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Solarthermie-WP-Verbund-Tiefe

PVT-Hybridkollektoren: Strom oben, Wärme unten

Photovoltaisch-thermische Hybridkollektoren (PVT) sind 2026 keine exotische Nische mehr — Pionier-Hersteller wie DualSun (Frankreich), Consolar (Deutschland) und Heliarc (Schweiz) haben den Markt mit serienreifen Produkten besetzt. Im Verbund mit einer Sole-Wasser-Wärmepumpe oder einem Eisspeicher liefert PVT eine Wärmequelle, die im Winter auch bei −10 °C noch JAZ-Werte über 4,0 erlaubt — das eröffnet komplett neue Auslegungsstrategien.

Was PVT-Kollektoren genau sind und wie sie funktionieren

Ein PVT-Hybridkollektor kombiniert auf einer Modulfläche zwei Funktionen: Photovoltaik (Strom-Erzeugung) und Solarthermie (Wärme-Erzeugung). Das geht in der Regel so: Hinter einem normalen PV-Modul (typisch monokristalline Solarzellen mit 350–400 Wp) wird ein wassergeführter Absorber (Kühlkanal-System aus Aluminium oder Kupfer) montiert. Der Wasserkreislauf nimmt die Wärme der PV-Zellen auf — was den PV-Wirkungsgrad steigert (Solarzellen sind bei niedrigen Temperaturen effizienter, etwa +0,4 %-Punkte pro 10 K Kühlung) und gleichzeitig Wärme für eine Wärmepumpen-Quelle liefert. Die Wärme-Ausbeute von PVT ist deutlich niedriger als bei reiner Solarthermie (PVT liefert typisch 400–600 W/m² gegenüber 700–900 W/m² bei einem reinen Flachkollektor), aber sie ist nicht für Trinkwarmwasser oder Heizungs-Unterstützung gedacht — sie dient als Wärmequelle für eine Sole-Wasser-Wärmepumpe statt der klassischen Erdsonde oder des Außenluft-Wärmetauschers. Die Sole-WP zieht ihre Wärme aus dem PVT-Modul mit einer Eingangstemperatur von typisch +5 bis +25 °C im Tagesverlauf (deutlich wärmer als die −10 °C der Außenluft im Winter), was den COP der Wärmepumpe massiv hebt — typische Werte: Sole-WP an PVT mit Vorlauf 35 °C → COP 5,0–5,8 im Jahresmittel, gegenüber einer LWWP mit COP 3,2–3,8. Das Konzept lässt sich um einen Eisspeicher erweitern (Viessmann Vitoset Solareis, Heliotherm Bivalent-Eisspeicher, Sirch IsoCal): Ein im Boden vergrabenes Wasservolumen (5.000–20.000 l) wird im Winter durch die Wärmepumpe auf 0 °C abgekühlt — beim Übergang Wasser→Eis wird die Schmelz-Enthalpie (335 kJ/kg) frei und liefert zusätzliche Wärme. Im Sommer regeneriert der PVT-Kreislauf das Eis wieder. Das System ist energetisch sehr effizient (JAZ-Werte 5,5–6,5 erreichbar) und unabhängig von Außentemperatur — aber teuer in der Anschaffung (Eisspeicher 20.000–40.000 € zusätzlich) und bauraumbedürftig (Tank im Garten). Die wirtschaftliche Stelle, an der PVT lohnt: Wenn der Bauherr eine Sole-Wasser-Wärmepumpe einsetzen will, aber keine Erdsonden-Bohrung machen kann (Wasserschutzgebiet, Felsuntergrund, kleines Grundstück) und keine LWWP-Außeneinheit aus optischen oder Lärmschutz-Gründen will. Dann ist PVT eine schöne Lösung.

