Wärmepumpe Warmwasser sparsam bereiten — und mit PV-Strom
Die Warmwasserbereitung ist ein eigener Strom-Posten der Wärmepumpe — und einer, an dem sich sparen lässt. Diese Q&A-Seite zeigt, warum das Warmwasser einen genaueren Blick verdient, wie man die Einstellungen optimiert, wie sich Warmwasser besonders gut mit PV-Strom bereiten lässt und wann eine eigene Brauchwasser-Wärmepumpe ein Sonderfall ist.
Warum Warmwasser ein eigener Spar-Posten ist
Bei der Wärmepumpe denkt man beim Stromverbrauch zuerst an die Raumheizung. Die Warmwasserbereitung wird leicht übersehen — dabei ist sie ein eigener, lohnender Ansatzpunkt für sparsamen Betrieb. Warmwasser fällt das ganze Jahr an. Anders als die Raumheizung, die nur in der Heizsaison läuft, fällt die Warmwasserbereitung das ganze Jahr über an — auch im Sommer, wenn die Wärmepumpe sonst kaum arbeitet. Über das Jahr summiert sich der Warmwasser-Anteil deshalb zu einem spürbaren Posten. Warmwasser ist weniger effizient. Wie an anderer Stelle in diesem Cluster beschrieben, arbeitet die Wärmepumpe bei der Warmwasserbereitung mit einer niedrigeren Leistungszahl als beim Heizen, weil das Warmwasser eine höhere Temperatur braucht. Je Kilowattstunde Warmwasser fließt also mehr Strom als je Kilowattstunde Raumwärme. Das macht den Warmwasser-Posten überproportional bedeutsam. Der Anteil am Gesamtverbrauch. Wie groß der Warmwasser-Anteil ist, hängt vom Gebäude ab. In einem schlecht gedämmten Altbau mit hohem Heizbedarf fällt der Warmwasser-Anteil relativ klein aus. In einem gut gedämmten Haus mit niedrigem Heizbedarf kann der Warmwasser-Anteil dagegen ein Viertel bis ein Drittel des gesamten Wärmebedarfs ausmachen. Je besser das Haus gedämmt ist, desto wichtiger wird der Warmwasser-Posten relativ. Warmwasser wird oft vergessen. Weil das Warmwasser leise im Hintergrund läuft und der Verbrauch über das Jahr verteilt anfällt, gerät es bei der Frage nach effizientem Betrieb leicht in Vergessenheit. Dabei lohnt sich der Blick: Eine ungünstig eingestellte Warmwasserbereitung — eine zu hohe Speichertemperatur, eine zu häufige Legionellenschaltung, ein unnötig mitlaufender Heizstab — ist ein stiller Stromfresser, der oft jahrelang unbemerkt bleibt. Die gute Nachricht. Genau weil das Warmwasser oft übersehen wird, schlummert hier ungenutztes Sparpotenzial. Wer die Warmwasserbereitung einmal bewusst anschaut und optimiert, holt einen Effizienzgewinn, der das ganze Jahr über wirkt — und der bei gut gedämmten Häusern besonders deutlich ausfällt. Die folgenden Abschnitte zeigen die konkreten Hebel. Die Einordnung: Die Warmwasserbereitung ist ein eigener Spar-Posten — sie fällt das ganze Jahr an, ist weniger effizient als das Heizen und macht je nach Gebäude einen beträchtlichen Anteil des Verbrauchs aus. Weil sie leicht übersehen wird, schlummert hier oft ungenutztes Sparpotenzial. Es lohnt sich, das Warmwasser bewusst in den Blick zu nehmen.
