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Long-Tail-Q&A — Photovoltaik

Wie viel PV-Leistung braucht eine Wärmepumpe?

Wer eine PV-Anlage zur Wärmepumpe plant, will wissen, wie groß sie sein muss. Diese Q&A-Seite hilft bei der Abschätzung: Sie erklärt, wie man den Strombedarf der Wärmepumpe ermittelt, was eine PV-Anlage über das Jahr liefert, wie man die richtige Anlagengröße findet und welche Rolle Dachfläche und Ausrichtung spielen.

Den Strombedarf der Wärmepumpe abschätzen

Bevor man die PV-Anlage dimensioniert, muss man wissen, wie viel Strom die Wärmepumpe überhaupt braucht. Diese Zahl lässt sich gut abschätzen. Die Rechnung folgt einer einfachen Logik. Der Strombedarf der Wärmepumpe ergibt sich aus zwei Größen: dem jährlichen Wärmebedarf des Hauses und der Jahresarbeitszahl der Wärmepumpe. Der Wärmebedarf ist die Wärmemenge, die das Haus pro Jahr für Heizung und Warmwasser braucht, gemessen in Kilowattstunden. Eine gute Annäherung liefert der bisherige Brennstoffverbrauch: Wer bisher mit Gas oder Öl geheizt hat, kann aus dem Jahresverbrauch den Wärmebedarf ableiten. Die Jahresarbeitszahl gibt an, wie viele Kilowattstunden Wärme die Wärmepumpe aus einer Kilowattstunde Strom macht — typisch zwischen 3,0 und 4,8 je nach Haus und Wärmequelle. Der Strombedarf der Wärmepumpe ist dann der Wärmebedarf geteilt durch die Jahresarbeitszahl. Ein Rechenbeispiel: Ein Haus mit einem Wärmebedarf von 18.000 Kilowattstunden und einer Wärmepumpe mit einer Jahresarbeitszahl von 3,8 hat einen Strombedarf der Wärmepumpe von 18.000 geteilt durch 3,8, also rund 4.700 Kilowattstunden pro Jahr. Zur Einordnung: Der Strombedarf einer Wärmepumpe im Einfamilienhaus liegt damit grob in einer Größenordnung von einigen tausend Kilowattstunden pro Jahr — in gut gedämmten Häusern weniger, in wenig sanierten Altbauten mehr. Dazu kommt der übrige Haushaltsstrom für Licht, Geräte und Elektronik, der bei einem typischen Haushalt ebenfalls einige tausend Kilowattstunden ausmacht. Der wichtige Punkt für die PV-Planung: Die Wärmepumpe verdoppelt den Stromverbrauch des Hauses oft ungefähr — sie ist ein erheblicher zusätzlicher Verbraucher. Für die Dimensionierung der PV-Anlage ist aber nicht nur die Jahressumme entscheidend, sondern auch die zeitliche Verteilung: Der Wärmepumpenstrom wird vor allem im Winter gebraucht, der übrige Haushaltsstrom übers Jahr verteilter. Diese zeitliche Verteilung im Verhältnis zur PV-Erzeugung ist der eigentliche Knackpunkt der Dimensionierung — dazu die nächsten Abschnitte. Wer den Strombedarf seiner künftigen Wärmepumpe genau wissen will, lässt ihn vom Fachbetrieb auf Basis der Heizlastberechnung und der erwarteten Jahresarbeitszahl ermitteln. Das ist zugleich die Grundlage für die Auslegung der Wärmepumpe selbst.