Hersteller-Vergleich und Modul-Daten 2026

Der PVT-Markt 2026 ist von wenigen Spezialisten dominiert. Wichtige Hersteller und Modelle: DualSun Spring (Frankreich, deutscher Vertrieb über Energiebau, Aleo Solar): — Modul Spring-3: 1,67 m² Brutto, PV-Leistung 410 Wp (Monokristallin), Thermische Spitzenleistung 750 W/m², η_thermisch 65 % (bei 25 °C Vorlauftemperatur). Listenpreis 850 € netto pro Modul. — Wärmedämmung am Rückseiten-Absorber, Wasser-Glykol-Kreislauf 30/70. — Geeignet als Sole-Quelle für Wärmepumpe mit Brine-Kreislauf 0–25 °C. — Zertifizierung Solar Keymark, MCS UK, IEC 61215. Consolar Solink (Deutschland, deutscher Markt): — Solink M Modul: 1,72 m² Brutto, PV-Leistung 400 Wp, thermisch 600 W/m². Listenpreis 920 € netto. — Heatpipe-basierter Wärmeübertrag (kein direkter Wasserkontakt mit dem PV-Modul, deshalb höhere Lebensdauer und geringere Lecksicherheits-Risiken). — Speziell für Sole-WP-Kopplung mit Eisspeicher-Variante optimiert. — Made in Deutschland, gute Service-Verfügbarkeit, Erfahrung mit deutschen Bauvorschriften. Meyer Burger PVT-Modul Heatpipe (Schweiz, Pilot-Phase 2025): — Heteroübergang-Si-Zellen, Heatpipe-Wärmetransfer. Liefert nominell 425 Wp + 700 W/m² thermisch. Listenpreis 1.050 € netto. — Premium-Variante, gute Daten, aber Marktverfügbarkeit noch lückenhaft 2026. SunDrum Solar (USA, Import via Hagopt Solar Deutschland): — Glas-Glas-Modul mit Heatpipe-Wärmeübertrag, 380 Wp + 550 W/m² thermisch. Listenpreis 880 €. — Robustes Design, Hagel- und Sturmsicher zertifiziert. Heliotherm PVT-Combi (Österreich, deutscher Markt): — Modul 1,75 m², 400 Wp + 650 W/m² thermisch. Listenpreis 950 €. — In Kombi-Paket mit Heliotherm-Sole-WP häufig im Bauernhof- und Hofstellen-Bereich. Vergleichswerte pro m² Modulfläche: PV-Leistung (Strom-Erzeugung pro Jahr in Mitteldeutschland): — DualSun Spring 410 Wp/Modul: rund 380 kWh/Jahr pro Modul (Süd-Ausrichtung, 35° Neigung). — Consolar Solink M 400 Wp: rund 370 kWh/Jahr pro Modul. — Heliotherm PVT-Combi 400 Wp: rund 370 kWh/Jahr. Thermische Ausbeute (Wärme zur Sole-WP-Quelle): — DualSun: 750–900 kWh/m²/Jahr nutzbare Wärme. — Consolar (Heatpipe): 700–850 kWh/m²/Jahr. — Heliotherm: 600–750 kWh/m²/Jahr. Die thermische Wärmeausbeute ist deutlich höher als bei reinem PV-Kühl-Effekt (typisch 100–200 kWh/m²/Jahr), weil PVT-Module auch nachts und bei diffuser Strahlung Wärme aus der Umgebungsluft aufnehmen können — sie wirken als Außenluft-Wärmepumpen-Quelle mit zusätzlichem Solar-Bonus tagsüber. Investitionskosten für eine typische EFH-PVT-Anlage: — 12–16 PVT-Module (rund 20–27 m²): 10.000–16.000 € Modul-Kosten. — Sole-Wasser-Wärmepumpe (z.B. Heliotherm HP10C, Daikin Altherma EHBH 8, Stiebel Eltron WPF 10): 12.000–18.000 €. — Verrohrung, Sole-Kreislauf, Steuerung: 4.500–7.000 €. — Optional Eisspeicher 10.000 l: 25.000–35.000 € zusätzlich. — Inbetriebnahme + hydraulischer Abgleich: 3.000–5.000 €. — Brutto-Komplett ohne Eisspeicher: 29.500–46.000 €. — Mit Eisspeicher: 54.500–81.000 €. Das ist gegenüber einer reinen LWWP plus separater PV deutlich teurer — der Mehraufwand rechtfertigt sich nur in den oben genannten Spezialfällen.

Wann lohnt PVT — und wann lohnt es sich nicht?

