MwSt 0% auf PV-Anlagen: Was ist enthalten?
Seit 2023 gilt 0% MwSt auf PV-Anlagen. Hier die Details für Anwendung, Grenzen und Wärmepumpen-Bezug 2026.
Regelung im Überblick#
Seit 1.1.2023 gilt 0% Mehrwertsteuer (Umsatzsteuer) auf PV-Anlagen in Deutschland. Wesentliche Inhalte:
(1) NULLBESTEUERUNG: 0% Umsatzsteuer statt 19% Standard.
(2) GELTUNG: PV-Anlagen bis 30 kWp installierte Leistung.
(3) UMFANG: PV-Module, Wechselrichter, Montage, Verkabelung.
(4) STROMSPEICHER: bei gemeinsamem Kauf mit PV: 0% MwSt. Bei separatem Kauf: 19%.
(5) BAUSEITS GELIEFERT: Solar-Komplett-Set inkl. Montage 0% MwSt.
NICHT ENTHALTEN:
(a) Wärmepumpe: 19% MwSt regulär.
(b) Anlagen über 30 kWp: 19% MwSt.
(c) Reine Speicher-Investitionen ohne PV: 19% MwSt.
(d) Stand-alone-Wechselrichter ohne PV-Anlage: 19%.
(e) Wartungs-Verträge: 19% MwSt.
GELTUNG bis Ende 2025 zunächst befristet — VERLÄNGERUNG bis 2027 oder unbefristet wahrscheinlich.
FÜR EIGENTÜMER bedeutet
- 18.000-Euro-PV-Anlage: 19% MwSt = 2.873 Euro Brutto-Aufschlag entfällt.
- Praktisch ist Brutto = Netto.
KEINE ZUSÄTZLICHE BEANTRAGUNG nötig — Installateur rechnet direkt ohne MwSt ab.
Praxis-Anwendung#
Wie wird MwSt 0% in der Praxis abgewickelt:
(1) ANGEBOT vom Installateur: typisch in Brutto-Preis dargestellt mit 0% MwSt-Ausweisung.
(2) RECHNUNG: 0% MwSt explizit ausgewiesen.
(3) BUCHUNG: keine Vorsteuerabzug-Regelung — kein Bürokratie-Aufwand für Eigentümer.
(4) STEUER-ERKLÄRUNG: bei selbstgenutzten Anlagen unter 30 kWp Erträge steuerfrei. Keine Steuer-Erklärung der PV-Erträge.
GRENZEN bei 30 kWp:
Beispiel 1 — EFH 28 kWp PV
- Komplett 0% MwSt.
- Speicher und alle Komponenten 0%.
Beispiel 2 — EFH 35 kWp PV
- Komplett 19% MwSt.
- Aufpreis 19% × 50.000 Euro = 9.500 Euro Mehrkosten.
LÖSUNG: Anlage in 2 Sub-Anlagen unter 30 kWp aufteilen — komplexe rechtliche Frage. Häufig nicht praxistauglich.
Beispiel 3 — MFH mit 50 kWp PV
- Anlage über 30 kWp: 19% MwSt.
- Aber Vorsteuerabzug bei Vermieter mit Mieterstrom-Modell teilweise möglich.
FÜR DIE MEISTEN EFH-EIGENTÜMER (PV unter 30 kWp): Standard 0% MwSt — keine Sorge.
Vergleich mit Wärmepumpe#
Wichtige Differenzierung:
PV-ANLAGE: 0% MwSt seit 2023. WÄRMEPUMPE: 19% MwSt (Standard-MwSt).
FÜR KOMBINIERTE INVESTITION:
Gesamt-Brutto
- PV+Speicher 18.000 Euro × 0% = 18.000 Euro brutto.
- Wärmepumpe 22.000 Euro × 19% = 22.000 brutto (4.180 Euro MwSt im Preis).
ABER: Wärmepumpen-MwSt wird durch BAFA-Förderung effektiv reduziert. Die Förderung gilt auf Brutto-Betrag.
DISKUSSION POLITIK: Erweiterung der MwSt-Befreiung auf Wärmepumpen mehrfach diskutiert, bisher nicht umgesetzt. Stand 2026: Wärmepumpen weiterhin 19%.
GRÜNDE für Beibehaltung 19% bei Wärmepumpen
- BAFA-Förderung 30-70% gleicht Hochpreis weitgehend aus.
- MwSt-Befreiung würde Bundes-Steuer-Ausfall verursachen.
- PV-Sonderfall ist eine Anti-Konjunktur-Maßnahme aus 2023.
FÜR EIGENTÜMER STRATEGIE
- BAFA-Förderung als wichtigster Hebel.
- §35c oder §7i als Steuer-Vorteil zusätzlich.
- KfW-Kredit für Restfinanzierung.
Kombination dieser drei Instrumente reduziert effektive Wärmepumpen-Investition auf 30-50% des Bruttopreises — vergleichbar oder besser als wenn 0% MwSt gelten würde.
Strom-Erträge steuerfrei#
Mit MwSt 0% auch Strom-Erträge bei kleinen Anlagen steuerfrei:
GELTUNG
- PV-Anlagen unter 30 kWp.
- Selbstgenutzte oder vermietete Wohnung.
