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Amortisations-Methode

WP-Amortisation richtig berechnen

Die Amortisation einer Wärmepumpen-Investition lässt sich systematisch über die TCO-Methode (Total Cost of Ownership) bewerten. Hier verstehen Sie die Berechnung im Detail mit allen Faktoren.

TCO-Methode Grundlagen

Die TCO-Berechnung erfasst alle Kosten und Erträge einer Heizungs-Investition über die gesamte Nutzungsdauer (typisch 20 Jahre). Komponenten: Anschaffung (Bruttoinvestition minus Förderung), Brennstoff-/Stromkosten über 20 Jahre, Wartungskosten, ggf. Reparaturen, ggf. Anschluss-Kosten oder Tankentsorgung. Die Summe wird dem Vergleichs-System (z.B. neue Gas-Heizung) gegenübergestellt. Differenz / 20 Jahre = jährlicher TCO-Vorteil. Wichtig: alle Werte heute kalkulieren, mit realistischer Preisentwicklung (Energie-Preise +2-3 %/Jahr typisch, CO2-Preis +5-10 %/Jahr).

Beispielrechnung Standard-EFH

EFH 130 m², 18.000 kWh Wärmebedarf, Familie 35.000 € Haushaltseinkommen. Variante A — Wärmepumpe (Vaillant aroTHERM plus 9 kW): Anschaffung 27.000 €, BAFA-Förderung 70 % = 18.900 €, Eigenanteil 8.100 €. Strom 4.500 kWh × 0,30 € × 20 Jahre × Steigerung 2 %/Jahr = 32.700 €. Wartung 200 €/Jahr × 20 = 4.000 €. TCO Variante A: 8.100 + 32.700 + 4.000 = 44.800 €. Variante B — neue Gasheizung: Anschaffung 8.000 €, keine Förderung, Eigenanteil 8.000 €. Gas 20.000 kWh × 0,12 € × 20 Jahre × 3 %/Jahr = 64.500 €. Plus CO2-Steuer ansteigend: 5.000-8.000 € über 20 Jahre. Wartung 300 €/Jahr × 20 = 6.000 €. TCO Variante B: 8.000 + 64.500 + 6.500 + 6.000 = 85.000 €. Differenz 40.200 € zugunsten WP — über 20 Jahre 2.000 €/Jahr Mehrwert.

Sensitivitäts-Analyse

Die Rechnung hängt von Annahmen ab. Wichtige Sensitivitäten: 1) Stromsteigerung +5 % statt +2 %/Jahr: WP-Mehr-Kosten 8.000 € über 20 Jahre — TCO-Vorteil reduziert sich auf 32.000 €. 2) Gaspreis-Steigerung nur +1 %/Jahr (statt +3 %): Gas-Vergleichs-Kosten reduzieren sich um 12.000 € — TCO-Vorteil schrumpft auf 28.000 €. 3) JAZ nur 3,5 statt 4,0: Stromverbrauch +14 % — WP-Mehr-Kosten 4.500 € über 20 Jahre, TCO-Vorteil reduziert auf 35.700 €. Selbst bei pessimistischen Annahmen (alle 3 Sensitivitäten ungünstig) bleibt die WP TCO-positiv mit 15.000-20.000 € Vorteil. Mit eigener PV (50 % Eigenverbrauch) wird der TCO-Vorteil deutlich größer (Stromkosten halbiert).

Die wichtigste Erkenntnis

TCO-mäßig ist die Wärmepumpe in praktisch jeder realistischen Konstellation überlegen — auch ohne Idealannahmen. Der einzige Fall, in dem Gas knapp gewinnen könnte: extrem kurze Restnutzung (3-5 Jahre vor Verkauf des Hauses), bei der die Anschaffungs-Differenz nicht amortisiert wird. Bei normaler langfristiger Eigentums-Perspektive: WP fast immer empfehlenswert. Die mathematische Robustheit der WP-Wirtschaftlichkeit kommt aus der Faktor-3-bis-4-Effizienz-Differenz und der CO2-Preis-Belastung von Gas/Öl. Beide Faktoren sind langfristig stabil — der WP-Vorteil ist es auch.

Häufige Fragen

Welche Diskontierung soll ich verwenden?
Vereinfachte Rechnung: 0 % Diskontierung über 20 Jahre liefert den 'reinen Wert'. Bei Kapital-Verzinsung 3 %: Ansatz mit Discount-Faktor 0,55 für das 20. Jahr. Praktisch: bei TCO-Vorteilen über 30.000 € ist die Diskontierung nicht entscheidend.
Wie kalkuliere ich CO2-Preis-Steigerung?
Pfad bis 2030: 50 € → 100 €/Tonne (Verdoppelung). Bei Standard-EFH mit 4 Tonnen CO2-Emissionen entsprechend +200 €/Jahr Mehrkosten bis 2030. Anschließend +5-10 %/Jahr realistisch.
Lohnt sich die Detail-Rechnung wirklich?
Ja, vor allem bei Hochtemperatur-Konstellationen oder unklarer Förderfähigkeit. Bei Standard-EFH-Sanierung mit voller BAFA-Förderung ist das Ergebnis fast immer positiv — Detail-Rechnung trotzdem für Wirtschaftlichkeits-Sicherheit empfehlenswert.

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