Der entscheidende Unterschied: Anschaffung gegen laufende Kosten
Die Infrarotheizung punktet bei der Anschaffung, die Wärmepumpe im Betrieb. Diese Seite zeigt, warum dieser Gegensatz die Entscheidung bestimmt und wie man ihn richtig betrachtet.
Die günstige Anschaffung der Infrarotheizung#
Beginnen wir mit der Seite, auf der die Infrarotheizung ihre Stärke hat: der Anschaffung. Hier ist die Infrarotheizung tatsächlich im Vorteil, und das soll dieser Cluster nicht kleinreden.
Eine Infrarotheizung ist einfach. Sie besteht im Kern aus Heizpaneelen, die mit Strom versorgt werden. Es braucht kein wassergeführtes Heizsystem mit Rohren und Heizkreislauf, keinen zentralen Wärmeerzeuger im klassischen Sinn, kein Außengerät, keine Erschließung einer Umweltwärmequelle. Die Montage ist entsprechend unaufwendig. Das macht die Anschaffung einer Infrarotheizung vergleichsweise günstig und unkompliziert.
Eine Wärmepumpe ist demgegenüber in der Anschaffung aufwendiger. Sie ist eine vollständige Heizungsanlage: mit der Technik, um die Umweltwärme zu erschließen, mit dem Anschluss an ein wassergeführtes Heizsystem, oft mit einem Außengerät. Der Einbau ist Arbeit am Haus durch einen Fachbetrieb. Die Anfangsinvestition einer Wärmepumpe ist deshalb höher als die einer Infrarotheizung.
Wer also nur auf die Anschaffung schaut, kommt zu einem klaren Ergebnis: Die Infrarotheizung ist günstiger und einfacher im Einstieg. Das ist die Wahrheit — aber es ist nur die halbe Wahrheit. Denn die Anschaffung ist nur die eine der beiden Seiten, die eine Heizung über ihr Leben hinweg kostet. Die andere Seite — die laufenden Kosten — fällt, wie der nächste Abschnitt zeigt, genau umgekehrt aus.
Wichtig ist an dieser Stelle nur festzuhalten: Ja, die Infrarotheizung hat bei der Anschaffung einen echten Vorteil. Niemand sollte das bestreiten. Die Frage ist nur, ob dieser Vorteil das ganze Bild bestimmt — oder ob er durch die andere Seite aufgewogen oder überwogen wird.
Die laufenden Kosten — und warum sie das Bild drehen#
Kommen wir zur anderen Seite — der Seite, auf der die Wärmepumpe ihre Stärke hat und auf der sich das Bild dreht: den laufenden Kosten.
Wie die vorige Seite dieses Clusters erklärt hat, liegt der grundlegende Unterschied zwischen den beiden Heizungen darin, wie sie den Strom nutzen. Die Infrarotheizung wandelt Strom unmittelbar in Wärme um — für jede Einheit Wärme eine volle Einheit Strom. Die Wärmepumpe nutzt Strom nur als Antrieb für kostenlose Umweltwärme — aus einer Einheit Strom wird ein Mehrfaches an Wärme.
Die unmittelbare Folge: Für die Wärme, die ein Haus übers Jahr verlangt, braucht eine Infrarotheizung deutlich mehr Strom als eine Wärmepumpe. Deutlich mehr Strom bedeutet deutlich höhere laufende Kosten. Und das nicht einmalig, sondern Jahr für Jahr, Heizsaison für Heizsaison, solange die Heizung in Betrieb ist.
Genau das dreht das Bild. Bei der Anschaffung hatte die Infrarotheizung den Vorteil — einen einmaligen Vorteil, der im Moment des Einbaus eintritt und dann abgeschlossen ist. Bei den laufenden Kosten hat die Wärmepumpe den Vorteil — einen Vorteil, der sich Jahr für Jahr wiederholt und der sich über die Zeit summiert. Ein einmaliger Vorteil auf der einen Seite, ein sich ständig wiederholender Vorteil auf der anderen.
Was das für die Gesamtbetrachtung bedeutet, lässt sich ohne jede konkrete Zahl verstehen — allein aus dem Prinzip. Über einen sehr kurzen Zeitraum betrachtet, steht die Infrarotheizung mit ihrem Anschaffungsvorteil gut da. Aber je länger der betrachtete Zeitraum, desto stärker fallen die sich wiederholenden laufenden Kosten ins Gewicht. Irgendwann sind die aufsummierten Mehrkosten der Infrarotheizung im Betrieb so groß, dass sie ihren Anschaffungsvorteil aufzehren — und von da an wird der Abstand mit jedem weiteren Jahr größer, zugunsten der Wärmepumpe.
