Wärmepumpe im Sommerurlaub — und was ist mit dem Warmwasser?
Ein Urlaub im Sommer ist für die Wärmepumpe der entspannte Fall: Es wird nicht geheizt, eine Frostgefahr besteht nicht. Dafür rückt ein anderer Punkt in den Vordergrund — das Warmwasser. Diese Seite erklärt, warum der Sommerurlaub weniger heikel ist, warum das Warmwasser der eigentliche Punkt ist und was es mit dem Warmwasserspeicher auf sich hat.
Im Sommer keine Frostgefahr — die Lage ist entspannter#
Der Sommerurlaub ist für die Wärmepumpe der unkomplizierte Fall. Der Grund dafür ist einfach: Im Sommer fällt der heikelste Punkt der Urlaubsfrage weg — die Frostgefahr.
Im Winter dreht sich alles um den Schutz vor dem Einfrieren der wasserführenden Leitungen. Genau deshalb darf die Wärmepumpe im Winterurlaub nicht abgeschaltet werden. Im Sommer existiert dieses Risiko nicht. Die Außentemperaturen liegen weit über dem Gefrierpunkt, das Haus kann gar nicht in einen frostgefährdeten Bereich auskühlen. Der Hauptgrund, im Winter nicht abzuschalten, entfällt im Sommer also vollständig.
Dazu kommt: Im Sommer wird ohnehin nicht geheizt. Die Heizfunktion der Wärmepumpe steht im Sommerbetrieb still oder ist nur sehr selten aktiv, weil das Haus keine Heizwärme braucht. Die zentrale Aufgabe der Wärmepumpe im Winter — das Haus warm halten — entfällt im Sommerurlaub schlicht.
Das bedeutet, dass man im Sommerurlaub mit der Heizfunktion deutlich freier umgehen kann als im Winter. Ob man die Heizfunktion stärker zurückfährt oder einen ausgeprägten Sparbetrieb wählt, ist im Sommer kein Sicherheitsthema, weil eben kein Frost droht.
Aber: Der Sommerurlaub ist nicht ganz ohne Thema — er hat nur ein anderes. Eine Wärmepumpe heizt nämlich nicht nur das Haus, sie bereitet in den meisten Fällen auch das Warmwasser. Und das Warmwasser ist im Sommer nicht weg, nur weil nicht geheizt wird. Genau hier liegt der eigentliche Punkt des Sommerurlaubs — und darum geht es in den nächsten Abschnitten.
Das Warmwasser: der eigentliche Punkt im Sommerurlaub#
Wenn im Sommerurlaub die Heizung kein Thema ist, dann ist es das Warmwasser. Eine Wärmepumpe übernimmt in den meisten Haushalten zwei Aufgaben: Sie heizt das Haus, und sie bereitet das Warmwasser für Dusche, Bad und Küche. Die Warmwasserbereitung läuft das ganze Jahr — auch im Sommer, wenn nicht geheizt wird.
Im Normalbetrieb hält die Wärmepumpe in einem Warmwasserspeicher eine Menge warmes Wasser bereit, damit jederzeit warmes Wasser zur Verfügung steht. Während eines Urlaubs ändert sich die Lage grundlegend: Es wird kein Warmwasser gezapft. Niemand duscht, niemand spült, der Warmwasserbedarf ist für die Dauer der Abwesenheit gleich null.
Daraus ergibt sich die naheliegende Überlegung: Es ergibt wenig Sinn, dass die Wärmepumpe während einer mehrwöchigen Abwesenheit unverändert einen vollen Speicher mit warmem Wasser bereithält, der gar nicht genutzt wird. Jede Aufheizung dieses Speichers kostet Strom — Strom, der für Warmwasser aufgewendet wird, das niemand braucht.
Deshalb passen viele Wärmepumpen über ihren Abwesenheits- oder Urlaubsmodus auch den Warmwasserbetrieb an: Während der Abwesenheit wird das Warmwasser auf einem reduzierten Niveau gehalten oder seltener bereitet. Zum Rückkehrzeitpunkt sorgt die Wärmepumpe wieder für vollwertiges Warmwasser.
Damit ist der Sommerurlaub im Kern eine Warmwasserfrage. Es geht weniger darum, ob das Haus warm ist — das spielt im Sommer keine Rolle —, sondern darum, dass die Wärmepumpe nicht unnötig Strom für ungenutztes Warmwasser aufwendet. Die nächsten Abschnitte vertiefen, was es dabei mit dem Warmwasserspeicher auf sich hat.
Der Warmwasserspeicher bei längerer Abwesenheit#
Bei einer längeren Abwesenheit verdient der Warmwasserspeicher einen genaueren Blick — denn rund um stehendes, ungenutztes Warmwasser gibt es einen Aspekt, den man kennen sollte.