Die Einstellungen optimieren
Der erste und kostenloseste Hebel für sparsames Warmwasser sind die richtigen Einstellungen. Sie lassen sich prüfen und anpassen, ohne in die Anlage zu investieren. Die Speichertemperatur prüfen. Die Warmwasser-Solltemperatur sollte im sinnvollen Bereich liegen — typischerweise rund 50 bis 55 Grad. Eine dauerhaft darüber hinaus eingestellte Temperatur kostet unnötig Strom, ohne einen echten Mehrwert zu bringen. Wer den Verdacht hat, dass die Solltemperatur unnötig hoch eingestellt ist, sollte das prüfen und gegebenenfalls auf den sinnvollen Bereich zurücknehmen lassen. Zugleich gilt die hygienische Untergrenze — dauerhaft zu niedrig darf die Temperatur nicht sein. Die Legionellenschaltung kontrollieren. Die Legionellen-Schutzaufheizung ist hygienisch wichtig, sollte aber nicht häufiger laufen als nötig. Eine zu häufig eingestellte Schutzaufheizung — etwa täglich statt in einem regelmäßigen, selteneren Rhythmus — ist ein stiller Stromfresser, weil sie regelmäßig den ganzen Speicher auf hohe Temperatur heizt, oft mit dem Heizstab. Die Häufigkeit der Legionellenschaltung gehört auf den Prüfstand. Abschalten sollte man die Funktion nicht — aber eine zu häufige Einstellung anpassen lassen. Den Heizstab im Blick behalten. Der elektrische Heizstab heizt mit einer Leistungszahl von eins und ist damit teuer. Für die Legionellen-Schutzaufheizung ist sein Einsatz eingeplant und normal. Wenn der Heizstab aber auch in der normalen Warmwasserbereitung regelmäßig mitläuft, ist das ein Warnzeichen — es deutet auf eine Fehleinstellung hin und treibt den Verbrauch. Viele Regelungen zeigen den Heizstab-Anteil an. Die Zeitsteuerung nutzen. Die Warmwasserbereitung lässt sich zeitlich steuern. Sinnvoll ist, den Speicher rechtzeitig vor der Verbrauchsspitze zu laden — etwa vor dem morgendlichen Duschen — und unnötige Aufheizvorgänge zu vermeiden. Eine durchdachte Zeitsteuerung sorgt dafür, dass die Wärmepumpe das Warmwasser dann bereitet, wenn es sinnvoll ist, und nicht ständig nachheizt. Die Zirkulationspumpe prüfen. Wenn das Haus eine Warmwasser-Zirkulationsleitung hat — eine Leitung, die warmes Wasser im Kreis hält, damit es an der Zapfstelle sofort warm ist —, läuft dafür eine Zirkulationspumpe. Eine rund um die Uhr laufende Zirkulationspumpe ist ein stiller Verbrauchstreiber, denn sie hält ständig warmes Wasser in Bewegung und sorgt für Wärmeverluste in der Leitung. Eine Zeitsteuerung der Zirkulationspumpe — sodass sie nur in den Zeiten läuft, in denen Warmwasser gebraucht wird — spart spürbar. Die Leitungsdämmung. Ungedämmte oder schlecht gedämmte Warmwasserleitungen geben auf ihrem Weg Wärme ab, die nachgeheizt werden muss. Eine gute Dämmung der Warmwasser- und Zirkulationsleitungen ist eine günstige Maßnahme mit dauerhaftem Effekt. Die Rolle des Fachbetriebs. Die meisten dieser Einstellungen — Solltemperatur, Legionellenschaltung, Heizstab-Vorrang, Zeitsteuerung — werden bei der Inbetriebnahme festgelegt und lassen sich vom Fachbetrieb anpassen. Wer den Verdacht hat, dass beim Warmwasser etwas nicht optimal eingestellt ist, sollte das Thema gezielt ansprechen. Die Einordnung: Die Einstellungen sind der kostenlose erste Hebel für sparsames Warmwasser — eine sinnvolle Speichertemperatur, eine nicht zu häufige Legionellenschaltung, ein nicht unnötig mitlaufender Heizstab, eine durchdachte Zeitsteuerung, eine zeitgesteuerte Zirkulationspumpe und gedämmte Leitungen. Wer diese Punkte einmal prüfen lässt, holt einen Effizienzgewinn, der das ganze Jahr wirkt.