Was eine PV-Anlage liefert — und wann

Um die PV-Anlage richtig zu dimensionieren, muss man verstehen, was sie liefert — und das hat zwei Dimensionen: die Jahresmenge und die zeitliche Verteilung. Die Leistung einer PV-Anlage wird in Kilowatt-Peak angegeben — kurz kWp. Das ist die Spitzenleistung der Anlage unter Standardbedingungen. Wie viel eine Anlage übers Jahr tatsächlich erzeugt, hängt vom Standort, der Ausrichtung und der Neigung des Dachs ab. Als grobe Faustregel liefert in Deutschland ein Kilowatt-Peak installierter PV-Leistung im Jahr ungefähr 900 bis 1.000 Kilowattstunden Strom — bei guter Ausrichtung eher am oberen Ende, bei ungünstiger darunter. Mit dieser Faustregel lässt sich die Jahresmenge grob umrechnen: Eine Anlage von beispielsweise 8 Kilowatt-Peak erzeugt im Jahr grob 7.000 bis 8.000 Kilowattstunden. Viel wichtiger als die Jahresmenge ist aber die zeitliche Verteilung — und hier liegt der Kern der ganzen Dimensionierungsfrage. Eine PV-Anlage erzeugt ihren Strom extrem ungleich über das Jahr: In den Sommermonaten liefert eine PV-Anlage den weitaus größten Teil ihres Jahresertrags. Lange Tage, hoher Sonnenstand, viele klare Tage. In der Übergangszeit — Frühjahr und Herbst — liefert sie noch ordentlich, aber deutlich weniger als im Sommer. In den Hochwintermonaten Dezember und Januar liefert eine PV-Anlage nur einen kleinen Bruchteil ihrer Jahresleistung. Die Tage sind kurz, die Sonne steht flach, es gibt viele trübe Tage. Dieser Verlauf ist physikalisch festgelegt und lässt sich durch eine größere Anlage nur begrenzt ausgleichen. Auch eine doppelt so große PV-Anlage erzeugt im Dezember nur doppelt so wenig — also immer noch wenig. Was das für die Wärmepumpe bedeutet: Die Erzeugung der PV-Anlage und der Strombedarf der Wärmepumpe sind zeitlich gegenläufig. Die Wärmepumpe braucht im Winter am meisten Strom, die PV-Anlage liefert im Winter am wenigsten. Im Sommer ist es umgekehrt — viel PV-Strom, aber kaum Heizbedarf. Genau dieser Gegensatz ist der Grund, warum man eine PV-Anlage nicht einfach so groß bauen kann, dass sie die Wärmepumpe im Winter komplett versorgt. Eine Anlage, die im Dezember die Wärmepumpe deckt, wäre im Sommer maßlos überdimensioniert und würde gewaltige Überschüsse produzieren, die nur zur niedrigen Vergütung ins Netz gingen. Die richtige Dimensionierung sucht deshalb einen sinnvollen Mittelweg — und der ist Thema des nächsten Abschnitts.

Die richtige Größe der PV-Anlage

Wie groß sollte die PV-Anlage zur Wärmepumpe nun sein? Es gibt keine einzelne richtige Zahl — aber eine sinnvolle Logik. Die zentrale Erkenntnis vorweg: Man dimensioniert die PV-Anlage nicht so, dass sie die Wärmepumpe rechnerisch komplett versorgt. Das wäre, wie im vorigen Abschnitt gezeigt, wegen des Winterproblems unmöglich und unwirtschaftlich. Man dimensioniert sie so, dass sie über das Jahr einen sinnvollen Beitrag leistet, ohne im Sommer maßlos überzuproduzieren. Die grundlegende Strategie lautet: das Dach gut ausnutzen. In der Praxis ist die Größe der PV-Anlage heute oft weniger eine Frage des rechnerischen Bedarfs als eine Frage der verfügbaren Dachfläche. PV-Module sind im Verhältnis zu ihrem Nutzen nicht teuer geworden, und eine größere Anlage liefert mehr Strom übers Jahr — auch in der wertvollen Übergangszeit. Die verbreitete Empfehlung lautet deshalb, eine geeignete Dachfläche möglichst gut zu belegen, statt die Anlage knapp am rechnerischen Minimum auszulegen. Warum eine eher großzügige Auslegung sinnvoll ist: — Eine größere Anlage liefert auch in der Übergangszeit und an weniger sonnigen Tagen mehr — also gerade dann, wenn die Wärmepumpe den Strom gut gebrauchen kann. — Wenn künftig weitere Verbraucher dazukommen — ein Elektroauto, weitere Geräte —, ist die Reserve schon da. — Der eingespeiste Überschuss bringt zwar nur die niedrigere Vergütung, ist aber kein Verlust. Die Grenzen der großzügigen Auslegung: — Die Dachfläche ist die natürliche Obergrenze. — Sehr große Anlagen produzieren im Sommer Überschüsse, die mangels Verbrauch nur eingespeist werden — der Zusatznutzen jedes weiteren Moduls nimmt ab. — Für die Anmeldung, die technischen Anschlussbedingungen und steuerliche Fragen können bei der Anlagengröße bestimmte Schwellen eine Rolle spielen; das sollte mit dem Fachbetrieb geklärt werden. Die zeitliche Verschiebung als Ergänzung. Weil die PV-Anlage tagsüber erzeugt und die Wärmepumpe auch nachts und an trüben Tagen heizt, lässt sich der Eigenverbrauch durch zwei Werkzeuge erhöhen, die unabhängig von der reinen Anlagengröße wirken: eine intelligente Steuerung, die die Wärmepumpe gezielt bei Solarüberschuss laufen lässt und Wärme auf Vorrat in den Speicher lädt, und gegebenenfalls ein Stromspeicher. Diese ergänzen die richtige Dimensionierung, ersetzen sie aber nicht. Die praktische Empfehlung: Die Größe der PV-Anlage sollte sich an der gut nutzbaren Dachfläche orientieren — lieber das Dach ordentlich belegen als knapp dimensionieren. Eine pauschale kWp-Zahl, die für jede Wärmepumpe passt, gibt es nicht, weil Wärmebedarf, Dachfläche, Ausrichtung und weitere Verbraucher zu unterschiedlich sind. Die konkrete Auslegung sollte ein Fachbetrieb auf Basis des ermittelten Strombedarfs, der Dachfläche und der individuellen Situation vornehmen — er rechnet aus, welche Anlagengröße den besten Kompromiss aus Eigenverbrauch, Überschuss und Wirtschaftlichkeit ergibt.