Wie schnell dieser Punkt erreicht wird, hängt vom Einzelfall ab, und dieser Cluster nennt dazu bewusst keine Zahlen. Aber die Richtung ist allgemein und unabhängig von konkreten Zahlen gültig: Eine Heizung ist eine Anlage für viele Jahre. Über viele Jahre betrachtet wiegt der laufende Kostenvorteil der Wärmepumpe schwer — schwerer als der einmalige Anschaffungsvorteil der Infrarotheizung. Genau deshalb gilt die Wärmepumpe für die Vollheizung eines Hauses in aller Regel als die wirtschaftlichere Wahl.
Beide Seiten betrachten — die richtige Herangehensweise#
Aus dem Gegenüber von Anschaffung und laufenden Kosten ergibt sich die richtige Herangehensweise an die Entscheidung zwischen Wärmepumpe und Infrarotheizung. Sie lässt sich in einem Satz zusammenfassen: Betrachten Sie beide Seiten — und betrachten Sie sie über einen angemessenen Zeitraum.
Beide Seiten betrachten heißt: nicht nur fragen, was die Heizung in der Anschaffung kostet, sondern auch, was sie im Betrieb kostet. Wer nur die Anschaffung betrachtet, bevorzugt scheinbar die Infrarotheizung — aber er trifft eine Entscheidung auf halber Information. Wer beide Seiten betrachtet, sieht das ganze Bild.
Über einen angemessenen Zeitraum betrachten heißt: nicht nur an das erste Jahr denken, sondern an die vielen Jahre, die eine Heizung läuft. Über einen kurzen Zeitraum verzerrt sich das Bild zugunsten der günstigen Anschaffung. Über die realistische Nutzungsdauer einer Heizung tritt der laufende Kostenvorteil der Wärmepumpe in den Vordergrund. Eine Heizungsentscheidung ist eine langfristige Entscheidung, und sie will über einen langfristigen Zeitraum betrachtet werden.
Dieses Prinzip ist nicht neu — es ist dasselbe Prinzip, das jede Wirtschaftlichkeitsbetrachtung leitet: anfänglicher Aufwand gegen laufende Kosten, betrachtet über die Nutzungsdauer. Der Cluster dieses Portals zur Amortisation der Wärmepumpe behandelt dieses Prinzip ausführlich. Für den Vergleich von Wärmepumpe und Infrarotheizung ist nur wichtig, es überhaupt anzuwenden — und nicht der Versuchung zu erliegen, die Entscheidung allein am sichtbaren Anschaffungspreis festzumachen.
Wer eine belastbare Antwort für seinen konkreten Fall will, sollte eine individuelle Betrachtung einholen. Ein Fachbetrieb oder ein Energieberater kann die Anschaffung und die zu erwartenden laufenden Kosten beider Lösungen für das konkrete Haus einschätzen und über die Nutzungsdauer gegenüberstellen. Erst eine solche Betrachtung liefert eine Aussage über den eigenen Fall.
Was dieser Cluster ohne jede individuelle Berechnung sagen kann, ist die grundsätzliche Richtung: Für die Vollheizung eines Hauses ist die Wärmepumpe über die Jahre in aller Regel die wirtschaftlichere Wahl, weil ihr laufender Kostenvorteil den einmaligen Anschaffungsvorteil der Infrarotheizung überwiegt. Das heißt nicht, dass die Infrarotheizung nie sinnvoll wäre — für begrenzte Zwecke kann sie es sein, wie die nächste Seite zeigt. Aber als Vollheizung des Hauses, allein nach den Kosten betrachtet, spricht über die Zeit das meiste für die Wärmepumpe.
⚠ Praxis-Hinweis
Der Anschaffungsvorteil der Infrarotheizung ist einmalig, ihr Kostennachteil im Betrieb wiederholt sich jedes Jahr. Über die Nutzungsdauer einer Heizung betrachtet, ist die Wärmepumpe als Vollheizung in aller Regel die wirtschaftlichere Wahl.
Häufige Fragen — Der entscheidende Unterschied: Anschaffung gegen laufende Kosten
Ist die Infrarotheizung in der Anschaffung wirklich günstiger?▾
Warum sind die laufenden Kosten der Infrarotheizung hoch?▾
Warum dreht sich das Bild über die Zeit?▾
Über welchen Zeitraum soll ich vergleichen?▾
Welche Heizung ist als Vollheizung wirtschaftlicher?▾
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Wir vermitteln Heizungsbauer- und Energieberater-Partner, die den Wärmebedarf einschätzen und die passende Heizung empfehlen.
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