Brennwertkessel vs. Wärmepumpe — Altbau-Realität
Beim Altbau-Heizungstausch ist die Frage besonders relevant: ein moderner Gas-Brennwertkessel als preiswerte Lösung oder die Wärmepumpe trotz Hochtemperatur-Bedarf? Hier die ehrliche Analyse mit GEG-Konsequenzen.
Anschaffungs-Vergleich Altbau
Gas-Brennwertkessel: 8.000-15.000 € installiert. Wärmepumpe für Altbau (Hochtemperatur-Variante wie Vaillant aroTHERM perform): 28.000-37.000 € installiert. Mit BAFA-Förderung 50-70 % bei WP: Eigenanteil 8.000-12.000 €. Brennwertkessel ist seit 2024 NICHT mehr BAFA-förderfähig — voller Eigenanteil bleibt 8.000-15.000 €. Anschaffungs-Differenz nach Förderung: WP ist im Eigenanteil etwa gleich oder leicht günstiger als Brennwertkessel.
Betriebskosten Hochtemperatur-Konstellation
Altbau 130 m² mit 22.000 kWh Wärmebedarf: Gas-Brennwertkessel: 24.000 kWh Gas × 0,12 €/kWh = 2.880 €/Jahr + CO2-Preis-Komponente steigend. Über 20 Jahre mit CO2-Steigerung: 65.000-80.000 €. Wärmepumpe Hochtemperatur (JAZ 2,8): 7.850 kWh Strom × 0,30 € = 2.355 €/Jahr. Über 20 Jahre: 47.000 €. WP-Vorteil 18.000-33.000 € über 20 Jahre — auch bei Hochtemperatur-Konstellation mit niedrigerer JAZ.
GEG-Realität für Brennwertkessel
Wer 2026 noch einen reinen Gas-Brennwertkessel installiert, bekommt die GEG-65-%-Erneuerbar-Pflicht zu spüren: Spätestens nach Vorliegen des kommunalen Wärmeplans (in Großstädten 30.06.2026, Kleinstädten 30.06.2028) muss der Brennwertkessel mit erneuerbaren Energien ergänzt werden — typisch durch Bio-Methan-Beimischung (sehr teuer) oder Hybrid-Lösung mit kleiner Wärmepumpe (zusätzliche Investition). Gas-Brennwertkessel ohne Erneuerbar-Komponente ist also nur eine Übergangslösung.
Empfehlung für Altbau-Eigentümer
In 90 % der Altbau-Konstellationen ist die Wärmepumpe (Hochtemperatur-Variante) die richtige Wahl: Wirtschaftlich über 20 Jahre überlegen, GEG-konform ohne Erneuerbar-Nachrüstung, BAFA-Förderung bis 70 %. Brennwertkessel kann Sinn ergeben bei: Sehr kurzer Restnutzungsdauer (Verkauf in 3-5 Jahren), Heizungs-Havarie ohne Zeit für WP-Planung als Übergangslösung mit 5-Jahres-Frist. In allen anderen Konstellationen: Wärmepumpe.
Häufige Fragen
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