PVT ist kein universelles Konzept — es lohnt in genau definierten Konstellationen: Lohnenswert: 1. Sole-WP gewünscht, aber keine Erdsonden-Bohrung möglich. Klassische Erdsonden-Bohrung (100–150 m tief) kostet 8.000–18.000 € und braucht eine genehmigte Bohrung im Wasserrecht. In Wasserschutzgebieten (z.B. Grundwasser-Förderzonen) oder bei Felsuntergrund unter geringer Erdüberdeckung ist Bohrung oft ausgeschlossen. PVT wird dann zur einzigen Sole-WP-Quelle. 2. LWWP optisch oder akustisch nicht akzeptabel. In bestimmten dichten Bebauungs-Lagen (denkmalgeschützte Altbauten, Lärmschutz-Vorgaben mit Nachbargrundstück < 3 m Abstand, ästhetische Architektur-Vorgaben) sind LWWP-Außeneinheiten problematisch. PVT-Module sehen wie normale PV-Module aus. 3. Sehr hoher Effizienz-Anspruch (NH-Effizienzhaus 40 EE-Premium, Plus-Energie-Haus). Bei den höchsten Effizienz-Klassen ist die Sole-WP mit JAZ 5,0+ ein wichtiger Baustein — PVT plus Eisspeicher liefert dies ohne Erdwärme-Bohrung. 4. Selbstversorger- und Inselanlagen mit kompromisslosem PV-Eigenverbrauch-Ansatz. Wer einen 90+ %-Eigenverbrauch der PV-Erzeugung anstrebt, profitiert von der direkten PV-Wärmepumpen-Kopplung über das PVT-Modul. Weniger lohnenswert: 1. Standard-EFH mit normalem Grundstück und Erdsonden-Möglichkeit. Hier ist Erdsonden-Sole-WP bauwirtschaftlich und energetisch fast immer besser als PVT. 2. Reines Sanierungs-EFH mit niedriger Anschaffungs-Bereitschaft. PVT plus Sole-WP plus eventuell Eisspeicher ist 15.000–35.000 € teurer als LWWP plus separate PV — diese Mehrinvestition rechtfertigt sich nur bei langfristiger Eigentümer-Bindung (25+ Jahre) und sehr hohen Energiepreis-Annahmen. 3. Kleine Anlagen mit geringer Solarfläche (< 15 m²). PVT braucht eine Mindestfläche von etwa 18–25 m², damit die Sole-Quelle genug Wärme liefern kann — kleinere Anlagen kühlen die Sole zu stark ab und der COP sinkt. 4. Klimazonen mit hoher Diffusstrahlung und wenig direkter Sonne (Norddeutsche Küste). Die Wärmeausbeute der PVT-Module ist dort geringer, der Anschaffungs-Mehrpreis amortisiert sich kaum. Über 20 Jahre Lebenszyklus gerechnet (typisches EFH 200 m², NH-Sanierung, 20-m²-PVT plus Sole-WP): — Brutto-Investition Komplettlösung: rund 38.000 € (ohne Eisspeicher) bzw. 62.000 € (mit Eisspeicher). — BAFA-BEG-EM-Förderung (Sole-WP als förderfähig, PVT-Module zählen sowohl als PV (KfW 270/EEG) als auch als Sole-Quelle (BAFA-EM-Förderung)): rund 25–30 % auf förderfähige Anteile = 9.000–12.000 €. — Netto-Investition: 26.000–50.000 €. — WP-Strom-Einsparung gegenüber LWWP: ca. 1.200 kWh/Jahr × 27 ct = 324 €/Jahr. — PV-Eigenverbrauch-Plus durch direkten PVT-WP-Kopplungs-Effekt: ca. 800 kWh × 24 ct = 192 €/Jahr. — Über 20 Jahre Energie-Ersparnis: rund 10.000 €. Fazit: PVT lohnt sich wirtschaftlich nur bei Eisspeicher-Kombi und sehr langfristiger Planung oder bei Konstellations-Zwängen (Erdsonde unmöglich, LWWP nicht akzeptabel).

