Für wen kommt eine Infrarotheizung infrage?
Die Infrarotheizung ist als Vollheizung selten die wirtschaftlichste Wahl — aber es gibt begrenzte Situationen, in denen sie sinnvoll sein kann. Diese Seite zeigt, welche.
Begrenzte Situationen, in denen die Infrarotheizung sinnvoll sein kann#
Dieser Cluster hat gezeigt, dass die Infrarotheizung für die Vollheizung eines Hauses über die Jahre in aller Regel die teurere Wahl ist. Aber damit ist nicht gesagt, dass eine Infrarotheizung nie einen sinnvollen Einsatz hätte. Es gibt begrenzte Situationen, in denen sie ihren Platz hat — und es gehört zu einer ehrlichen Darstellung, diese zu benennen.
Das verbindende Merkmal dieser Situationen ist: Es geht nicht um die dauerhafte Vollheizung eines ganzen Hauses über die ganze Heizsaison, sondern um einen begrenzten Zweck, bei dem der Wärmebedarf gering ist oder die Heizung nur selten gebraucht wird.
Eine erste Situation ist der Raum mit sehr geringem oder seltenem Heizbedarf. Es gibt Räume, die nur gelegentlich, nur kurz oder nur leicht beheizt werden müssen. Für einen solchen Raum kann eine Infrarotheizung passen — denn wo wenig Wärme über wenige Stunden gebraucht wird, fallen die hohen laufenden Kosten weniger ins Gewicht. Der Nachteil der Infrarotheizung wiegt dort am wenigsten, wo sie am wenigsten läuft.
Eine zweite Situation ist die Ergänzung. Eine Infrarotheizung kann als punktuelle Ergänzung zu einer vorhandenen Hauptheizung dienen — etwa, um an einer bestimmten Stelle für eine begrenzte Zeit zusätzliche Wärme zu schaffen. Hier ist sie nicht die Heizung des Hauses, sondern ein punktueller Zusatz für einen besonderen Bedarf.
Eine dritte Situation hat mit baulichen Gegebenheiten zu tun: Es kann Räume oder kleine Einheiten geben, in denen sich ein wassergeführtes Heizsystem nur schwer verwirklichen ließe und in denen zugleich der Heizbedarf begrenzt ist. Auch hier kann die einfache, ohne Heizkreislauf auskommende Infrarotheizung eine pragmatische Lösung sein.
Allen diesen Situationen ist gemeinsam: Es geht um einen begrenzten, überschaubaren Einsatz — nicht um die volle, dauerhafte Wärmeversorgung eines Hauses. Genau in dieser Begrenzung liegt der mögliche sinnvolle Platz der Infrarotheizung.
Wo die Wärmepumpe die bessere Wahl ist#
Die Kehrseite der vorigen Überlegung ist ebenso wichtig: Es gibt den klaren, großen Bereich, in dem nicht die Infrarotheizung, sondern die Wärmepumpe die bessere Wahl ist. Und dieser Bereich ist gerade der, der die meisten Menschen betrifft.
Die Wärmepumpe ist die bessere Wahl, wenn es um die Vollheizung eines Hauses geht — um die zuverlässige, dauerhafte Beheizung eines ganzen Hauses über die ganze Heizsaison. Das ist die Aufgabe, vor der die allermeisten stehen, die eine Heizung suchen. Sie brauchen keine punktuelle Zusatzwärme für einen selten genutzten Raum, sondern eine Heizung, die das Haus warm hält, Tag für Tag, Winter für Winter.
Für diese Aufgabe spricht alles, was dieser Cluster herausgearbeitet hat, für die Wärmepumpe. Sie nutzt den Strom nur als Antrieb für kostenlose Umweltwärme und ist deshalb im laufenden Betrieb deutlich sparsamer. Über die vielen Jahre, die eine Heizung läuft, überwiegt dieser laufende Vorteil den höheren Anschaffungsaufwand. Wer ein Haus dauerhaft beheizen muss, heizt also genau in der Situation, in der der Nachteil der Infrarotheizung am schwersten wiegt — bei hohem, dauerhaftem Wärmebedarf.
Deshalb ist die Aussage dieses Clusters in der Sache klar, auch wenn sie differenziert ist. Sie lautet nicht: Die Infrarotheizung ist immer schlecht. Sie lautet: Für die Vollheizung eines Hauses — die Aufgabe der allermeisten — ist die Wärmepumpe in aller Regel die wirtschaftlichere und sinnvollere Wahl. Die Infrarotheizung kann ihren Platz haben, aber in einem begrenzten Bereich, der die große Mehrheit der Heizungsentscheidungen nicht betrifft.
