Vaillant myVAILLANT und Viessmann ViCare — die Smart-Steuerung im Vergleich
Vaillant und Viessmann sind die beiden meistverbauten Wärmepumpen-Marken in Deutschland — und beide steuern ihre Wärmepumpen über eine eigene App-Plattform. Dieses Pillar vergleicht die Smart-Steuerung der beiden: die App myVAILLANT und die Plattform ViCare, ihren Funktionsumfang, die PV-Kopplung und die Netzsteuerung nach §14a EnWG.
Vaillant myVAILLANT — App und Systemregler
Vaillant steuert seine aktuellen Wärmepumpen über die App myVAILLANT. Sie ist die Bedien- und Überwachungsoberfläche für die Wärmepumpe aroTHERM plus und die Sole-Geräte und löst die ältere multiMATIC-Generation ab. Der Aufbau der Steuerung. Die Steuerung besteht aus mehreren Bausteinen. Im Haus arbeitet ein Systemregler, der die Wärmepumpe und das Heizsystem steuert — er regelt die Heizkurve, die Warmwasserbereitung, die Betriebsmodi. Für die App-Anbindung sorgt ein Internet-Modul beziehungsweise Gateway, das die Wärmepumpe mit dem Heimnetz und der Vaillant-Cloud verbindet. Die App myVAILLANT auf dem Smartphone greift dann über die Cloud auf die Anlage zu. Was die App leistet. Über myVAILLANT lassen sich die wesentlichen Funktionen der Wärmepumpe bequem vom Smartphone aus bedienen: die Raumtemperatur einstellen, Heizzeiten und Betriebsmodi programmieren, zwischen Heiz- und Sommerbetrieb wechseln, die Warmwasserbereitung steuern. Die App zeigt zudem Betriebs- und Verbrauchsinformationen an und kann den Nutzer über Störungen oder Wartungshinweise informieren. Die Fernbedienung. Weil die App über die Cloud arbeitet, lässt sich die Wärmepumpe auch von unterwegs steuern — etwa um vor der Rückkehr aus dem Urlaub die Temperatur anzuheben. Das ist der praktische Komfortgewinn einer cloud-basierten Steuerung. Die Fernwartung durch den Fachpartner. Über die Plattform kann auch der Vaillant-Fachpartner — mit Freigabe des Betreibers — die Anlage aus der Ferne einsehen. Das erleichtert die Ferndiagnose im Störungsfall und die Feinjustierung, etwa der Heizkurve im ersten Betriebsjahr. Die Cloud-Anbindung. myVAILLANT ist eine cloud-basierte Plattform — die Anbindung der Wärmepumpe an die App läuft über die Vaillant-Cloud. Das bringt den Komfort der ortsunabhängigen Bedienung und der Fernwartung. Wer Wert auf eine rein lokale Datenhaltung legt, sollte das beim Datenschutz-Thema mitdenken; die grundsätzliche Bedienung der Wärmepumpe am Systemregler im Haus funktioniert aber auch unabhängig von der App. Die Einordnung: myVAILLANT ist eine moderne, cloud-basierte Steuerungsplattform mit App-Bedienung, Fernzugriff und Fernwartung. Sie bündelt die Bedienung der Vaillant-Wärmepumpe komfortabel auf dem Smartphone. Wie sie sich von Viessmanns ViCare unterscheidet, zeigt der Funktionsvergleich weiter unten — zunächst zu ViCare selbst.
Viessmann ViCare — App und Plattform
Viessmann steuert seine Wärmepumpen über die ViCare-Plattform. ViCare ist die durchgängige Bedien- und Service-Oberfläche für die Vitocal-Wärmepumpen und auch für andere Viessmann-Heizgeräte. Der Aufbau der Steuerung. Auch bei Viessmann besteht die Steuerung aus mehreren Ebenen. Im Haus arbeitet der Systemregler der Wärmepumpe, der die Heizkurve, die Warmwasserbereitung und die Betriebsmodi steuert — bei den aktuellen Vitocal-Geräten ist die Regelungsgeneration auf moderne Bedienung ausgelegt. Für die App-Anbindung sorgt ein Kommunikationsmodul beziehungsweise Gateway, das die Wärmepumpe mit dem Heimnetz und der Viessmann-Cloud verbindet. Die ViCare-App greift über die Cloud auf die Anlage zu. Was die App leistet. Über ViCare lassen sich die Wärmepumpe und das Heizsystem vom Smartphone aus bedienen: Raumtemperatur und Heizzeiten einstellen, Betriebsmodi wählen, die Warmwasserbereitung steuern, zwischen Heiz- und Sommerbetrieb wechseln. Die App zeigt Betriebsdaten und Verbrauchsinformationen an und meldet Störungen und Wartungshinweise. Die Fernbedienung und das Monitoring. Wie bei myVAILLANT erlaubt die Cloud-Anbindung die Steuerung von unterwegs. ViCare legt zudem einen Schwerpunkt auf das Monitoring — die übersichtliche Darstellung des Betriebsverhaltens und des Energieverbrauchs, damit