Praxis-Beispiele und Auslegungs-Empfehlungen

Beispiel A — EFH 4-Personen, KfW-40-EE-Neubau 2025, PVT + Sole-WP ohne Eisspeicher Gebäude: Neubau-EFH 180 m², KfW-40-EE-Standard, FBH-Heizung 30 °C Vorlauf. Bauherrenwunsch: kein LWWP-Außengerät aus optischen Gründen (südseitige Glasfassade, sichtbare WP-Einheit gestört das Architektur-Konzept), keine Erdsonde wegen kleinem Grundstück und Wasserschutzgebiet. Konzept: 14 × DualSun Spring 410 Wp PVT-Module (23,4 m²) auf 35°-Süddach, Heliotherm HP10C Sole-Wasser-Wärmepumpe (10 kW, COP A0/W35 = 5,1), kein Eisspeicher (Garten zu klein für 10.000-l-Tank), 800-l-Hygiene-Pufferspeicher. Kosten Brutto: — 14 DualSun Spring Module: 11.900 €. — PV-Wechselrichter Fronius Symo 6.0-3-M, MPPT-Tracker: 1.800 €. — Heliotherm HP10C Sole-WP inkl. Inbetriebnahme: 14.500 €. — Sole-Kreislauf, 25 % Glykol-Wasser, Pumpe, Steuerung: 4.200 €. — Hygiene-Pufferspeicher 800 l mit Frischwasserstation 50 kW: 5.500 €. — Hydraulik, FBH-Anbindung, hydraulischer Abgleich: 6.800 €. — Elektro (PV + WP, §14a-Steuerbox + iMSys): 4.500 €. — Inbetriebnahme + Förderantrag: 3.200 €. — Brutto: 52.400 €. Förderung: BAFA-BEG-EM 30 % auf Sole-WP-Anteil + Hydraulik + Speicher (rund 35.000 € förderfähig) = 10.500 €. PV-Vergütung Volleinspeisung Rest 7,94 ct/kWh nach EEG 2023. Netto: 41.900 €. Laufende Wirkung: WP-Strom-Bezug ca. 2.800 kWh/Jahr, davon 70 % aus PV-Eigenverbrauch (PVT-Module liefern Strom und gleichzeitig Sole-Wärme). JAZ rund 5,1. PV-Stromerzeugung gesamt rund 4.800 kWh/Jahr (kleiner als reine PV gleicher Fläche, weil PVT-Wirkungsgrad leicht schlechter ist als reines PV-Modul). Beispiel B — Bestand-EFH mit Wasserschutzgebiets-Einschränkung, PVT + Sole-WP + Eisspeicher 10.000 l Gebäude: Bestand-EFH 195 m² Baujahr 1994 in Wasserschutzgebiets-Zone II (Erdsonde verboten), Heizkörper Vorlauf 50 °C, Sanierung 2025. Konzept: 18 × Consolar Solink M PVT-Module (31 m²) auf Süd-Walmdach, Daikin Altherma 3 R 8 Sole-WP (8 kW), 10.000-l-Sirch IsoCal-Eisspeicher im Garten (vergrabener Betontank), 800-l-Pufferspeicher. Kosten Brutto: — 18 Consolar Solink M Module: 16.560 €. — PV-Wechselrichter Kostal Piko CI 7.0-3: 2.100 €. — Daikin Altherma 3 R 8 Sole-Variante: 16.800 €. — Sirch IsoCal-Eisspeicher 10.000 l (Tank + Tiefbau): 28.500 €. — Sole-Kreislauf, Verrohrung, Pumpe, Steuerung: 5.500 €. — Pufferspeicher 800 l + Frischwasserstation: 5.500 €. — Hydraulik, hydraulischer Abgleich, Heizkörper-Tausch Bad: 7.500 €. — Elektro inkl. §14a: 4.800 €. — Inbetriebnahme + Förderantrag: 4.500 €. — Brutto: 91.760 €. Förderung: BAFA-BEG-EM 30 % auf Sole-WP, Eisspeicher, Hydraulik (rund 55.000 € förderfähig) + Effizienzbonus 5 % wegen Sole-WP mit JAZ ≥ 4,5 = 19.250 €. PV-Vergütung Rest 7,03 ct/kWh. Netto: 72.500 €. Laufende Wirkung: WP-Strom-Bezug ca. 2.200 kWh/Jahr (sehr niedrig wegen JAZ 5,8), PV-Eigenverbrauch 65 %. JAZ über das Jahr gemittelt 5,8 — Premium-Ergebnis. Beispiel C — Bestand-Mehrfamilienhaus 6 WE, PVT-Kombi mit Sole-WP-Kaskade Gebäude: Bestand-MFH 6 WE 460 m² Baujahr 1981, Sanierung 2025 mit Dachausbau plus großer PVT-Fläche. Konzept: 30 × Heliotherm PVT-Combi (52 m²) auf Süddach (Walmdach + Schrägdach kombiniert), 2 × Heliotherm HP15C Sole-WP (Kaskade 2 × 15 kW), 20.000-l-Sirch IsoCal-Eisspeicher unter Hofeinfahrt, 1.500-l-Pufferspeicher mit Frischwasserstation 80 kW. Kosten Brutto: — 30 Heliotherm PVT-Combi Module: 28.500 €. — PV-Wechselrichter Kaskade 12 kW: 3.800 €. — 2 × Heliotherm HP15C Kaskade: 32.000 €. — 20.000-l-Sirch IsoCal-Eisspeicher inkl. Tiefbau Hofeinfahrt: 58.000 €. — Sole-Kreislauf MFH-zentral, Verrohrung, Pumpen, Steuerung: 12.500 €. — 1.500-l-Pufferspeicher + Frischwasserstation 80 kW: 8.500 €. — Hauptverteilung Heizungs-Strang + DVGW-W551-Trinkwasser + hydraulischer Abgleich 6 WE: 18.000 €. — Elektro inkl. §14a für Kaskade, MID-Zähler je WE: 12.000 €. — Inbetriebnahme + Förderantrag MFH: 9.500 €. — Brutto: 182.800 €. Förderung: BAFA-BEG-EM MFH-Variante 30 % auf förderfähige Mehrkosten (Sole-WP, Eisspeicher, Hydraulik) + KfW 261/262 Effizienzhaus-Förderung. Effektiv 25–30 % = 50.000–55.000 €. Netto: 128.000–133.000 €. Mieterabrechnung nach HeizkostenV verbrauchsabhängig auf 6 Mieter umgelegt. Wartung 800 €/Jahr (Sole-Kreislauf, Eisspeicher, WP-Kaskade).