Warmwasser in einem Speicher ist nicht dafür gedacht, über lange Zeit unbenutzt zu stehen. Im laufenden Betrieb wird das Wasser im Speicher ständig genutzt und nachbereitet, es bleibt in Bewegung und wird regelmäßig erwärmt. Steht das Wasser dagegen über Wochen, ohne genutzt zu werden, ist das aus hygienischer Sicht kein idealer Zustand. Stehendes Warmwasser kann unter bestimmten Bedingungen die Vermehrung von Keimen begünstigen — in diesem Zusammenhang fällt häufig das Stichwort Legionellen.
Wichtig ist hier ein nüchterner Blick: Wärmepumpen-Systeme mit Warmwasserspeicher sind grundsätzlich darauf ausgelegt, dem zu begegnen. Viele Anlagen führen regelmäßig eine Aufheizung des Speichers auf eine höhere Temperatur durch, die der Hygiene des Warmwassers dient. Diese Funktion ist Teil eines normalen, gut eingestellten Warmwasserbetriebs.
Für den Urlaub ergibt sich daraus eine sinnvolle Linie. Bei einer kürzeren Abwesenheit ist das Thema unkritisch. Bei einer längeren Abwesenheit ist es klug, sich zwei Dinge zu überlegen: erstens, dass die Wärmepumpe das Warmwasser während des Urlaubs nicht unnötig auf vollem Niveau bereithält, und zweitens, dass das Warmwasser nach der Rückkehr wieder in einen einwandfreien Zustand kommt — etwa indem die hygienische Aufheizung greift und man nach der Heimkehr das Wasser eine Weile durchlaufen lässt.
Die konkrete Ausgestaltung — welche Warmwassereinstellungen die eigene Wärmepumpe für die Abwesenheit bietet und wie die hygienische Aufheizung eingestellt ist — gehört in die Bedienungsanleitung und in das Gespräch mit dem Fachbetrieb. Das Bewusstsein dafür, dass stehendes Warmwasser bei langer Abwesenheit ein Thema ist, ist der wichtige Punkt dieser Seite.
Kühlbetrieb und Photovoltaik im Sommerurlaub#
Zwei weitere Punkte können im Sommerurlaub eine Rolle spielen — je nachdem, wie die Wärmepumpe und das Haus ausgestattet sind.
Der erste Punkt ist der Kühlbetrieb. Manche Wärmepumpen können im Sommer nicht nur heizen, sondern auch kühlen und so die Raumtemperatur an heißen Tagen etwas senken. Wenn niemand zu Hause ist, gibt es jedoch keinen Grund, die Räume aktiv zu kühlen — Kühlung dient dem Komfort der Bewohner, und der ist im Urlaub nicht gefragt. Verfügt die Wärmepumpe über eine Kühlfunktion, ist es daher sinnvoll, diese für die Dauer der Abwesenheit nicht laufen zu lassen, um keinen Strom für eine Kühlung aufzuwenden, von der niemand etwas hat. Auch das lässt sich häufig über den Abwesenheitsmodus regeln.
Der zweite Punkt betrifft Haushalte mit einer Photovoltaikanlage. Wer eine Photovoltaikanlage hat, nutzt im Sommer oft selbst erzeugten Solarstrom — auch für die Wärmepumpe, etwa um das Warmwasser dann zu bereiten, wenn die Sonne scheint. Im Urlaub fällt der eigene Warmwasserbedarf weg. Manche Haushalte richten ihre Anlage so ein, dass der Solarstrom auch in der Urlaubszeit sinnvoll genutzt wird. Wie das im Einzelfall zusammenspielt, hängt stark von der konkreten Anlagentechnik ab und ist eine Frage für die Fachleute, die die Anlage eingerichtet haben.
Beide Punkte zeigen: Der Sommerurlaub ist zwar der entspannte Fall, weil keine Frostgefahr besteht — ganz ohne Überlegung ist er aber nicht. Es lohnt sich, vor der Abreise kurz zu prüfen, ob Kühlfunktion und Photovoltaik-Nutzung für die Urlaubszeit angepasst werden sollten. In Summe bleibt der Sommerurlaub aber unkompliziert: kein Frostthema, der Schwerpunkt liegt auf einem vernünftigen Umgang mit dem Warmwasser.
⚠ Praxis-Hinweis
Im Sommerurlaub ist die Frostgefahr kein Thema — der eigentliche Punkt ist das Warmwasser. Bei längerer Abwesenheit sollte die Wärmepumpe keinen vollen Speicher ungenutzten Warmwassers bereithalten, und stehendes Warmwasser über Wochen ist hygienisch zu bedenken.
Häufige Fragen — Wärmepumpe im Sommerurlaub — und was ist mit dem Warmwasser?
Kann ich die Wärmepumpe im Sommerurlaub stärker herunterfahren?▾
Warum ist im Sommerurlaub das Warmwasser das Thema?▾
Ist stehendes Warmwasser im Speicher ein Problem?▾
Soll die Kühlfunktion im Sommerurlaub laufen?▾
Was tun mit dem Warmwasser nach der Rückkehr?▾
Wärmepumpe richtig einstellen lassen
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