der Nutzer seine Anlage im Blick hat. Die Fernwartung durch den ProTeam-Fachpartner. Über die ViCare-Plattform kann der Viessmann-Fachpartner — mit Freigabe des Betreibers — die Anlage aus der Ferne überwachen, Betriebsdaten auslesen und Einstellungen nachjustieren. Das ist besonders im ersten Betriebsjahr wertvoll, wenn die Heizkurve auf das Gebäude eingeregelt wird. Die Cloud-Anbindung. Auch ViCare ist eine cloud-basierte Plattform — die App-Anbindung läuft über die Viessmann-Cloud. Das bringt Fernzugriff und Fernwartung. Wer eine rein lokale Datenhaltung bevorzugt, sollte das beim Datenschutz-Thema bedenken. Die Wärmepumpe lässt sich aber auch ohne aktive Cloud-Anbindung am Systemregler im Haus bedienen — die App ist ein Komfort-Aufsatz, kein zwingender Bestandteil des Heizbetriebs. Die durchgängige Plattform. Ein Merkmal von ViCare ist die Durchgängigkeit: Die Plattform deckt verschiedene Viessmann-Heizgeräte ab, nicht nur die Wärmepumpe. Wer im Haus mehrere Viessmann-Komponenten hat, bedient sie über eine einheitliche Oberfläche. Die Einordnung: ViCare ist Viessmanns cloud-basierte Steuerungsplattform mit App-Bedienung, Fernzugriff, Monitoring-Schwerpunkt und Fernwartung durch den ProTeam-Fachpartner. Sie ist in Aufbau und Funktionsprinzip myVAILLANT sehr ähnlich. Worin sich die beiden unterscheiden und worin sie gleich sind, zeigt der nächste Abschnitt.
Funktionsvergleich Vaillant vs. Viessmann
Stellt man myVAILLANT und ViCare nebeneinander, zeigt sich: Die beiden Plattformen sind sich in Aufbau, Funktionsprinzip und Leistungsumfang sehr ähnlich. Beide Marken bieten eine moderne, ausgereifte Smart-Steuerung — der Vergleich fällt erfreulich unspektakulär aus. Was beide gemeinsam haben: — Eine cloud-basierte App zur Bedienung der Wärmepumpe vom Smartphone — im Haus wie von unterwegs. — Einen Systemregler im Haus, der die eigentliche Regelung der Heizkurve, der Warmwasserbereitung und der Betriebsmodi übernimmt. — Ein Gateway- beziehungsweise Kommunikationsmodul für die Internet-Anbindung. — Anzeige von Betriebs- und Verbrauchsinformationen sowie Störungs- und Wartungsmeldungen. — Die Möglichkeit der Fernwartung durch den jeweiligen Fachpartner mit Freigabe des Betreibers. — Die grundsätzliche Bedienbarkeit der Wärmepumpe auch ohne aktive App-Nutzung am Systemregler. Wo es Unterschiede gibt. Die Unterschiede liegen weniger im Was als im Wie — in der Gestaltung der Bedienoberfläche, der Übersichtlichkeit der Darstellung, dem genauen Funktionsumfang einzelner App-Versionen und der Tiefe der Einstellmöglichkeiten. Solche Unterschiede sind teils Geschmackssache und ändern sich zudem mit App-Updates. Beide Hersteller entwickeln ihre Plattformen kontinuierlich weiter. Eine pauschale Aussage, die eine App sei der anderen klar überlegen, lässt sich nicht treffen — beide gehören zu den ausgereiften Lösungen am Markt. Die ehrliche Einordnung. Wer zwischen Vaillant und Viessmann schwankt, sollte die Smart-Steuerung nicht zum entscheidenden Kriterium machen — beide Plattformen leisten das, was eine Wärmepumpen-Steuerung leisten soll, auf vergleichbarem Niveau. Wichtiger für die Markenentscheidung sind die bekannten Faktoren: die zur Heizlast passende Gerätewahl, die Effizienz, der Schallschutz, das Service-Netz und der Preis. Die Smart-Steuerung ist bei beiden Marken auf gutem Stand und kein Grund, sich gegen die eine oder andere zu entscheiden. Was man trotzdem prüfen sollte. Auch wenn die Plattformen ähnlich sind, lohnt sich bei beiden Marken der Blick auf zwei Punkte, die unabhängig vom Marken-Vergleich wichtig sind: erstens die Frage der Cloud-Anbindung und des Datenschutzes — beide Plattformen sind cloud-basiert; zweitens die konkrete Unterstützung der PV-Kopplung und der Netzsteuerung nach §14a EnWG. Letzteres ist für jede neue Wärmepumpe relevant — dazu der nächste Abschnitt. Die Einordnung: Im Funktionsvergleich liegen myVAILLANT und ViCare nahe beieinander — beide sind moderne, ausgereifte cloud-basierte Steuerungsplattformen mit vergleichbarem Leistungsumfang. Die Smart-Steuerung ist bei keiner der beiden Marken ein Schwachpunkt und sollte die Markenentscheidung nicht dominieren.
