PV-Eigenverbrauchs-Anteil bei Wärmepumpe
Wie viel Ihres PV-Stroms wird von der Wärmepumpe direkt verbraucht? Die Antwort entscheidet über die Wirtschaftlichkeit der PV+WP-Kombination. Hier die ehrliche Berechnung.
Grundlogik des Eigenverbrauchs
Eine PV-Anlage produziert Strom überwiegend tagsüber, eine Wärmepumpe verbraucht Strom überwiegend morgens, abends und nachts (für Warmwasser-Bereitung und Heizung). Der Eigenverbrauchsanteil ist die zeitliche Überlappung. Ohne Speicher und ohne intelligente Steuerung: typisch 30-40 % des PV-Stroms wird direkt verbraucht (Haushalts-Strom plus WP), Rest wird ins Netz eingespeist mit reduzierter EEG-Vergütung. Mit SG-Ready-Steuerung der WP: Eigenverbrauchsanteil steigt auf 50-60 %, weil die WP gezielt in PV-Überschuss-Phasen läuft. Mit zusätzlichem Speicher: 65-75 %.
Faustformel für Standard-EFH
Annahmen: 8 kWp PV-Anlage (Süd-Dach, 30° Neigung), 7.500 kWh Jahresertrag. Wärmepumpe mit JAZ 4,0 und 4.500 kWh/Jahr Strom. Haushalt-Stromverbrauch 4.000 kWh/Jahr (ohne WP). Gesamt-Stromverbrauch 8.500 kWh/Jahr. Eigenverbrauchsanteil je Konfiguration: Ohne Speicher, ohne SG-Ready: 35 % (~2.625 kWh) → 1/3 der PV direkt verbraucht. Mit SG-Ready-WP: 50 % (~3.750 kWh). Mit 5-kWh-Speicher + SG-Ready-WP: 65 % (~4.875 kWh). Mit 10-kWh-Speicher: 75 % (~5.625 kWh). Bei größerem Speicher fällt der zusätzliche Eigenverbrauchs-Vorteil ab — der Sweet-Spot liegt typisch bei 5-10 kWh Speicher.
Wirtschaftliche Auswirkungen
Wertgewinn pro kWh Eigenverbrauch (Differenz Netzstrom-Preis zu PV-Eigenverbrauch): aktuell ~0,16 €/kWh (Netzstrom 0,30 € minus EEG-Einspeise-Vergütung 0,08 € minus PV-Stromkosten 0,06 €). Bei 50 % Eigenverbrauch und 8 kWp PV: 3.750 kWh × 0,16 € = 600 €/Jahr Mehrwert gegenüber 100 % Einspeisung. Bei 75 % (mit Speicher): 5.625 × 0,16 = 900 €/Jahr — also +300 €/Jahr durch Speicher. Speicher-Investition 7.000 €: amortisiert sich in 23 Jahren — knapp wirtschaftlich. Anders als oft beworben ist der Speicher kein klarer Wirtschaftlichkeit-Gewinner — Sweet-Spot-Hebel liegt bei kleineren Speichern (5-7 kWh).
Optimierung-Empfehlungen
1) SG-Ready oder EEBUS-fähige Wärmepumpe wählen — alle aktuellen Premium-Modelle haben das. 2) Energiemanagement-System (z.B. SMA Sunny Home Manager) für intelligente Steuerung. 3) Pufferspeicher der WP groß genug auslegen (200-300 Liter), damit PV-Überschuss als Wärme zwischengespeichert werden kann. 4) Warmwasserspeicher gezielt in PV-Stunden aufheizen (z.B. mit Vorrang-Steuerung mittags). 5) E-Auto wenn vorhanden auch in PV-Stunden laden. 6) Kühlung im Sommer mit reversibler WP — verbraucht PV-Überschuss sinnvoll. Mit allen Optimierungen erreichbar: 60-70 % Eigenverbrauchsanteil ohne großen Speicher, 75-80 % mit moderatem Speicher.
Häufige Fragen
Lohnt sich Speicher überhaupt?▾
Wie groß sollte die PV-Anlage sein?▾
SG-Ready oder EEBUS — was ist besser?▾
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