Wärmepumpe im Winterurlaub — Frostschutz statt Abschalten
Ein Urlaub im Winter ist für die Wärmepumpe der heikle Fall: Draußen ist es kalt, das Haus wird beheizt, und genau das darf während der Abwesenheit nicht völlig zum Erliegen kommen. Diese Seite erklärt, warum es im Winterurlaub um Frostschutz geht, warum man absenkt statt abschaltet und worauf man sonst noch achten sollte.
Warum im Winter nicht abgeschaltet wird: die Frostgefahr#
Der Winterurlaub ist deshalb der heikle Fall, weil die Heizung gerade dann gebraucht wird, wenn niemand zu Hause ist. Draußen ist es kalt, und ein Haus, dessen Heizung über Tage oder Wochen völlig stillsteht, kühlt aus. Das ist nicht nur eine Frage des Komforts — es kann zu einem echten Schaden führen.
Der Kern des Problems sind die wasserführenden Leitungen im Haus. Durch ein Gebäude ziehen sich zahlreiche Leitungen, die Wasser führen: die Trinkwasserleitungen, die Heizungsleitungen, Leitungen zu Heizkörpern oder in der Fußbodenheizung. Solange das Haus beheizt wird, bleibt das Wasser in diesen Leitungen frostfrei. Kühlt das Haus jedoch über längere Zeit stark aus, kann die Temperatur an einzelnen Stellen — etwa an Leitungen in Außenwänden oder in wenig gedämmten Bereichen — unter den Gefrierpunkt sinken.
Gefriert Wasser, dehnt es sich aus. Diese Ausdehnung kann eine Leitung beschädigen oder zum Platzen bringen. Der Schaden zeigt sich oft erst beim Auftauen, wenn das Wasser aus der beschädigten Stelle austritt — und dann kann ein Wasserschaden im ganzen Haus die Folge sein. Ein eingefrorenes und geplatztes Rohr ist einer der typischen Winterschäden an leerstehenden, unbeheizten Häusern.
Genau dieser Frostschaden ist der Grund, warum man die Wärmepumpe im Winterurlaub nicht komplett abschaltet. Es geht nicht darum, dass es bei der Rückkehr kuschelig warm sein soll — es geht darum, das Haus und seine Leitungen vor dem Einfrieren zu schützen. Die Heizung muss im Winter, auch bei Abwesenheit, ein Mindestmaß an Wärme im Haus halten. Das ist keine Komfortfrage, sondern eine Frage des Schutzes vor einem Wasserschaden.
Absenken statt abschalten — die Wärmepumpe auf niedrigem Niveau#
Wenn komplettes Abschalten im Winter ausscheidet, heißt die Lösung nicht durchheizen wie immer. Der sinnvolle Weg liegt dazwischen: absenken. Die Wärmepumpe läuft weiter, aber auf einem deutlich reduzierten Niveau.
Im Alltag hält man die Wohnung auf einer angenehmen Wohlfühltemperatur. Während eines Winterurlaubs braucht niemand diese Behaglichkeit — es ist ja niemand da. Es genügt vollständig, das Haus auf einer abgesenkten Temperatur zu halten, die zwei Bedingungen erfüllt: Sie liegt klar oberhalb der Frostgefahr, und sie verhindert ein starkes Auskühlen der Bausubstanz. Eine moderate, abgesenkte Raumtemperatur statt der vollen Wohlfühltemperatur ist im Winterurlaub also genau richtig.
Dieses Absenken hat einen doppelten Nutzen. Zum einen schützt es zuverlässig vor Frost, weil das Haus eben nicht auskühlt. Zum anderen spart es Energie, denn eine niedriger gehaltene Temperatur bedeutet einen geringeren Wärmebedarf — die Wärmepumpe muss weniger leisten als im Normalbetrieb. Man spart also durchaus, nur eben nicht durch riskantes Abschalten, sondern durch ein kontrolliertes Absenken.
Wichtig ist dabei der Unterschied zu einem ausgekühlten Haus. Weil das Gebäude beim Absenken nie wirklich kalt wird, muss es bei der Rückkehr auch nicht von Grund auf neu aufgeheizt werden — die Wärmepumpe muss nur von der abgesenkten Temperatur auf die normale Temperatur hochfahren. Das ist ein überschaubarer Schritt und passt zur Arbeitsweise einer Wärmepumpe, die gleichmäßigen Betrieb mag und kein abruptes Hochheizen aus dem kalten Zustand. Absenken statt Abschalten ist deshalb im Winterurlaub in jeder Hinsicht der richtige Weg: sicher vor Frost, sparsam und gut für die Anlage.
Die Frostschutzfunktion der Wärmepumpe#
Damit man den Frostschutz im Winter nicht allein der eigenen Sorgfalt überlassen muss, haben Wärmepumpen-Regelungen in aller Regel eine Frostschutzfunktion eingebaut. Sie ist genau für Situationen wie den Winterurlaub gedacht.