PV-Kopplung und §14a EnWG bei beiden
Zwei Funktionen sind bei jeder modernen Wärmepumpen-Steuerung besonders wichtig — und sie verdienen unabhängig vom Marken-Vergleich Aufmerksamkeit: die Kopplung mit einer PV-Anlage und die Netzsteuerung nach §14a EnWG. Beide Hersteller, Vaillant wie Viessmann, unterstützen sie. Die PV-Kopplung. Wer eine PV-Anlage hat oder plant, will, dass die Wärmepumpe den selbst erzeugten Solarstrom nutzt. Dafür muss die Steuerung erkennen, wann ein Solarüberschuss vorliegt, und die Wärmepumpe gezielt dann laufen lassen — gegebenenfalls indem sie Wärme auf Vorrat in den Speicher lädt. Beide Plattformen, myVAILLANT und ViCare, bieten die Möglichkeit der PV-Kopplung. Die Wärmepumpe kann so einen größeren Teil ihres Stroms aus dem eigenen Dach decken. Wie die Kopplung im Detail umgesetzt wird — über welche Schnittstelle, in Verbindung mit welchem Energiemanagement-System —, hängt vom konkreten Aufbau ab und sollte mit dem Fachbetrieb geklärt werden. Die Netzsteuerung nach §14a EnWG. Neue Wärmepumpen werden als steuerbare Verbrauchseinrichtungen beim Netzbetreiber angemeldet. Nach den Regelungen des §14a EnWG darf der Netzbetreiber die Leistung steuerbarer Verbrauchseinrichtungen in seltenen Netz-Spitzenzeiten temporär reduzieren — im Gegenzug gibt es reduzierte Netzentgelte. Damit das funktioniert, muss die Wärmepumpe die nötige Schnittstelle für die Netzsteuerung haben. Sowohl Vaillant als auch Viessmann statten ihre aktuellen Wärmepumpen dafür aus. Im gut gedämmten Haus mit thermisch träger Heizung ist eine solche kurzzeitige Drosselung praktisch nicht spürbar. Was das für die Markenwahl bedeutet. Bei beiden Punkten — PV-Kopplung und §14a-EnWG-Fähigkeit — sind Vaillant und Viessmann auf der Höhe der Zeit. Keine der beiden Marken hat hier einen grundsätzlichen Vorsprung. Wichtig ist nicht die Markenwahl, sondern dass die konkret geplante Wärmepumpe und ihre Steuerung diese Funktionen tatsächlich unterstützen — und dass sie bei der Installation auch korrekt eingerichtet werden. Die praktische Empfehlung. Wer eine Vaillant- oder Viessmann-Wärmepumpe plant, sollte mit dem Fachbetrieb ausdrücklich klären: Unterstützt das konkret angebotene Gerät samt Steuerung die PV-Kopplung in der gewünschten Form? Ist die Wärmepumpe als steuerbare Verbrauchseinrichtung nach §14a EnWG ausgelegt und wird sie entsprechend angemeldet? Diese Klärung ist wichtiger als der Vergleich der App-Oberflächen. Wer eine PV-Anlage hat oder plant, sollte die Wärmepumpe und die PV-Anlage ohnehin als Gesamtsystem betrachten und die Steuerung darauf abstimmen. Die Einordnung: PV-Kopplung und §14a-EnWG-Fähigkeit unterstützen sowohl myVAILLANT als auch ViCare — beide Marken sind hier auf gutem Stand. Entscheidend ist nicht die Marke, sondern dass das konkrete Gerät diese Funktionen bietet und bei der Installation richtig eingerichtet wird. Die Smart-Steuerung von Vaillant und Viessmann ist insgesamt ausgereift und für die Anforderungen einer modernen Wärmepumpe gerüstet.
⚠ Praxis-Hinweis
myVAILLANT und ViCare sind beide ausgereift und nahezu gleichwertig — die Smart-Steuerung sollte die Wahl zwischen Vaillant und Viessmann nicht entscheiden. Wichtiger ist, beim konkreten Gerät die PV-Kopplung und die §14a-EnWG-Fähigkeit zu prüfen; beide Plattformen sind zudem cloud-basiert.
Häufige Fragen — Vaillant myVAILLANT & Viessmann ViCare — Smart-Steuerung im Vergleich
Wie steuert man eine Vaillant-Wärmepumpe per App?▾
Was ist die ViCare-Plattform von Viessmann?▾
Welche Smart-Steuerung ist besser — Vaillant oder Viessmann?▾
Kann ich die Wärmepumpe auch ohne App bedienen?▾
Unterstützen Vaillant und Viessmann die PV-Kopplung?▾
Sind Vaillant- und Viessmann-Wärmepumpen für §14a EnWG gerüstet?▾
Sollte die Smart-Steuerung über die Markenwahl entscheiden?▾
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