iSFP-Bonus — der Sanierungsfahrplan-Hebel
Der individuelle Sanierungsfahrplan (iSFP) ist mehr als nur ein Bürokratie-Schritt: Er bringt 5 % zusätzliche BAFA-Förderung auf alle aus dem Plan stammenden Einzelmaßnahmen. Wer mehrere Sanierungsschritte plant, holt damit oft mehrere tausend Euro zusätzlich. Hier verstehen Sie, wann sich der iSFP wirklich lohnt.
Was ist der iSFP?
Der individuelle Sanierungsfahrplan (iSFP) ist ein vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz geförderter Beratungsbericht, den ein BAFA-zugelassener Energieberater erstellt. Er analysiert das gesamte Gebäude (Hülle, Heizung, Lüftung, Warmwasser) und erstellt einen priorisierten, mehrjährigen Fahrplan mit Einzelmaßnahmen, Kostenschätzungen, Einsparpotenzialen und Förderbausteinen. Der iSFP hat zwei zentrale Vorteile: Erstens ist die Erstellung selbst zu 80 % BAFA-gefördert (max. 1.300 Euro Eigenanteil bei einem Einfamilienhaus). Zweitens — und das ist der eigentliche Hebel — gibt jede Maßnahme aus dem iSFP zusätzlich 5 % Förderbonus, der mit allen anderen Boni kombinierbar ist.
Wirtschaftlichkeit des iSFP
Bei einer Wärmepumpen-Investition von 25.000 Euro entspricht der iSFP-Bonus 1.250 Euro zusätzlich. Wenn Sie planen, später noch eine Dachdämmung (10.000 Euro), Fensteraustausch (8.000 Euro) und Solaranlage (15.000 Euro) zu realisieren, summiert sich der iSFP-Bonus auf 5 % von 58.000 Euro = 2.900 Euro zusätzlich. Bei Eigenanteil von 200 Euro (nach BAFA-Förderung der Beratungskosten) ergibt sich ein Hebel von 1:14 — eine der wirtschaftlich attraktivsten Maßnahmen überhaupt. Der iSFP rechnet sich also bereits ab einer einzigen geplanten Maßnahme; bei mehreren Maßnahmen multipliziert sich der Effekt.
Wann lohnt sich der iSFP NICHT?
Der iSFP rechnet sich nicht in zwei Konstellationen: Erstens, wenn Sie nur eine einzelne kleine Maßnahme planen (z. B. Heizungstausch unter 10.000 Euro Anschaffungskosten, weil Bestand schon ergänzt) und sicher sind, dass Sie keine weiteren Maßnahmen folgen lassen werden. Hier kann der Eigenanteil der iSFP-Erstellung den Bonus übersteigen. Zweitens, wenn das Gebäude bereits vollständig saniert ist und keine weiteren wesentlichen Maßnahmen anstehen. In beiden Fällen reicht eine einfache Vor-Ort-Beratung der Verbraucherzentrale (40–60 Euro). Bei jedem Vorhaben über 15.000 Euro mit Folge-Optionen lohnt sich aber der iSFP fast immer.
Ablauf der iSFP-Erstellung
Ein iSFP läuft typisch in vier Schritten: 1) Auswahl eines BAFA-zugelassenen Energieberaters aus der Energie-Effizienz-Experten-Liste. 2) Vor-Ort-Begehung mit Aufnahme aller Bauteile, Messungen (Thermografie, Blower-Door optional), Heizlastberechnung. 3) Auswertung mit Erstellung des 30–60-seitigen iSFP-Berichts (BAFA-konformes Format). 4) Beratungsgespräch mit Erläuterung des Plans und Antragsstellung BAFA-Beratungs-Förderung. Dauer insgesamt: 4–8 Wochen. Kosten: 1.500–2.000 Euro brutto, davon 1.300 Euro BAFA-Zuschuss = 200–700 Euro Eigenanteil. Wichtig: Der iSFP muss vor der ersten Maßnahmen-Antragstellung erstellt sein, damit der iSFP-Bonus für die Maßnahme greift.
Wer darf einen iSFP erstellen?
Nur BAFA-zugelassene Energieberater dürfen einen iSFP erstellen. Diese sind in der Energie-Effizienz-Experten-Liste des Bundes eingetragen und haben eine spezifische Zusatzqualifikation für die iSFP-Erstellung. Die Liste ist online einsehbar (energie-effizienz-experten.de) und filterbar nach PLZ. Achtung: Nicht jeder 'Energieberater' ist BAFA-zugelassen — viele Heizungsbauer oder SHK-Betriebe nennen sich Energieberater, ohne die Zertifizierung zu haben. Bei BAFA-Anträgen wird der Bestätigungsnachweis des Beraters geprüft. Tipp: Vor Auftragsvergabe die Listeneintragung des Beraters online verifizieren.
Häufige Fragen — iSFP-Bonus +5 % — der Sanierungsfahrplan-Bonus
Wie hoch ist der iSFP-Bonus konkret?▾
Muss ich alle iSFP-Maßnahmen umsetzen?▾
Wie lange ist ein iSFP gültig?▾
Was kostet der iSFP wirklich?▾
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