Startseite/Ratgeber/Stiebel Eltron WPL, WPF & LWZ im Neubau-Effizienzhaus — Praxis 2026
Marken-Neubau-Effizienzhaus-Tiefe

Stiebel Eltron im Neubau: vom WPL-Standardgerät bis zum LWZ-Passivhaus-Kompaktgerät

Stiebel Eltron aus Holzminden ist Sole-Marktführer in Deutschland und hat mit der LWZ-Baureihe eine Besonderheit im Programm: ein Integral-Kompaktgerät, das Wärmepumpe, Lüftung mit Wärmerückgewinnung und Warmwasser in einem Gehäuse vereint — die naheliegende Lösung fürs Passivhaus. Dieses Pillar zeigt die drei Stiebel-Wege im Effizienzhaus-Neubau: WPL als Luft-Standardgerät, WPF als Sole-Variante und LWZ als Lüftungs-integriertes Kompaktgerät.

Stiebel Eltron im Neubau — drei Baureihen für drei Konzepte

Stiebel Eltron, Familienunternehmen aus Holzminden in Niedersachsen, hat rund 15 % Marktanteil bei Wärmepumpen und ist deutscher Marktführer bei Sole-Wasser-Wärmepumpen. Für den Effizienzhaus-Neubau bietet die Marke drei klar getrennte Konzepte: WPL — die Luft-Wasser-Wärmepumpe. Die aktuelle WPL-ACS-Baureihe arbeitet als Monoblock; je nach Modell und Baujahr kommen die Kältemittel R290 oder R454C zum Einsatz. Im Effizienzhaus-Neubau mit 35 °C Vorlauf erreicht die WPL einen SCOP um 4,8–5,0. Die WPL ist die wirtschaftliche Standardwahl für die Mehrzahl der Neubau-Projekte. WPF — die Sole-Wasser-Wärmepumpe. Hier ist Stiebel Marktführer: Die WPF-Baureihe gilt als robuste, langlebige Erdwärme-Wärmepumpe und erreicht SCOP-Werte bis 5,0 und darüber. Im Premium-Neubau mit erschließbarem Grundstück ist die WPF die naheliegende Stiebel-Wahl. LWZ — das Integral-Kompaktgerät. Die LWZ-Baureihe ist die Stiebel-Besonderheit: ein einziges Gerät, das Luft-Wärmepumpe, kontrollierte Wohnraumlüftung mit Wärmerückgewinnung und Trinkwarmwasserspeicher vereint. Für das Passivhaus und das sehr gut gedämmte Effizienzhaus 40 ist das ein durchdachtes Konzept, weil die Lüftungsanlage dort ohnehin Pflicht bzw. faktisch nötig ist. Stiebel positioniert sich im Premium-Segment — die Geräte sind nicht die günstigsten, gelten aber als besonders langlebig und servicefreundlich. Ein Alleinstellungsmerkmal ist die Steuerung über den Internet Service Gateway (ISG): Das ISG-Web erlaubt die App-Anbindung mit lokaler Datenhaltung, ohne dass alle Betriebsdaten zwingend über eine Hersteller-Cloud laufen — ein Vorteil für datenschutzbewusste Bauherren. Im Neubau gilt auch für Stiebel: keine BAFA-Heizungsförderung, sondern Finanzierung über den KfW-Kredit „Klimafreundlicher Neubau“. Die Markenwahl folgt damit dem Konzept — WPL für die wirtschaftliche Standardlösung, WPF für maximale Sole-Effizienz, LWZ für das integrierte Passivhaus-Konzept.

