WP-Leistung — die richtige Größe wählen
Die richtige WP-Leistungs-Wahl ist entscheidend für Wirtschaftlichkeit und Lebensdauer. Zu groß = Takten und Verschleiß, zu klein = Heizstab-Aktivierung. Hier die Methode zur korrekten Auslegung.
Heizlast als Auslegungs-Basis
Erste Voraussetzung: korrekte Heizlast nach DIN EN 12831 (siehe separater Pillar). Standard-Werte zur Plausibilität: Niedrigenergie-Haus KfW 55 (Neubau) 130 m²: 4-6 kW. Modernisiert (1990er-2000er) 130 m²: 6-9 kW. Unsanierter Altbau (1960er-1970er) 130 m²: 10-14 kW. Bei Standard-Konstellationen: Heizlast minus 10-20 % = WP-Auslegungs-Leistung. Der Rest wird im seltenen Spitzenlast-Fall (-12 °C oder kälter) durch den elektrischen Heizstab gedeckt — wirtschaftlich besser als eine überdimensionierte WP.
Bivalenzpunkt-Auslegung
Der Bivalenzpunkt ist die Außentemperatur, ab der der Heizstab zugeschaltet wird. Optimaler Bivalenzpunkt: -2 bis -7 °C (je nach Klima-Region). Wenn der Bivalenzpunkt zu hoch (z.B. +5 °C): Heizstab springt zu oft zu, Stromkosten steigen. Zu niedrig (z.B. -15 °C): WP überdimensioniert, taktet zu oft. Praktische Auslegungs-Regel: Bei monovalenter Auslegung (WP allein) ist Heizlast = WP-Leistung × Faktor 1,1. Bei mono-energetischer Auslegung (WP + Heizstab) ist Heizlast bei -10 °C × Faktor 0,7-0,85 = WP-Leistung. Beispiel: Heizlast 9 kW bei -12 °C → WP-Leistung 6,3-7,7 kW.
Modulationsbereich-Berücksichtigung
Moderne Wärmepumpen sind Inverter-gesteuert mit Modulationsbereich 25-100 % der Nennleistung. Dies erlaubt, die WP an die tatsächliche Heizlast anzupassen, statt ständig Ein/Aus zu schalten. Konsequenz für Auslegung: WP-Leistung kann moderater gewählt werden, weil Modulation die Last-Anpassung übernimmt. Ohne Inverter (alte Modelle, On-Off-Steuerung): WP-Leistung muss exakt der Heizlast entsprechen — sonst Takten. Mit Inverter (alle Premium-Modelle): WP-Leistung kann 10-15 % unter Heizlast bei -12 °C liegen, Heizstab deckt Spitzen ab. Optimaler Bivalenzpunkt bei guten Inverter-WPs: -5 bis -7 °C.
Praktische Beispiel-Auslegung
EFH 130 m² Bj. 1990er, Heizlast bei -12 °C: 8,5 kW. Auslegung Standard-WP (Vaillant aroTHERM plus oder Viessmann Vitocal 200-A): 7 kW Nennleistung. Bivalenzpunkt: -6 °C. Stunden pro Jahr unter -6 °C: ca. 200-400 (regional unterschiedlich). In dieser Zeit Heizstab-Aktivierung mit Mehrkosten ca. 100-200 € Strom/Jahr — vernachlässigbar gegenüber JAZ-Vorteil der korrekt dimensionierten WP. Faustregel zur WP-Leistungs-Wahl: Heizlast bei -12 °C × 0,8 = WP-Nennleistung. Bei Sole-Wasser-WP (konstantere Wärmequelle): Heizlast × 1,0 = WP-Leistung (kein Bivalenzpunkt nötig).
Häufige Fragen
Was passiert bei zu kleiner WP?▾
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