Warmwasser mit PV-Strom
Wer eine PV-Anlage hat, hat einen besonders schönen Hebel für sparsames Warmwasser — denn die Warmwasserbereitung passt zeitlich hervorragend zum Solarstrom. Warum Warmwasser und PV gut zusammenpassen. Die Raumheizung wird vor allem im Winter gebraucht, wenn die PV-Anlage wenig liefert — das ist das bekannte Winterproblem der Kombination Wärmepumpe und PV. Die Warmwasserbereitung dagegen fällt das ganze Jahr an, auch im Sommer und in der Übergangszeit, wenn die PV-Anlage reichlich Strom liefert. Und anders als der Heizbedarf, der sich nicht beliebig verschieben lässt, ist die Warmwasserbereitung zeitlich gut steuerbar — der Speicher kann dann geladen werden, wenn die Sonne scheint. Warmwasser ist deshalb der ideale Abnehmer für Solarstrom. Die Mittagsladung. Der konkrete Hebel: Die Warmwasserbereitung wird gezielt in die sonnenreichen Mittagsstunden gelegt. Statt den Speicher morgens oder abends mit Netzstrom zu laden, wird er mittags mit dem reichlich vorhandenen Solarstrom aufgeheizt. Das warme Wasser steht dann für den Abend und den nächsten Morgen bereit. So wird der Warmwasser-Strombedarf zu einem guten Teil aus dem eigenen, kostenlosen Solarstrom gedeckt. Die intelligente Steuerung. Damit das automatisch geschieht, braucht es eine Steuerung, die den Solarüberschuss erkennt und die Warmwasserbereitung entsprechend ansteuert. Bei Solarüberschuss lädt die Steuerung den Warmwasserspeicher gezielt auf — gegebenenfalls auch etwas über die normale Solltemperatur hinaus, um mehr Solarwärme auf Vorrat zu speichern. Eine solche PV-optimierte Warmwasserbereitung ist bei modernen Wärmepumpen-Steuerungen üblich; wie sie konkret umgesetzt wird, sollte mit dem Fachbetrieb geklärt werden. Auch die Legionellenschaltung in die Sonne legen. Die Legionellen-Schutzaufheizung, die regelmäßig viel Energie braucht, lässt sich nach Möglichkeit ebenfalls in eine sonnenreiche Zeit legen. Dann läuft auch dieser energieintensive Vorgang zu einem guten Teil mit Solarstrom. Der Vorteil der Wärme als Speicher. Das Schöne an der PV-gekoppelten Warmwasserbereitung: Der Warmwasserspeicher ist selbst ein Speicher — er speichert Solarstrom in Form von Wärme. Anders als ein Stromspeicher, der eine teure Zusatzinvestition ist, ist der Warmwasserspeicher ohnehin vorhanden. Die mittägliche Warmwasserladung mit Solarstrom ist deshalb ein kostenloser Weg, einen Teil des Solarstroms zu nutzen, der sonst niedrig vergütet ins Netz gegangen wäre. Was das bringt. Über das Jahr — besonders im Sommer und in der Übergangszeit — lässt sich so ein erheblicher Teil des Warmwasser-Strombedarfs aus dem eigenen Dach decken. Das senkt die Warmwasserkosten spürbar und verbessert zugleich den Eigenverbrauchsanteil der PV-Anlage. Die Einordnung: Warmwasser und PV-Strom passen zeitlich hervorragend zusammen — das Warmwasser fällt das ganze Jahr an und ist zeitlich gut steuerbar. Mit einer intelligenten Steuerung, die die Warmwasserbereitung und die Legionellenschaltung in die sonnenreichen Mittagsstunden legt, lässt sich ein guter Teil des Warmwasser-Strombedarfs kostenlos aus dem eigenen Solarstrom decken. Wer eine PV-Anlage hat, sollte diesen Hebel unbedingt nutzen.