- Erträge aus Eigenverbrauch UND Einspeisung steuerfrei.
SPEZIFISCH:
(a) EINKOMMENSTEUER: keine Versteuerung der Einspeisevergütung.
(b) GEWERBESTEUER: keine bei Anlagen unter 30 kWp.
(c) UMSATZSTEUER: 0% bei Anlagen unter 30 kWp.
IM VERGLEICH ZU VOR 2023:
ALT (bis 2022)
- Einspeisevergütung als Einkommen versteuert.
- Gewerbe-Status mit Buchführungs-Pflichten.
- USt-Pflicht oder Kleinunternehmerregelung.
- Komplex.
NEU (seit 2023)
- Steuerfrei.
- Keine Einkommens-Erklärung der PV-Erträge.
- Keine Gewerbe-Anmeldung.
- Sehr einfach.
FÜR ANLAGEN ÜBER 30 KWP gilt weiterhin alte Regelung.
FÜR VERMIETER
- PV-Anlagen unter 30 kWp pro Wohngebäude steuerfrei.
- Aber: PV-Anteil an Mieter (Mieterstrom-Modell) kann steuerlich anders behandelt werden.
- Bei MFH mit großer PV-Anlage über 30 kWp komplexer.
Eigentümer-Strategie 2026#
Strategie für Eigentümer:
(1) BEI PV-NEUINSTALLATION 2026: 0% MwSt nutzen.
(2) ANLAGEN-GRÖSSE optimieren: nahe an 30 kWp aber nicht überschreiten. Maximum-Wert ohne MwSt-Sprung.
(3) SPEICHER GEMEINSAM mit PV kaufen: 0% MwSt.
(4) WÄRMEPUMPE separat: 19% MwSt aber BAFA-Förderung.
(5) DOKUMENTATION für Steuer-Erklärung minimal — PV-Erträge steuerfrei.
WICHTIG: NEUE INSTALLATIONEN AB 2027 — Verlängerung der MwSt-Regelung wahrscheinlich, aber nicht garantiert. Besser frühe Investition.
FÜR PERSPEKTIVISCHE INVESTITIONEN:
(a) AUSWEITUNG auf Wärmepumpen wird politisch diskutiert.
(b) MwSt-Befreiung kann auch wieder reduziert werden.
(c) Stand 2026: für PV stabil, für WP unverändert 19%.
FÜR EIGENTÜMER mit Plan-Investition 2026-2027: jetzt handeln. MwSt-Befreiung ist beträchtlicher Wert.
GESAMT-INVESTITIONS-RECHNUNG für 12-kWp-PV+10-kWh-Speicher:
VOR 2023 (mit 19% MwSt)
- Brutto-Preis: 18.500 Euro.
- Davon MwSt: 2.957 Euro.
SEIT 2023 (0% MwSt)
- Brutto-Preis: 18.500 Euro.
- Aber 0% MwSt: faktisch günstiger.
ERSPARNIS DURCH MwSt-REGELUNG: 2.957 Euro pro 12-kWp-Anlage.
Pro EFH-Eigentümer 2026 etwa 2.500-3.500 Euro Vorteil — sehr wirtschaftliche Förderung.
Häufige Fragen Praxis#
FRAGE: Was passiert wenn ich PV erweitere? ANTWORT: Wenn Gesamtgröße unter 30 kWp bleibt: 0% MwSt. Bei Erweiterung über 30 kWp: nur Erweiterungs-Anteil mit 19% MwSt.
FRAGE: Speicher nachträglich kaufen? ANTWORT: Bei separatem Kauf 19% MwSt. Wenn nachweisbar gemeinsam mit PV-Anlage als Erweiterung: 0% MwSt diskutabel — am besten gleich am Anfang mit Speicher kaufen.
FRAGE: Was bei Vermietung? ANTWORT: Bei vermieteter Wohnung mit PV unter 30 kWp gleiche Regelung (0% MwSt). Bei Mieterstrom-Modell kann unterschiedlich sein.
FRAGE: PV als Carport oder Garagendach? ANTWORT: Standard-PV-Regelung (0% MwSt) gilt auch.
FRAGE: Balkonkraftwerk? ANTWORT: 0% MwSt. Bei 800-W-Anlage 350-700 Euro Preis ohne MwSt.
FRAGE: Müssen ich Anlage anmelden? ANTWORT: Ja, beim Marktstammdatenregister. Aber keine Steuer-Erklärungs-Pflicht für Anlagen unter 30 kWp.
FRAGE: Wer profitiert von 0% MwSt — Endkunde oder Installateur? ANTWORT: Endkunde. Installateur rechnet ohne MwSt ab. Der Endkunde spart 19%.
FRAGE: Bestehende Anlagen vor 2023? ANTWORT: Keine Auswirkung. Die Anlage wurde bereits mit 19% MwSt gekauft. Aber: Erträge sind seit 2023 auch dort steuerfrei.
Häufige Fragen — Mehrwertsteuer 0% auf PV-Anlagen 2026
Wer profitiert von MwSt 0%?▾
Was ist alles enthalten?▾
Bei welcher Anlagen-Größe gilt das?▾
Sind die PV-Erträge auch steuerfrei?▾
Gilt das auch für Wärmepumpen?▾
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