Die Frostschutzfunktion ist eine Art Sicherheitsnetz der Regelung. Vereinfacht gesagt überwacht sie, dass die Temperatur nicht zu weit absinkt. Fällt die Temperatur unter einen kritischen Wert, sorgt die Frostschutzfunktion dafür, dass die Wärmepumpe wieder Wärme liefert — auch dann, wenn der Betrieb sonst stark abgesenkt ist. Sie verhindert damit, dass das Haus oder Teile der Anlage in den frostgefährdeten Bereich kommen.
Viele Wärmepumpen haben für die Urlaubssituation außerdem den bereits genannten Abwesenheits- oder Urlaubsmodus. Ein solcher Modus kombiniert das gewünschte Absenken mit einem aufrechterhaltenen Frostschutz: Die Raumtemperatur wird auf ein Sparniveau gesenkt, aber nicht so weit, dass es kritisch wird — und die Frostschutzüberwachung bleibt aktiv. Genau das ist die ideale Einstellung für den Winterurlaub.
Entscheidend ist allerdings: Die Frostschutzfunktion kann nur dann schützen, wenn die Wärmepumpe in Betrieb und einsatzbereit ist. Wer die Anlage komplett vom Strom trennt oder ganz ausschaltet, schaltet damit auch die Frostschutzfunktion aus — der Schutz ist dann nicht mehr vorhanden. Das ist ein weiterer, sehr konkreter Grund, die Wärmepumpe im Winterurlaub nicht vollständig abzuschalten, sondern abgesenkt laufen zu lassen. Wie die Frostschutz- und Abwesenheitsfunktion bei der eigenen Wärmepumpe genau heißen und eingestellt werden, steht in der Bedienungsanleitung; im Zweifel hilft der Fachbetrieb.
Worauf man im Winterurlaub außerdem achten sollte#
Der abgesenkte Betrieb mit Frostschutz ist der Kern der Winterurlaubs-Vorsorge. Daneben gibt es einige weitere Punkte, die im Winter sinnvoll sind.
Ein Punkt ist das Außengerät einer Luft-Wärmepumpe. Das Außengerät ist für den Betrieb bei Kälte gebaut und darf im Winter ganz normal weiterlaufen — daran ändert ein Urlaub nichts. Sinnvoll ist es lediglich, vor der Abreise einen Blick darauf zu werfen: Der Bereich rund um das Gerät und die Luftansaug- und Ausblasöffnungen sollten frei sein, damit die Wärmepumpe ungehindert arbeiten kann, auch wenn während der Abwesenheit Schnee fällt.
Ein zweiter Punkt betrifft die Warmwasserseite. Auch im Winter bereitet die Wärmepumpe das Warmwasser. Während einer längeren Abwesenheit wird kein Warmwasser gezapft. Viele Abwesenheitsmodi passen den Warmwasserbetrieb in dieser Zeit an. Bei einer längeren Reise lohnt deshalb ein Gedanke daran, wie mit dem Warmwasser und dem Speicher umgegangen wird — ausführlicher behandelt das die Q&A-Seite zum Sommerurlaub und Warmwasser in diesem Cluster, die Überlegung gilt aber im Winter genauso.
Ein dritter Punkt ist die allgemeine Hausvorsorge, die mit der Heizung zusammenhängt: Wer im Winter verreist, kann etwa eine Person bitten, gelegentlich nach dem Haus zu sehen, sodass ein Problem mit der Heizung früh bemerkt würde. Das ersetzt keine technische Maßnahme, ist aber eine sinnvolle Ergänzung.
Die Hauptsache bleibt jedoch klar und einfach: Im Winterurlaub wird die Wärmepumpe nicht abgeschaltet, sondern abgesenkt betrieben, mit aktivem Frostschutz. Wer diesen Grundsatz beherzigt und die genannten Punkte mitnimmt, hat den Winterurlaub aus Sicht der Heizung gut vorbereitet.
⚠ Praxis-Hinweis
Wer die Wärmepumpe im Winterurlaub komplett vom Strom trennt, schaltet auch die Frostschutzfunktion aus — der Schutz vor dem Einfrieren der Leitungen ist dann weg. Im Winter immer abgesenkt laufen lassen, nie ganz ausschalten.
Häufige Fragen — Wärmepumpe im Winterurlaub — Frostschutz statt Abschalten
Darf ich die Wärmepumpe im Winterurlaub abschalten?▾
Welche Temperatur stellt man im Winterurlaub ein?▾
Was macht die Frostschutzfunktion?▾
Muss das Außengerät im Winterurlaub geschützt werden?▾
Spart das Absenken im Winterurlaub Energie?▾
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