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Spezialfall

Wasser-Wasser-Wärmepumpe — Grundwasser als Wärmequelle

Die Wasser-Wasser-Wärmepumpe nutzt das Grundwasser als Wärmequelle und erreicht damit die theoretisch höchste Effizienz aller WP-Typen. Aber Genehmigungs-Hürden und besondere Standort-Anforderungen machen sie zur Spezialfall-Lösung — nicht für jedes Grundstück geeignet.

Funktionsprinzip

Zwei Brunnen werden gebohrt: ein Förder-Brunnen (Saugbrunnen) entnimmt Grundwasser von 8-25 m Tiefe, ein Schluck-Brunnen führt das abgekühlte Wasser zurück ins Erdreich. Das Grundwasser hat ganzjährig konstant 8-12 °C und überträgt seine Wärme über einen Wärmetauscher an das Kältemittel der WP. Die JAZ liegt bei 4,5-5,5 — höchster Wert aller WP-Typen, weil die Grundwasser-Quelltemperatur stabiler und höher ist als bei Sole-Wasser. Mindestabstand der Brunnen: 10-15 m, Wasserschüttung mindestens 0,8-1,5 m³/h pro 10 kW Heizleistung.

Genehmigungsverfahren

Wasserrechtliche Erlaubnis durch Untere Wasserbehörde — komplexer als bei Sole-Wasser. Erforderliche Nachweise: Hydrogeologisches Gutachten (Ergiebigkeit des Grundwasserleiters), chemische Wasseranalyse (Eisen, Mangan, pH-Wert — bei zu hohem Eisen-Gehalt droht Verschluss der Wärmetauscher), Pumpversuche. Bei zu eisenhaltigem Wasser: Wasser-Wasser-WP scheidet praktisch aus. Verfahrens-Dauer: 4-12 Monate. Kosten Genehmigung + Gutachten: 2.500-6.000 €. In Wasserschutzgebieten oder bei Trinkwasser-Spannungs-Konstellation: oft nicht genehmigungsfähig.

Wann lohnt sich Wasser-Wasser?

Drei Voraussetzungen: 1) Grundwasser in 8-25 m Tiefe verfügbar — nicht alle Standorte erfüllen das. 2) Wasserqualität für WP geeignet (niedriger Eisen- und Mangangehalt). 3) Wirtschaftlicher Wärmebedarf — bei Wärmepumpen mit unter 12 kW Heizleistung lohnt der Aufwand kaum. Hauptanwendungsfälle: große Einfamilienhäuser über 250 m², Mehrfamilienhäuser, Gewerbeobjekte mit hohem Heizbedarf. Bei Standard-EFH: meist Sole-Wasser oder Luft-Wasser wirtschaftlicher.

Kosten und Wirtschaftlichkeit

Investitionskosten: WP-Gerät 18.000-25.000 €, zwei Brunnen 12.000-25.000 €, Genehmigung + Gutachten 3.000-5.000 €, Installation 8.000-12.000 €. Gesamt: 40.000-65.000 €. BAFA-Förderung bis 70 % der ersten 30.000 €: max 21.000 € Zuschuss. Eigenanteil typisch 25.000-45.000 €. Stromersparnis gegenüber Luft-Wasser: 30-40 %. Amortisation der Mehrkosten gegenüber Luft-Wasser-WP: 20-30 Jahre. Wirtschaftlich daher meist nur bei großen Verbrauchern oder günstigen Standort-Bedingungen sinnvoll.

Wichtig: Vor der Auftragsvergabe Geologie- und Wasserqualitäts-Gutachten einholen. Bei zu hohem Eisengehalt scheidet Wasser-Wasser-WP aus — frühzeitige Klärung spart hohe Bohrkosten.

Häufige Fragen — Wasser-Wasser-Wärmepumpe 2026 — Grundwasser-Nutzung

Wie ist die Wasserqualität zu prüfen?
Hydrogeologisches Gutachten + Wasseranalyse durch akkreditiertes Labor. Wichtige Werte: Eisengehalt < 0,2 mg/l, Mangangehalt < 0,1 mg/l, pH 6,5-8. Bei zu hohem Eisengehalt setzen sich die Wärmetauscher zu — Wasser-Wasser-WP wird unwirtschaftlich.
Wie groß ist der Mindestabstand zwischen Förder- und Schluck-Brunnen?
Mindestens 10-15 m, oft 20 m, je nach Grundwasser-Strömungsrichtung. Schluck-Brunnen muss in Strömungsrichtung NACH dem Förder-Brunnen liegen, sonst kommt das gekühlte Wasser zurück und reduziert die Effizienz.
Welche Hersteller bieten Wasser-Wasser?
NIBE, Viessmann, Vaillant, Stiebel Eltron — die meisten Premium-Hersteller. Spezialisierte Anbieter wie Waterkotte fokussieren sich auf Wasser-Wasser-Anwendungen.

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