Neubau-Beispiel: Effizienzhaus 40 mit WPL ACS

Konkrete Projekt-Bilanz für ein Effizienzhaus-40-EFH mit der Luft-Wärmepumpe WPL: Gebäude: — Neubau 2026, 164 m² Wohnfläche, freistehendes EFH. — Effizienzhaus-40-Standard. — Außenwand: Holzrahmenbau mit 24 cm Zellulosedämmung, U-Wert 0,14 W/m²K. — Dach: 26 cm Aufsparrendämmung. — Fenster: 3-fach-Verglasung, U-Wert 0,8 W/m²K. — Heizlast nach DIN/TS 12831-1: 5,0 kW bei −12 °C. — Wärmeübergabe: Fußbodenheizung, Auslegung 34/29 °C. — Separate kontrollierte Wohnraumlüftung mit Wärmerückgewinnung (nicht im Wärmepumpengerät integriert). Gewählte Wärmepumpe: — Stiebel Eltron WPL aus der aktuellen ACS-Baureihe, 6 kW Heizleistung bei A2/W35. — SCOP um 4,9 bei der Effizienzhaus-Auslegung. — Innenmodul mit hydraulischer Einheit; separater Trinkwarmwasserspeicher 300 l. Brutto-Kosten: — WPL-ACS-Wärmepumpe inkl. Innenmodul: 16.200 €. — Trinkwarmwasserspeicher 300 l: 2.500 €. — Hydraulik, Reihenpuffer, Armaturen: 2.700 €. — Elektro-Anschluss, Wärmepumpenzähler: 1.900 €. — Installation, Inbetriebnahme, hydraulischer Abgleich: 4.300 €. — Brutto-Wärmepumpenanlage gesamt: 27.600 €. — Separate Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung: zusätzlich rund 9.000–13.000 €, hier nicht in der Wärmepumpensumme enthalten. Förderung: Im Neubau kein BAFA-Zuschuss. Finanzierung über den KfW-Kredit 297 „Klimafreundliches Wohngebäude“, 100.000 € je Wohneinheit zum vergünstigten Zins; mit QNG-Siegel über Programm 298 entsprechend mehr. Laufende Wirkung: — Heizwärmebedarf plus Warmwasser: rund 9.800 kWh/Jahr. — Stromaufnahme bei realer JAZ 4,5: rund 2.180 kWh/Jahr. — Bei Wärmepumpentarif 28 ct/kWh: rund 610 €/Jahr. In diesem Beispiel sind Wärmepumpe und Lüftung getrennte Geräte. Genau hier setzt das LWZ-Konzept an: Wer Wärmepumpe und Lüftung ohnehin braucht, kann beides in einem Gerät zusammenfassen — der nächste Abschnitt zeigt, wann sich das lohnt.

LWZ Integral-Kompaktgerät: das Stiebel-Konzept fürs Passivhaus

Die LWZ-Baureihe ist die Stiebel-Besonderheit für sehr gut gedämmte Neubauten. Ein einziges Gerät vereint drei Funktionen: Luft-Wasser-Wärmepumpe für Heizung und Warmwasser. Kontrollierte Wohnraumlüftung mit Wärmerückgewinnung — die warme Abluft aus Bad und Küche überträgt ihre Wärme auf die frische Zuluft, mit Wärmerückgewinnungsgraden um 90 %. Integrierter Trinkwarmwasserspeicher. Dazu kommt bei den Integral-Modellen die Möglichkeit, die Wärme der Abluft zusätzlich über die Wärmepumpe zu nutzen. Für welches Gebäude ist das sinnvoll? Das LWZ-Konzept lohnt sich im Passivhaus und im sehr gut gedämmten Effizienzhaus 40. In diesen Gebäuden ist eine kontrollierte Wohnraumlüftung ohnehin faktisch nötig: Die Gebäudehülle ist so luftdicht, dass ohne mechanische Lüftung Feuchte- und Schimmelprobleme drohen. Wer also Wärmepumpe und Lüftungsanlage ohnehin beide braucht, kann sie im LWZ in einem Gerät zusammenfassen. Vorteile der Integral-Lösung: — Ein Gerät statt zwei — geringerer Platzbedarf im Technikraum, eine Installation, ein Wartungsvertrag, eine Steuerung. — Die abgesaugte warme Abluft (Bad, Küche, WC) wird sowohl über die Wärmerückgewinnung als auch über die Wärmepumpe genutzt — das hebt die Effizienz im Passivhaus, wo der Heizwärmebedarf ohnehin sehr niedrig ist. — Geringere Schnittstellen-Probleme: Wärmepumpe und Lüftung kommen vom selben Hersteller, sind aufeinander abgestimmt und werden von einem Fachpartner betreut. Grenzen der Integral-Lösung: — Das LWZ ist auf kleine Heizlasten zugeschnitten. Im Passivhaus und Effizienzhaus 40 ist das passend; ein Effizienzhaus mit höherer Heizlast wird besser mit getrennten Geräten (WPL plus separate Lüftung) versorgt. — Fällt das Integral-Gerät aus, sind Heizung, Warmwasser und Lüftung gleichzeitig betroffen. Bei getrennten Geräten ist das Ausfallrisiko entkoppelt. — Die Auslegung der Lüftung muss zum Gebäude passen — Luftvolumenströme nach DIN 1946-6, Auslegung der Kanalführung in der Rohbauphase. Kostenbild: Ein LWZ-Integral-Gerät kostet mehr als eine reine WPL-Wärmepumpe, ersetzt aber zugleich die separate Lüftungsanlage von rund 9.000–13.000 €. In der Gesamtrechnung — Wärmepumpe plus Lüftung — ist das Integral-Konzept im Passivhaus meist die wirtschaftlichere und platzsparendere Lösung. Im normalen Effizienzhaus 40 mit etwas höherer Heizlast ist die Entscheidung offener und sollte mit dem Stiebel-Fachpartner anhand der konkreten Heizlast und Lüftungsplanung gerechnet werden.

