Startseite/Infrarotheizung vs. Wärmepumpe — der Vergleich
Direkt-Vergleich

Infrarotheizung vs. Wärmepumpe — die Stromverbrauch-Realität

Infrarotheizungen werden oft als 'einfache Alternative' zur Wärmepumpe beworben — niedrige Anschaffung, schnelle Installation. Aber der Stromverbrauch ist 3-4x höher. Hier die ehrliche Bewertung — wann lohnt Infrarot wirklich?

Funktionsprinzip-Unterschied

Wärmepumpe: Nutzt Umweltwärme aus Luft/Erde/Grundwasser, gibt sie verstärkt an Heizungs-Wasser ab. Effizienz-Faktor JAZ 3,5-5,0 — pro kWh Strom 3,5-5 kWh Wärme. Infrarotheizung: Wandelt Strom direkt 1:1 in Wärmestrahlung. Effizienz-Faktor 1,0 — pro kWh Strom 1 kWh Wärme. Konsequenz: Bei gleichem Wärmebedarf braucht Infrarot 3-5x mehr Strom als WP. Das ist physikalisch nicht zu umgehen — es ist der grundlegende Unterschied zwischen Wärmepumpen-Technologie (Energie-Vermehrung über Umwelt) und elektrischer Direkt-Heizung.

Anschaffungskosten und Installation

Infrarotheizung: 200-600 € pro Heizpaneel, ein Standard-EFH benötigt 8-15 Paneele = 2.000-9.000 € Komplett. Plus elektrische Installation 2.000-4.000 €. Gesamt: 4.000-13.000 €. Wärmepumpe: 22.000-32.000 € installiert. Mit BAFA-Förderung 70 % Eigenanteil 6.500-10.000 €. Infrarot ist im Eigenanteil ähnlich oder leicht günstiger als geförderte WP. Aber: Infrarot ist NICHT BAFA-förderfähig — voller Eigenanteil bleibt.

Stromkosten 20 Jahre

Standard-EFH 130 m² mit 18.000 kWh Wärmebedarf: Wärmepumpe (JAZ 4,0): 4.500 kWh/Jahr × 0,30 € = 1.350 €/Jahr. Über 20 Jahre: 27.000 €. Infrarotheizung: 18.000 kWh/Jahr × 0,30 € = 5.400 €/Jahr. Über 20 Jahre: 108.000 €. Differenz: 81.000 € WP-Vorteil über 20 Jahre. Selbst bei kleinerem EFH oder besserer Hülle bleibt der 4-fache Stromverbrauch — 25.000-50.000 € WP-Vorteil typisch.

Wann lohnt sich Infrarot wirklich?

Drei Konstellationen: 1) Sehr kleine Wohnungen mit niedrigem Wärmebedarf (Single-Apartment 30-50 m²) und sehr unregelmäßiger Nutzung — Infrarot heizt schnell, niedrige Anschaffung. 2) Ferienwohnungen mit nur saisonaler Nutzung — keine teure WP-Investition für 4-8 Wochen Nutzung pro Jahr. 3) Spezial-Räume wie Wintergärten oder Hobbyräume mit kurzfristigem Heizbedarf. In allen anderen Konstellationen — und vor allem im Standard-Wohngebäude — ist die Wärmepumpe wirtschaftlich klar überlegen, trotz scheinbar niedrigerer Anschaffung.

Häufige Fragen

Ist Infrarotheizung GEG-konform?
Nicht direkt. Infrarotheizung ist eine elektrische Direkt-Heizung — nicht 65 % erneuerbar. Bei 100 % erneuerbarem Strom (durch eigene PV-Anlage abdeckend gesamten Bedarf): formal erneuerbar. Praktisch nicht erreichbar bei normaler Nutzung.
Bekomme ich BAFA-Förderung für Infrarot?
Nein. Infrarotheizung ist nicht förderfähig. Wärmepumpe bis 70 % förderfähig. Im Eigenanteil-Vergleich ist die geförderte WP daher ähnlich teuer wie die nicht-geförderte Infrarot.
Lohnt sich Infrarot mit eigener PV?
Etwas, aber begrenzt. PV produziert tagsüber, Heizbedarf ist abends/nachts höher. Eigenverbrauchsanteil bei Infrarot eher 25-35 % (vs. WP mit SG-Ready-Steuerung 50-60 %). Stromkosten-Reduktion durch PV nur teilweise.

Wärmepumpe anfragen

Kostenlose Anfrage — wir vermitteln Fachbetriebe und beraten zur richtigen Heizungs-Wahl.