kosten (bereits im Gaspreis enthalten). Bis 2030: CO₂-Preis 65–100 €/Tonne geplant → weiterer Gas-Preisanstieg. WP-Betriebskosten bleiben durch Strom stabiler (kein direkter CO₂-Preis).

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