WPF Sole-Variante und ISG-Web-Steuerung im Neubau

Bei den Sole-Wasser-Wärmepumpen ist Stiebel Eltron deutscher Marktführer. Die WPF-Baureihe gilt als besonders robust und langlebig — ein Argument, das im Neubau zählt, weil die Anlage von der Inbetriebnahme an über Jahrzehnte laufen soll. Wärmequelle und Erschließung: Wie bei jeder Sole-Wärmepumpe wird das Erdreich über Erdwärmesonden (Vertikalbohrung 80–120 m, wasserrechtliche Anzeige nach WHG §49) oder einen Flächenkollektor (Horizontalverlegung, 1,5- bis 2-fache Wohnfläche an Grundstücksfläche) erschlossen. Die WPF erreicht im Effizienzhaus-Neubau mit niedriger Vorlauftemperatur eine reale Jahresarbeitszahl um 4,9–5,1 und liefert ihre Heizleistung an kalten Wintertagen ohne den Leistungsabfall, den eine Luft-Wärmepumpe bei Frost zeigt. Passive Kühlung: Auch die WPF kann im Sommer passiv kühlen — die kühle Sole-Temperatur wird ohne Verdichterbetrieb über die Fußbodenheizung geführt. Im Neubau, der von Anfang an darauf ausgelegt wird, ist das ein sehr energiesparender sommerlicher Komfortgewinn. Wirtschaftliche Einordnung: Wie bei den anderen Marken kostet die Sole-Variante im Neubau deutlich mehr als die Luft-Wärmepumpe — der Erschließungsaufwand für Bohrung oder Kollektor liegt bei rund 9.000–16.000 €. Die höhere JAZ amortisiert diesen Mehrpreis über die Stromrechnung allein nicht. Die WPF lohnt sich, wenn passive Kühlung, Geräuschfreiheit, maximale Langlebigkeit und der Beitrag zum QNG-Siegel zusammen den Ausschlag geben. ISG-Web — Steuerung mit lokaler Datenhaltung: Stiebel Eltron steuert seine Wärmepumpen über den Internet Service Gateway. Das ISG-Web bindet die Anlage an App und Browser an, und zwar mit einem für datenschutzbewusste Bauherren wichtigen Unterschied: Die Datenhaltung kann lokal im Heimnetz erfolgen, ohne dass alle Betriebsdaten zwingend über eine Hersteller-Cloud laufen. Wer den Fernzugriff durch den Fachpartner wünscht, kann ihn freigeben — die Voreinstellung ist aber datensparsamer als bei rein cloud-basierten Plattformen anderer Hersteller. Über das ISG lassen sich auch die netzdienliche Steuerung nach §14a EnWG und die PV-Eigenverbrauchs-Optimierung abbilden: Bei Solarstrom-Überschuss hebt die Steuerung gezielt Speicher- und Estrich-Temperatur an. Im Neubau, der Wärmepumpe und PV-Anlage gemeinsam plant, ist das der Standard-Betriebsmodus. Für Neubau-Bauherren ergibt sich damit ein klares Stiebel-Profil: WPL als wirtschaftliche Luft-Standardlösung, WPF als robuste Sole-Spitzenlösung, LWZ als integriertes Passivhaus-Konzept — und über alle Varianten hinweg die ISG-Steuerung mit der Option auf lokale Datenhaltung.

⚠ Praxis-Hinweis

Das LWZ-Integral-Gerät bündelt Heizung, Warmwasser und Lüftung — bei einem Defekt fallen alle drei Funktionen gleichzeitig aus. Im Passivhaus ist die Integral-Lösung trotzdem meist die beste Wahl; wer das Ausfallrisiko entkoppeln will, sollte getrennte Geräte (WPL plus separate Lüftung) prüfen.