Dachfläche, Ausrichtung und Grenzen

Wie viel PV-Leistung am Ende auf das Dach passt und wie viel sie liefert, hängt von den Eigenschaften des Dachs ab. Diese Faktoren bestimmen die realistischen Möglichkeiten. Die Dachfläche. Sie ist die natürliche Obergrenze für die Anlagengröße. Je mehr nutzbare, zusammenhängende Fläche zur Verfügung steht, desto mehr Module passen darauf. Dachfenster, Schornsteine, Gauben und andere Aufbauten verkleinern die nutzbare Fläche. Die Ausrichtung. Die Himmelsrichtung, in die das Dach zeigt, beeinflusst den Ertrag deutlich. Eine Südausrichtung liefert über den Tag den höchsten Gesamtertrag mit einer ausgeprägten Mittagsspitze. Eine Ost-West-Ausrichtung liefert in der Summe etwas weniger, dafür aber gleichmäßiger über den Tag verteilt — mit einer Erzeugung am Morgen und am Abend. Für ein Haus mit Wärmepumpe kann die gleichmäßigere Ost-West-Verteilung sogar von Vorteil sein, weil sie besser zu einem über den Tag verteilten Verbrauch passt. Eine reine Nordausrichtung ist dagegen wenig ertragreich. Die Dachneigung. Auch die Neigung des Dachs beeinflusst den Ertrag und seine jahreszeitliche Verteilung. Sie ist beim bestehenden Dach vorgegeben und meist kein Problem — moderne Module liefern über einen breiten Neigungsbereich gute Erträge. Die Verschattung. Der wichtigste ertragsmindernde Faktor neben der Ausrichtung. Bäume, Nachbargebäude, Schornsteine oder andere Hindernisse, die im Tagesverlauf Schatten auf das Dach werfen, senken den Ertrag — teils erheblich, weil schon eine teilverschattete Fläche die Leistung überproportional drücken kann. Eine genaue Verschattungsanalyse gehört zur Planung. Die Statik und der Dachzustand. Das Dach muss das zusätzliche Gewicht der Module tragen können, und es sollte in gutem Zustand sein. Wenn ohnehin eine Dachsanierung ansteht, ist es sinnvoll, sie vor oder zusammen mit der PV-Installation durchzuführen — sonst müsste die Anlage später wieder abgebaut werden. Weitere praktische Punkte. Der Standort innerhalb Deutschlands spielt eine gewisse Rolle, weil die Sonneneinstrahlung regional etwas variiert. Bei denkmalgeschützten Gebäuden oder in Gebieten mit Gestaltungssatzungen kann es zusätzliche Anforderungen an die PV-Installation geben. Und die PV-Anlage muss beim Netzbetreiber angemeldet und in bestimmte Register eingetragen werden — das übernimmt in der Regel der Fachbetrieb. Die zusammenfassende Botschaft: Wie viel PV-Leistung für die Wärmepumpe möglich und sinnvoll ist, ergibt sich aus dem Zusammenspiel von Strombedarf und Dachgegebenheiten. Ein gut ausgerichtetes, unverschattetes, ausreichend großes Dach erlaubt eine leistungsfähige Anlage, die einen guten Beitrag zum Wärmepumpenstrom leistet. Ein kleines, verschattetes oder ungünstig ausgerichtetes Dach setzt engere Grenzen. Die realistische Einschätzung für das konkrete Dach liefert eine Vor-Ort-Begutachtung durch einen PV-Fachbetrieb — sie sollte am Anfang jeder Planung stehen.

⚠ Praxis-Hinweis

Die PV-Anlage lässt sich nicht so dimensionieren, dass sie die Wärmepumpe im Winter komplett versorgt — Erzeugung und Bedarf sind zeitlich gegenläufig. Sinnvoll ist, eine geeignete Dachfläche gut zu belegen, statt knapp auszulegen. Die konkrete Größe gehört in die Hand eines Fachbetriebs nach Vor-Ort-Begutachtung.

Häufige Fragen — Wie viel PV-Leistung braucht eine Wärmepumpe?

