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Blockheizkraftwerk vs. Wärmepumpe — die strategische Wahl

Blockheizkraftwerke (BHKW) sind in Mehrfamilienhäusern und gewerblichen Anwendungen verbreitet — sie produzieren Strom und Wärme gleichzeitig. Aber mit der GEG-Erneuerbar-Pflicht stehen Eigentümer vor der Wahl: BHKW-Erneuerung oder Wechsel auf WP?

BHKW-Funktionsprinzip

Ein Blockheizkraftwerk verbrennt Brennstoff (typisch Erdgas, alternativ Biogas oder Pflanzenöl) und nutzt die Energie zweifach: Mechanische Energie treibt einen Generator zur Stromerzeugung, die Abwärme wird als Heizungs-Wärme genutzt. Gesamt-Wirkungsgrad bis 90 % — sehr hoch wegen der Kraft-Wärme-Kopplung. Typische BHKW-Größen für MFH: 5-20 kW elektrisch und 12-50 kW thermisch. Der erzeugte Strom wird primär selbst verbraucht, Überschuss ins Netz eingespeist (mit reduzierter EEG-Vergütung).

Wirtschaftlichkeit BHKW vs. WP

Beispiel 8-WE-MFH 600 m² mit 60.000 kWh Wärmebedarf und 35.000 kWh Strombedarf: BHKW (Erdgas-betrieben): Investition 35.000-55.000 €, jährliche Brennstoffkosten 8.000-12.000 €, Strom-Eigenverbrauchs-Erlös 3.000-5.000 €/Jahr — Netto-Betrieb ca. 5.000-7.000 €/Jahr. Über 20 Jahre: 100.000-140.000 €. Wärmepumpe: Investition 90.000-130.000 € (mit BAFA Eigenanteil 45.000-65.000 €), Strombedarf 15.000-18.000 kWh × 0,28 € = 4.200-5.040 €/Jahr. Über 20 Jahre: 84.000-100.800 €. WP TCO leicht überlegen, aber BHKW kann bei sehr großem Strombedarf wirtschaftlicher sein.

GEG-Konsequenzen für BHKW

Nach GEG §71 muss eine neue Heizung zu mindestens 65 % erneuerbar betrieben werden. Erdgas-BHKW erfüllen das nicht direkt — bei Neueinbau nach Vorlage des kommunalen Wärmeplans muss eine erneuerbare Komponente hinzugefügt werden (Bio-Methan-Beimischung, Wasserstoff-Bereitschaft, Hybrid mit Wärmepumpe). Bestehende BHKW genießen Bestandsschutz. Praktische Konsequenz: Neue BHKW sind technisch schwieriger zu rechtfertigen als Wärmepumpen-Lösungen, vor allem im Wohnungsbau.

Wann lohnt sich BHKW noch?

BHKW kann sinnvoll sein bei: sehr großem Stromverbrauch (Gewerbe mit Stromverbrauch über 50.000 kWh/Jahr), Standorten ohne Wärmepumpen-Eignung (sehr alte Gebäude mit extremer Heizlast und ohne Sanierungs-Möglichkeit), Bio-Methan-Verfügbarkeit (örtliche Biogas-Anlage mit Direkt-Belieferung). Im Standard-MFH ohne Sonderumstände ist die Wärmepumpe heute meist die richtige Wahl — wirtschaftlich, GEG-konform, ohne Brennstoff-Logistik.

Häufige Fragen

Ist Erdgas-BHKW BAFA-förderfähig?
Nein, nicht im BEG-EM. Bei Hybrid-Konstellation (BHKW + Wärmepumpe) ist die WP-Komponente förderfähig. Reine BHKW-Erneuerung wird nicht gefördert.
Lohnt sich Bio-Methan-BHKW?
Theoretisch ja (erneuerbar), praktisch teuer und unsicher in der Brennstoff-Verfügbarkeit. Bio-Methan ist 2-3x teurer als Erdgas. Für Standard-MFH meist unwirtschaftlich.
Was, wenn das Bestand-BHKW kaputt geht?
Bei Defekt greift GEG-Übergangsregelung: 5 Jahre Zeit zur GEG-konformen Lösung. Praktisch meist Wechsel auf Wärmepumpe — BAFA-förderfähig mit Klimabonus +20 % wenn BHKW als 'erneuerungsbedürftig' gilt.

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