Wer also vor der Frage steht, womit er sein Haus heizen soll, und wem eine Infrarotheizung als die einfache, günstige Lösung für die ganze Wärmeversorgung angeboten wird, der sollte hellhörig werden. Die Infrarotheizung als Vollheizung eines Hauses zu wählen, heißt, ihren begrenzten sinnvollen Bereich zu verlassen und sie für eine Aufgabe einzusetzen, für die sie über die Jahre die teure Lösung ist. Das ist genau der Fall, vor dem die erste Seite dieses Clusters gewarnt hat.
Die eigene Situation ehrlich einordnen#
Wie findet man heraus, ob man zu den wenigen gehört, für die eine Infrarotheizung infrage kommt, oder zu den vielen, für die die Wärmepumpe die bessere Wahl ist? Indem man die eigene Situation ehrlich einordnet.
Die entscheidende Frage, die man sich dafür stellen sollte, lautet: Geht es um die Vollheizung — die dauerhafte, vollständige Beheizung eines Hauses oder einer Wohnung über die ganze Heizsaison? Oder geht es um einen begrenzten Zweck — einen selten genutzten Raum, eine punktuelle Ergänzung, einen kleinen Bedarf?
Wer ehrlich antwortet, hat die Einordnung meist schon. Die allermeisten, die eine Heizung suchen, suchen eine Vollheizung. Sie wollen ihr Haus dauerhaft warm haben. Für sie ist die Sache, nach allem, was dieser Cluster gezeigt hat, klar: Die Wärmepumpe ist die Lösung, die über die Jahre wirtschaftlich und sinnvoll trägt; die Infrarotheizung als Vollheizung wäre die teure Wahl.
Nur wer ehrlich feststellt, dass es ihm tatsächlich um einen begrenzten Zweck geht — geringer oder seltener Bedarf, eine Ergänzung, ein baulicher Sonderfall —, für den ist die Infrarotheizung eine ernsthaft zu prüfende Möglichkeit.
Wichtig ist dabei die Ehrlichkeit gegen sich selbst. Es ist verlockend, sich die eigene Situation so zurechtzulegen, dass die günstige, einfache Infrarotheizung passt — den Heizbedarf kleinzureden, die Nutzung als selten einzustufen, obwohl sie es nicht ist. Wer das tut, betrügt sich am Ende selbst, denn die hohen laufenden Kosten kommen, wenn die Heizung doch viel läuft. Die ehrliche Einordnung der eigenen Situation ist deshalb der Schlüssel.
Und wie bei jeder Heizungsentscheidung gilt: Die Einordnung sollte nicht allein im Kopf des Verbrauchers stattfinden, sondern mit fachlicher Begleitung. Ein Fachbetrieb oder ein Energieberater kann den tatsächlichen Wärmebedarf einschätzen und sagen, welche Lösung zum konkreten Fall passt. Gerade wenn jemandem eine Infrarotheizung als günstige Komplettlösung angeboten wird, lohnt sich eine unabhängige fachliche Einschätzung, bevor man sich festlegt.
Der rote Faden dieses Clusters: Wärmepumpe und Infrarotheizung sind sehr unterschiedliche Heizungen. Die Infrarotheizung punktet bei der Anschaffung, die Wärmepumpe im Betrieb — und über die Jahre wiegt der Betrieb schwer. Für die Vollheizung eines Hauses ist die Wärmepumpe in aller Regel die wirtschaftlichere Wahl. Die Infrarotheizung hat ihren Platz, aber in einem begrenzten Bereich. Wer seine Situation ehrlich einordnet und sich fachlich begleiten lässt, findet die Lösung, die wirklich zu ihm passt.
⚠ Praxis-Hinweis
Die Infrarotheizung hat ihren Platz bei begrenztem, seltenem Heizbedarf — nicht als Vollheizung eines Hauses. Wird sie als günstige Komplettlösung angeboten, vor der Entscheidung eine unabhängige fachliche Einschätzung einholen.
Häufige Fragen — Für wen kommt eine Infrarotheizung infrage?
Für wen kommt eine Infrarotheizung infrage?▾
Warum passt die Infrarotheizung bei seltenem Bedarf besser?▾
Wann ist die Wärmepumpe die bessere Wahl?▾
Mir wird eine Infrarotheizung als günstige Komplettlösung angeboten — was tun?▾
Wie ordne ich meine eigene Situation richtig ein?▾
Heizungswahl fachlich klären lassen
Wir vermitteln Heizungsbauer- und Energieberater-Partner, die den Wärmebedarf einschätzen und die passende Heizung empfehlen.
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