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CO2-Methode

CO2-Emissionen je Heizung — die ehrliche Rechnung

Die CO2-Bilanz Ihrer Heizung lässt sich mit standardisierten Faktoren genau berechnen. Hier die Methode mit konkreten Beispielwerten und Lebenszyklus-Berücksichtigung.

Brennstoff-Faktoren

Standardisierte CO2-Emissionsfaktoren in kg/kWh Endenergie (Stand 2024 nach UBA-Methode): Erdgas: 0,202. Heizöl: 0,266. Steinkohle: 0,335. Braunkohle: 0,403. Strom (deutscher Mix 2024): 0,366. Solarthermie: 0,000. Holz/Pellets: 0,028 (bilanziell, faktisch durch Verarbeitung). Biomethan zertifiziert: 0,028. Wasserstoff (grüner): 0,000. Diese Faktoren sind die Basis für alle CO2-Rechnungen. Wichtig: sie ändern sich über die Zeit — Strom-Faktor sinkt mit zunehmender Erneuerbar-Quote.

Berechnung Standard-EFH 130 m²

Wärmebedarf 18.000 kWh/Jahr. Berechnung pro System: Erdgas-Brennwertkessel: 20.000 kWh Gas (90 % Wirkungsgrad) × 0,202 = 4.040 kg = 4,0 Tonnen CO2/Jahr. Heizöl-Brennwertkessel: 22.000 kWh Heizöl (85 % Wirkungsgrad) × 0,266 = 5.852 kg = 5,9 Tonnen. Pellet-Heizung: 22.000 kWh × 0,028 = 616 kg = 0,6 Tonnen. Wärmepumpe (JAZ 4,0): 4.500 kWh Strom × 0,366 = 1.647 kg = 1,6 Tonnen. WP mit eigener PV (50 % Eigenverbrauch): 2.250 kWh × 0,366 = 823 kg = 0,8 Tonnen. Über 20 Jahre kumuliert: Gas 80 Tonnen, Öl 118 Tonnen, Pellet 12 Tonnen, WP 32 Tonnen, WP+PV 16 Tonnen.

Strom-Faktor-Entwicklung berücksichtigen

Bei der WP-Bilanz über 20 Jahre wichtig: Der Strom-CO2-Faktor sinkt mit zunehmender Erneuerbar-Quote. Pfad: 2024 0,366 kg/kWh, 2030 ca. 0,200, 2040 ca. 0,100, 2045 ca. 0,050. Durchschnittswert über 20 Jahre Nutzungsdauer: ca. 0,180 kg/kWh. Korrigierte Wärmepumpen-Bilanz: 4.500 kWh × 0,180 × 20 = 16,2 Tonnen CO2 — deutlich niedriger als die statische Rechnung. Über 20 Jahre WP vs. Gas: 16 Tonnen vs. 80 Tonnen = 64 Tonnen CO2 gespart pro Standard-EFH. Klima-relevant ist das die wichtigste Aussage: jede Wärmepumpe spart über ihre Lebensdauer ca. 50-70 Tonnen CO2 gegenüber Gas-Heizung.

Lebenszyklus-Faktor

Vollständige CO2-Bilanz berücksichtigt auch die Herstellung der Heizung: Wärmepumpe-Herstellung: ca. 2-4 Tonnen CO2 (Geräte-Produktion, Kältemittel, Logistik). Gas-Brennwertkessel-Herstellung: ca. 0,5-1 Tonne CO2. Differenz Herstellung: ca. 2-3 Tonnen mehr für die WP. Über die Nutzungsdauer wird diese Mehrbelastung in 1-2 Jahren kompensiert (durch CO2-Ersparnis im Betrieb gegenüber Gas). Lebenszyklus-Vergleich über 20 Jahre: WP ca. 18-20 Tonnen, Gas ca. 81 Tonnen (80 Betrieb + 1 Herstellung). WP spart ca. 60 Tonnen CO2 über den vollen Lebenszyklus — entspricht ca. 50.000 km Autofahrt pro Jahr.

Häufige Fragen

Wie ändert sich der Strom-Faktor wirklich?
Mit zunehmendem Erneuerbar-Anteil. Pfad: 2010 0,560, 2024 0,366, Prognose 2030 0,200. UBA und Bundesnetzagentur veröffentlichen jährlich aktuelle Werte.
Sind die Pellet-Werte fair gerechnet?
Bilanziell ja (CO2-neutrales Wachstum). Praktisch fallen Verarbeitungs- und Logistik-CO2 von ~0,028 kg/kWh an. Im Vergleich zu Gas (0,202) trotzdem um Faktor 7 niedriger.
Wie berücksichtige ich die PV?
Bei 50 % Eigenverbrauch wird die WP für die Hälfte der Stromzeit aus eigenem Strom betrieben — das ist praktisch CO2-frei. Mit eigener PV halbiert sich die WP-CO2-Bilanz also.

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