Häufige Fragen — Stiebel Eltron WPL, WPF & LWZ im Neubau-Effizienzhaus — Praxis 2026

Was ist das Besondere am Stiebel-LWZ-Integral-Gerät?
Das LWZ-Integral-Kompaktgerät vereint Luft-Wasser-Wärmepumpe, kontrollierte Wohnraumlüftung mit Wärmerückgewinnung und Trinkwarmwasserspeicher in einem einzigen Gehäuse. Es ist auf das Passivhaus und das sehr gut gedämmte Effizienzhaus 40 zugeschnitten, wo eine mechanische Lüftung ohnehin nötig ist. Vorteil: ein Gerät statt zwei, weniger Platzbedarf, eine Steuerung, keine Schnittstellen-Probleme. Grenze: Es ist auf kleine Heizlasten ausgelegt, und bei einem Ausfall sind Heizung, Warmwasser und Lüftung gleichzeitig betroffen.
Welche Stiebel-Wärmepumpe passt in mein Neubau-Effizienzhaus?
Für das normale Effizienzhaus 40 mit Fußbodenheizung und separater Lüftung ist die WPL-ACS-Luft-Wärmepumpe die wirtschaftliche Standardwahl. Im Passivhaus oder sehr gut gedämmten Effizienzhaus 40, in dem die Lüftung ohnehin Pflicht ist, lohnt das LWZ-Integral-Gerät. Wer das Grundstück für Erdwärme erschließen kann und maximale Effizienz und Langlebigkeit will, wählt die WPF-Sole-Wärmepumpe — hier ist Stiebel deutscher Marktführer.
Lohnt sich das LWZ-Integral-Gerät gegenüber getrennten Geräten?
Im Passivhaus meist ja: Das LWZ ersetzt sowohl die Wärmepumpe als auch die separate Lüftungsanlage von rund 9.000–13.000 €, in der Gesamtrechnung ist das Integral-Konzept dort wirtschaftlicher und platzsparender. Im normalen Effizienzhaus 40 mit etwas höherer Heizlast ist die Entscheidung offener — dann lohnt sich oft die getrennte Lösung aus WPL-Wärmepumpe und separater Lüftung, weil das Ausfallrisiko entkoppelt ist und größere Heizlasten besser abgedeckt werden.
Ist Stiebel Eltron wirklich Sole-Marktführer?
Ja. Stiebel Eltron aus Holzminden ist deutscher Marktführer bei Sole-Wasser-Wärmepumpen. Die WPF-Baureihe gilt als besonders robust und langlebig. Bei Luft-Wasser-Wärmepumpen liegt Stiebel mit rund 15 % Gesamt-Marktanteil im oberen Bereich, ist dort aber nicht alleiniger Spitzenreiter — die Sole-Marktführerschaft ist das klare Stiebel-Profil.
Was bedeutet die ISG-Web-Steuerung von Stiebel für den Datenschutz?
Der Internet Service Gateway (ISG-Web) bindet die Stiebel-Wärmepumpe an App und Browser an, erlaubt aber eine lokale Datenhaltung im Heimnetz, ohne dass alle Betriebsdaten zwingend über eine Hersteller-Cloud laufen müssen. Den Fernzugriff durch den Fachpartner kann man bewusst freigeben. Für datenschutzbewusste Bauherren ist das datensparsamer als rein cloud-basierte Plattformen. Netzdienliche Steuerung nach §14a EnWG und PV-Eigenverbrauchs-Optimierung lassen sich über das ISG ebenfalls abbilden.
Wie hoch ist die Jahresarbeitszahl einer Stiebel-Wärmepumpe im Neubau?
Die WPL-Luft-Wärmepumpe erreicht im Effizienzhaus-40-Neubau mit 35 °C Vorlauf einen SCOP um 4,8–5,0 und eine reale Jahresarbeitszahl um 4,5. Die WPF-Sole-Wärmepumpe liegt mit realer JAZ um 4,9–5,1 höher, weil die konstante Erdreich-Temperatur den Winter-Leistungsabfall vermeidet. Voraussetzung in beiden Fällen ist die niedrige Vorlauf-Auslegung der Fußbodenheizung und ein sauberer hydraulischer Abgleich.
Bekomme ich für eine Stiebel-Wärmepumpe im Neubau Förderung?
Nicht über die BAFA — der Heizungs-Zuschuss gilt nur für den Bestand. Im Neubau läuft die Förderung über den KfW-Kredit 297/298 „Klimafreundlicher Neubau“: 100.000 € je Wohneinheit zu vergünstigtem Zins, mit QNG-Siegel 150.000 €. Der Kredit finanziert das gesamte klimafreundliche Gebäude. Das gilt markenunabhängig — siehe Förder-Pillar dieses Clusters.

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