⚠ Praxis-Hinweis

PVT ist eine Spezialtechnik für definierte Konstellationen (Wasserschutzgebiet, optische Lärmschutz-Restriktionen, Premium-Effizienz). Standard-Sanierungen sind mit klassischer LWWP plus separater PV meist günstiger. Eisspeicher 20.000–40.000 € Zusatzkosten — rechnet sich nur bei langer Eigentümer-Bindung.

Häufige Fragen — PVT-Hybridkollektor — Strom und Wärme aus einem Modul (2026)

Wie hoch ist der PV-Wirkungsgrad bei PVT-Modulen gegenüber reinem PV?
PVT-Module haben einen leicht niedrigeren PV-Wirkungsgrad als reine PV-Module, weil die hintere Modulkühlung die optimalen Solarzellen-Temperaturen leicht anhebt und die mechanische Komplexität durch den Wassersammler die optische Effizienz minimal mindert. Typische Werte: Reines PV-Modul 21–23 % Wirkungsgrad bei 25 °C, PVT-Modul 19–21 % bei 25 °C. Im realen Sommerbetrieb dreht sich der Vergleich aber zugunsten von PVT, weil das gekühlte PV-Modul (durch den Wasserabsorber) nicht über 40 °C steigt, während ein reines PV-Modul auf 60–80 °C aufheizt — bei 60 °C verliert das reine PV-Modul ca. 14 % Leistung. Im Jahresmittel liefert PVT also etwa 2–3 % weniger Strom als die gleiche Fläche reiner PV, aber zusätzlich 700–900 kWh/m²/Jahr Wärme.
Was kostet ein PVT-Modul im Vergleich zu reinem PV?
PVT-Module sind 2026 etwa doppelt so teuer wie reine PV-Module pro Wp. Beispiel: Ein DualSun Spring PVT-Modul mit 410 Wp kostet 850 € netto (= 2,07 €/Wp), ein vergleichbares reines monokristallines PV-Modul (z.B. Trina Vertex S+) kostet 200 € netto (= 0,49 €/Wp). Damit liegt der PVT-Mehrpreis bei rund 650 € pro Modul oder 1,58 €/Wp. Für eine 20-m²-PVT-Anlage sind das rund 8.000 € Mehrkosten gegenüber reiner PV plus Solarthermie-Trennsystem. Die Wirtschaftlichkeit muss daher klar an den oben genannten Spezial-Konstellationen festgemacht werden.
Brauche ich für PVT-WP einen Eisspeicher?
Nicht zwingend, aber häufig sinnvoll. Ohne Eisspeicher arbeitet die Sole-WP mit der PVT-Quellentemperatur direkt — im Sommer +20 bis +25 °C, im Winter mit kalten Nächten kann die Sole-Temperatur auf 0–5 °C absinken. Das funktioniert, aber die JAZ liegt im Bereich 4,0–4,5. Mit einem Eisspeicher als Pufferzone (typisch 10.000 l = 1.000 kg Eis × 335 kJ/kg = 93 kWh latente Wärme) kann die Sole-Temperatur konstant zwischen 0 und 5 °C gehalten werden — JAZ steigt auf 5,2–5,8. Der Eisspeicher kostet 25.000–40.000 € einmalig, lohnt sich also nur bei langfristiger Bindung und höchsten Effizienz-Ansprüchen.
Welche Wärmepumpen sind PVT-tauglich?