Wie viel Strom braucht eine Wärmepumpe im Jahr?
Der Strombedarf ergibt sich aus dem Wärmebedarf des Hauses geteilt durch die Jahresarbeitszahl. Beispiel: 18.000 Kilowattstunden Wärmebedarf geteilt durch eine Jahresarbeitszahl von 3,8 ergeben rund 4.700 Kilowattstunden Strom pro Jahr. In einem Einfamilienhaus liegt der Wärmepumpenstrom damit grob bei einigen tausend Kilowattstunden jährlich — in gut gedämmten Häusern weniger, in wenig sanierten Altbauten mehr. Dazu kommt der übrige Haushaltsstrom. Die Wärmepumpe verdoppelt den Stromverbrauch des Hauses oft ungefähr.
Wie viel Strom liefert eine PV-Anlage pro Kilowatt-Peak?
Als grobe Faustregel liefert in Deutschland ein Kilowatt-Peak installierter PV-Leistung im Jahr ungefähr 900 bis 1.000 Kilowattstunden — bei guter Ausrichtung eher am oberen Ende, bei ungünstiger darunter. Eine Anlage von 8 Kilowatt-Peak erzeugt damit grob 7.000 bis 8.000 Kilowattstunden im Jahr. Wichtiger als die Jahresmenge ist aber die zeitliche Verteilung: Den größten Teil erzeugt eine PV-Anlage im Sommer, im Hochwinter nur einen kleinen Bruchteil.
Kann ich die PV-Anlage so groß bauen, dass sie die Wärmepumpe komplett versorgt?
Nein, das ist nicht sinnvoll möglich. Die Wärmepumpe braucht im Winter am meisten Strom, die PV-Anlage liefert im Winter am wenigsten — die Erzeugung und der Bedarf sind zeitlich gegenläufig. Eine Anlage, die im Dezember die Wärmepumpe deckt, wäre im Sommer maßlos überdimensioniert und würde gewaltige, nur niedrig vergütete Überschüsse produzieren. Man dimensioniert die PV-Anlage deshalb nicht auf vollständige Versorgung, sondern so, dass sie über das Jahr einen sinnvollen Beitrag leistet.
Wie groß sollte die PV-Anlage zur Wärmepumpe sein?
Es gibt keine pauschale kWp-Zahl, die für jede Wärmepumpe passt. Die verbreitete Empfehlung lautet, eine geeignete Dachfläche möglichst gut zu belegen, statt knapp am rechnerischen Minimum auszulegen — eine größere Anlage liefert auch in der wertvollen Übergangszeit mehr und hat Reserve für weitere Verbraucher wie ein Elektroauto. Die natürliche Obergrenze ist die Dachfläche. Die konkrete Auslegung sollte ein Fachbetrieb auf Basis von Strombedarf, Dachfläche, Ausrichtung und individueller Situation vornehmen.
Welche Dachausrichtung ist für die Wärmepumpe am besten?
Eine Südausrichtung liefert den höchsten Gesamtertrag mit einer ausgeprägten Mittagsspitze. Eine Ost-West-Ausrichtung liefert in der Summe etwas weniger, dafür gleichmäßiger über den Tag verteilt — mit Erzeugung am Morgen und am Abend. Für ein Haus mit Wärmepumpe kann die gleichmäßigere Ost-West-Verteilung sogar von Vorteil sein, weil sie besser zu einem über den Tag verteilten Verbrauch passt. Eine reine Nordausrichtung ist wenig ertragreich.
Wie stark senkt Verschattung den PV-Ertrag?
Verschattung ist neben der Ausrichtung der wichtigste ertragsmindernde Faktor — und sie wirkt oft überproportional, weil schon eine teilverschattete Fläche die Leistung stärker drücken kann, als der verschattete Flächenanteil vermuten lässt. Bäume, Nachbargebäude, Schornsteine oder andere Hindernisse, die im Tagesverlauf Schatten werfen, senken den Ertrag teils erheblich. Eine genaue Verschattungsanalyse gehört deshalb zu jeder PV-Planung und wird vom Fachbetrieb vor Ort durchgeführt.
Was muss ich beim Dach für eine PV-Anlage beachten?
Das Dach muss das zusätzliche Gewicht der Module tragen können und sollte in gutem Zustand sein. Steht ohnehin eine Dachsanierung an, sollte sie vor oder zusammen mit der PV-Installation erfolgen, sonst müsste die Anlage später wieder abgebaut werden. Wichtig sind außerdem die nutzbare Dachfläche (Dachfenster und Aufbauten verkleinern sie), die Ausrichtung, die Neigung und die Verschattung. Bei denkmalgeschützten Gebäuden können zusätzliche Anforderungen gelten. Eine Vor-Ort-Begutachtung durch einen PV-Fachbetrieb klärt die realistischen Möglichkeiten.

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