Brauchwasser-Wärmepumpe als Sonderfall
Beim Thema Warmwasser taucht ein eigener Gerätetyp auf, der nicht mit der Heizungs-Wärmepumpe verwechselt werden sollte: die Brauchwasser-Wärmepumpe. Sie ist ein Sonderfall mit einem eng umrissenen Einsatzbereich. Was eine Brauchwasser-Wärmepumpe ist. Eine Brauchwasser-Wärmepumpe — auch Warmwasser-Wärmepumpe genannt — ist ein kompaktes Gerät, das ausschließlich das Trinkwarmwasser bereitet. Sie heizt nicht die Räume. Es ist ein eigenständiges Gerät, oft mit dem Warmwasserspeicher in einer Einheit, das meist im Keller oder einem Technikraum steht. Woher sie ihre Wärme nimmt. Die Brauchwasser-Wärmepumpe entzieht in der Regel der Umgebungsluft ihres Aufstellraums Wärme — etwa der Luft im Keller. Sie nutzt also nicht die Außenluft wie eine Luft-Heizungs-Wärmepumpe, sondern die Raumluft am Aufstellort. Ein Nebeneffekt: Sie kühlt und entfeuchtet dabei den Aufstellraum etwas, was in einem Keller durchaus erwünscht sein kann. Wofür sie gedacht ist. Die Brauchwasser-Wärmepumpe ist kein Ersatz für eine vollwertige Heizungs-Wärmepumpe. Sie ist eine Lösung für eine bestimmte Konstellation: wenn die Raumheizung anderweitig gelöst ist und nur das Warmwasser effizient bereitet werden soll. Ein typischer Fall ist die Ergänzung in einem Haushalt, in dem die Heizung selbst nicht umgestellt werden soll oder kann, das Warmwasser aber sparsamer als mit einer reinen Elektro-Warmwasserbereitung erzeugt werden soll. Eine Brauchwasser-Wärmepumpe ist effizienter als eine direkte elektrische Warmwasserbereitung, weil sie wie jede Wärmepumpe Umweltwärme nutzt. Die Abgrenzung zur Heizungs-Wärmepumpe. Wichtig ist die klare Abgrenzung: Wer ein ganzes Haus heizen und mit Warmwasser versorgen will, braucht eine vollwertige Heizungs-Wärmepumpe — die das Warmwasser ohnehin mit bereitet. Die Brauchwasser-Wärmepumpe ist dafür nicht gedacht. Sie ist ein Speziallösung für den Fall, dass nur das Warmwasser, getrennt von der Heizung, mit einer Wärmepumpe bereitet werden soll. Wann sie infrage kommt. Die Brauchwasser-Wärmepumpe ist ein Thema für besondere Konstellationen — etwa wenn eine Heizung erhalten bleibt, die das Warmwasser nicht effizient mitbereitet, oder in bestimmten Sanierungs- oder Umbausituationen. Für den Standardfall des Heizungstauschs auf eine Wärmepumpe spielt sie keine Rolle, weil die Heizungs-Wärmepumpe das Warmwasser mit erledigt. Die Einordnung für dieses Cluster. Für die meisten Leser dieses Warmwasser-Clusters ist die Brauchwasser-Wärmepumpe nicht das Thema — wer eine Heizungs-Wärmepumpe hat oder plant, dessen Warmwasser wird von dieser mitbereitet. Die Brauchwasser-Wärmepumpe ist als Sonderfall trotzdem erwähnenswert, damit klar ist: Es gibt sie, sie ist ein eigenes Gerät, und sie ist eine Speziallösung für die getrennte Warmwasserbereitung — kein Ersatz für die Heizungs-Wärmepumpe. Die zusammenfassende Botschaft: Sparsames Warmwasser mit der Wärmepumpe gelingt über mehrere Hebel — das Bewusstsein, dass Warmwasser ein eigener Posten ist, die richtigen Einstellungen, die Nutzung von PV-Strom für die Mittagsladung. Die Brauchwasser-Wärmepumpe ist ein eigener Gerätetyp für den Sonderfall der getrennten Warmwasserbereitung, für den Standardfall aber nicht relevant. Wer das Warmwasser bewusst in den Blick nimmt und optimiert, holt einen Effizienzgewinn, der das ganze Jahr wirkt.
⚠ Praxis-Hinweis
Die Warmwasserbereitung wird beim Thema Sparen oft übersehen — dabei fällt sie das ganze Jahr an und ist weniger effizient als das Heizen. Eine zu hohe Speichertemperatur, eine zu häufige Legionellenschaltung und eine rund um die Uhr laufende Zirkulationspumpe sind stille Stromfresser. Wer eine PV-Anlage hat, sollte das Warmwasser gezielt in die Mittagsstunden legen.
Häufige Fragen — Wärmepumpe Warmwasser sparsam bereiten — und mit PV-Strom
Warum ist die Warmwasserbereitung ein eigener Spar-Posten?▾
Wie kann ich die Warmwasserbereitung der Wärmepumpe sparsamer machen?▾
Warum passt Warmwasser besonders gut zur PV-Anlage?▾
Wie nutze ich PV-Strom für das Warmwasser?▾
Brauche ich für PV-gekoppeltes Warmwasser einen Stromspeicher?▾
Was ist eine Brauchwasser-Wärmepumpe?▾
Brauche ich eine Brauchwasser-Wärmepumpe, wenn ich eine Heizungs-Wärmepumpe habe?▾
Warmwasser mit der Wärmepumpe richtig planen
Wir vermitteln Heizungsbauer-Partner, die Speichergröße, Warmwassertemperatur und PV-Kopplung passend auslegen.