Alle Sole-Wasser-Wärmepumpen mit Soletemperatur-Eingangsbereich −5 bis +25 °C — also fast alle Standard-Sole-WP. Bekannte Hersteller: Heliotherm (HP-Reihe), Daikin (Altherma EHBH Sole-Variante), Stiebel Eltron (WPF), Viessmann (Vitocal 350-G), Buderus (Logatherm WSW), Waterkotte (5006/5008), Ochsner (GMSW), NIBE (F1245/F1255), CTC EcoZenith i555. Wichtig: Die Sole-WP muss für die typischen PVT-Quellentemperaturen (0–25 °C) ausgelegt sein und nicht nur für die kälteren Erdsonden-Temperaturen (−5 bis +10 °C). Die meisten modernen Sole-WP-Modelle 2026 unterstützen beides; bei älteren Modellen vor Kauf nachfragen.
Wie groß muss die PVT-Fläche für eine Sole-WP sein?
Faustregel: 2–3 m² PVT-Fläche pro kW Wärmepumpen-Nennheizleistung bei A0/W35. Bei einer 8-kW-Sole-WP also 16–24 m² PVT-Fläche, bei 10 kW etwa 20–30 m². Hintergrund: Die PVT-Module müssen genug Wärme aus der Umgebung (Tagessonne + Konvektion + Strahlung) ziehen, um die Sole-Wärmepumpe ganzjährig versorgen zu können. Zu kleine Anlagen kühlen die Sole im Winter zu stark ab — die WP fällt unter ihren Mindest-Soletemperatur-Bereich (typisch −5 °C) und schaltet ab. Mit Eisspeicher als Puffer können die Flächen etwa 20 % kleiner ausfallen.
Welche Wartungskosten hat eine PVT-Anlage?
PVT-Module selbst sind wartungsärmer als getrennte PV + Solarthermie — eine jährliche Sichtprüfung (40–80 €) und alle 5–8 Jahre Sole-Glykol-Wechsel (250–400 € einmalig) reichen. Sole-WP-Wartung 200–300 €/Jahr (jährliche Funktionsprüfung, Verdichter-Inspektion). Eisspeicher (falls vorhanden) ist praktisch wartungsfrei — keine beweglichen Teile, keine Verschleißteile. Über 20 Jahre Wartung gesamt 7.000–9.000 €, vergleichbar mit klassischer Sole-WP-Anlage mit Erdsonde.
Wie lange dauert eine PVT-Anlage in Anschaffung und Inbetriebnahme?
Planung 4–8 Wochen (Konzeptierung, Förderantrag BAFA, EnEV-Berechnung Heizlast). Installation 5–10 Tage (Dachmontage 2–3 Tage, Eisspeicher-Tiefbau und Einbau 4–6 Tage, Sole-WP-Inbetriebnahme 1–2 Tage). Gesamt von Auftragserteilung bis Heizfähigkeit typisch 6–14 Wochen, je nach Witterung und Eisspeicher-Komplexität. Bei reiner PVT-Anlage ohne Eisspeicher 3–6 Wochen schneller. Wichtig: Sole-Kreislauf braucht eine sorgfältige Inbetriebnahme mit Druckprüfung und Spülung — Termin mit qualifiziertem PVT/Sole-WP-Heizungsbauer schon bei Vertragsunterzeichnung fixieren.
Wie verträgt sich PVT mit Schnee und Hagel?
PVT-Module sind nach IEC 61215 zertifiziert (Hagel-Belastungs-Test 25 mm Hagel bei 23 m/s). Bei normalen Schneelagen funktioniert das System problemlos — die Sole-Wärmeentnahme an den Modulen reduziert die Wärme auf den Modulen, sodass Schnee länger liegen bleibt als auf reinen PV-Modulen. Das ist kein Nachteil; die PV-Leistung sinkt, aber die thermische Ausbeute über den Außenluft-Kontakt bleibt. In Schnee-extremen Lagen (Alpen, Schwarzwald-Hochlagen) sollte die Dachneigung mindestens 40° betragen für besseres Selbstabrutschen. Schneerechen am Dachfuß bei Aufdachmontage prüfen.

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